Lexus ISAls Hybrid eine Klasse für sich

Gegen Audi, Mercedes und BMW in deren Heimat anzutreten, ist schwer. Der Lexus IS versucht es in einer Neuauflage – und hat einen echten Wettbewerbsvorteil. von Peter Eck

Lexus IS

Lexus IS  |  © Hersteller

Im Land von Mercedes, BMW und Audi haben es nicht-deutsche Premiummarken traditionell schwer. Die Toyota-Nobeltochter Lexus etwa versucht schon seit mehr als 20 Jahren, hierzulande auf relevante Absatzzahlen zu kommen. Auch mit dem neuen IS werden diese sicher nicht in den Himmel schießen, doch die japanische Mittelklasse kommt in ihrer dritten Generation in jeder Beziehung deutlich besser daher.

Vor allem ist sie nun erstmals auch mit Hybridantrieb erhältlich. Wer über die Anschaffung eines IS nachdenkt, sollte auf jeden Fall die Version 300h, also mit der Kombination aus Benzin- und Elektromotor, in Erwägung ziehen. Die ausgereifte, im Prinzip schon aus Fahrzeugen wie Toyota Prius, Auris oder CT200 bekannte Hybridarchitektur ist immer noch klar die beste am Markt. Zudem hält sich der Aufpreis zum reinen Benziner mit 2.500 Euro im Rahmen und erfüllt damit die Toyota-Strategie, Hybride künftig grundsätzlich zum Preis eines Dieselfahrzeugs anzubieten.

Anzeige

Der IS 300h kommt auf einen Normverbrauch von 4,3 Litern in der Basisversion. Wer zu den höheren und damit auch schwereren beziehungsweise anders abgestimmten Ausstattungslinien Executive, F Sport oder Luxury Line greift, muss mit wenigen Zehnteln mehr rechnen. Das wiegt aber nicht schwer, mit 99 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer bei einer Systemleistung von immerhin 164 kW (223 PS) hat sich der Mittelklasse-Hybride seine Effizienzklasseneinstufung A+ jedenfalls klar verdient.

Mehr Platz im Fond

Das Hybridsystem von Toyota erfüllt also auch im Lexus IS die Erwartungen – neu ist es allerdings nicht. Dafür wurde so ziemlich alles andere anders am neuen IS. Er ist deutlich gewachsen: in der Länge gleich um acht Zentimeter auf 4,65 Meter, in der Breite um einen Zentimeter auf 1,81 Meter.

Viel wichtiger ist aber, dass auch der Radstand um sieben Zentimeter auf jetzt 2,80 Meter zugelegt hat. Damit bietet der IS endlich auch auf den Rücksitzen genügend Beinfreiheit. Nur der Kopf stößt bei größer gewachsenen Menschen noch leicht an den Himmel des nach hinten abfallenden Dachs. Da die Lexus-Ingenieure die Hybridbatterie erstmals unter dem Kofferraum eingebaut haben, fällt dessen Volumen mit 450 Litern etwas kleiner aus als im IS mit Verbrennungsmotor (480 Liter Kofferraum).

Die Gestaltung des IS orientiert sich an den größeren Lexus-Limousinen GS und LS. Beim IS wird das Design vor allem von einem breiten Rumpf mit relativ filigran aufgesetzter Kabine bestimmt. Die L-förmigen LED-Tagfahrleuchten und der Diabolo-Grill genannte Kühler setzen weitere optische Akzente.

Leserkommentare
  1. "Hybridmotor" ist ja lediglich die Angabe über einen Elektromotor der dem Verbrennungsmotor zur Seite gestellt wird. Was für ein Verbrennungsmotor ist überhaupt verbaut? Wie viel Hubraum hat er? Wie viele Zylinder? V- oder Reihe?Aufgeladen oder frei saugend? Wie viel Drehmoment leistet das System? Was für ein Getriebe ist verbaut? Und inwiefern ist die "bekannte Architektur" aus Prius Auris und CT200h "klar die beste am Markt"? Sind Sie mal den Jetta Hybrid oder einen BMW Active Hybrid gefahren?
    Ist rein elektrisches Fahren mit dem IS300h möglich, und wenn ja bis zu welcher Geschwindigkeit und Reichweite?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    Redaktion

    Lieber Mario Super,

    der Hybridantrieb im IS 300h besteht aus einem 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner (133 kW/181 PS) und einem 105 kW (143 PS) starken Elektromotor. Leistung Gesamtsystem: 164 kW (223 PS); maximales Drehmoment: 221 Nm (Benziner) + 300 Nm (Elektromotor).

    Ausserdem entnimmt man Ihrem Beitrag eine gewisse nationale Autoprägung, kann das ein? Vielleicht sind Sie bei AMS besser aufgehoben?

    • Kauri
    • 24. Mai 2013 13:11 Uhr

    Ich habe am Ende des Berichtes nocheinmal zurückgeblättert um wenigstens die wenig aussagefähige Systemleistung zu erhaschen. Nichts über den Motor, nichts über das Hybrid-Konzept, keine wahren Verbrauchswerte sondern nur die ökogerechte Fixierung auf den Wert des Norm-Zyklus. Nichts über das Feeling beim beschleunigen, nichts über den Batterietyp und nichts zum Thema Plug-In.
    In England würde man zu so einem Bericht sagen: poor!

  2. Vielleicht sollte man einfach einmal erwähnen, warum kein anderer Premiumhersteller in Deutschland einen Fuß auf den Boden bekommt? Na weil ab Passat und 3er BMW 80 -90% Firmenwagen sind, selbst beim Golf schon weit über 50%. Von den 3 Mil. Neuzulassungen im Jahr sind fast 2 Mil. Firmenwagen. Und da die meisten Deutschen Firmen nur Deutsche Autos leasen und das Geschäftsmodell der Hersteller hierauf optimiert ist, wird kein Lexus hier was reißen können.
    Zumeist spielt der Spritverbrauch dann auch keinerlei Rolle, da nimmt man doch gerne mal die große Maschine....

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...ist auch gut so. schliesslich beschäftigt die deutsche autoindustrie auch hunderttausende, größtenteils zufriedene steuerzahler.

  3. Redaktion

    Lieber Mario Super,

    der Hybridantrieb im IS 300h besteht aus einem 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner (133 kW/181 PS) und einem 105 kW (143 PS) starken Elektromotor. Leistung Gesamtsystem: 164 kW (223 PS); maximales Drehmoment: 221 Nm (Benziner) + 300 Nm (Elektromotor).

  4. Man baut zentnerweise teure und umweltunverträgliche Komponenten in ein normales Auto hinein, damit es im Endeffekt mehr Benzin verbraucht, als es das getan hätte, wäre seine Konstruktion nach ausgiebiger Forschung so modifíziert worden, daß es entsprechend leichter gewesen wäre. Das ist ja noch verdrehter als es sich der Schwejk, Joseph hätte ausdenken gekonnt.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo,

    1)
    niemand KAUFT leichte/kleine Autos:
    Audi ist z.B. mit seinem A2 bei den Käufern gescheitert.

    2)
    Hybrid Autos auf Toyota-Technologie sind die sparsamsten Benzinautos
    auf den Strassen.
    Siehe:
    http://www.spritmonitor.d...
    Und Diesel interessiert auserhalb von Europa niemanden.

    3)
    Wenn sie glauben, dass sie nach "ausgiebiger Forschung"
    ein leichtes und gleichzeitig billig herzustellendes Auto zustande bringen,
    dann gehen Sie doch bitte in die Autoindustrie und zeigen ihre
    Kunst! Aber bitte gestalten Sie es so, dass es auch jemand kauft.

    • Karl63
    • 24. Mai 2013 18:33 Uhr

    zeugt dieser doch eher von Unwissenheit.
    Selbstverständlich sind auch "Deutsche Premiumfahrzeuge" längst reichlichst mit Elektronik ausgestattet, ohne diese funktioniert in den PKWs auf unseren Straßen schon lange so gut wie gar nichts mehr. Auch diese wollen eines Tages umweltverträglich entsorgt / recycelt werden.
    Was Toyota als "Vollhybrid" entwickelt hat, ähnelt in der Funktionsweise mehr dem, was sich bei Diesel - Elektrischen Lokomotiven seit mehr als einem halben Jahrhundert im Alltag bewährt hat. Das von Toyota entwickelte Konzept mit Verbrennungsmotor und zwei E-Maschinen gestattet es, das Getriebe sehr viel einfacher und damit leichter aufzubauen als dies bei herkömmlichen PKWs notwendig ist. Insofern ist das zusätzliche Gewicht durch den Akku auch nicht unbedingt ein entscheidendes Thema.
    Überflüssig zu erwähnen, in der Praxis sind die vom Hersteller genannten Verbrauchswerte wohl real erreichbar.

  5. Ausserdem entnimmt man Ihrem Beitrag eine gewisse nationale Autoprägung, kann das ein? Vielleicht sind Sie bei AMS besser aufgehoben?

    Eine Leserempfehlung
  6. Hallo,

    1)
    niemand KAUFT leichte/kleine Autos:
    Audi ist z.B. mit seinem A2 bei den Käufern gescheitert.

    2)
    Hybrid Autos auf Toyota-Technologie sind die sparsamsten Benzinautos
    auf den Strassen.
    Siehe:
    http://www.spritmonitor.d...
    Und Diesel interessiert auserhalb von Europa niemanden.

    3)
    Wenn sie glauben, dass sie nach "ausgiebiger Forschung"
    ein leichtes und gleichzeitig billig herzustellendes Auto zustande bringen,
    dann gehen Sie doch bitte in die Autoindustrie und zeigen ihre
    Kunst! Aber bitte gestalten Sie es so, dass es auch jemand kauft.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Gedanken sind nicht stets parat.
    Man schreibt auch, wenn man keine hat."

    "niemand KAUFT leichte/kleine Autos:
    Audi ist z.B. mit seinem A2 bei den Käufern gescheitert."
    -------------------------------------
    Dafür ist der A1 der Renner, diese Aussage also widerlegt

    • Kauri
    • 24. Mai 2013 13:11 Uhr

    Ich habe am Ende des Berichtes nocheinmal zurückgeblättert um wenigstens die wenig aussagefähige Systemleistung zu erhaschen. Nichts über den Motor, nichts über das Hybrid-Konzept, keine wahren Verbrauchswerte sondern nur die ökogerechte Fixierung auf den Wert des Norm-Zyklus. Nichts über das Feeling beim beschleunigen, nichts über den Batterietyp und nichts zum Thema Plug-In.
    In England würde man zu so einem Bericht sagen: poor!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zitat
    "Nichts über das Feeling beim beschleunigen, nichts über den Batterietyp und nichts zum Thema Plug-In."

    Das kommt davon, wenn man als Tester ein Auto bewerten soll, das man gar nicht fahren darf.

  7. Zitat
    "Die fühlbare Qualität erreicht fast Audi-Niveau."

    Was soll das denn heißen? Lexus ist, was die Verarbeitungsqualität betrifft, über jeden Zweifel erhaben. Und was Audi betriff, da findet man eben am Armaturenbrett großflächige Plastikwüsten, die man natürlich mit allerlei Klavierlack, Alu und Holz aufpeppen kann, natürlich gegen Mehrbeitrag.
    Nur, daß bieten ander Hersteller auch.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Spruch ist nichts weiteres, als indrekte Werbung für Audi. Der Autor bleibt ja auch die Erklärung schuldig, was "gefühlte Qualität" ist und warum gerade Audi hier eine Referenz sein soll. VW-Massenware und Qualität auf Referenzniveau, dass passt nicht wirklich zusammen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Toyota | Benzin | Hybrid | Lexus
Service