Der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch würde gern Alfa Romeo als weitere Marke für den Volkswagen-Konzern übernehmen. Doch solange Fiat-Chef Sergio Marchionne beharrlich no sagt, übernimmt die VW-Tochter Seat zumindest ein bisschen die Alfa-Optik. Der Seat Leon SC, der im Juni auf den Markt kommt, zeichnet vor allem am Heck die sportlich-scharfe Kante des Alfa-Sportcoupés Brera nach, das bis 2010 am Markt war.

Aber auch das restliche Design des Dreitürers vermittelt jenes sportliche Ambiente, für das Alfa Romeo steht und das auch Seat gern erreichen möchte. Die Designer des Leon-Coupés haben vor allem auf das Dreieck als dynamische Form gesetzt. Es findet sich immer wieder am Auto: angefangen vom LED-Tagfahrlicht über die Speichen bis hin zur Form der Außenspiegel. Zudem ist die Heckscheibe stärker geneigt, was zum sportlichen Design beiträgt.

Überträgt sich die formelle Dynamik auch in eine fahrerische? Der Radstand des Leon SC ist gegenüber dem fünftürigen Bruder um 3,5 Zentimeter geschrumpft, die SC-Variante ist zudem 20 Kilogramm leichter. Beides führt dazu, dass das Coupé flinker um die Ecken kommt als das schon recht agile Grundmodell. Vor allem im Sportmodus ist der neue Seat quirlig. Wenn es etwas schnell in die Kurven geht, hilft die elektronische Differenzialsperre XDS feinfühlig dabei, die Traktion zu verbessern.

Dazu passt der Zweiliter-Diesel mit 150 PS wunderbar. Er dreht freudig hoch, ist aber angenehm leise. Die Reifen könnten allerdings etwas leiser abrollen. Die direkte Lenkung gibt den Straßenzustand leider etwas synthetisch an den Fahrer weiter.

Kein Problem beim Einsteigen in den Fond

Die Platzverhältnisse sind für ein Kompakt-Coupé großzügig. Der Einstieg auf die Rückbank klappt problemlos: Die Vordersitze lassen sich sehr weit nach vorn fahren, die Lehne klappt ebenfalls weit nach vorn. Im Fond ist selbst für großgewachsene Menschen genug Kopffreiheit vorhanden. Auf Kniehöhe könnte gern mehr Platz sein.

Das Cockpit ist solide verarbeitet, könnte aber etwas frischer wirken. In der von uns getesteten Ausstattungslinie FR verfügt der Fahrer zusätzlich über einen Fahrprofil-Schalter. Damit kann er die Lenkunterstützung, die Gasannahme und den Motorklang gemäß seinen Wünschen einstellen.

Das Gepäckabteil mit 380 Liter Volumen ist für ein Fahrzeug dieser Größe akzeptabel. Legt man die Rücklehnen der hinteren Sitze um, werden 1.150 Liter daraus. Allerdings entsteht dabei eine Kante auf dem Ladeboden, und die Ladekante ist ebenfalls zu hoch.