Marchionne denkt bei der Entwicklung des neuen Spider nicht nur an seine europäischen Kunden. Dem 60-Jährigen geht es insbesondere darum, auf dem US-amerikanischen Markt wieder Fuß zu fassen. Vor 19 Jahren zog sich Alfa Romeo aus den USA zurück. Jetzt ist die Rückkehr geplant. Schließlich ist die Alfa-Mutter Fiat Mehrheitsaktionär beim US-Autohersteller Chrysler. In den USA will Alfa Romeo künftig das Händlernetz der Chrysler-Marke Jeep nutzen. Beide Marken ergänzten sich gut, sagt Alfa-Markenchef Louis-Carl Vignon. "Jeep hat das Segment des harten Offroad begründet, Alfa ist dagegen reiner Fahrspaß."

Eine Kannibalisierung mit der Fiat-Sportwagenmarke Maserati in den USA fürchtet Vignon nicht. Alfa wird in einem leicht tieferen Preissegment angesiedelt und spricht ein jüngeres Publikum an. Für die Rückkehr auf den US-Markt hat sich Fiat den Sportwagen Alfa Romeo 4C ausgesucht, einen Sportwagen mit Mittelmotor. Glasfaser-Kompositteile sollen das Gewicht des Zweisitzers niedrig halten. Der neue Aluminium-Vierzylindermotor dürfte an der 300-PS-Marke kratzen. Premiere hat der 4C im März auf dem Genfer Autosalon.

Der 4C soll als Konkurrent des Porsche Boxster der Auftakt zu einer weltweiten Produktoffensive sein. Dafür investiert Marchionne rund eine Milliarde Euro. Insgesamt neun neue Modelle sollen in den nächsten Jahren das aufholen, was Alfa Romeo in den vergangenen Jahren verpasst hat – darunter eben auch der Spider. Geplant ist zudem ein viertüriger Nachfolger des Kleinwagens MiTo und einer für das Mittelklasse-Modell Alfa 166, der vor allem für die USA wichtig ist. Auch einen SUV soll es wohl geben.

Doch Marchionne weiß: Erst muss der 4C, ein Alfa-Eigengewächs, punkten. "Wir haben nur einen Schuss, und der muss sitzen", sagt der Fiat-Chef.