Um sich am Markt zu behaupten, braucht es aber etwas mehr als Spaß und ein Faible für IT. Zum Beispiel eine klare Vorstellung davon, welche Produkte zu der Versandidee passen. Und welche es verzeihen, dass im Hinterzimmer der Firma keine voll ausgerüstete Fahrradwerkstatt steckt.

Ganz zu schweigen von einem dazugehörigen ausgebildeten Mechaniker. "Wir kennen uns inzwischen bestens mit den Systemen aus, die wir anbieten", erklärt Lemmer. "Trotzdem sind wir nur Quereinsteiger. Ein großer Rücklauf aufgrund technischer Probleme würde schnell das Ende bedeuten." Daher biete sein Online-Versand Bikenest nur wenige, qualitativ hochwertige und sehr spezielle Produkte an.

Zudem müssen sich die Bausätze leicht montieren lassen, denn nicht wenige Kunden ordern das Nachrüstset zu sich nach Hause und nehmen den Umbau ihres Fahrrads in die eigenen Hände. Die dabei gesammelten Erfahrungen fließen gemeinsam mit den eigenen Eindrücken in ein Onlineforum auf der Homepage von Bikenest. Lemmer und seine Partner wollen sich auf diese Weise einen Expertenstatus erarbeiten und fehlendes Wissen so schnellstmöglich aufholen. Selbstverständlich auf digitalem Weg.

Das Konzept geht anscheinend auf. Der Shop hat schon im Sommer einen Bekanntheitsgrad erlangt, mit dem Lemmer erst nach einem Jahr gerechnet hätte. Das bedeute aber nicht, dass Bikenest mehr als nur der kleine Ableger des eigentlichen Unternehmens Firmennest werde, betont Lemmer. "Auch wenn der E-Bike-Markt sicher in den kommenden Jahren weiter wächst, bleibt die Nachrüstung aus unserer Sicht weiterhin eine Nische."

Bestenfalls werde der Bausatz mal so selbstverständlich wie der Wechsel zu einer Scheibenbremse oder einer Federgabel, sagt Lemmer. Das könnte wohl auch am Preis liegen. Zwischen 1.000 und 2.000 Euro kostet der elektrische Fahrspaß zum Nachrüsten.