Opel Cascada © Opel

Die aktuellen Temperaturen vor allem in Nord- und Ostdeutschland machen eher Lust auf Glühwein als auf eine Fahrt mit offenem Verdeck. Doch der Frühling ist nun nicht mehr weit. Rechtzeitig zum Start in die Cabrio-Saison hat Opel auf dem Genfer Autosalon eben sein neuestes Modell präsentiert, den Cascada. Es ist Opels erstes Cabrio seit dem Ende des Astra Twin Top, der 2010 aus dem Programm genommen wurde.

Dass der Hersteller mit dem Blitz im Logo trotz der existierenden GM-Probleme in der Lage ist, funktionierende Autos zu bauen, ist nicht erst seit dem Ampera bekannt. Dass Opel in puncto Design den Geschmack der Amerikaner treffen will, ist neu. Anders lässt sich die auffällig am Heck positionierte Chromspange nicht erklären. Auf den ersten kurzen Blick könnte man glauben, einen Chrysler Sebring an sich vorbeifahren zu sehen. Doch das ist schon alles, was der Cascada mit einem amerikanischen Auto gemeinsam haben könnte.

Die erste Taste, die ein Cabriofahrer in seinem neuen Wagen sucht, ist die, welche das Stoffverdeck öffnet und schließt. Im Cascada wandert der Finger dafür zur Mittelkonsole. Der Wagen verfügt über einen elektrohydraulischen Mechanismus, der die Haube innerhalb von 17 Sekunden öffnet – auch während der Fahrt bis zu einem Tempo von 50 km/h. Die beheizbare Glasheckscheibe verschwindet dabei hinter der Kofferraumabdeckung. Zieht unterwegs der Himmel zu, schließt sich das Verdeck auf Knopfdruck binnen 19 Sekunden wieder. Per Funkfernbedienung lässt sich die Haube auch von außen bewegen.

Bei geschlossenem Verdeck zeigt sich außerdem die Qualität, die Opel dem Cascada mit auf den Weg gegeben hat. Im Cascada Innovation, also der besseren der beiden Ausstattungsvarianten, wurde dem Verdeck eine zusätzliche Gewebeschicht verpasst, die für eine stark verbesserte Geräuschdämmung sorgt. Den Aufpreis von 3.600 Euro gegenüber der einfacheren Version Cascada Edition macht aber nicht nur das hochwertigere Verdeck aus. Die Variante Innovation bietet darüber hinaus ein adaptives Fahrlicht, Polster in einer Stoff-/Ledernachbildung und 18 Zoll große Leichtmetallfelgen.

Die Sitze in dem 1,44 Meter hohen Cabriolet sorgen für einen guten Seitenhalt und sind so bequem, dass man auch über längere Strecken schmerzfrei unterwegs ist. Einziger Nachteil: Der Fahrersitz lässt sich nur minimal in der Höhe verstellen und vermittelt ein unangenehm hohes Sitzgefühl. Zwar haben auch 1,90 Meter große Fahrer noch ein paar Zentimeter Luft zwischen Kopf und Verdeck, doch der Blickwinkel führt nur sehr knapp unterhalb des oberen Fensterholms vorbei.

Antrieb und Fahrwerk überzeugen im Cascada auf Anhieb. Zur Wahl stehen drei Benzinmotoren und zwei Dieselaggregate. Der getestete Vierzylinder-Turbobenziner mit 1,4 Litern Hubraum und 103 kW (140 PS) Leistung liefert dem Fahrer und seinen bis zu drei Mitfahrern völlig ausreichende Antriebskräfte. Der Motor ist kombiniert mit einem manuellen Sechsganggetriebe. Mit einem maximalen Drehmoment von 220 Newtonmetern kommt der Cascada innerhalb von 10,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht ein Tempo von bis zu 207 km/h. Der Cascada bietet sich allerdings viel mehr für einen gemütlichen Landstraßenausflug als für eine Tempohatz auf der Autobahn an.