Seat Leon SCEin bisschen Alfa Romeo

Die Coupé-Variante des Seat Leon orientiert sich an italienischer Sportoptik. Doch auch die Qualitätsoffensive von Seat, dem Sorgenkind des VW-Konzerns, trägt Früchte. von Wolfgang Gomoll

Seat Leon SC

Seat Leon SC  |  © Hersteller

Der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch würde gern Alfa Romeo als weitere Marke für den Volkswagen-Konzern übernehmen. Doch solange Fiat-Chef Sergio Marchionne beharrlich no sagt, übernimmt die VW-Tochter Seat zumindest ein bisschen die Alfa-Optik. Der Seat Leon SC, der im Juni auf den Markt kommt, zeichnet vor allem am Heck die sportlich-scharfe Kante des Alfa-Sportcoupés Brera nach, das bis 2010 am Markt war.

Aber auch das restliche Design des Dreitürers vermittelt jenes sportliche Ambiente, für das Alfa Romeo steht und das auch Seat gern erreichen möchte. Die Designer des Leon-Coupés haben vor allem auf das Dreieck als dynamische Form gesetzt. Es findet sich immer wieder am Auto: angefangen vom LED-Tagfahrlicht über die Speichen bis hin zur Form der Außenspiegel. Zudem ist die Heckscheibe stärker geneigt, was zum sportlichen Design beiträgt.

Anzeige

Überträgt sich die formelle Dynamik auch in eine fahrerische? Der Radstand des Leon SC ist gegenüber dem fünftürigen Bruder um 3,5 Zentimeter geschrumpft, die SC-Variante ist zudem 20 Kilogramm leichter. Beides führt dazu, dass das Coupé flinker um die Ecken kommt als das schon recht agile Grundmodell. Vor allem im Sportmodus ist der neue Seat quirlig. Wenn es etwas schnell in die Kurven geht, hilft die elektronische Differenzialsperre XDS feinfühlig dabei, die Traktion zu verbessern.

Dazu passt der Zweiliter-Diesel mit 150 PS wunderbar. Er dreht freudig hoch, ist aber angenehm leise. Die Reifen könnten allerdings etwas leiser abrollen. Die direkte Lenkung gibt den Straßenzustand leider etwas synthetisch an den Fahrer weiter.

Kein Problem beim Einsteigen in den Fond

Die Platzverhältnisse sind für ein Kompakt-Coupé großzügig. Der Einstieg auf die Rückbank klappt problemlos: Die Vordersitze lassen sich sehr weit nach vorn fahren, die Lehne klappt ebenfalls weit nach vorn. Im Fond ist selbst für großgewachsene Menschen genug Kopffreiheit vorhanden. Auf Kniehöhe könnte gern mehr Platz sein.

Das Cockpit ist solide verarbeitet, könnte aber etwas frischer wirken. In der von uns getesteten Ausstattungslinie FR verfügt der Fahrer zusätzlich über einen Fahrprofil-Schalter. Damit kann er die Lenkunterstützung, die Gasannahme und den Motorklang gemäß seinen Wünschen einstellen.

Das Gepäckabteil mit 380 Liter Volumen ist für ein Fahrzeug dieser Größe akzeptabel. Legt man die Rücklehnen der hinteren Sitze um, werden 1.150 Liter daraus. Allerdings entsteht dabei eine Kante auf dem Ladeboden, und die Ladekante ist ebenfalls zu hoch.

Leserkommentare
  1. Da hat Wolfsburg wohl einen Lambo-Designer nach Spanien geschickt und gesagt: Macht einen Golf im Lambo-Optik.

    Synergieeffekte. Technik aus dem MQB und die Designsprache von Lamborghini.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • 29C3
    • 11. März 2013 20:34 Uhr

    Aber Sie haben einen schon mal gesehen gehabt, oder?

  2. "Auch der Allradantrieb wird in der Leon-Kombivariante ST kommen,
    [...]
    Ob es vom Cupra später einen Kombi geben wird, wird noch diskutiert."

    Das verstehe ich nicht ganz. Kommt der Kombi jetzt sicher, oder wird noch darüber diskutiert?

    "Gegen den Seat Leon SC sprechen: laute Abrollgeräusche, [...]"

    Entweder werden Motor- und Windgeräusche besonders gut gedämmt oder die speziellen Reifen auf dem Testfahrzeug erzeugten ungewohnte Geräusche. Mit anderen Reifen (Sommerreifen?) wäre es vielleicht besser.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und die Bereifung ab Werk haben nach einer gewissen Zeit, bei Tempo 30 angefangen zu jaulen. Das habe ich im übrigen auch von anderen gehört. Liegt vielleicht doch an der Bereifung die das Werk gewählt hat.

    Somit nicht gerade ein Plus für diese Marke.

    Im übrigen finde ich die allgemeine Qualität des Wagens in Ordnung, wären da nicht die Elektronikprobleme und deren Verarbeitung.

    Alle Türsteuergeräte mindestens 1 x getauscht, Kleinteile die zur Notabschaltung des Motors führen. (Ist besonders geil bei fast 180 auf der Autobahn und rechts alles voll mit LKW) Batterie leer, bei längerer Standzeit als 24h. Eingeklappte Aussenspiegel lassen sich erst wieder ausklappen, wenn die Innenraumbeleuchtung eingeschaltet ist, Tempomat beschleunigt selbstständig und noch ein paar lose Stecker, die über das Motormanagment den Turbo abschalten. (Aber da kann man bei Vollgas immerhin noch 100 fahren)

    Aber das allerschlimmste war, das Seat, nach genau 2 Jahren Garantiezeit keinen einzigen Fehler mehr bezahlen wollte. Kulanz totale Fehlanzeige.

    Wer sich das antun will, dem sage ich ehrlich das der Rest des Autos, top ist. Aber wer will schon 90% Auto.

  3. und die Bereifung ab Werk haben nach einer gewissen Zeit, bei Tempo 30 angefangen zu jaulen. Das habe ich im übrigen auch von anderen gehört. Liegt vielleicht doch an der Bereifung die das Werk gewählt hat.

    Somit nicht gerade ein Plus für diese Marke.

    Im übrigen finde ich die allgemeine Qualität des Wagens in Ordnung, wären da nicht die Elektronikprobleme und deren Verarbeitung.

    Alle Türsteuergeräte mindestens 1 x getauscht, Kleinteile die zur Notabschaltung des Motors führen. (Ist besonders geil bei fast 180 auf der Autobahn und rechts alles voll mit LKW) Batterie leer, bei längerer Standzeit als 24h. Eingeklappte Aussenspiegel lassen sich erst wieder ausklappen, wenn die Innenraumbeleuchtung eingeschaltet ist, Tempomat beschleunigt selbstständig und noch ein paar lose Stecker, die über das Motormanagment den Turbo abschalten. (Aber da kann man bei Vollgas immerhin noch 100 fahren)

    Aber das allerschlimmste war, das Seat, nach genau 2 Jahren Garantiezeit keinen einzigen Fehler mehr bezahlen wollte. Kulanz totale Fehlanzeige.

    Wer sich das antun will, dem sage ich ehrlich das der Rest des Autos, top ist. Aber wer will schon 90% Auto.

    • 29C3
    • 11. März 2013 20:34 Uhr

    Aber Sie haben einen schon mal gesehen gehabt, oder?

  4. Also für mich sieht das alles weniger nach Italien oder Spanien aus.
    Eher nach Bayern (Ingolstadt).
    Das Fahrzeug ist eher eine etwas auf krawall-gebürstete, ewige Variation des Audi-Designs. Den Kühlergrill etwas anders, die Ringe drauf und schon geht die Schaukel als Audi durch.

    Ein "Audi" für alle, die sich keinen richtigen Audi leisten können. Zur Frustbewältigung dann eine dicke Maschine in die Schaukel...

  5. . . . und die Gewissheit, gegenüber dem Audi A3 einen Qualitätssprung zwischen Motorhaube und Kotflügel von sage und schreibe 0,7 Millimetern zu haben. Lächerlich! Vielleicht sollten Autotester in ihren Berichten mehr Mut zur Lücke zeigen?t

  6. ... die zehntausendste sorgsam modulierte Lobhudelei auf irgendein Golf-Derivat noch (außer die Marketing-Abteilung "Konzern")? Zumal von den Diplom-Pressetext-Paraphrasierern von Press-Inform ...

    Eine Leserempfehlung
  7. "Die Coupé-Variante des Seat Leon orientiert sich an italienischer Sportoptik. "

    nicht annähernd eine Spur von italienischer Optik..von Alfa Romeo schon gar nicht..

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Design | Sergio Marchionne | Seat
Service