CivicHonda schrumpft den Diesel
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Übersichtlichkeit dem Design geopfert

Heck des Honda Civic

Heck des Honda Civic  |  © Hersteller

Abgesehen vom Schleuderschutz ESP und einem Tempomat gibt es im Civic keine Assistenzsysteme für ein stetiges Spur- oder Abstandhalten. Das überarbeitete Modell, so modern es von außen wirken mag, verzichtet auf das vom Honda Accord bekannte Überangebot an piepsenden und blinkenden Helferlein – im Civic ist der Fahrer noch selbst für sein sicheres Ankommen verantwortlich.

Dass über Geschmack durchaus gestritten werden kann, zeigt das nach wie vor extravagante Heck des Civic. Und selbst wer Gefallen daran findet, dürfte ohne den Luxus einer Rückfahrkamera echte Schwierigkeiten während des Einparkmanövers bekommen. Wegen des Designs beträgt die Übersicht nach hinten fast null. Nach vorn ist sie auch nicht besser. Hier hilft auf Wunsch ein Einparkpieper.

Auffällig – auch wenn sie nur knappe 15 Zentimeter lang sind – erscheinen auf den beiden hinteren Radkästen zwei senkrecht zum Boden verlaufende Streben. Diese beiden Anbauten wirken auf den ersten Blick wie zwei übrig gebliebene und spontan verklebte Spoilerkanten. Honda verbaut sie nur an den Dieselfahrzeugen, und sie sollen tatsächlich aerodynamische Funktionen besitzen – ein Relikt aus der Formel-1-Zeit des japanischen Autobauers.

Rückbank wie im Kino

Pluspunkte bekommt der Civic für seinen Kofferraum: Das neue Umklappsystem zur Vergrößerung des Ladevolumens schont die Sitzoberflächen der Rückbank. 1.378 Liter schluckt der Fünfsitzer in der umgeklappten Zweisitz-Konfiguration.

Auf Wunsch kann aber auch mal eben ein Kasten Wasser durch die fast um 90 Grad öffnende Fondtür in den Fußraum gewuchtet werden. Damit das Leder nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, lässt sich die Rückbank mit einem Handgriff hochklappen – wie die Stühle im Kino. So wird der Fußraum sogar zu einer kleinen Ladezone, die auf Dauer dem Kofferraum den Rang ablaufen könnte.

Der Preis für den Civic mit dem neuen kleineren Dieselantrieb soll voraussichtlich knapp 1.500 Euro unter dem für den 2,2-Liter-Civic liegen. Das ergäbe einen Basispreis von etwa 18.000 Euro.

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Leserkommentare
  1. sind ein Freifahrschein für Designer. Es besteht darum überhaupt keine Veranlassung mehr ein Auto übersichtlich zu gestalten.

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    Es gibt eine breite Stömung, die signalisiert dem Käufer emotional... "wie willst Du von außen wahrgenommen werden - sicher agil, sexy, sportlich ... also kauf mich". Diese Stimme "peift" auf Ergonomie, Übersicht in die Umgebung (große Scheiben). Hier spielt der neue seine Vorteile aus ... in der klassischen Coupésicht.

    Der Motor hat überraschende Topwerte: 3,6 Liter/100km und 300 Nm sind schon TOP-Werte. Es darf aber gespannt sein, welche Werte sich in der Realität einspielen.

    Zu Übersichtlichkeit hat HONDA bessere Autos:
    http://www.zeit.de/auto/2012-07/japan-kei-car-nbox

    Nur werde diese dann als pummelig und häßlich wahrgenommen. Viele Käufer wollen "schön" unterwegs sein und nehmen dabei auch gewisse Einschränkungen in Kauf. Ob das logisch ist ... ist mehr ein philosophischer Ansatz. Je jünger der Mensch ist, desto wichtiger sind für in attraktive optische Werte (=Reize).

    Auch Daimler brach mit der alten ergonomisch sinnvollen A-Klasse, die sogar bestens auf das Hybrid- und Elektrozeitalter vorbereitet war (doppelter Fahrzeugboden) - es folgte auch hier die schickere flache neue Coupé-A-Klasse.

    Nach jedem breiten Trend folgt aber wieder ein Gegentrend. Der heißt Miniatur-SUV. Diese Kategorie koppelt die guten ergonomischen Eigenschaften mit auch "jugendlich-sportlicher-Akzeptanz". Für Marketing- und Verkaufsstrategen eine gute Orientierung. Daher kündigen bereits viele Hersteller neu "Miniatur-SUV-Ableger" auf ihre Kleinplattformen an. Geht doch.

  2. Es gibt eine breite Stömung, die signalisiert dem Käufer emotional... "wie willst Du von außen wahrgenommen werden - sicher agil, sexy, sportlich ... also kauf mich". Diese Stimme "peift" auf Ergonomie, Übersicht in die Umgebung (große Scheiben). Hier spielt der neue seine Vorteile aus ... in der klassischen Coupésicht.

    Der Motor hat überraschende Topwerte: 3,6 Liter/100km und 300 Nm sind schon TOP-Werte. Es darf aber gespannt sein, welche Werte sich in der Realität einspielen.

    Zu Übersichtlichkeit hat HONDA bessere Autos:
    http://www.zeit.de/auto/2012-07/japan-kei-car-nbox

    Nur werde diese dann als pummelig und häßlich wahrgenommen. Viele Käufer wollen "schön" unterwegs sein und nehmen dabei auch gewisse Einschränkungen in Kauf. Ob das logisch ist ... ist mehr ein philosophischer Ansatz. Je jünger der Mensch ist, desto wichtiger sind für in attraktive optische Werte (=Reize).

    Auch Daimler brach mit der alten ergonomisch sinnvollen A-Klasse, die sogar bestens auf das Hybrid- und Elektrozeitalter vorbereitet war (doppelter Fahrzeugboden) - es folgte auch hier die schickere flache neue Coupé-A-Klasse.

    Nach jedem breiten Trend folgt aber wieder ein Gegentrend. Der heißt Miniatur-SUV. Diese Kategorie koppelt die guten ergonomischen Eigenschaften mit auch "jugendlich-sportlicher-Akzeptanz". Für Marketing- und Verkaufsstrategen eine gute Orientierung. Daher kündigen bereits viele Hersteller neu "Miniatur-SUV-Ableger" auf ihre Kleinplattformen an. Geht doch.

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  • Schlagworte Diesel | Honda | Dieselmotor | Motor
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