BMW-Reisemotorrad : Der Schnabel bleibt, die Ölkühlung geht

BMW bringt eine neue Version des erfolgreichsten Reisemotorrads auf den Markt. Die R 1200 GS ist schöner als ihre Vorgängerin und umweltfreundlicher.
BMW R 1200 GS © Hersteller

Es gibt einfachere Aufträge, als ein Erfolgsmodell noch erfolgreicher zu machen. Vor etwa fünf Jahren hat BMW damit begonnen, einen Nachfolger für die Reise-Enduro GS zu entwickeln. "Die neue GS sollte im Idealfall auf den ersten Blick gefallen – wenn nicht, dann bei der Testfahrt begeistern", beschreibt Josef Miritsch seinen Auftrag. Er ist Leiter der GS-Baureihe bei BMW in München.

Die neue GS steht deutlich dynamischer da als die alte, und so fährt sich die Maschine mit dem wassergekühlten Boxermotor auch. Als GS ist sie mit ihrem typischen Schnabel über dem Vorderrad schon von Weitem zu erkennen. Dieses Markenzeichen ist geblieben, alles andere eine komplette Neuentwicklung. Und die ist wirtschaftlich ganz schön risikoreich.

Vor gut 30 Jahren hat BMW mit der R 80 G/S das Motorradsegment Reise-Enduro erfunden. Rund 350.000 GS wurden seitdem verkauft, davon gut die Hälfte aus der letzten Baureihe R 1200 GS, die neun Jahre lang lief. Mit diesem Modell behauptet BMW seit Jahren den ersten Platz in der Rangliste neu zugelassener Motorräder in Deutschland. Der Vorsprung ist deutlich: Im vergangenen Jahr verkaufte BMW 6.641 Stück, die Kawasaki ER-6n liegt mit 2.445 abgesetzten Exemplaren auf Platz zwei. Auf Platz drei bis sechs folgen andere BMW-Modelle.

Erstmals Motor mit Wasserkühlung

Doch zuletzt haben die Herausforderer die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. KTM zum Beispiel mit der 1190er Adventure. Ihr Motor leistet 150 PS – die alte BMW R 1200 GS hatte 40 PS weniger und war damit stark untermotorisiert. Auch die Ducati Multistrada oder die Triumph Tiger Explorer waren der alten R 1200 GS überlegen. Die neue soll dafür sorgen, dass der Abstand zur Konkurrenz bestehen bleibt.

Die BMW-Enduro, die seit dieser Woche auf dem Markt ist, und ihre Vorgängerin sind wie zweieiige Zwillinge: irgendwie ähnlich, beim genauen Hinschauen aber doch anders. Das neue Design ist modern und sportlich trotz endurotypischer Robustheit. Die neue Maschine wirkt deutlich leichter als die alte, obwohl das Gewicht mit 238 Kilogramm gleich geblieben ist.

Der Fahrersitz ist in Höhe und Neigung einstellbar, der Soziussitz in der Länge. Die Taille ist schmaler, die Fußrasten tiefer. Beides erleichtert stehende Fahrten im Gelände. Die Grundeinstellungen sind für Menschen mit 1,80 Meter Körpergröße ideal: aufsitzen, wohlfühlen, Motor anlassen.

Er läuft gleich rund und hat das Rütteln und Schütteln des Vorgängers abgelegt, nicht nur in der kurzen Warmlaufphase. Lediglich 1,2 Liter Wasser kühlen den Motor, und zwar nur an den heißesten Stellen. Im alten Modell war Öl die Kühlflüssigkeit – Wasser kann doppelt so viel Wärme aufnehmen. Fast zwei Drittel der entstehenden Wärme werden wie bisher über die groben Kühlrippen der Zylinder abgeführt.

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