Beetle CabrioWie aus der guten alten Käfer-Zeit

VW hat vom Beetle nicht einfach nur eine Cabrio-Version aufgelegt – es gibt sie als besondere 60s Edition im Vintage-Look. Aus den Sechzigern stammt auch der Durst. von Stefan Grundhoff

VW Beetle Cabrio 60s Edition

VW Beetle Cabrio 60s Edition  |  © press-inform

An diese Farbe müsste man sich in Deutschland wohl nicht nur als Mann etwas gewöhnen. Hier im Art-Deco-Distrikt von Miami Beach passt der hellblaue Beetle genau richtig zur Umgebung. Das VW-Cabrio ist als schicke Sonderausgabe mit dem Namen 60s Edition unterwegs. Neben dem Lack in hellem Denim Blue erinnern Details wie das Zentralinstrument und die Platzierung des Handschuhfachs daran, dass ein Käfer schon in den 1960er Jahren eine große Nummer war.

Es ist früh am Morgen. Gleich erst geht die Sonne über dem Atlantik auf. Um diese Zeit ist auf dem sonst turbulenten Ocean Drive nicht viel los. Ein paar Leuchtreklamen flackern, und die Straßenkehrmaschinen lassen die Überreste der Nacht nahezu spurlos verschwinden. Wir machen uns in dem VW Beetle auf den Weg Richtung Fort Lauderdale. Das hellblaue Äußere täuscht über den Antrieb hinweg – das Cabriolet ist kein magerer Cruiser, sondern hat 200 PS unter der Haube.

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Die Leistung kommt von einem zwei Liter großen GTI-Motor mit Turboaufladung. In den USA ist die 60s Edition des Beetle Cabrio obligatorisch an den 200-PS-Motor gekoppelt, in Deutschland ist der Retro-Beetle nur bis 160 PS erhältlich. Der Antrieb sorgt in der 60s Edition nicht für Retro-Gefühle. Der Wagen ist ein Fronttriebler, die Antriebskräfte an der Vorderachse sind deutlich spürbar. Eben ganz anders als im klassischen Käfer mit seinem Heckmotor.

Ledersportsitze inklusive

Das sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe macht im Süden Floridas einen überzeugenden Eindruck. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 223 km/h, den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der offene VW Beetle in 7,3 Sekunden. Die Fahrleistungen sind zwischen Miami und Fort Lauderdale allerdings kaum auszufahren.

VW gibt den Normverbrauch mit 7,8 Litern pro 100 Kilometer an. Auf unserer Fahrt gab sich das Beetle-Cabrio mit 9,1 Litern zufrieden – zu viel für eine lässige Fahrweise mit geöffnetem Dach. Doch so waren wohl auch die sechziger Jahre: Der Verbrauch stand dort hintenan.

Wie man es von vielen leistungsstarken Modellen kennt, gibt es auf der Oberseite der Armaturentafel Zusatzanzeigen von Ladedruck, Öltemperatur und eine Stoppuhr. Bei Dunkelheit gefällt die dreifarbige Ambientebeleuchtung, die selbst die Ringe des Boxensystems einschließt. Die Ledersportsitze sind im 60s-Modell serienmäßig eingebaut. Man sitzt bequem, die Sitzposition ist gut, und Fahrer und Beifahrer haben in dem 4,25 Meter langen Cabrio ausreichend Beinfreiheit.

Leserkommentare
  1. ...für ein "Volks"wagen !
    35.000,- für ein Spielzeugauto....nett !

    Ist bestimmt ein Massenauto !!

    4 Leserempfehlungen
  2. habe ich meinen alten Käfer ganz anders in Erinnerung.

    6 Leserempfehlungen
  3. Langsam wird es langweilig, fast täglich Golf-Berichte zu lesen.
    Der Automarkt ist so vielfältig und interessant, und die Redaktion beschränkt sich auf den Golf, diesmal im Gewand des New Beetle, der gern die Coolness und den Erfolg des Mini nachahmen würde.

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    • spamme
    • 14. März 2013 14:55 Uhr

    hier bei Zeit, von den unseligen PressInform-Texten mal abgesehen. Schauen sie sich dagegen mal die Startseiten der großen Autozeitungen (AMS, Autoblöd, Autozeitung) an. Dort werden sie von Bildern der VAG-Produkte begrüßt, selbst wenn es sich um allgemeine Themen handelt (z.B. alle Neuheiten des Jahres), bei einer zusätzlich noch sehr großen Anzahl an Berichten zu VAG-Themen.
    Die Ergebnisse der Tests sind immer vorhersehbar, die Beschreibungen der VAG-Produkte sind an Euphemismen nicht zu überbieten.

    Zum Beetle selber, naja, der Preis ist schon übertrieben, vorallem wenn man den Preis in den USA zu Vergleich zieht. Wobei noch interessant wäre, ob in dem angeführten US-Preis die dortige Steuer schon einberechnet ist. Ich denke mal, dass durch den MQB auch hier eine großzügige Gewinnmarge möglich ist. Ich hoffe mal, dass Ford damals recht hatte damit, dass eine Firma, die zuviel Gewinn macht, genauso schnell zu ist wie eine, die pleite ist ...

  4. ... der Käfer hat weniger Benzin verbraucht!

    2 Leserempfehlungen
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    hat prblemlos 15l zu sich genommen. Mit 10l ging da nicht mal Schleichfahrt. Hat aber auch nur 7000.- DM gekostet inckl. metallic.

  5. Kein Heckmotor, -antrieb, kein Boxer, kein Typ 1...

    Wann werden die Volkswagenwerke endlich verstehen, daß auf einer Golfplattform kein Käfer entsehen kann. Dabei hätten sie doch jetzt ohne Probleme Zugriff auf die Porscheplattformen und -motoren...

    5 Leserempfehlungen
  6. ... frueher(tm) war ALLES besser... und Zeit macht sowieso nur VW/Opel/Renault/%beliebigeAutofirma%-Werbung...

    Leute, wer ein altes Auto will, der kauft sich eins. ICH persoenlich mag neue Autos, neue Sicherheitsstandards. Nichts gegen alte Autos, aber warum man neue Autos nach altem Standard bauen sollte, erschliesst sich mir wirklich nicht.

    Und wer keinen VW will... muss hier nicht lesen. So einfach ist das.

    Eine Leserempfehlung
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    ist doch hier nicht die Frage. VW versucht am Image, am Flair des alten Käfers anzuschliessen mit einer Retroversion und haut voll daneben.
    Es geht hier nicht um "früher war alles besser", sondern um eine selbstgestellte Zielvorgabe, die VW verfehlt hat.
    Lesen allein reicht nicht, man sollte sich auch mit den Inhalten auseinandersetzen.

    • spamme
    • 14. März 2013 14:55 Uhr

    hier bei Zeit, von den unseligen PressInform-Texten mal abgesehen. Schauen sie sich dagegen mal die Startseiten der großen Autozeitungen (AMS, Autoblöd, Autozeitung) an. Dort werden sie von Bildern der VAG-Produkte begrüßt, selbst wenn es sich um allgemeine Themen handelt (z.B. alle Neuheiten des Jahres), bei einer zusätzlich noch sehr großen Anzahl an Berichten zu VAG-Themen.
    Die Ergebnisse der Tests sind immer vorhersehbar, die Beschreibungen der VAG-Produkte sind an Euphemismen nicht zu überbieten.

    Zum Beetle selber, naja, der Preis ist schon übertrieben, vorallem wenn man den Preis in den USA zu Vergleich zieht. Wobei noch interessant wäre, ob in dem angeführten US-Preis die dortige Steuer schon einberechnet ist. Ich denke mal, dass durch den MQB auch hier eine großzügige Gewinnmarge möglich ist. Ich hoffe mal, dass Ford damals recht hatte damit, dass eine Firma, die zuviel Gewinn macht, genauso schnell zu ist wie eine, die pleite ist ...

  7. An dieser verqueren Überschrift erkennt man, daß deren Verfasser diese Zeit nicht selbst bewußt erlebt haben kann.

    3 Leserempfehlungen
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    ...ein Käfer...und die gute alte Käferzeit sah völlig anders aus...

    50 PS, Lederimitatsitze, Heckantrieb mit Boxer und im heißen Sommer offen Berge rauf wurde das Teil durchaus langsamer, weil dem Motörchen mit verschlechtere Luftzufuhr dank offenem Dach noch etwas wärmer wurde als ohnehin schon.

    Laut wars, langsam wars, undicht wars und am Ende war es vom Rost zerfressen.

    Die Nostalgie des Autors hingegen scheint vom Hörensagen aus verklärenden Büchern zu leben.

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