"2009 war der Anfang vom Ende", sagt Udo Auchter, der Vorsitzende des Daihatsu-Händlerverbandes in Deutschland. Dabei hätte es ein gutes Jahr werden können für den japanischen Autohersteller. Dank der Abwrackprämie verkauften sich Klein- und Kompaktwagen, die Spezialität der Toyota-Tochter, in Deutschland sehr gut. Doch die hiesigen Daihatsu-Händler hatten der Kundschaft nicht viel zu bieten. "Nur Lagerbestände", erinnert sich Auchter. Bestellungen liefen ins Leere. "Japan hat fast nichts geliefert."

Grund dafür waren nicht etwa Engpässe bei der Produktion in den japanischen Werken. Schuld sei das völlig zerrüttete Verhältnis zwischen der Konzernzentrale und der Daihatsu Deutschland GmbH gewesen, sagt Auchter. In Japan sei man verärgert darüber gewesen, dass die deutsche Konzernrepräsentanz zuvor Neuwagen weit unter Listenpreis verscherbelt und durch einen großen Autovermieter und Leasinganbieter zumeist als Tageszulassungen in den Markt gedrückt hatte – um die Absatzzahlen nach oben zu schrauben.

Damit habe man die Japaner dazu bringen wollen, auch in Europa ein Werk zu eröffnen. Dieser Schritt hätte sich allerdings nur gerechnet, wenn pro Jahr mindestens 40.000 Einheiten eines Modells – man dachte an den Kleinwagen Sirion – europaweit verkauft worden wären. Die Dumpingpreis-Strategie der Daihatsu-Vertreter in Deutschland ging nicht auf. Am Ende hatte man hierzulande 8,5 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Zentrale in Japan musste den Fehlbetrag ausgleichen statt Gewinne abschöpfen zu können.

Cuore war das Zugpferd

Also wurden die deutschen Daihatsu-Händler danach kurzgehalten und mussten Kaufinteressenten vertrösten, als die Absatzchancen so rosig waren wie lange nicht. "Daihatsu-Händler in den Niederlanden bekamen dagegen alles, was sie bestellten", berichtet Auchter. Und so hätten einige der rund 330 deutschen Händler versucht, Autos bei den Holländern zu kaufen, um die eigene Kundschaft bedienen zu können.

Das funktionierte aber nur bedingt. Es waren nicht nur Lieferkosten zu stemmen, die niederländischen Händler wollten auch das Geld für die Ware sofort. "Viele Händler hier hatten den finanziellen Spielraum gar nicht", erinnert sich Auchter.

Die Folge: Während die Konkurrenz Absatzrekorde einfuhr, konnte Daihatsu 2009 gerade einmal 11.000 Autos an die deutsche Kundschaft bringen. Ein Jahr später schrumpften die Verkaufszahlen auf 5.317 Stück. Anfang 2011 dann der Paukenschlag: Die Daihatsu-Zentrale in Japan gab bekannt, dass sich die Marke Ende Januar 2013 aus Deutschland und aus Europa zurückziehen werde.

Dabei hatte es in Deutschland auch gute Jahre gegeben für Daihatsu. Rund lief es in den neunziger Jahren. Damals setzte der Importeur deutschlandweit pro Jahr etwa 20.000 Neuwagen ab. Stärkstes Zugpferd war der Kleinwagen Cuore, der mittlerweile in der fünften Generation von den Bändern rollt.