ElektromobilitätMit dem Elektroauto auf die Busspur?

Fachleute testen in Dresden die Freigabe von Busspuren für Elektroautos, um die Antriebsart attraktiver zu machen. Leidet dann der Busverkehr? von Felix Ehrenfried

Der alltägliche Feierabendstau ist meist nur ein Problem der Autofahrer. Wer in Köln, München, Berlin oder einer anderen deutschen Großstadt den Bus zur Arbeit und nach Hause nimmt, ist vielfach schneller unterwegs. Häufig liegt das daran, dass Busse in vielen Städten eigene Spuren besitzen, die lediglich von ihnen und Taxis, im Notfall noch von Rettungskräften befahren werden dürfen.

Doch was wäre, wenn man dieses Privileg des öffentlichen Nahverkehrs zugunsten von Elektroautos aufweicht? Elektroautos also in Zukunft die Busspur mitbenutzen dürften? Ein ähnliches Konzept gibt es in den USA, wo die Stromer teilweise auf die Car-Pooling-Streifen, also Fahrstreifen die sonst nur für Mitfahrgelegenheiten und voll besetzte Autos freigegeben sind, auf den Highway können.

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Der Busspur-Frage gehen derzeit Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Dresden und Fachleute der Planung Transport AG Dresden nach. Unter dem Projektnamen “e-Verkehrsraum Sachsen” wollen die Forscher herausfinden, ob eine Freigabe der Busspur für Elektroautos Sinn macht. Zunächst einmal geht es um den Großraum Dresden. Das Projekt startet in diesen Tagen. Dabei nutzen die Forscher Computersimulationen, um ihrer Frage auf den Grund zu gehen.

Dieser Text stammt von WiWo Green. Auf dem Nachhaltigkeitsportal der WirtschaftsWoche finden Sie Analysen und Kommentare zum grünen Wandel der Wirtschaft.

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Ziel ist es, eine Lösung zu finden, bei der E-Mobilität auf Busspuren erlaubt sein soll, sofern dadurch die Wartezeit und Reisezeit für die Nutzer beider Fortbewegungsmittel, also E-Auto oder Bus, verbessert wird. Das Projekt ist Teil von “Elektromobilität verbindet”, einem Schaufensterprojekt von Bayern und Sachsen, das die E-Mobilität forcieren soll und auch vom Bund gefördert wird.

Im Stromer schneller zum Ziel

Doch was sind die Vorteile einer solchen Lösung, was die Nachteile?

Ein Vorteil ist sicherlich, dass durch die Freigabe von Busspuren die Attraktivität von Elektroautos erhöht wird. Man kommt schlicht schneller ans Ziel. Das könnte den Verkauf von E-Autos ankurbeln und für einen grüneren Verkehr in deutschen Großstädten sorgen.

Ein Pro-Argument ist auch, dass durch die Freigabe der Busspur dessen Durchsatz erhöht wird. Soll heißen: Mehr Menschen kommen schneller von A nach B. Wenn viele Elektroautos auf den Sonderspuren unterwegs sind, entlastet das auch den Gesamtverkehr.

Leserkommentare
  1. Autos mir Gasantrieb? Für Autos mit politisch korrekten Außenmaßen? Für sonstwas scheinbar ökologische?

    3 Leserempfehlungen
    • Hans B
    • 29. März 2013 11:01 Uhr

    wieso nicht auch für Solardachbesitzer , Windmühlenbetreiber und die Mitglieder des Bundesverbands für erneuerbare Energien (BEE) , auch das würde doch für politisch korrektes Investment sorgen und eine deutlich sichtbare soziale Differenzierung erlauben.

    Und dann könnte man natürlich auch die politisch korrekte Einstellung fördern:
    - Mitglieder von BUND, NaBU etc. auf dem Weg zum Einlegen von Widersprüchen gegen neue Strommasten und Windräder...
    -Und narürlich für Mitglieder der Grünen , natürlich nur mit Parteiausweis
    - Selbstverständlich auch für Regierungsmitglieder vom Stadtrat bis zum Bundestag
    - Hr. Seehofer auf Lebenszeit wg. der Verhinderung der Anpassung der PV-Subventionen zum Wohle seines Süddach-Klientels usw.

    Das normale Volk soll schliesslich erkennen das es nicht reicht, für den Strassenbau seine Steuern zu zahlen um einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen!

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    Wir schaffen es nicht, die Trümmer der ersten Energie-Subventionsorgie zu beseitigen und planen schon die Nächste. ich kann nur hoffen, daß sich die Partei "Alternative für Deutschland" diesem in der Welt einmaligen Wahnwitz annimmt! Wenn Deutschland tatsächlich seine CO2-Minderung schaffen sollte, würde die "Zwei-Grad-Ziel-Grenze" nur 16 Tage hinausgezögert! Bei 0,30 €/kWh wird die welt uns folgen und riesige Exportmärkte für unsere Windräder eröffnen....Tolle Aussichten!

  2. Ein Elektoauto, das seinen Strom aus einem Kohlekraftwerk bezieht, hat eine schlechtere Klima- und Umweltbilanz als ein Benziner.

    Statt auf Teufel komm raus Elektroautos zu fördern, sollte man sich lieber auf Alternativen zum motorisierten Individualverkehr konzentrieren.

    6 Leserempfehlungen
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    ... noch so ein Lemming.

    Es ist schon interessant und irgendwo bezeichnend, dass für die Klimabilanz von Elektrofarzeugen IMMER die Energiequelle und der Energietransport einbezogen werden, bei Verbrennungsmotoren aber nicht.
    Hat sich bei derartigen Aussagen schonmal irgendjemand darüber Gedanken gemacht, welcher energetische Aufwand betrieben WIRD, nur damit der Sprit im ach so umweltfreundlichen Papa-Mobil landet?

    tss....

    Aber zum Thema: Busspur nutzen? Absoluter Schwachsinn! - Dann doch lieber ganze Fahrspuren oder sogar -bahnen bzw. Straßen separat ausweisen (nun nicht gerade auf den Haptverkehrswegen, aber z.B. auf Nebenstrecken). Umweltzonen haben wir doch eh schon ...

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Danke, die Redaktion/sam

    Ein Elektoauto, das seinen Strom aus einem Kohlekraftwerk bezieht, hat eine schlechtere Klima- und Umweltbilanz als ein Benziner.
    Und wie wollen Sie das schaffen, dass ein E-Auto seinen Strom nur aus einem Kohlekraftwerk bezieht?
    Atom- und sonstige Stromfilter gibt's immer nur am 1. April, da sind Sie heute etwas zu früh dran.

    Ein Elektroauto, dass seinen Strom aus dem deutschen Strommix bezieht, hat eine bessere Klima- und Umweltbilanz als ein Benziner.

  3. Norwgen ist einer der reichsten Staaten in Europa! Dank Öl und Erdgas! Norwegen hat mehr Wasserkraft , als im Land verbraucht werden kann. Wenn da einer mit so einem E-Auto in Bergen, Trondheim oder Oslo herumfährt, dann weil er guten Gewissens Privilegien in Anspruch nimmt. Was den Verbrauch - und nur diesen - anbetrifft, sonnt sich das gute Gewissen in der Tatsache , daß Hydro-Energie tatsächlich CO2-neutral ist! Lassen wir den 3% Norwegern mit ihrem sauberen Strom ihre paar E-Autos!
    Nun zu Dresden: Das ganze Projekt soll eines der viele "Schaufenster" sein, daß in dem Millionengrab (im doppelten Sinne des Wortes) "Nationale Plattform E-Mobilität" geplant wurde. Ausser den letzten unverdrossenen Protagonisten komm gar niemand mehr in die vielen Arbeitssitzungen, oder es wird die dritte Garde geschickt. In Genf war das Thema tot! Jetzt kommen als Nachhutgefechte die letzten Projekte zur probeweisen Anwendung! dafür wird wohlgemerkt Steuergeld ausgegeben. Sozialwissenschaftler führen jetzt Strichlisten, führen randomisierte Interviews und jagen die Ergebnisse durch Statistik-Programme! Wahrscheinliches Ergebnis: Nice to have; stört auch niemanden, weil gar keine E-Mobile die Sonderfahrspur blockierten; Positve Effekte für das Car-Sharing u.s.w.
    Da es in Dresden die Schwabing-Schickeria mit Dritt- und Viertautos gar nicht gibt, wird der Sozialunverträglichkeitseffekt unterhalb der von den Wissenschaftlern erfassten Oberfläche bleiben!

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  4. Ich verstehe das ganze nicht. Jeder kann jetzt doch schon über die Busspur fahren, wenn er in den Bus einsteigt?

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  5. Jetzt muss noch einer genau erklären warum Elektroautos so toll sein sollen.
    Sie mögen den MIV über dad Peak-Oil retten. Und Sie mögen auch mit heimischen Strommix etwas weniger CO2 ausstoßen.

    Aber die Akkus herzustellen und die Rohstoffe dafür sind auch sehr Umweltkritisch.
    Ich sehe den Sinn daran nichts. Wenn da Smarts oder Roller (wenn die einen guten Kat/E-Roller) auf die Busspur dürfen, hätte das mehr Sinn. Die würden für mehr Platz in der Stadt sorgen.

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  6. Wenn dann die E-Autos wenigstens die von ihnen erwarteten ökologischen Vorteile hätten, könnte man ja für den Anfang noch über eine derartige Priveligierung nachdenken! Aber bei unserem Strommix und den Einspeisebedingungen liegt das E-Auto nicht besser, als ein verleichbares CNG-Fahrzeug! Und mit welcher Begründung halte ich dann die vielen E-Fahrräder und E-Motorroller von den Sonderfahrspuren? Ok. Dann verstopft sich das Ganze von selbst und wird auf Busse und Taxis zurückgenommen!
    Das gleiche Experiment wäre in München zum Scheitern verursacht, weil hier tatsächlich die Kientel wohnt, die den shoppenden Kindern oder dem Friseurtermin der Ehefrau die Sonderfahrspur per teurem E-Mobil gewährleistet. Nich ohne Grund ist der Tesla-Importeur in München. Mit dem 100.000 €-Tesla auf der Sonderfahrspur am Stau vorbeirauschen, da kommt Freude auf! Und um so etwas zu untersuchen, werden Steuergelder verschwendet. Es ist nicht zu fassen!

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  7. Wir schaffen es nicht, die Trümmer der ersten Energie-Subventionsorgie zu beseitigen und planen schon die Nächste. ich kann nur hoffen, daß sich die Partei "Alternative für Deutschland" diesem in der Welt einmaligen Wahnwitz annimmt! Wenn Deutschland tatsächlich seine CO2-Minderung schaffen sollte, würde die "Zwei-Grad-Ziel-Grenze" nur 16 Tage hinausgezögert! Bei 0,30 €/kWh wird die welt uns folgen und riesige Exportmärkte für unsere Windräder eröffnen....Tolle Aussichten!

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