Alfa RomeoAlfa lässt Roadster von Mazda bauen

Der letzte Alfa Spider war ein Flop. Jetzt setzen die Italiener auf den Erfolgsroadster schlechthin: Der neue Spider wird als Bruder des Mazda MX-5 in Japan hergestellt. von Marcel Sommer und Wolfgang Gomoll

Der Roadster Mazda MX-5 soll die Basis für den Alfa-Flitzer werden.

Der Roadster Mazda MX-5 soll die Basis für den Alfa-Flitzer werden.  |  © Mazda

Der Roadster Mazda MX-5 der nächsten Generation ist gerade so gut wie fertig und bereit zur Produktion – da meldet sich überraschend Fiat bei den Japanern. Fiat-Chef Sergio Marchionne braucht schleunigst einen neuen offenen Zweisitzer im Portfolio seines Konzerns. Und zwar einen, der besser sein muss als der alte Alfa Romeo Spider.

Viele dürften diese Herausforderung für relativ einfach halten. Schließlich ist der aktuelle Spider mit seinem Gewicht zwischen 1,6 und 1,8 Tonnen weit davon entfernt, ein Ausbund an Fahrdynamik zu sein. Doch ist es mit einer deutlichen Gewichtsreduzierung und einem Tausch des Antriebs nicht getan.

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Aus diesem Grund wendet sich Fiat an Mazda. Die Japaner fahren mit dem MX-5 seit Jahren ihren Kritikern davon: Der MX-5 gilt mit fast einer Million verkauften Exemplaren als der meistverkaufte Roadster weltweit. Dafür sorgt vor allem der Preis: Ab 22.590 Euro ist der 1,2 Tonnen leichte MX-5 mit seinem sportlichen Heckantrieb zu haben.

Mehr als nur Re-Badging

Genau in diese Liga will Marchionne mit der Marke Alfa Romeo zurückkehren. Mazda nimmt die Aufgabe an. Ab 2015 soll der offene Alfa-Roadster in Hiroshima vom Band rollen. Einiges ist noch unklar – unwahrscheinlich ist aber sowohl, dass erneut die Treibstoffvariante Diesel eine Rolle spielen wird, als auch ein Allradkonzept für den neuen Italo-Japaner. Alfa Romeo dürfte sich vor allem zu Beginn mit eigenen Ideen zurückhalten, um einem guten Ergebnis nicht im Wege zu stehen. Schließlich ist den Italienern daran gelegen, dass das Gemeinschaftsprojekt im geplanten Zeitrahmen auf die Straße kommt.

Von dem Deal soll nicht nur Fiat profitieren. Für Mazda kommen die Italiener gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn sie brauchen hohe Stückzahlen: Mazda ist einer der kleinsten eigenständigen Hersteller, und sein US-Partner Ford hat zuletzt sein Engagement verringert. Zudem ist der neue MX-5 nahezu fertig. Potenzielle Diskussionen oder Kompromisse mit Fiat-Ingenieuren während der für ein Fahrzeug wichtigen Entwicklungsphase können nicht mehr auftauchen.

Allerdings: Dass in Japan Mazda-Mitarbeiter einfach Alfa-Embleme auf MX-5-Exemplare kleben, ist nicht zu erwarten. Ein solches Re-Badging wie zuletzt zwischen Lancia und Chrysler bestreitet Fiat offiziell. Auf Basis des Mazda MX-5 werde ein optisch eigenständiger Roadster mit Hinterradantrieb und geringem Gewicht entwickelt, heißt es. Die Motoren sollen zudem aus der eigenen Entwicklung kommen, um zusätzlich die Markenspezifik zu erhöhen.

Leserkommentare
    • Quas
    • 07. Februar 2013 14:27 Uhr

    Ich wollte mich gerade über den 159 und Spider auf der Alfaseite erkundigen und habe das zu Gesicht bekommen:

    http://www.abload.de/img/...

    Wieso tauchen die anderen Modelle nicht auf? Das macht das Bild irgendwie komplett, selbst der Internetauftritt wirkt wie eine große Baustelle und wenig durchdacht.
    Wie soll ich mich für Alfa begeistern und die Technik unter die Lupe nehmen, wenn ich an keinerlei Daten komme?

  1. @"calcone",

    nein, nichts ist klar, weil weiterhin falsch!

    Der erste Spider, er wurde zweimal gemopft, wog(!) bis zu 1.8 To!
    Der letzte Spider, wiegt 1.565 kg und befindet sich damit mitten unter seinen Wettbewerbern.

    Um Ihnen den Fehler klarzumachen, bemühe ich einmal den bekannten VW Golf.
    Ich behaupte der VW Golf wog 780 kg.
    Das tat er auch, 1974 in der 1100er Version, aber heutzutage wiegt er als Golf VII mindestens 500 kg mehr, da ist die Angabe Humbug und so verhält sich das mit der Ihrigen, nur umgekehrt, was das Gewicht anbelangt!

    Anzumerken wäre noch, dass der Spider in seiner letzten Bauform nach der zweiten Modellpflege, also von Mai 2009 - Ende 2011 dergestalt ausgestattet war, dass bei gleicher Ausstattung deutscher Wettbewerber, sich das Gewichtsverhältnis weiter zugunsten des Alfas verschiebt, da er viele Dinge serienmäßig hatte, die also in den EU-Wert von vornherien eingehen und Elektromotoren sind bekanntermaßen sehr gewichtsfördernd.
    Ich bin durchaus der Ansicht, dass 200 kg weniger "mehr" gewesen wäre, aber das trifft auf die Konkurrenz auch zu, die immer schwerer wird, trotz gegenteiliger Aussagen der Hersteller, übrigens gaz schlimm beim von Ihnen zitierten SLK (Typ 172 gegenüber 171), der dadurch regelrecht an Dynamik eingebüßt hat.
    Was das Design anbetrifft,bin ich gegenteiliger Ansicht, aber de gustibus...
    Es bleibt dabei, nicht der Spider war schlecht, sondernd dessen erster Motor und die Vermarktung und da hat ALFA noch immer gehörige Defizite.

  2. @"Quas",

    Sie haben den Finger in die Wunde gelegt.
    Spider/Brera und 159, sowie der SW-Ableger, sind nicht mehr erhältlcih, nur noch als Neuwagenabverkauf und das schon seit geraumer Zeit. Das ist die Crux. Alfa Romeo hat Modelle eingestellt, ohne Nachfolger zu präsentieren, das ist tragisch und unintelligent gleichermaßen.
    So verprellt man selbst gutwillige markentreue Kunden.
    Dieses Jahr gibt es den neuen Mittelmotorspider 4C, aber nur limitiert, da für den US-Markt vorgesehen und es ist ja ein nur bedingt alltagstauglisches, wenn auch sehr interessantes Fahrzeug.
    2015 soll es eben den neuen Spider und die/den Giulia geben, den Nachfolger des 159.
    So kann man eine Marke auch killen, da haben Sie absolut recht!

  3. ...im Juni 2012: http://www.autobild.de/ar...

    *nicht, dass das mein Niveau wäre.

  4. Mazda soll den neuen Alfa-Roadster bauen – das wird ja immer schönen, dann fahrt das Auto wahrscheinlich fehlerfrei. Vorbei dann die Zeiten, wo man am besten nach Kauf eines Alfa eine KFZ-Lehre absolierte und sich zu Hause eine komplette Alfa-Spezialwerkstatt einrichtete ....

  5. @"muehl500",
    Gehirnwäschwe 2.0 sage ich dazu nur!
    Die Zeiten, zu denen Alfa Romeo-Modelle unzuverlässiger als andere Mitbewerber waren, sind schon sehr lange Geschichte, aber Vorurteile halten sich von allen Urteilen eben am längsten.
    Zudem ist Alfa, auch stückzahlbezogen, Lichtjahre von solchen desaströsen technischen (selbstverchuldeten und hineinkonstruierten) Pannen entfernt, wie die Spaltmaß-Fetischisten aus WOB um Winterkorn+Piech.
    Was denen an Trockenkupplungs-Siebengang-Getrieben und doppelt aufgeladenen Motoren in den letzten jahren so alles zu tausenden um die Ohren geflogen ist, davon können die bedauernswerten Besitzer dieser Fahrzeueg Bücher schreiben.
    Wäre das einem ausländischen Unternehmen passiert, würde selbiges durch "Hilfe" unserer Motorgazetten hier kein Bein mehr auf den Boden bekommen.
    Doppelt geladene Motoren werden folgerichtig im neuen Golf VII nicht mehr angeboten und das Drehmoment biden motoren limitiert, damit die 7-G-DSG nicht dahinschmelzen.
    Diese Ergenisse von desaströsen Nullenpuper-Entscheidungen - denn soviel Blödheit möchte ich den VW-Ingenieuren nun wahrlich nicht unterstellen - werden noch in den neueren SEAT-Modellen verramscht.

    Das ist Qualität "Made in Germany", wobei ich das einschränken möchte, denn große Anteile des neuen Golfs sind bereits "Made in China", dazu einfach mal die Motorhaube öffnen!

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    • Calzone
    • 12. Februar 2013 9:57 Uhr

    Zitat
    "Die Zeiten, zu denen Alfa Romeo-Modelle unzuverlässiger als andere Mitbewerber waren, sind schon sehr lange Geschichte, aber Vorurteile halten sich von allen Urteilen eben am längsten"

    Das stimmt natürlich mit den Vorurteilen. Nicht falsch verstehen, mir ist die Marke Alfa sehr symphatisch, vor allem, weil es noch eine Marke ist, die Emotionen weckt.
    Und wenn man heute in die neue Giulietta oder den MiTo sitzt, fühlt sich auch alles sehr gut und sauber verarbeitet an.
    Dagegen spricht leider die schon von Ihnen erwähnte diffuse Modellpolitik und die Tatsache, daß ich wirklich keinen Alfa-Fahrer kenne, der mit der Zuverlässigkeit seines Wagens zufrieden ist.
    An diesen beiden Punkten sollte man ansetzen, und etwas japanischer Einfluß ind diesen Bereichen kann Alfa nur guttun, schließlich gibt es ja schon lange kein rein deutsches oder rein französisches Auto mehr.
    Ich glaube auch, daß es diese beiden Punkte sind, die meisten davon abhalten, einen Alfa zu kaufen.
    Kooperation spart zudem Geld, was glauben Sie, wie gut sich ein leichtfüßiger, schneller Spider ( vielleicht mit angedeutetem Rundheck ) und zuverlässiger Technik verkaufen ließe?

    • Calzone
    • 12. Februar 2013 9:57 Uhr

    Zitat
    "Die Zeiten, zu denen Alfa Romeo-Modelle unzuverlässiger als andere Mitbewerber waren, sind schon sehr lange Geschichte, aber Vorurteile halten sich von allen Urteilen eben am längsten"

    Das stimmt natürlich mit den Vorurteilen. Nicht falsch verstehen, mir ist die Marke Alfa sehr symphatisch, vor allem, weil es noch eine Marke ist, die Emotionen weckt.
    Und wenn man heute in die neue Giulietta oder den MiTo sitzt, fühlt sich auch alles sehr gut und sauber verarbeitet an.
    Dagegen spricht leider die schon von Ihnen erwähnte diffuse Modellpolitik und die Tatsache, daß ich wirklich keinen Alfa-Fahrer kenne, der mit der Zuverlässigkeit seines Wagens zufrieden ist.
    An diesen beiden Punkten sollte man ansetzen, und etwas japanischer Einfluß ind diesen Bereichen kann Alfa nur guttun, schließlich gibt es ja schon lange kein rein deutsches oder rein französisches Auto mehr.
    Ich glaube auch, daß es diese beiden Punkte sind, die meisten davon abhalten, einen Alfa zu kaufen.
    Kooperation spart zudem Geld, was glauben Sie, wie gut sich ein leichtfüßiger, schneller Spider ( vielleicht mit angedeutetem Rundheck ) und zuverlässiger Technik verkaufen ließe?

    • kasorp
    • 15. April 2013 15:47 Uhr

    "Ob das Joint-Venture mit Mazda eine gute Idee war, das können nur die Controler beurteilen, dem Alfisto blutet das Herz!"

    Wer das schreibt, hat noch nie einen MX-5 gefahren. Jeder Alfisto, und auch ich würde mich zum Kreis der Fans der Marke zählen, müsste in Jubelarien verfallen, dass der Spider endlich wieder die grandiose, auf's Wesentliche reduzierte Fahrmaschine wird, die der MX-5 seit über 20 Jahren ist. Und zwar ausnahmslos durch alle drei Modellreihen.

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    aber dann würde ich Mazda kaufen und nicht Alfa Romeo.

    Ich habe 1969 meine erste Guilia Super gekauft und 2000 nach 16 weiteren Alfas unterschiedlichster Modelle meinen letzten Spider verkauft. Meine Erfahrungen mit den Autos waren sehr unterschiedlich, aber ich hatte eine sehr gute Werkstatt und so konnte ich meine positive Haltung zu Alfa - trotz diverser Probleme und Enttäuschungen - lange Zeit aufrecht erhalten. Und die Alfas haben ja auch sehr viel (Fahr-)Spaß gemacht.

    Aber die Geschichten sind Geschichte und da ich Autos (Oldtimer) nicht zu meinem Hobby machen will, werde ich diesen Gebrauchsgegenstand nach anderen Kriterien kaufen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem aktuellen Skoda Superb Combi.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Sergio Marchionne | Fiat | Alfa Romeo | Chrysler | Mazda | Jeep
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