Klassiker VW T2Der Bulli lebt – in Brasilien
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Produktion dürfte dem Ende entgegen gehen

Traditionell hat der T2 am Heck zwei Klappen. Hinter der oberen kann man den hoch gelegenen Laderaum erreichen. Vor dem Laderaum lassen sich die beiden Sitzbänke umklappen – allerdings nicht problemlos, sondern mit Mühe. Wer mehr Platz braucht, muss die Sitze mit rund einem Dutzend Schrauben ausbauen und in der Garage lagern. So war das nun einmal in den sechziger und siebziger Jahren. Dann stehen aber auch mehr als 4.800 Liter Stauraum zur Verfügung. Die erlaubte Zuladung liegt bei einer Tonne.

Unter der zweiten Klappe dröhnt das Triebwerk. Ein 1,4 Liter großer Reihenvierzylinder mit 78 PS und 125 Nm maximalem Drehmoment verrichtet seine Arbeit. Wer es darauf anlegt, schafft den Spurt vom Stand auf 100 km/h in knapp 17 Sekunden. 1,3 Tonnen Leergewicht und eine wenig ausgeklügelte Aerodynamik verhindern, dass sich die Fahrleistungen nennenswert von denen unterscheiden, als der T2 in Deutschland Ende der siebziger Jahre auslief.

Zur Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h gehört zumindest auf den schlechten brasilianischen Pisten ein gutes Stück Mut. Unterhalb von 100 km/h ist man besser aufgehoben. Wie in Brasilien üblich, können Benzin und Ethanol ganz nach Gusto getankt werden. Der Verbrauch liegt bei rund zehn Litern je 100 Kilometer.

In São Paulo, Rio de Janeiro oder Brasilia ist der T2 eine feste Größe im Straßenbild. Lange Zeit hatte VW do Brasil eine etwas krude Kreuzung aus dem 1967 ausgelaufenen Modell T1 und seinem Nachfolger T2 hergestellt. 2006 wurde der VW-Bus neu aufgelegt.

Die Legende lebt noch einige Zeit weiter. Mindestens bis Ende dieses Jahres soll der in Brasilien umgerechnet 17.000 Euro teure Bulli weiter gebaut werden. Dann machen ihm wohl strengere Vorschriften bei Abgas- und Crashverhalten den Garaus. Einige Firmen importieren den Klassiker mittlerweile nach Europa. Hier muss er aber noch technisch aufgerüstet werden, um die Zulassung per Einzelabnahme bekommen zu können. Das erhöht den Preis deutlich. Doch auch mit dem Import dürfte bald Schluss sein.

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Leserkommentare
  1. Wer ein "sicheres" Auto haben will, das er bei der kleinsten Hüstelei in die Werkstatt bringt, soll sich einen VW Truthahn kaufen. Wer hingegen ein übersichtliches, einfach zu wartendes Auto haben möchte, der ist mit dem T2 gut bedient. Wer moderne Autos gewohnt ist, wird sich mit dem T2 schwer tun, denn der erwartet einen Fahrer, der zupackt, ein "Herrchen", das weiß und sagt wo es lang geht. Das ist wie bei allen etwas älteren Autos - sie verlangen Zuwendung und auch technisches Verständnis, honorieren Pflege und gute Behandlung aber meist mit stoischer Zuverlässigkeit. Und wenn mal was ist, braucht man keinen Laptop, der den Fehlerspeicher ausliest.

    15 Leserempfehlungen
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    es mit einer Kutsche. ;-)

    Der Bulli ist süß, aber seine Zeit ist zum Glück schon lange vorbei in Europa. 10 Liter Verbrauch, so ein Schluckspecht und unbequem ist er auch noch.

    Sicher hängen an dem Wagen schöne Erinnerungen, er ist aber einfach nicht mehr zeitgemäß.
    Heute sind die Erwartungen an einen Pkw ganz andere.

    Der alte Bulli ist eines der wenigen Fahrzeuge von VW, die wirklich Charakter haben und eine zeitlang das Straßenbild geprägt hatten. Wenn ich mal zuviel Zeit habe und dann das nötige Kleingeld wäre solch ein Transporter schon ein lustiges Spassmobil für die Wochenendausflüge.

    Das große Problem von T1 und T2 ist: Die verfügen über keinerlei Knautschzone und Sicherheitstechnik: Da waren schon bei geringfügigen Auffahrunfällen oft die Beine ab. Bei den Rettungsdiensten wurden diese Fahrzeuge damals auch als "Krüppelkutschen" bezeichnet. Im Internet gibt es einige Fotos von T1 Unfallfahrzeugen, bei dem einen schon ganz anders werden kann. Übertragen auf den NCAP-Crashtest wäre das nicht einmal ein Stern. Robustes Fahrzeug und einfache Reparierbarkeit in allen Ehren, aber das ist für mich für ein Gebrauchsfahrzeug ein absoluter Show-Stopper.

    So denken wohl mittlerweile auch die Brasilianer, zumal 17000€ dafür auch ein stolzer Preis ist.

  2. doch auch in Mexiko (oder?) weiter, wo er auch recht groß gefeiert wird.

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    Was meinen sie mit, der Käfer wird in Mexiko? Der Käfer wird nicht mehr gebaut, nur noch der New Beetle und zwar die zweite Generation.

    > Der Käfer lebt doch auch in Mexiko (oder?) weiter

    Er läuft dort natürlich noch, wird aber nicht mehr gebaut.
    Der Käfer wird nirgendwo mehr gebaut.

  3. es mit einer Kutsche. ;-)

    Der Bulli ist süß, aber seine Zeit ist zum Glück schon lange vorbei in Europa. 10 Liter Verbrauch, so ein Schluckspecht und unbequem ist er auch noch.

    Sicher hängen an dem Wagen schöne Erinnerungen, er ist aber einfach nicht mehr zeitgemäß.
    Heute sind die Erwartungen an einen Pkw ganz andere.

    Eine Leserempfehlung
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    • xl
    • 13. Januar 2013 11:26 Uhr

    Mir persönlich wären 10 Liter ja auch zuviel aber ein T5 Benziner braucht da im wirklichen Leben leider auch nicht viel weniger. Da frisst das exzessive Gewicht und die viele Elektronik den Effizienzgewinn bei den Motoren einfach wieder auf.

  4. vermeintlich tollen Vergangenheit.
    Geschenkt und übrigens könnte es bestenfalls heißen: "Der VW Bulli war vor Jahrzehnten ein Liebling der Massen." und selbst da bezweifle ich, dass "Massen" stimmt.

  5. Wird das Auto auch mit Alkohol laufen?In Brasilien fahren wohl die Hälfte aller PKW mit Alkohol.

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    ... hätte auch hier geholfen.

  6. Der alte Bulli ist eines der wenigen Fahrzeuge von VW, die wirklich Charakter haben und eine zeitlang das Straßenbild geprägt hatten. Wenn ich mal zuviel Zeit habe und dann das nötige Kleingeld wäre solch ein Transporter schon ein lustiges Spassmobil für die Wochenendausflüge.

    Das große Problem von T1 und T2 ist: Die verfügen über keinerlei Knautschzone und Sicherheitstechnik: Da waren schon bei geringfügigen Auffahrunfällen oft die Beine ab. Bei den Rettungsdiensten wurden diese Fahrzeuge damals auch als "Krüppelkutschen" bezeichnet. Im Internet gibt es einige Fotos von T1 Unfallfahrzeugen, bei dem einen schon ganz anders werden kann. Übertragen auf den NCAP-Crashtest wäre das nicht einmal ein Stern. Robustes Fahrzeug und einfache Reparierbarkeit in allen Ehren, aber das ist für mich für ein Gebrauchsfahrzeug ein absoluter Show-Stopper.

    So denken wohl mittlerweile auch die Brasilianer, zumal 17000€ dafür auch ein stolzer Preis ist.

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    • 29C3
    • 13. Januar 2013 15:06 Uhr

    Ihr Vergleich ist leider nicht besonders aussagefähig, da er nämlich genauso für alle Fahrzeuge aller Marken auf die von Ihnen genannte Weise gilt.
    Beim "Bulli" sitzt der Fahrer zumindest deutlich höher, als in einem normalen PKW, sein Fussraum liegt entsprechend...

    Mit einem heutigen "Bulli" möchte ich jedenfalls nicht zusammenstoßen, jedenfalls nicht in einem PKW.

    • xl
    • 13. Januar 2013 11:26 Uhr

    Mir persönlich wären 10 Liter ja auch zuviel aber ein T5 Benziner braucht da im wirklichen Leben leider auch nicht viel weniger. Da frisst das exzessive Gewicht und die viele Elektronik den Effizienzgewinn bei den Motoren einfach wieder auf.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Noch einfacher geht "
  7. Was meinen sie mit, der Käfer wird in Mexiko? Der Käfer wird nicht mehr gebaut, nur noch der New Beetle und zwar die zweite Generation.

    Antwort auf "Der Käfer lebt"

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  • Schlagworte Volkswagen | Sergej Bubka | Sicherheitstechnik | Europa | Rio de Janeiro
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