Lifestyle-Segment : Kein Cabrio für Frischluft-Fanatiker
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Abstriche beim Kofferraum

Die Sitzposition fällt hinter diesen angenehmen Eindrücken etwas zurück. Die Sitze bieten deutlich zu wenig Seitenhalt, und das Lenkrad ist in der Längsachse zu kurz verstellbar. Dazu thront man allzu sehr auf dem Gestühl. Für großgewachsene Personen wird es um den Kopf herum eng.

Mit ähnlichen Problemen haben Passagiere im Fond zu kämpfen. Auch wenn die Citroën-Verantwortlichen stolz vom "einzigen Fünfsitzer in diesem Segment" schwärmen: Die Sitzprobe spricht eine andere Sprache. Drei Passagieren, zumindest ausgewachsenen, möchte man das Mitfahren nur auf kurzen Strecken zumuten. Erwachsene finden hinten kaum Platz. Bei einer Körpergröße von über 1,90 Metern ist man froh, wenn das Dach eingerollt ist, da man dann entspannt den Kopf aus dem Auto recken kann.

Das Cockpit bietet das typische schicke DS3-Design mit den aus dem Sportwagen-Segment entlehnten Rundinstrumenten, den überladenen Digitalanzeigen und der auffällig lackierten Blende. Das Interieur ist solide verarbeitet, die etwas fummelige Radiobedienung mit den Wippen und ein nicht ganz perfekt eingepasster Handschuhfachdeckel trüben den positiven Gesamteindruck nur unwesentlich. Die Qualität der Materialien erreicht zwar nicht ganz Golf-Niveau, kann sich aber durchaus sehen lassen.

Doch Schönheit und Extravaganz haben auch in Frankreich ihren Preis. Damit ist im übertragenen Sinn zunächst einmal der Kofferraum gemeint, der nur durch eine sehr enge Luke beladen werden kann. Ein Wasserkasten geht, wenn überhaupt, dann nur quer hinein. Der Gepäckraum fasst 245 bis maximal 980 Liter. Außerdem ist auch der tatsächliche Kaufpreis nicht ohne: 23.810 Euro verlangt Citroën für das getestete 155-PS-Modell. Die Basisversion des DS3 Cabrio mit einem 82-PS-Dreizylinder kommt für 17.790 Euro auf den Markt. Ab 8. März ist das DS3 Cabrio in Deutschland erhältlich.

Für das Modell spricht: Agilität, elastischer Motor, Design
Gegen das Modell spricht: wenig Platz im Fond, kleiner Kofferraum

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9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Luftige sonnige Autos werden immer zahlreicher

Es ist ein Modetrend, dass immer mehr Baureihen sich für ein Panoramaschiededach oder ein Stofffaltschiebedach entscheiden. Nun auch beim DS3. Also Cabrio es zubezeichnen ist allerdings grenzwertig, aber wird gerne getätigt. Die alten TWINGO-Modelle mit Stoffdach wurden damals nicht als CABRIO bezeichnet; heute tendiert das Marketing eher dazu. Es klingt wertiger.

Fast keine Baureihe wird sich im Ausstattungsbereich einer Optionswahl auf ein Panoramaschiebedach/Faltdach entziehen können. Das ist gut für den Kunden und gut für den Wiederverkaufswert (wenn es gepflegt und dicht geblieben ist).

Interssant ist, dass japanische Autos vielfach kein Schiebedach/Textilschiebedach mögen; allerfals wird eine Scheibe eingeklebt, die aber nicht zu öffnen ist. Es wäre einmal untersuchenswert, warum japanische Designer keinen Blick auf den freien Himmel und die frische Zugluft mögen. Warum dem Kunden eine Entscheidungsoption verwehrt wird ? Solche Designverständnisunterschiede, die gelebt werden sind iteressant. Hintergründe sind bemerkenswert.