Ibiza CupraSeat gibt dem Ibiza einen sportlichen Schliff

Der Ibiza Cupra sieht nicht nur dynamischer aus als der normale Ibiza, er überzeugt auch technisch. Zudem ist der Cupra besser ausgestattet als der VW Polo GTI. von Wolfgang Gomoll

Seat Ibiza Cupra

Seat Ibiza Cupra  |  © Hersteller

Im Fond des Seat Ibiza ist es eng, aber das stört in der Ibiza-Variante Cupra vermutlich am wenigsten. Denn dort wird vermutlich ohnehin nur die Trainingstasche deponiert. Ein Großteil der Cupra-Käufer ist jünger als 29 Jahre, kinderlos und legt auf Sportlichkeit großen Wert. Diese Haltung strahlt auch der Ibiza Cupra aus. Das fängt mit dem großen trapezförmigen vorderen Lufteinlass an, geht bei den schwarzen Außenspiegelschalen und roten Bremssätteln weiter und endet mit dem breiten, mittig platzierten Auspuffrohr.

Die Optik gibt also überzeugend den sportlichen Wagen. Aber passt das Fahrverhalten auf der Straße zum Erscheinungsbild? Testfahrten zeigen, dass Seat auch hier das Ziel erreicht hat. Die Spanier setzen im Ibiza Cupra auf ein strafferes Fahrwerk als im herkömmlichen Ibiza. Außerdem wird das elektronische Sperrdifferential XDS verwendet, im Grunde ein erweitertes ESP. Es macht das Fahrzeug mit gezielten Bremseingriffen agiler, zum Beispiel am kurveninneren Vorderrad. Es verbessert die Traktion und vermindert auch in schnell gefahrenen Kurven die Neigung zum Untersteuern.

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Dazu trägt auch das gut abgestimmte Sportfahrwerk bei, das zwei Zentimeter tiefer liegt als in der Standardausführung des Seat-Kleinwagens. Der 1.184 Kilogramm schwere Cupra liegt folglich satt auf der Straße und in den Kurven – bei Unebenheiten zeigt sich allerdings die Kehrseite der sportlichen Abstimmung: Hier reagiert das Fahrwerk holprig und meldet das Hindernis verlässlich an die Insassen.

Flott unterwegs, ohne hochzudrehen

Positiv fällt die Lenkung über das abgeflachte Lenkrad auf. Sie ist präzise und genügend direkt. Selbst beim flotten Beschleunigen bleibt das Steuer rüttelfrei und gibt dabei genug Rückmeldung an den Fahrer.

Wenn man dagegen eine gemütliche Fahrweise wählt, kann der 4,06 Meter lange Sportkleinwagen auch ein bequemes Reisegefährt sein. Das liegt auch am serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen, das die Drehzahl und damit die Lautstärke des Motors niedrig hält. Der 1,4-TSI-Direkteinspritzer mit 132 kW (180 PS) Leistung verfügt über einen Kompressor und einen Turbolader. Der Kompressor übernimmt den Hauptteil der Arbeit bis 3.500 Umdrehungen pro Minute, dann greift der Turbolader ein.

Das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern steht schon bei 2.000 Umdrehungen pro Minute bereit. Damit liefert der Motor auch bei niedrigen Drehzahlen genug Vortrieb, um im Verkehr gut mitzuschwimmen. Beim Spurt vom Stand passiert die Tachonadel nach 6,9 Sekunden die Zahl 100 und kommt erst bei 228 km/h zum Stehen. Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 5,9 Litern je 100 Kilometer gehört indes ins Reich der Fabel. Wer den Cupra auch nur ansatzweise sportlich ausfährt, kann locker zwei Liter draufschlagen.

Leserkommentare
    • 29C3
    • 05. Februar 2013 20:16 Uhr

    sie vergleichen hier allen ernstes einen kl. Diesel mit einem kräftigen TSI mit seinen 180PS und 250Nm Drehmoment?

    Bitte, ersparen Sie dem Forum derartiges.

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    völlig übermotorisiert halte. Insofern erschließt sich mir nicht, wie Sie darauf kommen, ich hätte da irgendwas verglichen.

  1. "... kann der 4,06 Meter lange Sportkleinwagen auch ein bequemes Reisegefährt sein."

    Jaaa, gaaanz klar.
    Wie war das noch?
    "reagiert das Fahrwerk holprig " und " Dieser könnte lediglich auf Schulterhöhe etwas besser sein."

    Eine kleine Rennsemmel mit knüppelharten Sportfahrwerk und Sportsitzen ist ganz sicher das ideale Reisegefährt. Das reicht gerade aus, um bei Omi das Geld für die nächste Tanke zu holen. Für eine richtige Reise eher nicht.

    Eine Leserempfehlung
  2. völlig übermotorisiert halte. Insofern erschließt sich mir nicht, wie Sie darauf kommen, ich hätte da irgendwas verglichen.

    • r0me
    • 06. Februar 2013 12:07 Uhr

    Ich finde es immer amüsant, wie einige meinen, sich über eine vermeintliche "Übermotorisierung" echauffieren zu müssen.

    Wer Geld sparen will, fährt Fahrrad oder nimmt öffentliche Verkehrsmittel (wobei die nicht immer billiger sind). Dann bleibt noch der effizientere Dieselantrieb.
    Wer am Autofahren Spaß haben will, setzt die Priorität "Spritverbrauch" etwas niedriger und zahlt dementsprechend mehr dafür an der Zapfsäule und im Unterhalt.

    Desweiteren lehne ich mich nun weit aus dem Fenster und sage, dass 180 Pferdestärken doch eher wenig Leistung ist.

  3. 180 PS für einen Kompaktwagen sind zu viel! Denn Sie verleiten zu einer aggressiveren Fahrweise mit höheren Beschleunigungen und Vollgasfahrten auf Autobahnen. Dann liegt der Verbrauch bei diesem doppelt aufgeladenen Fahrzeug weit über 10 Liter. 7-9 Liter gilt nur bei defensiver Fahrweise mit maximal 120-140 km/h ohne weitere elektrische Verbraucher, Mitfahrer und schweres Gepäck.

    Höhere Geschwindigkeiten bedeuten mehr Tankstopps und damit wieder Zeitverluste gegenüber einer entspannen Durchfahrt.

    Zwar ist das Design des Seat IBIZA durchaus schick, aber die Aerodynamik ist wegen der vielen Kanten nicht optimal. Die Luft verwirbelt schneller, was einen höheren Kraftstoffverbrauch bedeutet.

    Rein rational gesehen, sollte man sich lieber mit den 122 PS (ggf. 140 PS) zufrieden geben. Geringere Kosten bei Versicherung und Steuern. Weniger Verschleißteile.

    Ich würde das Geld eher in einen besser ausgestatteten Wettbewerber stecken, bei dem man weniger für den Status hinblättert. Beispielsweise bietet der Kia Rio deutlich mehr fürs Geld, ist aber barocker designt. Dies kommt dem Innenraum zugute. Bei den nicht aufgeladenen Motoren hat man niedrigere Drehzahlen und damit weniger Verbrauch. Man muss dann eben vor dem Beschleunigen fleißig runterschalten.

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    • r0me
    • 07. Februar 2013 13:41 Uhr

    Ihre pauschalisierenden Aussagen wie "mehr PS führt zu Aggression" zeigt den bei vielen Deutschen wohl stark eingeengten automobil-intellektuellen Horizont. Wie so oft ist es der deutsche Neid oder die Verachtung großzügiger Investitionen in Motor und Fahrzeug, die zu solcher Vorurteilsbildung führen.
    Vielleicht sind es auch Ihre schlechten Erfahrungen, die zu diesen unhaltbaren Vorurteilen führen.

    Auch ingenieurstechnisch dürfte es nicht zu weit her sein. Der Ibiza ist kein aerodynamisch optimiertes Fahrzeug, das ist richtig. Ihm durch die wenigen Kanten einen erhöhten Spritverbrauch im Vergleich zum klasseninternen Wettbewerb mit A1 und Polo anzudichten, ist völliger Quatsch oder haben Sie Prüfstands- und Winkanalergebnisse zur Hand?

    Rational gesehen ist natürlich richtig, dass der TSI mit 122 oder 140 PS die kostengünstigere Variante wäre. Aber emotional? Wohl kaum. Was ist daran moralisch verwerflich?

    Der Kia Rio ist ein akzeptabler Konkurrent, der günstiger ist, jedoch weniger technische Feinheiten (wie etwa einen aufgeladenen Motor) bietet.
    Ich bin kein Fan von VW's doppelter Aufladung, aber der einzige Sinn der Zwangsbeatmung liegt darin, hohe Drehzahlen zu vermeiden und trotzdem flottes Vorankommen zu ermöglichen. Ein Saugmotor benötigt bei gleichem Hubraum wesentlich höhere Drehzahlen, um die gleiche Leistung/Drehmoment zu erreichen.

    • Calzone
    • 07. Februar 2013 13:48 Uhr

    Ich denke, die Käufer eines derartige Fahrzeugs sind volljährig und können selbst entscheiden, dazu bedarf es keines "Erklärbären".
    Außerdem wird der Autokauf sowieso zu 80 % mit dem Bauch und nicht mit dem Kopf entschieden.

    • Calzone
    • 07. Februar 2013 13:48 Uhr

    Ich denke, die Käufer eines derartige Fahrzeugs sind volljährig und können selbst entscheiden, dazu bedarf es keines "Erklärbären".
    Außerdem wird der Autokauf sowieso zu 80 % mit dem Bauch und nicht mit dem Kopf entschieden.

    Eine Leserempfehlung
  4. Seit 20 Jahren verfolgen Sie Prinzipien beim Autokauf, um Geld zu sparen bzw. um die Umwelt zu schützen (Sie nennen das Kind leider nicht beim Namen).

    Ein kluger Mensch hat sich vor 20 Jahren einfach ein richtiges Auto gekauft - und fährt es bis heute. Wenn Sie ernsthaft glauben, Sie würden sich selbst oder anderen einen Gefallen tun, wenn Sie alle drei Jahre ein Auto kaufen, welches 0,5 Liter weniger Sprit verbraucht, dann sind Sie an Naivität nicht zu überbieten.

    In dem Fall sollten Sie sich mal damit beschäftigen, was bei der Produktion und Verschrottung von Autos an Energie und anderen Ressourcen drauf geht.

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  • Schlagworte Audi | Polo | Seat | Ibiza
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