Hyundai i30Hyundai trifft den europäischen Geschmack

Der Hyundai i30 überzeugt auch als Diesel – Design und Verarbeitung können ohnehin mit dem Klassenprimus VW Golf mithalten. Auch der Preis ist akzeptabel. von Jürgen Wolff

Das Kompaktmodell i30 von Hyundai

Das Kompaktmodell i30 von Hyundai  |  © Hersteller

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen man sein Auto aus Korea verschämt zwei Querstraßen weiter geparkt hat. Mit den etablierten Modellen aus Wolfsburg, Köln oder Rüsselsheim können Fahrzeuge von Hyundai und Kia seit Langem mithalten, auch im Design, bei der Verarbeitung und im Hinblick auf die Wertigkeit. Auch das fünftürige Kompaktmodell i30 von Hyundai ist in der aktuellen zweiten Generation ganz auf den europäischen Geschmack ausgerichtet: Die Karosserie ist modern und schwungvoll gezeichnet und dadurch gefällig.

Der Innenraum ist ebenfalls ansprechend. Die Materialien wirken hochwertig, sind solide verarbeitet und teilweise geschäumt. Die Passagiere finden im i30 viel Raum, auch im Fond gibt es zwei vollwertige Plätze für Erwachsene. Der Sitz in der Mitte der Rückbank ist jedoch allenfalls für Notfälle und auf kurzen Strecken zumutbar.

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Vorn sind die körpergerecht geformten, komfortablen Sitze auch in der Höhe einstellbar und bieten einen guten Seitenhalt. Dank der großzügigen Verstellweite werden auch größere Fahrer kein Problem haben, eine entspannte Sitzposition zu finden – zumal sich das Lenkrad in Tiefe und Neigung anpassen lässt.

Die Sicht vom Fahrersitz aus ist nach vorn gut, nach hinten und vor allem schräg hinten aber eher mäßig. Schon die breite C-Säule stört beim Schulterblick. Und was sich direkt hinter dem Fahrzeug befindet, sollte man besser vor dem Einsteigen erkunden. Immerhin lässt sich für die Abmessungen des 4,30 Meter langen Wagens schnell ein Gefühl entwickeln. Wer es genauer braucht, kann für 650 Euro Parksensoren mitbestellen.

Der Lichtschalter nervt

Das übersichtliche Cockpit ist weitgehend intuitiv zu bedienen. Die kontrastreichen Anzeigen liegen gut im Sichtfeld, die Schalter sind ohne Verrenkungen zu erreichen. Die meisten davon leuchten im Dunkeln und sind darum einfach zu finden. Ein Ärgernis ist allerdings der Lichtschalter. Er ist im Blinkerhebel untergebracht. Das führt gelegentlich dazu, dass man blinkt, wenn man eigentlich bloß das Licht anmachen will. Lichtschalter gehören ans Armaturenbrett.

Das Volumen des Kofferraums ist allenfalls Durchschnitt. 378 Liter Gepäck lassen sich unterbringen. Immerhin ist der Laderaum so geformt, dass man auch größere Koffer oder Taschen gut verstauen kann. Die Kofferraumklappe schwenkt so weit nach oben, dass auch größer gewachsene Zeitgenossen problemlos darunter stehen können. Beim Einladen müssen die Lasten aber erst einmal über die hohe Ladekante gewuchtet werden – das ist schlecht. Bei umgelegter Rückbank passen bis zu 1.316 Liter in den Kofferraum. Das Umklappen der Sitzbank ist allerdings umständlich und fummelig.

Der getestete Hyundai i30 hatte einen Common-Rail-Dieselmotor mit einer Leistung von 94 kW (128 PS) unter der Fronthaube. Das rund 1,6 Liter große Triebwerk ist der stärkste Selbstzünder, den die Koreaner derzeit für den knapp 1,4 Tonnen schweren i30 anbieten. Ein besonders spritziges Temperament kann man dem Motor zwar nicht gerade bescheinigen – aber mit dem maximalen Drehmoment von 260 Nm reicht er völlig aus, um im i30 flott durch die Stadt zu wuseln oder längere Strecken entspannt hinter sich zu bringen.

Leserkommentare
  1. "Der Lichtschalter nervt" und das auch gleich noch als Zwischenüberschrift, damit es der Auftraggeber von Press-Inform nicht erst suchen muß. Und noch eins VW-konform drauf als Schlußsentenz des Absatzes: "Lichtschalter gehören (wie bei Volkswagen ...) ans Armaturenbrett."
    Allerdings erlaube ich mir die Bemerkung, daß wer beim Lichteinschalten am Blinkerhebel blinkt, statt Licht einzuschalten, schon ein ziemlicher Grobmotoriker mit Lerndefiziten sein muß.
    Na ja, die "hohe Ladekante", aber wie schreibt Auto Motor und Sport im direkten Vergleichstest Golf/i30: "Der Golf schluckt dann die schwersten Lasten, denn seine Zuladung liegt mit respektablen 513 Kilogramm über der der Konkurrenz. Die Höhe seiner Ladekante allerdings auch." Dumm gelaufen, Meister Wolff.

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    Zitat
    "Allerdings erlaube ich mir die Bemerkung, daß wer beim Lichteinschalten am Blinkerhebel blinkt, statt Licht einzuschalten, schon ein ziemlicher Grobmotoriker mit Lerndefiziten sein muß"

    Stimmt. Erschwerend kommt noch hinzu, daß ich beim Golf zum Einschalten des Abblendlichtes die Hand vom Lenkrad nehmen und nach links unten sehen muß, denn der Lichtschalter ist ziemlich weit vom Lenkrad entfernt. Und das ggf. bei 200 km/h.
    Wie war das mit vorbildlicher Bedienung?

  2. ... aus demselbsen Vergleichstest (hat's vorhin nur nicht richtig kopiert:
    "Einen Sack Blumenerde lädt man bei Kia oder Hyundai deshalb leichter ein." ...
    Wirklich dumm gelaufen, Meister Wolff.

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  3. Zitat
    "Allerdings erlaube ich mir die Bemerkung, daß wer beim Lichteinschalten am Blinkerhebel blinkt, statt Licht einzuschalten, schon ein ziemlicher Grobmotoriker mit Lerndefiziten sein muß"

    Stimmt. Erschwerend kommt noch hinzu, daß ich beim Golf zum Einschalten des Abblendlichtes die Hand vom Lenkrad nehmen und nach links unten sehen muß, denn der Lichtschalter ist ziemlich weit vom Lenkrad entfernt. Und das ggf. bei 200 km/h.
    Wie war das mit vorbildlicher Bedienung?

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  4. ... aber deswegen beim Lichteinschalten "versehentlich" blinken? Das geht gar nicht. Denn der Lichtschalter steht auf "Auto" und braucht mich gar nicht ;-)

    Eine Leserempfehlung
    • briggs
    • 26. März 2013 16:42 Uhr

    2,5 Dacias für eine Reissch........!!! Wer kauft denn sowas ?

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    Und von der Verarbeitung hält der Hyundai wahrscheinlich sehr viel länger als Ihre 2,5 Dacias. Und überhaupt: Was wollen Sie mit 0,5 Dacia anfangen? Einen Anhänger draus bauen? Dann gehen Ihre 2 ja noch schneller über die Wupper.

    ... einen Mercedes Citan Kombi? Ist ja auch nicht viel anders als ein Dacia.

    "24080,- € ???"

    Da wurde traurigerweise wieder mal falsch recherchiert.

    Die 24080 Euro bezahlt man für die Top-Ausstattung "Style" und nicht für die Basisausstattung, in der es diesen Motor gar nicht gibt.
    In der Ausstattung "Style" ist alles enthalten, was gut und teuer ist und man kann nicht mehr viel mehr dazu kaufen.

    Kann man alles hier nachlesen:
    http://hyundai.de/pages/m...

  5. Und von der Verarbeitung hält der Hyundai wahrscheinlich sehr viel länger als Ihre 2,5 Dacias. Und überhaupt: Was wollen Sie mit 0,5 Dacia anfangen? Einen Anhänger draus bauen? Dann gehen Ihre 2 ja noch schneller über die Wupper.

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    • briggs
    • 26. März 2013 18:55 Uhr

    ...ich würde weder so eine überteuerte reisschüssel fahren, noch so eine rumänische billigfahrmaschine. wenn schon holzklasse, dann wohl mindestens golf.

  6. ... einen Mercedes Citan Kombi? Ist ja auch nicht viel anders als ein Dacia.

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    Antwort auf "24080,- € ???"
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    • briggs
    • 26. März 2013 18:52 Uhr

    ....was haben die denn, ausser motorkomponenten gemeinsam ?

    • briggs
    • 26. März 2013 18:52 Uhr

    ....was haben die denn, ausser motorkomponenten gemeinsam ?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Hyundai | Kia | Diesel | Dieselmotor
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