Leserartikel

TagfahrlichtSpritverschwendung durch falsches Licht

Wer tagsüber mit Licht Auto fährt, reduziert Unfälle. Leser Thomas Fuhrmann hat errechnet, wie stark es die Umwelt belastet, wenn man die falschen Scheinwerfer nutzt. von Thomas Fuhrmann

Sollten wir verpflichtet werden, tagsüber mit eingeschaltetem Licht Auto zu fahren? Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) plädiert dafür, weil Unfälle dadurch um mehr als drei Prozent reduziert werden könnten. Andere Studien sind da skeptischer. Doch während über den Sicherheitsaspekt rege diskutiert wird, kommt ein zweiter Aspekt zu kurz: Wie wirkt sich das Licht am Tag auf den Kraftstoffverbrauch aus?

BAST hat untersucht, wie viel CO2 durch inkorrekte Benutzung von Licht am Tag ausgestoßen wird: Schaltet man das Abblendlicht am Tag ein, erhöht sich der Kraftstoffverbrauch um etwa 0,1 bis 0,2 Liter auf 100 Kilometer. Mit speziellem Tagfahrlicht würde der Anstieg des Verbrauchs bei gleicher Strecke auf 0,02 bis 0,05 Liter begrenzt.

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Auch bei Autos mit Tagfahrlicht schalten viele Fahrer schon vor der Dämmerung ihr Abblendlicht an, vor allem bei Wolken oder regnerischem Wetter. Dadurch wird der Spritverbrauch erhöht, nicht jedoch die Sichtbarkeit. Die für die Nacht optimierte Lichtverteilung des Abblendlichtes leitet den größten Teil auf die Straße vor dem Auto, wo es tagsüber ungenutzt absorbiert wird. Tagfahrlicht aber richtet sich vor allem auf den Gegenverkehr.

Als ehemaliger Entwickler für Scheinwerfer und Elektro- und Informationstechniker habe ich eine Reihe von Zahlen dazu erhoben und sie mit Statistiken zum deutschen Straßenverkehr verknüpft. Ich kam zu folgenden Ergebnissen: In Deutschland werden durch die falsche Benutzung von Abblendlicht am Tag etwa 130.000 Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich ausgestoßen. Werden in einigen Jahren alle Pkws serienmäßig mit Glühlampen oder LEDs für das Licht am Tag ausgerüstet sein, steigt bei unverändertem Verhalten der CO2-Ausstoß auf zusätzliche 550.000 Tonnen pro Jahr.

Effizientere Technik bringt also nicht automatisch Einsparungen mit sich. Nur durch richtiges Nutzerverhalten können sich deren Vorteile voll entfalten. Es ist  Zeit, Autofahrern die richtige Verwendung von Tagfahrlicht zu erklären. Das fängt bei der Betriebsanleitung an. Darin werden die Elemente zur Bedienung beschrieben, nicht aber, wann man das Tagfahrlicht und wann besser das Abblendlicht einschalten sollte. Wichtig ist auch die Ausbildung in der Fahrschule.

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Leserkommentare
  1. Tagfahrlicht automatisch an, sobald der Motor läuft und der Wagen fährt. Lichtmessung der Umgebung und Hinweis auf "normale" Beleuchtung. Normale Beleuchtung deaktiviert Tagfahrlicht.

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    Es gibt Autos, die mit dem Motor das Tagfahrlicht anschalten. In Kanada ist das gesetzlich vorgeschrieben.
    Beim Auto einer Bekannten (Golf Plus) findet sich dabei keine Möglichkeit, diese Funktion abzuschalten; zumindest kennt Sie die nicht.
    Ich finde das aber nicht ausgereift. Denn erstens erfordert nicht jede Fahrsituation Licht. Und zweitens, und das habe ich schon durch nur sporadisches Mitfahren in besagtem Pkw erlebt, kann der Fahrer irrtümlicherweise denken, er habe bereits Abblendlicht an, und fährt dann so durch die Dunkelheit.
    Ich bin der Meinung des Autors, dass die Fahrer da besser geschult werden müssen - auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob man so eine Sicherheitsfrage unter Umweltaspekten diskutieren sollten. Das halte ich für eine falsche, aber eben modische Verknüpfung.

    • Tosal
    • 30. April 2013 11:12 Uhr

    Leider sind seit 3-4 Jahren viele Autos mit Abblendlicht als "Tagfahrlicht" unterwegs. Und das liegt nicht an den Autofahrern, sondern an der Fahrzeugen. Mangels echtem (LED-) Tagfahrlicht wird sehr häufig einfach das Abblendlicht dauerhaft eingeschaltet - das ist nicht abschaltbar. So bei meinem Passat Bj 2010. :(
    Zum Thema erhöhte Sicherheit gibt's noch was anderes: durch die vielen Lichter werden nun meiner Meinung nach die Motorräder leichter übersehen. Früher waren sie die einzigen mit Licht - sie waren daher auffällig. Heute leuchtet's überall ...
    Meiner Meinung nach sollte das Tagfahrlicht wieder abgeschafft werden: (noch) viel zu hoher Spritverbrauch und fragwürdiger Sicherheitsgewinn.

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    Von den Radfahrern mal zu schweigen ...

    • daxer
    • 08. Mai 2013 21:49 Uhr

    "Meiner Meinung nach sollte das Tagfahrlicht wieder abgeschafft werden"

    Völlige Zusimmung. Das Dauerblendlicht ist ein ähnlicher Wahnsinn wie E10 Benzin.

    Ich habe relativ lichtempfindliche Augen und fahre fast nur im Standverkehr. Diese Dauerfahrlichter sind bewußt auf eine deutliche schmerzhafte Blendwirkung ausgelegt, bei den neuen Golf z.B. scheint der Fernscheinwerfer statt mit 60 Watt ein weiterer Glühfaden halben Leistung betrieben zu werden. Die LED-Lampen bei vielen anderen Wagen sind genauso grell.

    Mit tun inzwischen regelmäßig die Augen so weh, daß ich nicht mehr ohne starke Sonnenbrille als Augenschutz fahren kann. Ich sehe dank des Blandwahnsinns jetzt weniger als vorher, ins. unbeleuchtete Fußgänger oder Fahrräder. Ob ich die Brille aufhabe oder ob sich die Pupillen wegen der Blendung von selbst zusammenziehen, kommt auf gleiche hinaus.

    Die 0.5 Millionen Tonnen Abgas pro Jahr scheinen mit eher zu wenig geschätzt. Die tragen natürlich auch dazu bei, daß über Australien das Ozonloch größer wird oder irgendwo in Bangaldesh noch ein paar mehr Menschen absaufen! Aber die sieht man ja nicht, und so ganz genau weiß man das auch nicht, also wenn für jeden Unfall, den wie hier eventuell sparen, in Hinterindien ein paar Leute hops gehen, dann war das eben alternativlos...

  2. Es gibt Autos, die mit dem Motor das Tagfahrlicht anschalten. In Kanada ist das gesetzlich vorgeschrieben.
    Beim Auto einer Bekannten (Golf Plus) findet sich dabei keine Möglichkeit, diese Funktion abzuschalten; zumindest kennt Sie die nicht.
    Ich finde das aber nicht ausgereift. Denn erstens erfordert nicht jede Fahrsituation Licht. Und zweitens, und das habe ich schon durch nur sporadisches Mitfahren in besagtem Pkw erlebt, kann der Fahrer irrtümlicherweise denken, er habe bereits Abblendlicht an, und fährt dann so durch die Dunkelheit.
    Ich bin der Meinung des Autors, dass die Fahrer da besser geschult werden müssen - auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob man so eine Sicherheitsfrage unter Umweltaspekten diskutieren sollten. Das halte ich für eine falsche, aber eben modische Verknüpfung.

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    ... zu deaktivieren sein. Ich selbst fahre seit 2,5 Jahren einen Skoda Octavia und habe eben diese Möglichkeit - über den Bordcomputer.

    1.) Hauptmenü
    2.) Einstellungen
    3.) Licht und Sicht

    Ich meine mich zu erinnern, dass im Passat / Gold die gleiche Funktion enthalten ist.

    lässt sich bei den neueren VW-Modellen m.E. im Sicherungskasten links unter dem Lenkrad abschalten.

    Mein Diskussionsbeitrag: Oft kommt es vor, dass ich besonders silbergraue Autos auf der Autobahn, wenn Sie kein Licht anhaben, übersehe. Besonders bei "grauem" Himmel - das Tagfahrlicht macht einfach alle Autos "sichtbar", was ich für sinnvoll halte.

    Zitat
    "ich bin der Meinung des Autors, dass die Fahrer da besser geschult werden müssen -"

    Häh? Schulung mit welchem Licht ich fahren soll? So richtig mit Zertifikat und Bußgeld wenn ich durchfalle?
    Wie kann man sich nur solchen Quark ausdenken.
    Am besten einen Nicht-VW kaufen, der fährt dank Licht-Sensor immer mit dem richtigen Licht - und zwar serienmäßig.

  3. "Die für die Nacht optimierte Lichtverteilung des Abblendlichtes leitet den größten Teil auf die Straße vor dem Auto, wo es tagsüber ungenutzt absorbiert wird."
    Die Zusammensetzung des Straßenbelags ändert sich doch nachts nicht, um Licht besser zu reflektieren. Erklärt sich die unveränderte Sichtbarkeit nicht eher aus der hohen Umgebungshelligkeit?

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    Es ist richtig, dass sich der Strassenbelag nachts nicht ändert. Doch nachts wird er nicht von der Sonne beleuchtet, so dass das Abblendlicht nicht mehr ungenutzt ist.

    Vielleicht ist die Wortwahl "absorbiert" etwas ungeschickt.

  4. Heres Ziel, aber wenn ich mir angucke, wie wenig Menschen noch nicht mal in der Lage sind, den verdammten Blinker richtig einzusetzen...

    Ich habe einen Führerschein und könnte mir ein Auto leisten.
    Hatte auch schon eines.

    Mittlerweile fahre ich wieder Bus, das ist besser für meinen Puls.

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    • Lefty
    • 30. April 2013 18:17 Uhr

    die Sache mit dem Nicht-Blinken ist das Schlimmste im Strassenverkehr überhaupt.Weist man jemanden darauf hin,erhält man patzige Antworten.
    Wie oft bin ich als Rennradfahrer dadurch in höchste Gefahr geraten,wenn ein am Strassenrand stehendes Auto plötzlich anfahrt und links rüberzieht.Bei uns an der Ecke (Dorf) blinken genau 3 Leute beim Linksabbiegen;einer bin ich und die anderen beiden kenne ich persönlich.

    lebe ich in einem sozialkritischen Ballungsgebiet. Aus leidlicher Erfahrung benutze den ÖPN-Verkehr nicht. Es ist besser für meinen Puls, unter anderem.

    ich könnte es Ihnen gleich tun.

    Wenn ich mich hier durchlese, nehme ich sofort das Busticket. Bei den fahrtechnischen Leistungen der meisten Mit?Menschen? sowieso zu empfehlen.

    Und bei allem von mir unterstütztem Umweltschutz: sollte nur ein Mensch gerettet, einer weniger schwer verletzt werden; LICHT AN!

    Und wenn einige Zeitgenossen einen Biker mit Licht nicht von einem PKW unterscheiden können, so empfehle ich allerdringendst die Umsetzung des von mir oben formulierten Wunsches!
    Das sind eben solche, die mit Xenon-Werfern auch eine Abblend-Automatik (sic!!) benötigen. Also eine Form der Hirnprothese ...

  5. Also ich kann nur jedem raten, zur eigenen Sicherheit auf Landstraßen mit Tageslicht / Ablendlicht zu fahren. Seit dem ich täglich 60 km Landstraße fahre, ist mir klar geworden, wie schlecht man Autos sieht, die kein Licht anhaben. Gerade beim Überhohlen von einem LKW kann man da ganz schön schnell ein Auto übersehen. Ich selber fahre daher grundsätzlich nur mit Ablendlicht (Tageslicht hat mein Wagen nicht) auf der Landstraße. Meine eigene Sicherheit ist mir diese 0.1 L - 0.2 L Mehrverbrauch doch wehrt.

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    Die Frage ist eben, was mit weiterhin unbeleuchteten Verkehrsteilnehmern wie Fahrradfahrern und Fussgängern passiert. Wollen sie auch Fussgängern ein "Tag-geh-licht" vorschreiben oder sind diese Menschen von nun an zum "Abschuss" freigegeben? Hier im ländlichen Raum sind Fussgänger auf Landstrassen zwar selten, aber durchaus vorhanden.

    Ich habe keine Probleme Autos zu erkennen, und ich fahre teilweise 500 km am Tag Landstraße.
    Wenn sie nichts erkennen, oder nur schlecht, wird eine andere Studie interessant, wonach nur knapp 40% der Autofahrer benötigte Sehhilfen tragen.

    Auch frage ich mich, wenn sie nur schwer bei Tageslicht unbeleuchtete Autos erkennen, wieso überholen sie dann? Schon in der Fahrschule lernt man, dass man sich vor einem Überholvorgang ganz sicher sein soll. Wenn auch nur der kleinste Zweifel besteht, soll man es nicht tun.

    Ansonsten sehe ich es wie Tosal und 3% sind nunmal eher im Bereich von Fehlerquoten und Fluktuationen angesiedelt, ganz zu schweigen davon, dass es andere Studien gibt, die etwas anderes sagen.

    ist leider nicht der einzige Kostenfaktor. Dazu kommen häufigeres Wechseln der nicht ganz billigen Leuchtmittel. Dazu kommt frühzeitiges Erblinden der Reflektoren und der Streuscheiben, was den frühzeitigen Ersatz des gesamten Scheinwerfers zur Folge hat. Dann wird's teuer.

    Unser Gehirn befiehlt uns, sich auf Licht zu fixieren und entdifferenziert so jeden Schatten. Das ist gefährlich, weil es uns eine eigene Sicherheit vorgaukelt, aber andere unbeleuchtete Objekte unsichtbarer macht.

    Lichtsmog ist Stress und verkürzt per se die Lebenserwartung.

    Machen Sie den Test: Begeben Sie sich bei klarem Nachthimmel auf eine unbeleuchtete Waldlichtung und träumen Sie sich in die Sterne - und kehren Sie in "zivilisierte" Gegenden zurück - es ist bei nur kleinster künstlicher Blendung unmöglich, das natürliche Licht der Sterne zu genießen.

    der wenig wert ist. Luftduck und Feuchte dürften mehr Auswirkung haben als die rund 120 Watt..... Oder ob man halt mit/ohne Niveaudifferenzen unterwegs ist. Sprich in Remscheid oder Dülmen fährt. Oder als Jungmann die Resonanzbeständigkeit seiner Blechdose mittels Subwoofer quält. Oder bei 12 Grad Außentemperatur die Bordatmosphäre per Klimaanlage verbessert. Ein Expressokocher auf der Mittelablage kommt auch nicht schlecht. Alles geschenkt wie meine Worte wohl auch.

    freue mich über jeden der Licht anhat. Gerade auf landstrasse mit Licht Schatten wechseln sehe ich die autos sonst viel später kommen.

  6. Nimmt man eine zurückhaltende Schätzung über die Unfallhäufigkeit durch fehlendes Taglicht, berechnet dann den durchschnittlichen Schaden und den erforderlichen Reparaturaufwand und versucht dann, diesen Aufwand in Energie umzurechnen, dann dürfte auch Herr Fuhrmann zu einem etwas anderen Ergebnis kommen.

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    • Nictoo
    • 02. Mai 2013 9:02 Uhr

    Die Österreicher haben erechnet das Tagfahrlich nichts bringt und es wieder zurück gezogen. Einzig die Autoherstellerlobbyisten verkaufen Tagfahrlicht als sinnvoll und argumentieren mit winterlichen Sichtverhältnissen in Skandinavischen Ländern. Man muss schon recht blauäugig sein um Tagfahrlicht als sinnvoll anzusehen oder man ist schwer Sehbehindert. Anders kann ich mir nicht erklären, dass man bei normalen Tageslicht Licht anmachen muss um etwas zu sehen.

  7. Es ist richtig, dass sich der Strassenbelag nachts nicht ändert. Doch nachts wird er nicht von der Sonne beleuchtet, so dass das Abblendlicht nicht mehr ungenutzt ist.

    Vielleicht ist die Wortwahl "absorbiert" etwas ungeschickt.

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  • Schlagworte Auto | Autofahrer | CO2 | Fahrschule | PKW | Ausbildung
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