Rund 3.100 deutsche Kunden entschieden sich im vergangenen Jahr für einen BMW Z4. Das sind in der exklusiven Roadster-Klasse nicht wenig. Doch das Konkurrenzmodell Mercedes SLK fand mehr als doppelt so viele Käufer. BMW hat daher nun nachgelegt. Vor allem ein neuer Einstiegsmotor soll den Abstand zum Stuttgarter Wettbewerber nun verringern.

Dank des neuen Basisbenziners sinkt der Mindestpreis für den Z4 um 3.000 Euro auf nun 33.950 Euro. Der Neuzugang im Motorenprogramm ist einer der neuen Vierzylinder-Turbos, wie sie unter anderem auch im BMW 3er vorkommen. Der Basismotor ist ein zwei Liter großer Turbobenziner mit 115 kW (156 PS) Leistung und einem strammen Drehmoment von 240 Nm, das schon bei 1.250 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung steht. Das verspricht einen kraftvollen Durchzug vom Start weg.

Trotzdem klafft zu den Fahrleistungen der anderen Modelle eine ordentliche Lücke. Die Höchstgeschwindigkeit ist bereits bei 221 km/h statt bei 235 km/h erreicht, für den Spurt vom Stand auf 100 km/h braucht der Basis-Z4 eine Sekunde länger als die Version mit dem nächstgrößeren Vierzylinder mit 135 kW (184 PS). Andererseits bieten auch Audi TT und Mercedes SLK in der Basisversion nicht deutlich bessere Werte. Der Basisbenziner verbraucht im Normzyklus 6,8 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer.

Ein Facelift, das kaum auffällt

Die übrigen Motoren wurden leicht modifiziert, so dass nun alle Triebwerke den Anforderungen der Abgasnorm Euro 6 genügen. Das Leistungsband der jeweils zwei Vier- und Sechszylindermodelle reicht weiterhin bis 250 kW (340 PS). Wie der neue Basismotor sich schlägt, ließ sich bei ersten Fahrtests in München nicht überprüfen – BMW stellte lediglich das Topmodell sDrive 35si zur Verfügung.

Dieses bietet allerdings Fahrleistungen auf höchstem Niveau. Der 340 PS starke Sechszylinder-Turbo mit einem Drehmoment von 500 Nm bringt den Zweisitzer in 4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die Beschleunigung wirkt spielend leicht, der Normverbrauch von 9,0 Litern je 100 Kilometer lässt sich aber kaum einhalten. Der Z4 sDrive 35si kostet mindestens 57.600 Euro.

Abgesehen vom Antrieb geht der BMW Z4 auch mit kleinen Designänderungen in seine zweite Lebenshälfte. Der 4,23 Meter lange Stahldach-Roadster erhielt schwungvoller gezeichnete Blinker-Kiemen hinter den vorderen Radhäusern sowie ein leicht geändertes Scheinwerferdesign. Man muss aber schon genau hinschauen, um die Modellpflege wirklich zu erkennen. Am auffälligsten ist die neue Lackfarbe Valencia-Orange, die in einem Designpaket mit passend gestreiften Ledersitzen angeboten wird. Für das Paket verlangt BMW 3.550 Euro Aufpreis.

Darüber hinaus gibt es nur kleinere Änderungen, wie etwa neue Materialien im Innenraum und ein erweitertes Felgenprogramm. Die Serienausstattung umfasst weiterhin unter anderem Xenonlicht, Klimaanlage und ein CD-Radio. Gegen Aufpreis gibt es Komfort-Extras wie eine Sitzheizung und Einparksensoren. Auch das Windschott muss der Kunde selbst ordern.

Letztlich bleibt der Z4, was er war: ein Roadster mit gutem Raumangebot für die Passagiere, agilem Handling und präziser Lenkung. Doch auch die wenigen Kritikpunkte bleiben bestehen: So ist der Kofferraum bei geöffnetem Dach nur sehr umständlich zu beladen. Das sowieso schon straffe Fahrwerk wird in Verbindung mit den großen optionalen Felgen auf schlechten Straßen geradezu ruppig. Wer sich an diesen Punkten nicht stört, findet im Z4 den sportlichsten Vertreter im deutschen Roadster-Trio mit dem teureren Mercedes SLK und dem etwas günstigeren Audi TT.