Autohersteller : Daihatsu macht in Europa Schluss
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Angebot mit gewaltigen Lücken

Erste Daihatsu-Modelle waren 1977 auf deutschen Straßen zu sehen. Ein Münchner Generalimporteur holte den Geländewagen Taft unter dem Namen Wildcat ins Land, den Kleintransporter Hijet als Sparcar. Kurz darauf rückte die Pkw-Palette nach: der Kleinwagen Charade G10, die ersten Cuore-Modelle, der Mittelklässler Charmant, der zunächst ein Lizenzbau des Toyota Corolla war. Vom Wildcat und dem ab 1984 produzierten Rocky verkaufte Daihatsu in Deutschland pro Jahr nur ein paar Hundert Stück, konnte sich aber in der Offroad-Szene einen Namen machen.

Mit einer diffusen Modellpolitik machten sich die Japaner allerdings immer wieder kaputt, was sie sich gerade aufgebaut hatten: einen Kundenstamm. Nach der Einstellung des Rocky, der wegen seiner Robustheit häufig in der Forst- und Landwirtschaft Käufer fand, kam kein gleichwertiger Ersatz. Ähnlich lief es mit dem Geländewagen Feroza: Sein wesentlich softerer Nachfolger Terios konnte Feroza-Fans nicht zufriedenstellen.

Lücken entstanden auch in anderen Segmenten. Mitte 1987 stellte Daihatsu den Charmant ein. Es vergingen Jahre, bis mit dem Applause ein neuer Vertreter des Mittelklasse-Segments bei den Händlern stand. Nach wenigen Jahren wurde auch dieses Modell ersatzlos gestrichen. Der Kompaktvan Gran Move wurde nach anfänglichen Achtungserfolgen ebenfalls ohne Nachfolger aus dem Programm geworfen. Im Jahr 2007 kam der Kleinwagen Justy von Toyota-Tochter Subaru auf den Markt, ein technischer Zwilling des Sirion. Prompt brach bei Daihatsu der Umsatz ein.

Japaner? Koreaner? Keine Ahnung!

Mit ihrer Werbung hatte die Marke ohnehin nie den Nerv der deutschen Kundschaft getroffen. Selbst nach jahrzehntelanger Marktpräsenz konnten viele Autofahrer einer ADAC-Befragung zufolge so gut wie nichts mit Daihatsu verbinden. Viele wussten nicht einmal, ob es sich um eine japanische oder eine koreanische Marke handelt.

In den letzten Jahren wurde die hiesige Produktpalette immer kleiner. Der Minivan Materia wurde ebenso aus dem Lieferprogramm genommen wie der Roadster-Zwerg Copen. Den verwöhnten und wohl auch schwierigen deutschen Kunden habe man in der japanischen Konzernzentrale nie verstanden, beklagt Auchter. "In Japan haben sie immer gedacht, wenn wir rote Autos bauen, muss der Kunde ein rotes Auto kaufen – auch wenn er eigentlich ein grünes will."

Inzwischen hat sich die Toyota-Tochter auf neuen Märkten platziert. Seit 2007 mischt sie in China mit. "Es ist denkbar, dass in ein paar Jahren auch wieder Daihatsu-Modelle nach Europa kommen", mutmaßt Auchter. "Dann wohl aber unter Toyota-Logo." Denn dass sie gute und erfolgreiche Autos hervorbringen kann, habe die Toyota-Tochter immer wieder gezeigt: "Zum Beispiel mit dem Toyota iQ. Der ist eine Daihatsu-Entwicklung."

Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Eigentlich schade...

Daihatsu hat es sich selbst verbaut. Gerade letztes Jahr hat Daihatsu den Charade neu aufgelegt, welcher auf dem letzten Toyota Yaris basiert. Dieser hätte im Kleinwagenbereich durchaus Marktanteile bekommen können.

Auch der Copen ist ein tolles Auto, allerdings gab es kaum Ausstattungsvarianten nur einen Motor mit 86PS und war mit über 17.000 Euro auch nicht gerade günstig. Über die Motorisierung mag man hinweg sehen, wenn man jedoch die Wahl hat zwischen Stoff oder Leder und diversen optischen Individualisierungen (z.B. Einstiegsleisten, Alupedale, Innenraumfarben), so haben sich vermutlich mehr Leute für einen jungen gebrauchen MX5 entschieden. Dieser hat nich nur etwas mehr Platz sondern in der Einstiegsvariante gleich 40PS mehr. Von diversen Ausstattungsmöglichkeiten(im Gegensatz zum Copen) ganz zu schweigen.

Zum IQ sei gesagt - ein Spitzenauto. Fahre diesen seit fast zwei Jahren. In der Stadt geht es nicht besser, super wendig und selbst sportlich gefahren nie mehr als 5,x Liter auf 100km (Autobahn bei VMax ist dann schon etwas mehr). Zu zweit selbst für den Campingurlaub kein Problem. Nur ist er recht teuer...

Sehr schade, die Zuverlässigkeit mancher Modelle ist legendär.

Das merkt man auch an den Gebrauchtwagenpreisen.

Kleine Anmerkung: Subaru ist und war nie eine Tochter von Toyota. Toyota hält 16,5 % an Fuji Heavy Industries, der Mutterfirma von Subaru und es gibt einige Kooperationen, wie auch mit anderen Automarken.