ForschungsförderungObama will Milliarden für umweltfreundliche Autos ausgeben

Der US-Präsident hat die Entwicklung alternativer Antriebe zu einer Frage der nationalen Sicherheit erklärt. Ungewiss ist aber, ob sein Programm den Kongress passiert.

US-Präsident Obama bei seiner Rede im National Argonne Laboratory in Chicago

US-Präsident Obama bei seiner Rede im National Argonne Laboratory in Chicago  |  ©REUTERS/Jason Reed

US-Präsident Barack Obama will die Erforschung alternativer Antriebe für Autos massiv fördern. Er kündigte ein Programm an, bei dem binnen zehn Jahren zwei Milliarden US-Dollar für die Entwicklung von weniger umweltschädlichen Wagen bereitgestellt werden sollen. Finanzieren möchte der Präsident das Vorhaben mit Geld, das seine Regierung über die Vergabe von Lizenzen für Öl-und Gasbohrungen vor den US-Küsten einnimmt.

Obama beschrieb das Programm bei einem Besuch im National Argonne Laboratory bei Chicago – einem Labor, das auf die Entwicklung von Batterien für Elektroautos spezialisiert ist. Zur Begründung verwies der Präsident auf die steigenden Kosten für fossile Brennstoffe: "Der einzige Weg, die Preisspirale für Benzin zu durchbrechen, ist es, unsere Autos und Lastwagen unabhängig vom Öl zu machen."

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Das Vorhaben muss vom Kongress bewilligt werden, in dem die Republikaner dominieren. Auch dort gibt es zwar Befürworter, dennoch gilt es als unwahrscheinlich, dass sich im Parlament eine Mehrheit findet. Der Demokrat Obama gab sich aber kämpferisch: Es gehe nicht nur darum, Geld zu sparen und die Umwelt zu schützen. "Es geht auch um die nationale Sicherheit."

"Dies ist schlicht eine kluge Idee"

Er rief den Kongress auf, seinen Plan für einen "Energiesicherheitsfonds" über die Parteigrenzen hinweg zu unterstützen. "Dies ist keine demokratische oder republikanische Idee – dies ist schlicht eine kluge Idee." Die Autos würden sauberer, die USA unabhängiger von Öl-Einfuhren und zugleich könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Mit dem Programm soll die Entwicklung alternativer Antriebe gefördert werden, teilte das Weiße Haus mit. Dazu gehöre die Erforschung von Bio-Treibstoffen, von neuen Batterien für Elektrofahrzeuge sowie von Autos, die mit Biogas angetrieben werden. Auch solle die Energieeffizienz von herkömmlichen Motoren verbessert werden.

Nach Angaben der Washingtoner Umweltbehörde (EPA) sind in den USA verkaufte Autos zwischen 2007 und 2012 deutlich spritsparender geworden. Ihre Wirtschaftlichkeit sei um 16 Prozent gestiegen. Der Kohlendioxid-Ausstoß sei im selben Zeitraum um 13 Prozent zurückgegangen.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 16. März 2013 16:09 Uhr

    In 10 Jahren ist der soweit, und Deutschland subventioniert immer noch eine einzige Idee. Das Elektroauto. Für die, die meinen, man brauche kein Auto, möge er Experten aus Deutschland holen. Die könnten dann die Städte abreissen, neu und enger bauen und die Gemeiden und Menschen zusammenpferchen.

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    Wie schwer sich die USA mit Neuerungen tun, und leider nicht nur sie, kann man hier sehen. Leider sind Elektroautos vor diesem Hintergrund ein alter Hut. Es gab sie nämlich schon von den bedeutenden Firmen und sie wurden wieder eingestampft alle miteinand. Allein die hohen Kosten könnten das Rad wenden.
    Wer dies hier sieht, dem geht jedenfalls der Optimismus in der Angelegenheit aus:
    http://www.wemepes.ch/pps...

    • 29C3
    • 17. März 2013 8:07 Uhr

    ist nicht zu toppen.

  1. Für solches ist es eigentlich schon zu spät. Um wirklich noch die verheerenden Folgen unserer Egoismus- und Verblendungskultur zu verringern, müsste es ein Autoverbot geben.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

    2 Leserempfehlungen
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    aber hallo 40 qm in France in der Stadt so 400000 Euro. Mieten konnte ich da nicht da kein Arbeitsvertrag, da freiberuflich. Also wohnte ich 40 Km ausserhalb. Zug, Bus weltfremde Zeiten, unsicher, unpuektlich und teuer. Ist in UK auch kaum besser. In welchem Paradies wohnen Sie denn? In UK muessen sie die Miete woechentlich zahlen......

  2. aber hallo 40 qm in France in der Stadt so 400000 Euro. Mieten konnte ich da nicht da kein Arbeitsvertrag, da freiberuflich. Also wohnte ich 40 Km ausserhalb. Zug, Bus weltfremde Zeiten, unsicher, unpuektlich und teuer. Ist in UK auch kaum besser. In welchem Paradies wohnen Sie denn? In UK muessen sie die Miete woechentlich zahlen......

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    Regionalisierung, Kompakte Städte, die nicht wie suburbia in Amerika das Brötschen ledigich durch den Besitz eines Benzinschluckers ermöglichen, Landwirrtschaft, aus dem Regionalbereich, Energiesparende Düngung, Energiesparendes Bauen, Städtebau, der die Arbeit fußläufig oder mit öffentlichem Nahverkehr ermöglicht. Carsharing, Fahrgemeinschaften usw. Wir könnten unwahrscheinlich viel eerreichen, wenn dem Bürger bewußt wäre, wie falsch die Datenerhebungen der INternationalen Energieagentur für 2030 sind und wie schwerwiegend ein bis 2030 ohnehin unvermeidbarer Rückgang der Nettoenergieversorgung aus fossilen energien für unsere Lebensweise ist.

  3. Das letzte, das den Ami´s unter den Nägeln brennt, sind umweltfreundliche Autos. Die wollen eher einen Job, der sie ernährt und eine Wohnung.

    4 Leserempfehlungen
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    • RGFG
    • 16. März 2013 17:14 Uhr

    zwischen der Entwicklung solcher Autos und dem Entstehen von Jobs mit "living wages"?

  4. Wie schwer sich die USA mit Neuerungen tun, und leider nicht nur sie, kann man hier sehen. Leider sind Elektroautos vor diesem Hintergrund ein alter Hut. Es gab sie nämlich schon von den bedeutenden Firmen und sie wurden wieder eingestampft alle miteinand. Allein die hohen Kosten könnten das Rad wenden.
    Wer dies hier sieht, dem geht jedenfalls der Optimismus in der Angelegenheit aus:
    http://www.wemepes.ch/pps...

    Eine Leserempfehlung
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    "Wie schwer sich die USA mit Neuerungen tun, und leider nicht nur sie, kann man hier sehen. Leider sind Elektroautos vor diesem Hintergrund ein alter Hut. Es gab sie nämlich schon von den bedeutenden Firmen und sie wurden wieder eingestampft alle miteinand."

    Für die, die es noch nicht bemerkt haben: Es gibt Elektrofahrzeuge auf dem Markt und man kann sie sogar kaufen!
    Allerdings gibt es hier im Bereich der Batterien, Leistungselektroniken, Elektromotoren und der Sicherheit noch sehr viel zu forschen, damit diese mittelfristig in das Preissegment der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor kommen. Weiterhin muss die Infrastruktur mit Stromtankstellen ausgebaut werden, damit auch das Aufladen klappt.

    Wer sich anschaut, wie hart umkämpft der Fahrzeugmarkt ist, der weiss, dass hier die Öl-Lobby keinen ernstzunehmenden Einfluss auf das Einführen von Elektrofahrzeugen nehmen kann. Falls eine Firma Elektroautos sehr günstig produzieren könnte, würde sie das sofort machen. Wir sind globalisiert! Jede Verschwörungstheorie greift hier komplett ins Leere...

    Und Vorsicht: die Reichweite wird noch relativ lange Zeit sehr überschaubar bleiben!

  5. das brutale Diktat Saudi Arabiens gestürtzt gibt es keinen Billigsprit mehr und die bis zur letzten Hebamme durchmotorisierte US-Gesellschaft werden flux die Tanks trocken laufen. Ahamdinedschad spottete unlängst mit Chavez (er ruhe in Frieden), dass sie Atomforschung höchstens zum Zwecke nuklear betriebender Fahrräder betreiben. Vielleicht mal darüber nachdenken...

    Ansonsten finde ich umdenken und an die eigene Nase fassen natürlich positiv, halt mal nicht unabhängige Staaten mit Ölvorkommen überfallen. Aber vermutlich ist es alles was die USA so verlauten lassen mal wieder nichts als heiße Luft, Selbstmarketing und im Grunde nicht "schlicht eine gute Idee", sondern "schlicht gelogen".

    • RGFG
    • 16. März 2013 17:14 Uhr

    zwischen der Entwicklung solcher Autos und dem Entstehen von Jobs mit "living wages"?

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Lieber Barak"
  6. ... man muss danach auch den Markt regulieren, sonst ändert sich am Verbrauch von fossilen Brennstoffen nicht viel. Spätestens dann müssen auch die deutschen SUV-Produzenten / Exporteure einen besseren Plan haben.

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
  • Schlagworte Barack Obama | Auto | Benzin | Elektroauto | Elektrofahrzeug | Energieeffizienz
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