3er Cabrio von BMW © Hersteller

Winterzeit ist Cabriozeit. Was sich im ersten Moment schlicht falsch anhört, ist bei Cabriokäufern seit Jahren festes Einkaufsmotto. In Frühjahr und Sommer floriert die spontane Suche nach dem perfekten offenen Wagen, doch zwischen Herbst und den ersten warmen Tagen im neuen Jahr sitzen die Autohändler auf ihren Freiluftflitzern. Wer seine Ware noch vor April loswerden will, muss – so hoffen viele Autofahrer – beim Preis einiges an Verhandlungsspielraum bieten.

Die Nationalität des Cabrios kann bei Neuwagen oder jungen Gebraucht- und Vorführwagen schon mal zwischen kräftigem oder geringem Rabatt entscheiden. Anders als bei den deutschen Herstellern endet das Geschäftsjahr in Japan am 31. März. Während deutsche Autobauer zum Jahresende mit Tageszulassungen versuchen, die Absatzzahlen noch ein wenig aufzupolieren, entfällt dieser winterliche Absatzdruck für viele der meisten japanischen Autobauer. Bei Nissan zum Beispiel ist von einer saisonbedingten Rabattschlacht nichts zu spüren. "Dies wird auch so bleiben", teilt der japanische Hersteller mit.

Gebrauchte Cabrios stehen generell länger beim Händler als geschlossene Autos, nämlich im Schnitt 191 Tage. Die Preise gebrauchter Cabrios unterscheiden sich saisonal kaum, wie eine Restwertanalyse des Marktdaten-Dienstleisters EurotaxSchwacke zeigt. Demnach kann ein Kauf ganzjährig geplant werden. Zumindest in der nackten Theorie der Zahlen. Die Realität sieht jedoch manchmal anders aus: Wenn es draußen weht und stürmt oder der Schnee auf den Autodächern liegt, gibt es immer wieder günstige Schnäppchen auf dem Cabriomarkt.

Wintertauglich sind heute alle Cabrios

Doch wer sich in den Kopf gesetzt hat, ein dachloses Kfz anzuschaffen, dessen Suche endet nicht selten erst zum Saisonstart. Viele schauen sich lange um und möchten beim Autokauf nur äußerst ungern Kompromisse eingehen. Dabei könnten gerade diese zum Erfolg führen, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen: "Fahrzeuge mit taktischer Zulassung sind direkt verfügbar." Das heißt: Der Verzicht auf individuelle Ausstattungswünsche erhöht die Chance auf ein frühes Freilufterlebnis, und zwar in einem Cabrio mit Tageszulassung.

Dabei ist es egal, ob es sich um ein Klappdachcabrio mit fester Dachkonstruktion oder um ein normales Stoffdach handelt. Wintertauglich sind beide Typen gleichermaßen. Die Heizungen sind stark, die Dächer haben mehrere Lagen und halten so warm. Standheizungen sind ebenso wenig eine Seltenheit wie Zusatzheizungen für Sitze und Lenkräder, die mittlerweile nicht nur in der Luxusklasse zu bekommen sind.

Längst sind auch alle gängigen Modelle mit einer heizbaren Heckscheibe zu bekommen. Die ersten Versionen des vielfach verkauften Roadsters Mazda MX-5 beispielsweise verzichteten auf diese sinnvolle Dreingabe. Das Dach war zudem eine windige einlagige Mütze. Nichts für den kalten Winter; insbesondere weil auch anfangs eine Sitzheizung fehlte.

Doch auch wenn alle Cabrios heute ganzjährig zu fahren sind, ist der Frühlingsbeginn immer noch der Start in die neue Cabriosaison – und viele Händler wollen vorher ihre Cabriolets der alten Saison noch schnell losschlagen. Schließlich stehen schon zahlreiche neue Modelle und Sonderversionen bereit, mit denen das Frühlingsgeschäft angefacht werden soll.

Ein Produkt aus dem alten Jahrgang oder mit längerer Standzeit lässt sich darum bisweilen recht günstig abgreifen. Gerade der Verhandlungsspielraum ist außerhalb der Saison größer als zu den Zeiten, wenn das Fahrzeug heiß begehrt ist. Wer daher gerade jetzt seinen offenen Wagen für Frühling und Sommer sucht, kommt genau richtig.