Frage: Herr Steinwascher, seit vier Jahren bauen Sie in China den Autohersteller Qoros auf. Wann wird das erste Modell, der Qoros 3, vor Ihrem Haus in Hannover stehen?

Volker Steinwascher: Noch in diesem Jahr.

Frage: Was werden die Nachbarn sagen?

Steinwascher: Gucken werden Sie bestimmt. Viele wissen ja, wer ich bin...

Frage: Der Ex-VW-Top-Manager, der ein Auto auf den Markt bringt, das von westlichen Automanagern konzipiert und zu niedrigsten Kosten in China produziert wird. Wie gefährlich sind Sie für Ihren Ex-Arbeitgeber?

Steinwascher: Wir sind nicht in einer Größenordnung, die für Volkswagen gefährlich wird.

Frage: Aber gefährlich genug, um VW-Chef Martin Winterkorn zu einem unschönen Gespräch mit Ihnen auf dem Genfer Automobilsalon im März zu provozieren.

Steinwascher: Er kam an unseren Messestand. Das Gespräch war nicht nett.

Frage: Worum ging es?

Steinwascher: Ich könnte mir vorstellen, dass es ihn ärgert, dass ich mich nicht mehr für VW engagiere.

Frage: Auf was muss er sich einstellen?

Steinwascher: Bis Ende 2015 kommt erst der Qoros 3 als Stufenheck-Limousine, dann eine Schrägheck-Limousine, dann ein Schrägheck als Crossmodell, dann ein Geländewagen, wahlweise mit Hybridantrieb, und schließlich ein Kombi.

Frage: Gibt es auch ein Elektroauto?

Steinwascher: Da sind wir vorsichtig, weil die Komponenten erst noch günstiger werden müssen. Wir können den Hybrid aber leicht auch als Plug-in-Hybrid anbieten, der rein elektrisch fahren kann, weil wir ein flexibles, modulares Baukastensystem haben. Die Konzepte für diesen Wagen liegen schon in der Schublade.

Frage: VW baut ebenfalls mit einem Baukastensystem Millionen Autos aus gleichen Bauteilen. Wie wollen Sie da mithalten?

Steinwascher: An manchen Stellen ist unser System womöglich sogar besser, weil wir von vornherein alle geplanten Varianten in unseren Konzepten einarbeiten und die Produktion nicht aufwendig umbauen müssen.