Der Termin ist clever gewählt: Zeitgleich zum Elektromobilitätsgipfel der Bundesregierung und der deutschen Automobilindustrie hat Audi in dieser Woche ebenfalls in Berlin Medienvertretern seine Elektrostrategie präsentiert. Die Journalisten konnten auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof den Kleinwagen A1 e-tron und den Supersportwagen R8 e-tron testen. Beide haben allerdings einen gravierenden Nachteil: Sie werden nicht gebaut.

Audi hat seine hoch fliegenden Elektropläne deutlich eingedampft. Verantwortlich dafür ist Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer, der im Herbst 2012 von Porsche kam. Er strich das Programm im Winter zusammen. "Wir müssen mit jedem Auto Geld verdienen", verteidigt Dürheimer die Neuausrichtung. "Nicht unbedingt von Anfang an, aber es muss ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein."

Darum fiel der A1 e-tron, ein Elektrofahrzeug mit zusätzlichem Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer, genauso durch wie das reine Elektrofahrzeug R8 e-tron. Der Audi-Manager sieht in beiden Fällen keine Chance auf ein finanziell erfolgreiches Geschäftsmodell. Technisch präsentieren sich beide Fahrzeuge ausgereift: der elektrische A1 als sauberes Stadtauto, der elektrische R8 als Racer mit unglaublichem Spaßfaktor.

Audi verzichtet auf reine Elektroautos

Doch die Batteriepreise waren zumindest für den Stopp des R8 e-tron ausschlaggebend. "Wir brauchen einen Durchbruch in der Speichertechnologie", sagt Dürheimer. Ein solcher sei im Moment nicht in Sicht.

Audi setzt auf Geheiß des Konzern-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und des Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch nun zunächst ausschließlich auf den Plug-in-Hybrid. Bei dem darf die Batterie deutlich kleiner und damit billiger ausfallen. Immerhin haben die Ingolstädter mit dem Audi A3 e-tron hier ein Produkt vor dem Marktstart – von Anfang 2014 an soll er tatsächlich zu haben sein, mit der gleichen Technik wie der kommende E-Golf.

Im stromernden A3 kombiniert Audi einen 1,4 Liter großen Benzinmotor und einen Elektroantrieb. Gemeinsam leisten die beiden Aggregate 150 kW (204 PS) und bieten ein Drehmoment von bis zu 350 Newtonmetern. Die vor der Hinterachse platzierte Lithium-Ionen-Batterie speichert so viel Energie, dass damit immerhin 50 Kilometer rein elektrisch zurückgelegt werden können. Danach muss der Benzinmotor ran.