AutoelektronikSiri zieht ins Fahrzeug ein

Die Elektronikmesse CES in Las Vegas wird für Autobauer zunehmend wichtig. Dem Fachpublikum zeigen sie nicht nur Sicherheitstechnik – das Auto wird zur braunen Ware. von Stefan Grundhoff

Audi zeigt auf der CES eine Auto-Einparkautomatik, die man über ein Tablet steuern und verfolgen kann.

Audi zeigt auf der CES eine Auto-Einparkautomatik, die man über ein Tablet steuern und verfolgen kann.  |  © press-inform/Hersteller

Es ist nicht allein der praktische Termin Anfang des Jahres kurz vor der Detroit Motor Show, der die Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas in der Automobilbranche beliebt gemacht hat. Das vernetzte Auto ist auch nur noch eine Frage der Zeit. Was böte sich da mehr an, als die Computerindustrie bei der Außendarstellung ins Boot zu holen? Darum ist es kein Wunder, dass sich die internationalen Hersteller längst nicht mehr mit der kurz NAIAS genannten Messe in Detroit zufrieden geben.

Hersteller wie Audi, BMW, Ford, General Motors, Toyota und Hyundai zeigen in der Spielerstadt in Nevada vor fachkundigem IT-Publikum, dass die Fahrzeuge aus eigener Entwicklung längst Hightech-Computer auf Rädern sind. Zwar stehen Smartphones, Großbildfernseher, Tablets und die dazugehörige Technik nach wie vor im Mittelpunkt der CES, Autos spielen im Messezentrum von Las Vegas nach wie vor nur am Rand eine Rolle. Dennoch sind die Fahrzeughersteller nicht mehr zu übersehen.

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Vor allem die Volkswagen-Sparte Audi hat die CES in den vergangenen Jahren zu einer ihrer Lieblingsmessen erklärt. Während Mercedes-Benz diesmal nur die Spracherkennung Siri für die E-Klasse präsentiert und BMW eine Flotte von LTE-Fahrzeugen durch Las Vegas düsen lässt, zeigt Audi deutlich umfangreicher, was in den nächsten Jahren an Neuerungen zu erwarten ist.

Ampelerkennung im Lexus

"Bei Audi gibt es heute kaum noch eine Innovation, die nicht in Zusammenhang mit der Elektronik steht", sagt Ricky Hudi, der im Unternehmen für die Entwicklung von Elektrik und Elektronik verantwortlich ist. "In diesem Jahrzehnt verbinden wir das Auto nahtlos mit der Umwelt – mit dem Fahrer, dem Internet, der Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen." Ein Schwerpunkt ist natürlich das autonome Fahren, mit dem sich auch Audi befasst. Auf der CES zeigen die Ingolstädter einen Stauassistenten, der im zähfließenden Verkehr bis 60 km/h den Fahrer beim Lenken, Beschleunigen und Bremsen unterstützt.

Automatisiert wird zukünftig auch das Parken in enge Parklücken am Straßenrand, in Garagen oder in Parkhäusern. Allerdings dürfte für viele, die sich einen Audi A7 oder A8 leisten können, der Mehrwert des selbstständigen Einparkens begrenzt sein. Schließlich existieren für solche Kunden vielerorts Valet-Parkservices – in Hotels, aber auch an Flughäfen, Bahnhöfen und Parkhäusern.

Der nach wie vor größte Autohersteller der Welt, Toyota, kümmert sich ebenfalls ums automatisierte Fahren. Das Auto, das der japanische Autobauer in Form eines Zukunfts-Lexus auf der CES zeigt, ist ein Prototyp mit zahlreichen Radarsensoren, einem extrem genau arbeitenden GPS-System, Laseraugen und einer Stereo-Kamera. Der Laser auf dem Dach kann in einem Sichtfeld von 360 Grad bis zu 70 Meter weit sehen. Damit kann der Wagen seine Umgebung während der Fahrt millimetergenau abtasten und die Bewegung von anderen Fahrzeugen und Personen abschätzen und bewerten.

Drei Farbkameras können Ampeln in bis 150 Meter Entfernung erkennen und entsprechende Informationen an die Elektronik weitergeben, sodass das Fahrzeug auf die Ampelschaltung reagieren kann. "Nach unserer Überzeugung muss der Fahrer auch zukünftig komplett in das Fahren eingebunden sein", sagt Lexus-Chef Mark Templin. "Für Toyota und Lexus wird der Wagen nicht zu einem führerlosen Auto, aber ein unsichtbarer Copilot macht das Fahren im Alltag deutlich sicherer."

Leserkommentare
    • Chrisma
    • 10. Januar 2013 13:27 Uhr

    Bitte nicht! Sobald wir so weit sind, dass Autos ständig nach Updates verlangen und anschließend noch nach einem Neustart (am besten während der Fahrt), wird man sich glücklich schätzen, über keinen Neuwagen zu verfügen.

    3 Leserempfehlungen
    • spalter
    • 10. Januar 2013 14:49 Uhr

    Siri in der E-Klasse? Großartige Idee!

    "Benz, stelle bitte die Klimaanlage auf 20 Grad."

    "Leider kann ich gerade keine Anfrage beantworten. Versuche es bitte später noch einmal."

    "Benz, schalte den Verkehrsfunk ein."

    "Leider kann ich gerade keine Anfrage beantworten. Versuche es bitte später noch einmal."

    "Benz, wieso hast du dich nicht wenigstens für Google Voice dingsbums entschieden?"

    "Leider kann ich gerade keine Anfrage beantworten. Versuche es bitte später noch einmal."

    Eine Leserempfehlung
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    Grad gaht's it, probiersch halt schpäter noch amol ...

    Sie arbeiten bei Google ;)

  1. Grad gaht's it, probiersch halt schpäter noch amol ...

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    Antwort auf "It just works"
  2. Alles ist chic in modernen Fahrzeugen, besonders in denen aus Deutschland ist alles top verarbeitet. Mein Jaguar XF ist auch eine Wonne, alles perfekt, alles mit Leder bezogen etc.

    Aber die Elektronik ist immer so eine Sache, die Menüführung vieler Premium-Hersteller sieht aus wie in Japan von Nintendo zusammengebastelt. Die Bedienung wurde bei BMW, AUDI etc. dann verbessert in dem man wenigstens "zurück" Tasten neben dem Steuerknüppel (Wheel) installierte..

    Aber wenn man ehrlich ist: Jedes iPhone und IPad ist netter zu bedienen und die meisten Sprach-Assistenten sind auch langsam und schlecht zu bedienen, man denke da an Apples-Siri... Also am liebsten würde ich mein iPad als hochauflösende Kommandozentrale in das Auto klippen und dann intuitiv bedienen und ein riesiges Navi haben...

    Aber über die blöden Navis der Hersteller wird eben auch am meisten verdient...

    Naja, wenisgtens kommen nun Siri-Tasten am Lenkrad einiger Hersteller, das iPad als Zentrale wird wohl ein Traum bleiben...

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    ... kauft schon fix eingebaute Hersteller-Navis? Für deutlich unter 100 Euro gibt's z. B. "Wisepilot" mit allem, was ein Navi braucht, samt lebenslanger Kartenaktualisierung für viele Smartphones.

  3. Aber eine automatische Abstandsregelung für den flissenden Verkehr, oder eine Kamera nach vorn und hinten mit Aufzeichnung und integriertem Unfallschreiber für 15 Minuten vor und nach dem Momentum wäre nicht schlecht. Was auch mal ganz toll wäre: eine Tür, die sich anders schließen lässt, als durch Zuschlagen.

  4. Beim Thema Elektronik, würde ich H. Grundhoff einen Blick in entsprechende Auto-Foren empfehlen.

    Da kann man sehen, was jetzt schon alles mit Fehlfunktionen behaftet ist!

    4 Leserempfehlungen
  5. ... kauft schon fix eingebaute Hersteller-Navis? Für deutlich unter 100 Euro gibt's z. B. "Wisepilot" mit allem, was ein Navi braucht, samt lebenslanger Kartenaktualisierung für viele Smartphones.

    Antwort auf "Pad als Zentrale "
  6. 8. Ah so

    Sie arbeiten bei Google ;)

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    Antwort auf "It just works"
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    Wieso arbeite ich bei Google?

    Ich hab ein Win8 desktop, ein Macbook Pro, ein iPad und ein Android Fon. Die Marke ist mir relativ egal, aber ich erwarte, dass das Zeug funktioniert. Und so leid es mir tut, "funktionieren" scheint nicht Apples Stärke zu sein.

    Das geht mittlerweile so weit, dass ich lieber ein Microsoft-System im Auto hätte als eins von Apple.

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  • Schlagworte Audi | BMW | Fahrzeug | Ford | General Motors | Toyota
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