Gebrauchtwagen : Händler haften für den Tachostand
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Ein Händler bleibt nicht immer auf dem Schaden sitzen

In einem ähnlichen Fall bezog auch der Bundesgerichtshof (BGH) jüngst klar Stellung (Az.: VIII ZR 117/12). Das oberste Gericht entschied in dem Urteil diesmal zugunsten eines Händlers. In dem Fall hatte ein Gebrauchtwagenhändler einen Audi A6 gekauft. Der Verkäufer hatte im Vertrag ausdrücklich angegeben, dass das Auto keinen Unfallschaden habe – was nicht stimmte. Erst als der Händler den A6 weiterverkaufte, kam die Wahrheit ans Licht. Der neue Käufer verlangte vor Gericht erfolgreich die Rückabwicklung des Kaufvertrages. Der Händler verlangte daraufhin vom ursprünglichen Eigentümer die Kaufsumme zurück.

Der BGH gab ihm recht: Der im Vertrag vereinbarte Gewährleistungsausschluss, der besagt, dass der Verkäufer für Mängel nicht geradesteht, spiele hier keine Rolle. Der Verkäufer könne nicht die Unfallfreiheit vertraglich zusichern und im selben Atemzug wieder ausschließen, meinten die Richter. Sie verurteilten den ursprünglichen Verkäufer sogar dazu, dem Händler die Summe zu zahlen, zu der der Händler den Wagen später weiterverkauft hatte. Der allerdings blieb auf seinen Prozesskosten sitzen.

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