Elektroauto : Nissan macht den Leaf alltagstauglicher

Die Absatzzahlen des Leaf enttäuschen Nissan in Deutschland bisher. Im Juni kommt eine überarbeitete Version: günstiger und mit größerer Reichweite. Kann sie überzeugen?
Der überarbeitete Nissan Leaf © Hersteller

Mit dem Leaf wollte Nissan 2010 der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Gelungen ist es dem weltweit ersten Kompaktmodell mit reinem E-Antrieb bisher noch nicht richtig. Zwar ist der Fünftürer im Golf-Format mit bisher 58.000 Stück das meistgebaute Elektroauto der Welt, doch die höheren Verkaufsziele erreichte er bisher nicht.

Ändern soll das jetzt eine überarbeitete Version, die Nissan bereits als zweite Generation versteht und die für Europa nun in England gebaut wird. Eine echte Neuauflage ist der optisch kaum veränderte Leaf zwar trotz 100 Modifikationen nicht, aber er fährt sich doch im besten Sinne viel europäischer als die bisher aus Japan gelieferten Batterieautos. Vor allem lockt der neue Leaf mit einer größeren Reichweite und deutlich niedrigeren Preisen dank unterschiedlicher Ausstattungslinien, die die bisherige Einheitsausstattung ablösen.

So kostet der Leaf in der neuen Basisversion Visia nur noch ab 29.690 Euro inklusive Batterie. Wer den Akku im neu angebotenen Leasingverfahren zu Preisen ab 79 Euro pro Monat ordert, bekommt den Leaf sogar schon ab 23.690 Euro. Damit ist der Nissan das preiswerteste Elektrofahrzeug seines Segments. Kennzeichen der Sparversion sind Stahl- statt Leichtmetallräder und Halogen- statt LED-Scheinwerfer, die es in den teureren Ausstattungen Accenta und Tekna gibt.

Der Porsche-Pilot ist irritiert

Die mittlere Stufe Accenta, die ab 32.690 Euro mit Batterie zu haben ist, umfasst neben Leichtmetallfelgen und Rückfahrkamera auch dunkel getönte hintere Scheiben, während die Topausstattung Tekna (ab 35.090 Euro) neue luxuriöse Details wie Ledersitze, eine rundum kameragestützte Einparkhilfe und ein Sieben-Lautsprecher-Soundsystem von Bose bietet. Auf den deutschen Markt kommt der aufgefrischte Leaf im Juni.

Zu den wichtigsten Updates für mehr Alltagstauglichkeit als bisher zählen die komfortableren höhenverstellbaren Sitze mit mehr Seitenhalt und eine größere Kofferraumkapazität mit jetzt 370 statt 330 Litern. Für Fahrspaß sorgen die schnell ansprechende, direkte Lenkung und das neu abgestimmte, straffere Fahrwerk. Der Leaf bietet vorn wie hinten viel Platz für bis zu fünf Insassen. Die Materialien sind fast liebevoll sorgfältig verarbeitet und wirken europäischer als etwa im Toyota Prius Plug-in.

Die eigentliche Trumpfkarte spielt der Leaf aber durch die Art der Kraftentfaltung seines weiterhin 80 kW (109 PS) starken Elektromotors aus. Das Drehmoment von 254 Nm aus dem Stand heraus lässt beim Ampelsprint auch schon einmal Porsche-Fahrer zurückfallen und die fast lautlose Beschleunigung überrascht immer aufs neue – würde der Leaf nicht bis Tempo 30 Passanten durch kurze Pfeiftöne warnen.

Kommentare

42 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

63 Ampere ;-)

Ich wollte auch schon eine Antwort schreiben, bis ich über Ihre Antwort gestolpert bin. Ich weiß nicht ob das für andere interessant ist, aber es gibt auch Pläne die Akkus mit bis zu 63 A zu laden. Was technisch auf jeden Fall interessant wäre aber das machen dann wirklich nicht mehr alle Haushaltsicherungen mit, hätte aber auf jeden Fall das Potential die Ladezeit drastisch zu reduzieren (wenn die Autos das unterstützen). Dann aber gleich auf unter ein Zehntel.

Quelle:
http://www.goingelectric....

Immer mit der Ruhe ...

Offensichtlich gilt auch für die Akkus in Elektrofahrzeugen, für eine optimale Lebensdauer der Akkus ist eher "gemächliches" Aufladen von Vorteil.
Wobei hierbei stets einzuschränken ist, die Akkus sind der Teil des Ganzen in denen noch das größte Potential für weitere Entwicklung steckt. Welche Eigenschaften zukünftig machbar sein werden, da wird weltweit daran geforscht, insofern sollte man / Frau die heute machbaren Eigenschaften keinesfalls als "gegeben" betrachten.