Alternative AntriebeGeld sparen mit Autogas

Ein Neuwagen mit Autogasantrieb ist vielen Autofahrern zu teuer. Die Alternative kann ein Gebrauchtwagen sein, der sich für ein paar Tausend Euro nachrüsten lässt. von Marcel Sommer

Tanken macht Autofahrern schon lange keinen Spaß mehr. Der Liter Diesel kostet knapp 1,45 Euro und Super-Benzin mehr als 1,60 Euro. Solche Preisrallys machen alternative Treibstoffe wie Autogas (LPG) attraktiver. Es ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das unter hohem Druck verflüssigt wird. 85 Cent kostet der Liter Autogas im Schnitt. Für Erdgas (CNG) zahlen Autofahrer etwa 1,05 Euro/Liter. Das Tankstellennetz für den Alternativsprit wächst stetig. Inzwischen gibt es fast 6.500 LPG-Tankstellen und fast 1.000 CNG-Tankstellen in Deutschland.

Doch trotz des Preisvorteils ist vielen Autofahrern der Kauf eines Neuwagens mit Gasantrieb zu teuer. Die Alternative kann ein Gebrauchtwagen sein, den man nachrüsten lässt. Hersteller solcher Nachrüstsysteme sind etwa Landi-Renzo oder Prins. Der Einbau kostet zwischen 1.000 und 3.000 Euro, je nach Aufwand und Größe des Tanks. Allerdings ist er nicht bei allen Automodellen möglich.

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Für Autofahrer, die zwischen 40.000 und 80.000 Kilometer im Jahr fahren, könnte sich die Zusatzinvestition tatsächlich rechnen. Wer etwa zuvor einen Benziner mit einem Verbrauch von rund 15 Litern auf 100 Kilometer gefahren ist, der hat nach etwa vier Jahren rund 10.000 Euro gespart, wenn er auf Autogas umsteigt. Schon nach einem Jahr haben sich die zusätzlichen Kosten für den Umbau amortisiert. Wer das einmal durchrechnen will, findet unter den Stichworten "Amortisationsrechner" und "Autogas" im Internet verschiedene Angebote.

Autogas (LPG)

Autogas ist ein Gemisch aus Butan und Propan, das unter geringem Druck flüssig gespeichert wird. So erklärt sich das Synonym Flüssiggas sowie das Kürzel LPG (Liquified Petroleum Gas). Campingkocher und Feuerzeuge funktionieren ebenfalls damit. Autogas eignet sich auch als Nachrüstlösung für Benzinmotoren. Das Tankstellennetz ist mit gut 6.000 Säulen sehr dicht. In Polen und Italien ist Autogas schon lange sehr verbreitet. Bei der Verbrennung entsteht etwas weniger CO2 als bei Benzin.

Erdgas (CNG)

Chemisch ist Erdgas im wesentlichen Methan. Es wird unter hohem Druck von etwa 200 bar in die Tanks gepresst. Daher stammt die Abkürzung CNG (Compressed Natural Gas). Die CO2-Ersparnis liegt bei bis zu 25 Prozent. Das Tankstellennetz ist mit rund 1.000 Säulen nur ausreichend. Mehr als ein Drittel der deutschen Haushalte heizen mit Erdgas. Es stammt aus fossilen Quellen, zum Beispiel aus Russland, kann aber auch in Biogasanlagen oder als "Windgas" aus erneuerbaren Quellen produziert werden.

Wichtig ist, dass ein Fachbetrieb den Umbau macht. Wer ihn aus Kostengründen im Ausland machen lässt, der mag kurzfristig vielleicht ein Schnäppchen machen. Doch die Folgekosten wegen eines falschen Einbaus können den Spaß schnell verderben. Das passiert erst recht, wenn TÜV oder Dekra die nötige Abnahme des Systems wegen unsachgemäßen Einbaus verweigern.

Doch woran lässt sich ein qualifiziertes Unternehmen erkennen? Der ADAC empfiehlt darauf zu achten, dass die Nachrüstanlage eine sogenannte ECE-R-115-Genehmigung besitzt. Diese Norm schreibt sowohl die Einzelbauteile als auch den Einbau und die Gaseinstellungen genau vor. Sie sei strenger als die in Deutschland oft bevorzugte R-67-Norm.

Der Einbau der Anlage, deren Tank in der Regel in der Mulde des Reserverads liegt, ist nicht trivial. Neben fehlerhaften Softwareeinstellungen sind die Auslassventile besonders kniffelig. Autogas wird bei höheren Temperaturen verbrannt als Benzin. Das wiederum kann die Kühlung und Schmierung der Ventile beeinträchtigen. So kann es zu Kompressionsdruckverlust kommen – was wiederum die Leistung mindert.

Wer das vermeiden will, der lässt sich verstärkte Ventile und Ventilsitze einbauen. Das aber treibt schnell den Preis um mehrere Hundert Euro in die Höhe. Das sollte Interessenten bei der Kalkulation der Gesamtkosten beachten.
 

 

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Leserkommentare
  1. paar Jahren so ein Fahrzeig gebraucht erworben.

    Nachteile waren
    kein Kofferraum da der Tank dort ist-
    innerstädtische Parkhäuser durften wir nicht nutzen
    wegen angeblicher Explosionsgefahr-
    Tanken wollte geplant sein da nicht überall Säulen
    dafür bereit standen-
    da nicht so viele Pferdestärken unter der Haube waren
    ein großer Leistungsabfall beim Beschleinigen-

    der Vorteil bestand in der günstigen Berechnung pro 100km und laut Werkstatt ein Gutes für den Motor wegen der sauberen Verbrennung-
    und als wir in verkauften gab es einen guten Verkaufspreis.

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    wie diese werden leider oft kaum bis zu spät erwähnt. Das Zeug ist schwerer als Luft ("Feuerzeugbenzin") und ist deswegen in vielen Parkhäusern unerwünscht, und manche "moderne" Anlagen brauchen sogar zusätzliche Gas-Pumpen am Tank. Und teurer als CNG ist es auch.

    Leistungsverlust (bzw. gefüllten Mehrverbrauch bei gleicher Fahrweise bei Autos mit ausreichenden Reserven) ist aber teilweise prinzipbedingt: Gas nimmt mehr Volumen im Zylinder ein, damit ist entsprechend weniger Sauerstoff vorhanden.

    • Calzone
    • 03. Januar 2013 10:13 Uhr

    Zitat
    "Wir haben vor paar Jahren so ein Fahrzeig gebraucht erworben."

    Das bezweifle ich.

    "kein Kofferraum da der Tank dort ist"
    Falsch, der Tank paßt in der Regel in die Reserveradmulde

    "innerstädtische Parkhäuser durften wir nicht nutzen
    wegen angeblicher Explosionsgefahr"
    Quatsch, Sie dürfen mit LPG in jedes Parkhaus.

    "Tanken wollte geplant sein da nicht überall Säulen
    dafür bereit standen-"

    Mit Reichweiten von 400-500 km dürfte das kein Problem darstellen.

    "da nicht so viele Pferdestärken unter der Haube waren
    ein großer Leistungsabfall beim Beschleinigen"

    Jetzt würde es mich aber brennend interessieren,welches Auto Sie hatten - und in welchem Jahrzehnt

  2. Unter keinen Umständen sollte man einen Benziner umrüsten lassen. Wenn LPG, dann direkt einen ab Werk. Es gibt etliche Geschichten über die Zicken der umgerüsteten LPG-Fahrzeuge.

    Wer allerdings Langstreckenfahrer ist, für den ist ein effizienter Diesel immer noch erste Wahl.

    • Plupps
    • 02. Januar 2013 17:04 Uhr

    Bei allem schuldigen Respekt: Das ist doch Unsinn. Wer Spritsparen will, kauft sich wohl kaum einen Benziner mit 15 Liter Norm-Verbrauch und fährt dann diese Ersparnis ein.

    Umrüstung ist bei einem Fahrzeug mit normalen Verbrauchswerten immer schwierig, weil der Wagen ja häufig schon älter ist. Bei einer alten Mühle lohnt es sich nicht.

    Gern gemacht wird die Umrüstung bei Liebhabern von US-Cars - etwa Chevy Blazer V8 aus Militärbeständen. Mit Umrüstung wird der unglaubliche Durst dieser Kisten etwas eher bezahlbar. Bloß mit Sparen und Umweltschutz hat das natürlich nichts zu tun.

    2 Leserempfehlungen
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    Wenn man sich so die Umrüster-Threads in Auto-Foren durchliest, ist der Verbrauch nach so mancher Umrüstung höher als gedacht. Da werden aus 8L Super plötzlich 12L LPG, und damit rückt die Amortisation der Anlage in die weite Zukunft.

  3. das Sparen beim tanken nach 3 Jahre Erfahrung , hält sich in Grenzen.
    Vor 3 Jahren habe ich 0,89 € pro Kilo EG gezahlt , heute zahle 1,18 , und stelle fest dass die Preise sich immer öfter nach der Benzinpreise richten .
    In Südeuropa dagegen sind die Preise stabil geblieben , warum in Deutschland folgen die Benzinpreise ?
    Es ist zu befürchten dass wenn immer mehr Kunden auf Gas umbauen , auch die Preise werden in die höhe klettern , so dass am ende die Invesition für die Anlage auf der Strecke bleibt .

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  4. 40.000-80.000 Kilometer jährlich bei 15L Spritverbraucht. Was für eine realitätsferne Rechnung ist das denn bitte?

    6 Leserempfehlungen
    • Insane
    • 02. Januar 2013 17:32 Uhr

    Was ist mit einem bereits umgerüsteten Auto als Gebrauchtwagen? Dort schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Keine Umbaukosten mehr + günstigerer Sprit.

  5. "Für Erdgas (CNG) zahlen Autofahrer etwa 1,05 Euro/Liter."

    Das ist schlicht und ergreifend unwahr. Man zahlt etwa 1,05€ für einen KILOGRAMM. Vom Energiegehalt (also Reichweite) entspricht das fast ZWEI Liter LPG.

    3 Leserempfehlungen
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    Bei der Beschreibung von LPG solltet ihr vielleicht auch so präzise sein wie bei CNG.

    Natürlich ist es ebenso fossil (Nebenprodukt der Erdöl-Förderung bzw. Verarbeitung) und die CO²-Einsparung ist mickrig im vergleich zu den genannten 25% bei CNG. "sehr dichtes Tankstellennetz" suggeriert mehr als tatsächlich da ist (zumal sehr viele LPG-Tankstellen nicht durchgehend geöffnet sind). Und natürlich ist CNG auch von Italien bis Skandinavien weit verbreitet, das wird aber kaum erwähnt (im Gegensatz zur LPG-Beschreibung).

    • docere
    • 02. Januar 2013 17:40 Uhr

    Ich fahre seit nun 5 Jahren ein Fahrzeug mit LPG Umrüstung, als Pendler war dies ein reines Rechenspiel. Das Fahrzeug wurde vor der Auslieferung beim Händler direkt umgebaut, natürlich mit dem Hinweis, dass die Werksgarantie für den Motor dadurch erlischt. Die Amotisierung der Anlage war nach 2 1/2 Jahren erreicht.
    Amotisierungsrechner sind nette Spielzeuge die einen verschiedene Szenarien grafisch darstellen. Nur sollte man immer bedenken, dass das eigentliche Gesparte immer nur vom Fahrer selbst abhängt.
    Ich stimme völlig zu, einen Hummer mit Gasumbau ist Schizophrenie und geht am Thema m.M. vorbei. Auch die gern genommene Verdoppelung der Reichweite. Gastank leer, ab auf Super, nur damit man von HH nach M kommt-ohne tanken, ist Nonsens. Man sollte eine disziplinierte Fahrweise verinnerlichen. Bevor nun ein Aufschrei durch die Gemeinde geht- ich meine keine 90Km/h bei Fahrten auf Autobahnen. Mein Fahrzeug verbraucht reale 7,2L Super. Im Gasbetrieb sind das 8,5 oder 9.
    Startbenzin sollte man auch bedenken, gerade in der kalten Jahrezeit gibt es Anlagen, die gern auch mal länger brauchen. Inspektion nicht vergessen, schnell ist mal das ein oder andere Teil defekt. Wo ist der nächste Service?
    Das Tankstellennetz ist dicht und dank moderner Apps oder POI im Navigationssystem kein Thema mehr.
    Auch wenn die Anzahl wächst, es ist eine geringe Anzahl an Fahrzeugen, trotzdem stellt man einen stetigen Anstieg der Preise fest.
    Aber es sollte immer eine Bedarfsrechnung sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Geld | ADAC | Autofahrer | Dekra | Diesel | Erdgas
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