Die einfachste und am leichtesten umsetzbare Lösung ist zugleich ein grundsätzlicher Vorteil von batterieelektrischen Autos: So lange sie an der Steckdose hängen, können sie darüber ihre Klimatisierungsenergie beziehen. Für die meisten Elektroautos, die am Markt sind oder demnächst erscheinen, gibt es eine Smartphone-App, über die der Innenraum vorab auf Temperatur gebracht werden kann. Damit fällt die besonders energieintensive Aufheiz- oder im Sommer die Abkühlphase noch in die Zeit, in der das Fahrzeug nicht auf den Strom aus der Batterie zurückgreifen muss – Komfort und Reichweite steigen.

In einer Welt, in der Kleinwagen wie ein Škoda Citigo deutlich komfortabler und nicht teurer sind als ein Renault Twizy, bleibt die Frage nach der grundsätzlichen Berechtigung einer neuen Fahrzeugklasse von Mikromobilen. Für den Renault-Nissan-Konzern ist die Antwort ein klares Ja, denn der Twizy ist zum Imageträger für die Elektromobilität geworden. Man kennt ihn, den geringen Stückzahlen zum Trotz, und er ist beliebt.

So richtig Sinn ergibt die elektrische Mikromobilität aber erst, wenn die Preise durch sinkende Batteriekosten fallen und diese Fahrzeuge in großen Stückzahlen nachgefragt werden und dann im Pendel- und Stadtverkehr das klassische Auto ersetzen. Mikromobile können Ressourcen einsparen: 562 Kilogramm Material im Fall des Twizy und 3,26 Quadratmeter Verkehrsfläche sind weniger als bei konventionellen Autos. Auch der Verbrauch ist mit gut elf Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometer (im Sommer waren es knapp neun) niedriger.

Allein im Segment

Ein Durchbruch könnte im großstädtischen Carsharing gelingen. Anbieter wie car2go von Daimler oder DriveNow von BMW werden in einigen Städten bald Elektroautos in ihr Konzept integrieren. Man stelle sich vor, Volkswagen würde die Studie Nils im Carsharing umsetzen, statt sie nur auf Messen auszustellen und in Ankündigungen zu verharren. Querparkfähige Fahrzeuge, die den Verkehr nicht behindern und aus denen man dennoch gut aussteigen kann, wären in Berlin oder Hamburg enorm beliebt.

Bisher aber ist der Renault Twizy allein. Was am meisten fehlt, ist nicht die Heizung, sondern Konkurrenz. Die würde das Geschäft im Segment erheblich beleben. Opel RAK-e und Audi Urban Concept, wo seid ihr?

So bleibt der kleine Renault vorerst die einzige Wahl für ein paar wenige, die elektrisch fahren wollen, relativ wenig Geld ausgeben können, ihr Motorrad vermissen und sicher sind, dass bei einem Franzosen die Hupe aufs Ende des Blinkerhebels gehört.

Übrigens: Der Autor hat sich nicht erkältet.