Alternativer Antrieb : 70 km/h mit reiner Druckluft
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Geringere Effizienz weckt Zweifel

Cockpit im AirPod © press-inform/Hersteller

Das Prinzip selbst ist uralt und reicht bis ins dritte Jahrtausend vor Christus zurück. Der handbetriebene Blasebalg gilt als einer der ersten mechanischen Kompressoren der Menschheit. Die Geschichte der Druckluftmobilität hingegen ist deutlich jünger. 1687, also knapp 200 Jahre vor dem ersten Automobil, schlug der Mathematiker und Physiker Denis Papin in London vor, für den Transport von Gütern Druckluft zu nutzen. Doch erst 1838 entwickelten die Brüder Adraud und Tessié du Motay ein Fahrzeug, das sich mittels Druckluft bewegen ließ. Das in Paris 1840 vorgestellte Fahrzeug war allerdings für die Schiene gedacht.

Dass jetzt im 21. Jahrhundert sich nicht nur Nègre und Tata mit dem Konzept befassen, zeigten zuletzt die Fahrzeugstudien Honda Air und Volvo Air Motion bei einem Designwettbewerb in Los Angeles im Jahr 2010. Für die weniger als 500 Kilogramm wiegenden Leichtbaustudien wurde auf den Druckluft-Antrieb zurückgegriffen, um Gewicht zu sparen – der schwere Verbrennungsmotor samt Kühlsystemen fiel weg. Ob das geringere Gewicht die wesentlich schlechtere Leistung eines Druckluftfahrzeugs im Vergleich zu einem Elektro- oder Benzinfahrzeug wettmacht, bleibt letztendlich dem Kunden überlassen.

Dass sich die Technik bisher nicht durchgesetzt hat – und Zweifel bleiben, dass das jemals geschehen wird – liegt vor allem daran, dass sie gegenüber den konkurrierenden Antrieben weniger effizient ist. Eine Vergleichsstudie ergab, dass druckluftbetriebene Autos mehr Primärenergie als ein Elektrofahrzeug benötigen. Sie würden mit dem aktuellen Strommix somit zusätzliche Treibhausgasemissionen erzeugen. Das Problem: Beim Komprimieren der Luft geht viel Energie als Abwärme verloren, sodass der Wirkungsgrad recht niedrig ist. Er liegt Experten zufolge bei höchstens 20 Prozent.

Selbst ein Auto mit klassischem Verbrennungsmotor schneidet besser ab, wenn zur Erzeugung der Druckluft Strom aus dem derzeitigen Mix verwendet wird. Da hinter der Druckluft-Technologie zudem keine Entwicklungstreiber wie etwa Akkuhersteller stehen, wird sie in absehbarer Zukunft vermutlich keine entscheidende Rolle im Straßenverkehr spielen. Tata Motors hat aber zumindest angekündigt, in Indien in den nächsten Jahren mit dem Luftdruckauto in Serienproduktion zu gehen, allerdings als vierrädrige Version. Und der französische PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) will nach eigener Aussage in den kommenden Jahren einen Hybridmotor auf den Markt bringen, der einen klassischen Kraftstoffantrieb mit Druckluftantrieb kombiniert. Damit könnten künftig Kleinwagen mit deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch auskommen.

Kommentare

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Mit der Abwärme

könnte man ja gleichzeitig z.B. eine Glasschmelze flüssig halten.... ob ich nun den Strom im Glas selbst verbrenne, oder dabei noch Druckluft erzeuge, dieser Unterschied wäre vielleicht gar nicht so riesig, käme auf eine Berechnung an.

Die Wärme an die privaten Haushalte abzugeben, davon halte ich nicht viel, da die jahreszeitlich bedingt zu große Schwankungen in der Abnahme bedeuten. Man würde sich hier vor allem etwas schön rechnen

Es wäre doch schön,

wenn man die Entwicklung auf Sinnvolles beschränken könnte.
Was nützten die 500 KG Gewicht bei einem Wirkungsgrad von max. 20%?

Ich frage mich immernoch, wann nun endlich der lang erwartete große Durchbruch in der Akkutechnologie kommt. Ob man zu diesem Zeitpunkt aber bereit ist, eine vernünftige Infrastruktur zu schaffen steht ja auch noch in den Sternen. Für Menschen die in Mietwohnungen leben gibt es m.E. noch keine Auflademöglichkeiten. Und diese sind nunmal die Hauptzielgruppe der E-Stadtvehikel.

vor langer zeit

bevor es zentrale parkscheinautomaten gab, war in der stadt neben jeder parklücke eine mechanische parkuhr. so schwer wird es doch nicht sein, so was mit steckdose hinzustellen, jede straßenlaterne hat strom.

ich habe in berlin ein paar tage lang ein elektroauto ausprobiert und es war gar nicht so übel, es gibt hier ladestetionen, die tatsächlich wie parkscheinautomaten aussehen, und die parkplätze dazu sind halteverbotszonen, elektroautos beim laden frei. außer das man mal in zweiter reihe stehen bleiben muss und die örtlichen geschäffte absucht um einen lieferwagenfahrer zu verjagen ist das ganze unproblematisch. ich hatte allerdings das gefühl dass es im genzen ring nur 50 säulen gibt, es ist schon ein wenig doof nach dem parken mit der straßenbahn nach hause fahren zu müssen, aber von 1,2 mio autos in berlin sind vielleicht 1000 (?) elektrisch, dass wird sich schon ergeben sobald der bedarf da ist.

Wunderakkus und heiße Luft

Ich frage mich immernoch, wann nun endlich der lang erwartete große Durchbruch in der Akkutechnologie kommt.
Wer erwartet denn den, und wozu?

Ich habe nichts gegen einen Superwunderakku mit 10000+x Wh/kg, aber E-Autos sind auch mit heutiger Akkutechnik für viele Anwender bereits alltagstauglich.

Für Menschen die in Mietwohnungen leben gibt es m.E. noch keine Auflademöglichkeiten.
Auch Menschen, die in Mietwohnungen leben, parken gelegentlich in Tief- und sonstigen Garagen oder haben zugewiesene Parkplätze. Da ist die Ausstattung mit Lademöglichkeiten zumindest technisch durchaus möglich.
Alternative für Laternenparker:
http://www.tagesspiegel.d...
oder Schnellladung unterwegs.

Und diese sind nunmal die Hauptzielgruppe der E-Stadtvehikel.
Da E-Autos nunmal keine (reinen) Stadtvehikel sind, sind private Mieter sowieso nicht die Hauptzielgruppe.

Das Druckluftauto von Negre verfolge ich mittlerweile seit Ende der 90er, fast solange wie er schon daran bastelt und Ankündigungen produziert. Vor etwa 10 Jahren standen bei seiner Firma Modelle mit Preisen im Netz und IIRC waren sogar Vorbestellungen möglich!
Kaufbar sind die Kisten bis heute nicht, daher bin ich ein gaaaaanz kleines bißchen skeptisch ob dieses Mal wirklich die Massendruckluftmobilität kommt...
Ob sie tatsächlich funktionieren können/dürfen/sollen müßte die Praxis zeigen.