Die Zeiten sind längst vorbei, in denen man sein Auto aus Korea verschämt zwei Querstraßen weiter geparkt hat. Mit den etablierten Modellen aus Wolfsburg, Köln oder Rüsselsheim können Fahrzeuge von Hyundai und Kia seit Langem mithalten, auch im Design, bei der Verarbeitung und im Hinblick auf die Wertigkeit. Auch das fünftürige Kompaktmodell i30 von Hyundai ist in der aktuellen zweiten Generation ganz auf den europäischen Geschmack ausgerichtet: Die Karosserie ist modern und schwungvoll gezeichnet und dadurch gefällig.

Der Innenraum ist ebenfalls ansprechend. Die Materialien wirken hochwertig, sind solide verarbeitet und teilweise geschäumt. Die Passagiere finden im i30 viel Raum, auch im Fond gibt es zwei vollwertige Plätze für Erwachsene. Der Sitz in der Mitte der Rückbank ist jedoch allenfalls für Notfälle und auf kurzen Strecken zumutbar.

Vorn sind die körpergerecht geformten, komfortablen Sitze auch in der Höhe einstellbar und bieten einen guten Seitenhalt. Dank der großzügigen Verstellweite werden auch größere Fahrer kein Problem haben, eine entspannte Sitzposition zu finden – zumal sich das Lenkrad in Tiefe und Neigung anpassen lässt.

Die Sicht vom Fahrersitz aus ist nach vorn gut, nach hinten und vor allem schräg hinten aber eher mäßig. Schon die breite C-Säule stört beim Schulterblick. Und was sich direkt hinter dem Fahrzeug befindet, sollte man besser vor dem Einsteigen erkunden. Immerhin lässt sich für die Abmessungen des 4,30 Meter langen Wagens schnell ein Gefühl entwickeln. Wer es genauer braucht, kann für 650 Euro Parksensoren mitbestellen.

Der Lichtschalter nervt

Das übersichtliche Cockpit ist weitgehend intuitiv zu bedienen. Die kontrastreichen Anzeigen liegen gut im Sichtfeld, die Schalter sind ohne Verrenkungen zu erreichen. Die meisten davon leuchten im Dunkeln und sind darum einfach zu finden. Ein Ärgernis ist allerdings der Lichtschalter. Er ist im Blinkerhebel untergebracht. Das führt gelegentlich dazu, dass man blinkt, wenn man eigentlich bloß das Licht anmachen will. Lichtschalter gehören ans Armaturenbrett.

Das Volumen des Kofferraums ist allenfalls Durchschnitt. 378 Liter Gepäck lassen sich unterbringen. Immerhin ist der Laderaum so geformt, dass man auch größere Koffer oder Taschen gut verstauen kann. Die Kofferraumklappe schwenkt so weit nach oben, dass auch größer gewachsene Zeitgenossen problemlos darunter stehen können. Beim Einladen müssen die Lasten aber erst einmal über die hohe Ladekante gewuchtet werden – das ist schlecht. Bei umgelegter Rückbank passen bis zu 1.316 Liter in den Kofferraum. Das Umklappen der Sitzbank ist allerdings umständlich und fummelig.

Der getestete Hyundai i30 hatte einen Common-Rail-Dieselmotor mit einer Leistung von 94 kW (128 PS) unter der Fronthaube. Das rund 1,6 Liter große Triebwerk ist der stärkste Selbstzünder, den die Koreaner derzeit für den knapp 1,4 Tonnen schweren i30 anbieten. Ein besonders spritziges Temperament kann man dem Motor zwar nicht gerade bescheinigen – aber mit dem maximalen Drehmoment von 260 Nm reicht er völlig aus, um im i30 flott durch die Stadt zu wuseln oder längere Strecken entspannt hinter sich zu bringen.