Opel Mokka © press-inform

Späteinsteiger haben es nicht immer einfach. Das ist bei Autos nicht anders als bei Menschen. Darum stand dem Opel Mokka keine leichte Aufgabe bevor, als er sich im vergangenen Jahr aufmachte, im Segment der Kompakt-SUV Platzhirschen wie dem Nissan Juke, dem Škoda Yeti oder dem Mini Countryman Konkurrenz zu machen – ganz zu schweigen vom Volkswagen Tiguan. Da sind die über 100.000 Bestellungen, die bei Opel für den Mokka eingegangen sind, mehr als ein Achtungserfolg. Im April stand der Mokka im Segmentranking, das das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg monatlich erstellt, sogar auf Platz eins bei den SUV.

Der Kunde hat die Wahl zwischen einer Version mit Front- und einer mit Allradantrieb. Der Allradler kostet 2.000 Euro Aufpreis, ist aber die deutlich bessere Wahl, weil er auch auf regennasser oder vereister Straße ein souveränes Fortkommen garantiert. Das in dieser Klasse typische Untersteuern haben die Rüsselsheimer Ingenieure gut in den Griff bekommen. Ganz im Gegenteil: In schnellen Kurven lenkt beim 4,28 Meter langen Kompakt-SUV sogar das Heck leicht mit.

Der 1,7 Liter große CDTi-Dieselmotor ist allerdings schon angejährt. Er bietet zwar 96 kW (130 PS) Leistung und ein kräftiges Drehmoment von 300 Newtonmetern, doch dazu muss man zunächst die Marke von 1.700 Umdrehungen pro Minute überschreiten. Darunter müht sich der Selbstzünder allzu sehr – das können moderne Aggregate deutlich besser.

Auf der Autobahn wird's laut

Mit gut angepassten Gangwechseln lässt sich dieses Manko kaschieren, da der Diesel sich höheren Drehzahlen nicht verwehrt. Noch mehr Freude würde das allerdings bereiten, wenn die Gangschaltung etwas knackiger wäre. Jenseits der 2.000 Umdrehungen ist dann auch schaltfaules Gleiten möglich.

Auch auf schnellen Autobahnetappen liefert der Dieselmotor eine gute Leistung ab, er beglückt dabei aber die Insassen mit deutlich vernehmbaren Verbrennungsgeräuschen. Den ohnehin illusorischen Verbrauchswert von 4,9 Litern pro 100 Kilometer verfehlte der Mokka auf unseren Testfahrten deutlich. Real holte sich der Wagen auf 100 Kilometern 6,7 Liter Diesel aus dem Tank. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 184 km/h ausreichend. Ab Tempo 140 wird der Mokka jedoch laut und träge.

Bei der Fahrwerksabstimmung hat sich Opel für die komfortablere Einstellung entschieden. Was immer die Asphaltebene stört, der Mokka steckt es weg. Erst bei wirklich groben Schlägen kommt das Fahrwerk an seine Grenzen und reagiert polterig. Alles in allem lassen sich auch längere Fahrten entspannt absolvieren. Vor allem, wenn die Komfortsitze verbaut sind. Die dafür notwendigen 390 Euro extra sollten Käufer auf jeden Fall einplanen.