Lichttechnik : Es werde Laserlicht

LED ist fast wieder von gestern: Die nächste Generation der Autoleuchten steht bereits vor dem Durchbruch, Xenon und Halogen werden verschwinden.
Die Studie des Hybridsportwagens BMW i8 mit Laserlicht © BMW

Das LED-Licht, eben erst im Automobil aufgetaucht, muss den Titel "führende Scheinwerfertechnologie" wohl in wenigen Jahren schon wieder abgeben – der Laser gilt als das nächste große Ding. Und das ist nicht alles: Während der Laser die Hauptbeleuchtung übernimmt, ersetzt in Blink- und Rückleuchten OLED die bekannten Lampen und Dioden.

Dass in OLED die drei Buchstaben LED für Light Emitting Diode vorkommen, ist kein Zufall. Auch eine OLED ist eine Leuchtdiode, allerdings eine organische, was sich in dem zusätzlichen O ausdrückt. Bisher beschränkt sich der Einsatz der OLED-Technologie hauptsächlich auf Bildschirme und Displays, doch auch am Auto ist sie sinnvoll. Vor allem, weil so eine Beleuchtung kaum Platz beansprucht.

Das OLED-Prinzip funktioniert so: Organische Materialien sind in hauchdünne Glasscheiben eingeschlossen. Wird durch die organische Schicht Strom geleitet, beginnt sie zu leuchten. Von der Molekülstruktur hängt die Farbe des Lichts ab, etwa das Orange eines Blinkers oder das Rot einer Rückleuchte.

Der Einsatz am Auto hat zwei große Vorteile: die geringe Dicke der OLED und die Formbarkeit solcher flächigen Lichtquellen. Außerdem wollen die Autohersteller langfristig die Zahl der Löcher in der Karosserie verringern, die bislang zur Aufnahme der Leuchten nötig sind – werden die OLED als Folie auf dem lochlosen Auto aufgebracht, erhöht das die Karosseriesteifigkeit.

Türgriffe, die nachts leuchten

Die OLED sollen nach dem Willen der Entwickler aber nicht nur außen leuchten, sondern auch im Innenraum. Denkbar ist laut Christian Bölling von Osram etwa ein beleuchteter Dachhimmel, und auch Bereiche des Fußraums und weitere Details ließen sich so erhellen. Eine weitere Idee sind scheinende Flächen in einem bisher leuchtfreien Bereich des Fahrzeugs: der Seite. Recht praxisnah ist die Idee, auf diese Weise bei Dunkelheit die Türgriffe zu erhellen, damit die Insassen nicht ins Leere greifen.

Bölling sieht einen ersten Serieneinsatz der OLED für das Jahr 2015, und zwar in Form von Rückleuchten. Bis dahin muss jedoch weiter an der großen Schwäche der organischen Dioden gearbeitet werden: Sie sind ziemlich hitzeempfindlich. Das Problem dabei sind nicht die vom Fahrzeug selbst erzeugten Temperaturen, sondern die Hitzeeinstrahlung der Sonne im Sommer. Sie heizt das Blech auf und bringt die OLED zum Schmoren.

Mit den Temperaturen hat die andere neue Lichttechnik, der Laser, keine Probleme – eher damit, dass man ihn nicht ungezügelt auf die Menschheit loslassen kann. Schließlich wird die Energie von Laserstrahlen auch genutzt, um harte Materialien wie Metall zu zerschneiden. Daher wird das kommende Laserlicht auch nicht direkt aus den Scheinwerfern der Autos strahlen. BMW etwa kündigt an, dass die blauen Laserstrahlen zunächst mit einem Phosphor-Leuchtstoff umgewandelt werden. Das erzeuge ein rein weißes und auch für den Menschen angenehmes Licht.

Kommentare

23 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Techniker?

Lieber Autor, haben sie eigentlich viel Ahnung von Technik?

Es scheint mir weniger, wenn ich Folgendes lese:

"Laut BMW sind mit dem Laserlicht 170 Lumen pro Watt zu schaffen, bei herkömmlichen LED sind es 100 Lumen pro Watt. Zum anderen soll sich der Energieverbrauch gegenüber den ebenfalls als sparsam geltenden LED-Scheinwerfern noch einmal halbieren. Das senke auch den Kraftstoffverbrauch, heißt es."

Und das Kraftstoffeinsparen der kein Grund sein sollten, ist aberwitzig. Schonmal was von der EURO 6 Norm gehört?

Ja, Sie haben völlig recht

Mit 10 Watt sieht man bei Nacht mit der heutigen LED-Technik folglich schon sehr weit.
Bei dem Wirkungs- und Leistungsgrad der heutigen Fahrzeugmotoren, lässt sich der Mehrverbrauch bestenfalls berechnen und mit viel Glück auf dem Prüfstand nachweisen. Sind nicht alle Parameter bei den Testläufen absolut gleich, kann es schnell passieren, dass der Motor bei ausgeschaltenem Licht mehr verbraucht.

Laserdiode ≠ LED

Der Vorteil eines Lasers liegt wohl in der Erzeugung eines gerichteten Lichtstrahls. Mit einer geeigneten Optik davor kann man sehr kompakt eine Belechtungseinheit bauen. Herkömmliche Lampen, und LEDs sind da kaum besser, strahlen in alle Richtungen, man brauch also Reflektoren und Kondensoren, trotzdem hat man hohe Streulichtanteile (fahren sie mal nachts auf einem Radweg neben einer Bundesstraße, da kann man das gut sehen).
Mir scheint eher die Leistung rätselhaft, 170lm/Watt würde mehrere Watt Leistung bedeuten, ich kenne nur mW Laser von der Stange.

Halt immer noch eine Diode.

Mir ist nicht ganz klar, was jetzt so der umwerfende Vorteil eines Linsensystems gegenüber einem Spiegel ist...
Laserlicht an sich ist für ein Auto völlig sinnlos, was soll man mit monochromatischem Licht beim Fahren? Deswegen ja dieser Phosphordiffusor-Dings (der mich auch wirklich mal interessieren würde, kennt jemand einen Link? die werden bei BMW schließlich hoffentlich keinen neuen Ionen-Föhn entwickeln, ich hoffe schon noch, dass da auch was dahinter steckt)
In jedem Fall ist das neue System nicht so viel anders, als heutige LED-Technik. Da ist eine kleine, auf Halbleitertechnik basierende Leuchte, die Licht macht. Weder technisch noch praktisch die große Revolution, im Gegensatz zu zB der Idee von OLED auf Flächen in Bezug auf das Designe.