Dacia Sandero : Einfach nur Auto fahren

Mit einem Preis ab 6.990 Euro ist der Sandero günstig, ohne billig zu wirken. Erst an den Details merkt man, wo Dacia gespart hat.
Dacia Sandero © Dacia

Die Hupe im Dacia Sandero entlarvt das Erbe des Mutterkonzerns Renault. Links am Blinkerhebel wartet der Knopf auf einen entschlossenen Druck – wie es bei französischen Autos üblich war, ehe man sich dem Trend zur einheitlichen Bedienung beugte. Auch sonst scheint im Dacia immer wieder der Renault durch. Der Schaltknüppel ist genauso vertraut wie der Radioschalter am Lenkrad. Und der im Testwagen verbaute Dreizylindermotor ist identisch mit dem, der im Clio seinen Dienst tut.

Dacia ist für Renault, was Škoda für Volkswagen ist: die Einstiegsmarke. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass ein Škoda zwar preisgünstiger ist als ein vergleichbarer VW, aber mit dem niedrigen Level von Dacia nicht mithalten kann. Ab 6.990 Euro bekommt man mit dem Sandero ein Auto vom Format eines Golf IV.

Der Testwagen von ZEIT ONLINE hatte die höchste Ausstattungsvariante Laureate und war mit fast allen bestellbaren Extras ausgestattet. Angetrieben wurde er von einem 0,9 Liter großen Dreizylindermotor, der 66 kW (90 PS) leistet. Dacia gibt den Verbrauch mit 5,2 Litern Super je 100 Kilometer an, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 120 Gramm pro Kilometer. Der Blick auf den Listenpreis führt trotzdem nicht zum Schock: 12.439 Euro kostet dieses Auto inklusive Navigationssystem und Tempomat.

Ein Rumäne mit VW-Tugenden

Für den Preis gibt es eine Menge Auto. Der Sandero ist größer als ein Škoda Fabia oder Ford Fiesta, ohne dabei unhandlich oder unübersichtlich zu sein. Er tut, was ein Auto tun soll: einfach nur fahren. Alles an dem Wagen wirkt solide und alltagstauglich. Er fällt mit der Tugend auf, mit der Volkswagen populär geworden ist: Zwar ragt der Dacia in kaum einer Eigenschaft heraus, er hat aber zugleich keine eklatanten Schwächen. Alles an ihm ist guter Durchschnitt.

So ist der Sandero nie laut, aber keineswegs so leise wie die besten Autos seiner Klasse. Seine Lenkung arbeitet schwergängig, im Gegenzug filtert sie schlimme Schlaglöcher gekonnt heraus. Das gleiche gilt für das Fahrwerk. Es ist auf schlimmsten Straßen komfortabel und unterbindet dabei sportliche Ambitionen im Keim, bleibt zugleich aber immer auf der sicheren Seite. Apropos Sicherheit: Endlich ist ESP serienmäßig. Wohltuend ist, dass die Bedienung keine Rätsel aufgibt; das Radio-Navigationssystem ist hier vorbildlich.

Mitfahrer zeigen sich grundsätzlich überrascht: Aha, so die einhellige Reaktion, dieses sogenannte Billigauto ist doch ganz gut! Und das, obwohl Dacia entlang der gesamten Wertschöpfungskette spart: von den Löhnen in Rumänien über schlichte Verkaufsräume bis zur bewährten Renault-Technik.

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