Opel-SUVDer Motor im Mokka ist kalter Kaffee

Opel brachte den Mokka heraus, als es schon einige Kompakt-SUV gab. Seither entwickelt sich der Mokka zum Opel-Erfolgsmodell. Wie schlägt er sich im Alltag? von Wolfgang Gomoll

Opel Mokka

Opel Mokka  |  © press-inform

Späteinsteiger haben es nicht immer einfach. Das ist bei Autos nicht anders als bei Menschen. Darum stand dem Opel Mokka keine leichte Aufgabe bevor, als er sich im vergangenen Jahr aufmachte, im Segment der Kompakt-SUV Platzhirschen wie dem Nissan Juke, dem Škoda Yeti oder dem Mini Countryman Konkurrenz zu machen – ganz zu schweigen vom Volkswagen Tiguan. Da sind die über 100.000 Bestellungen, die bei Opel für den Mokka eingegangen sind, mehr als ein Achtungserfolg. Im April stand der Mokka im Segmentranking, das das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg monatlich erstellt, sogar auf Platz eins bei den SUV.

Der Kunde hat die Wahl zwischen einer Version mit Front- und einer mit Allradantrieb. Der Allradler kostet 2.000 Euro Aufpreis, ist aber die deutlich bessere Wahl, weil er auch auf regennasser oder vereister Straße ein souveränes Fortkommen garantiert. Das in dieser Klasse typische Untersteuern haben die Rüsselsheimer Ingenieure gut in den Griff bekommen. Ganz im Gegenteil: In schnellen Kurven lenkt beim 4,28 Meter langen Kompakt-SUV sogar das Heck leicht mit.

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Der 1,7 Liter große CDTi-Dieselmotor ist allerdings schon angejährt. Er bietet zwar 96 kW (130 PS) Leistung und ein kräftiges Drehmoment von 300 Newtonmetern, doch dazu muss man zunächst die Marke von 1.700 Umdrehungen pro Minute überschreiten. Darunter müht sich der Selbstzünder allzu sehr – das können moderne Aggregate deutlich besser.

Auf der Autobahn wird's laut

Mit gut angepassten Gangwechseln lässt sich dieses Manko kaschieren, da der Diesel sich höheren Drehzahlen nicht verwehrt. Noch mehr Freude würde das allerdings bereiten, wenn die Gangschaltung etwas knackiger wäre. Jenseits der 2.000 Umdrehungen ist dann auch schaltfaules Gleiten möglich.

Auch auf schnellen Autobahnetappen liefert der Dieselmotor eine gute Leistung ab, er beglückt dabei aber die Insassen mit deutlich vernehmbaren Verbrennungsgeräuschen. Den ohnehin illusorischen Verbrauchswert von 4,9 Litern pro 100 Kilometer verfehlte der Mokka auf unseren Testfahrten deutlich. Real holte sich der Wagen auf 100 Kilometern 6,7 Liter Diesel aus dem Tank. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 184 km/h ausreichend. Ab Tempo 140 wird der Mokka jedoch laut und träge.

Bei der Fahrwerksabstimmung hat sich Opel für die komfortablere Einstellung entschieden. Was immer die Asphaltebene stört, der Mokka steckt es weg. Erst bei wirklich groben Schlägen kommt das Fahrwerk an seine Grenzen und reagiert polterig. Alles in allem lassen sich auch längere Fahrten entspannt absolvieren. Vor allem, wenn die Komfortsitze verbaut sind. Die dafür notwendigen 390 Euro extra sollten Käufer auf jeden Fall einplanen.

Leserkommentare
  1. Eine unsägliche, lustlos designte und technisch veraltete Rentnerschaukel.

    Hat jemand etwas anderes erwartet?

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    "Es ist und bleibt halt ein SUV"

    Wann werden diese überflüssigen Kisten endlich rechtlich wie ein LKW gehandhabt? Zumindest eine Abriegelung bei Tempo 130 sollte für alle SUVs Pflicht werden, da die Fahrer solcher Auto das technische Potenzial bei Regen, Glätte und Seitenwind meist hoffnungslos überschätzen. Bei starkem Regen sind es doch immer wieder die SUVs, die auf der linken Spur vorbeikacheln und dabei auch noch den Sicherheitsabstand deutlich unterschreiten. Vom hohen Spritverbrauch (dieser Test hier zeigt es mal wieder) einmal abgesehen.

    • 29C3
    • 30. Mai 2013 7:59 Uhr

    schlichten Kommentar gelesen.

    • JuHoCo
    • 29. Mai 2013 9:47 Uhr

    Warum Opel auf eine derart intensive Verarbeitung von Plastik setzt, bleibt fraglich. Meiner Meinung nach sieht die Front aus wie ein Spielzeug-Sandkasten-Autos meiner Kindheit. Eine ähnliche Situation findet sich im Innenraum wieder: Warum verarbeitet man so viel Plastik auf Kosten eines wertigeren Designs?
    Zudem sollte der Innenraum auch gründlichst überarbeitet werden, diese Tastenflut wirkt alles andere als übersichtlich. Zwar kann man sich dort einarbeiten, doch ich ziehe das aufgeräumte Design in meinem Cockpit (BMW) vor.

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    Plastik ist sowieso billiger als Metall. In Zeiten immer größerer Modellvielfalt und immer kleineren Serien aber besonders. Zuletzt ist Plastik noch leichter.

    Natürlich ist Plastik nicht das Produkt wo man mit Edel und co verbindet. Allerdings wäre ein Verzicht von Plastik wohl sehr teuer.

    Die Namensgebung "Kompakt-SUV" sagt doch alles über die Fragmentierung des Marktes.

  2. Plastik ist sowieso billiger als Metall. In Zeiten immer größerer Modellvielfalt und immer kleineren Serien aber besonders. Zuletzt ist Plastik noch leichter.

    Natürlich ist Plastik nicht das Produkt wo man mit Edel und co verbindet. Allerdings wäre ein Verzicht von Plastik wohl sehr teuer.

    Die Namensgebung "Kompakt-SUV" sagt doch alles über die Fragmentierung des Marktes.

    Antwort auf "Opel-typisches Design"
  3. Ist es nicht ein Kleinwagen-SUV? Es ist doch deutlich kleiner als der Tiguan, und das ist ja quasi die definition von Kompakt-SUV, da es auf dem Golf basiert.

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  4. "Es ist und bleibt halt ein SUV"

    Wann werden diese überflüssigen Kisten endlich rechtlich wie ein LKW gehandhabt? Zumindest eine Abriegelung bei Tempo 130 sollte für alle SUVs Pflicht werden, da die Fahrer solcher Auto das technische Potenzial bei Regen, Glätte und Seitenwind meist hoffnungslos überschätzen. Bei starkem Regen sind es doch immer wieder die SUVs, die auf der linken Spur vorbeikacheln und dabei auch noch den Sicherheitsabstand deutlich unterschreiten. Vom hohen Spritverbrauch (dieser Test hier zeigt es mal wieder) einmal abgesehen.

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    Nichts mehr. Was soll daran SUV sein, außer der Aufmachung?

    • vyras
    • 29. Mai 2013 17:24 Uhr

    ... einfällt, als das negative Image, dass der Marke Opel in der öffentlichen Diskussion manchmal angehängt wird, nachzuerzählen.

    Ich finde den Wagen optisch gelungen, da kann sich mancher Mitbewerber eine Scheibe abschneiden, technisch haben die Opel-Autos auch keine gravierenden Schwächen in den letzten Jahren. Der Markterfolg des Mokka zeigt mir, dass viele Leute das ähnlich sehen.

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    Tja, so gehen Meinungen auseinander. Ich zum Beispiel finde dieses Auto optisch ausgesprochen hässlich und finde, dass die anderen Autoherstellen sich davon ja nichts abgucken sollten. Wie ein Forist hier schon anmerkte, wirkt es extrem billig - wie ein Spielzeugauto.

    Desweiteren missfällt mir diese extrem abgelutschte Form. Alles ist rund oder gewölbt. Wie ein Viereckiger Bonbon, der rundgelutscht wurde. Es wirkt als wolle man vermeiden, dass man sich an irgendeiner Kante mal stoßen könnte oder so.

    Ausserdem wirkt er optisch nicht wie ein "SUV", sondern eher wie ein hochgelegter Kleinstwagen mit Dachrehling. Und bei dem Preis ein derartig billig wirkendes Cockpit anzubieten, grenzt an Frechheit.

    Ich möchte das nicht auf Opel beschränken, auch andere Marken haben (meinem Geschmack nach!) in letzter Zeit sehr viel falsch gemacht (Renault!?). Aber in diesem Artikel geht´s nun mal um eben jene Marke.

  5. Tja, so gehen Meinungen auseinander. Ich zum Beispiel finde dieses Auto optisch ausgesprochen hässlich und finde, dass die anderen Autoherstellen sich davon ja nichts abgucken sollten. Wie ein Forist hier schon anmerkte, wirkt es extrem billig - wie ein Spielzeugauto.

    Desweiteren missfällt mir diese extrem abgelutschte Form. Alles ist rund oder gewölbt. Wie ein Viereckiger Bonbon, der rundgelutscht wurde. Es wirkt als wolle man vermeiden, dass man sich an irgendeiner Kante mal stoßen könnte oder so.

    Ausserdem wirkt er optisch nicht wie ein "SUV", sondern eher wie ein hochgelegter Kleinstwagen mit Dachrehling. Und bei dem Preis ein derartig billig wirkendes Cockpit anzubieten, grenzt an Frechheit.

    Ich möchte das nicht auf Opel beschränken, auch andere Marken haben (meinem Geschmack nach!) in letzter Zeit sehr viel falsch gemacht (Renault!?). Aber in diesem Artikel geht´s nun mal um eben jene Marke.

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    • brchak
    • 30. Mai 2013 0:41 Uhr

    Sie schreiben:
    "Der 1,7 Liter große CDTi-Dieselmotor ist allerdings schon angejährt. Er bietet zwar 96 kW (130 PS) Leistung und ein kräftiges Drehmoment von 300 Newtonmetern, doch dazu muss man zunächst die Marke von 1.700 Umdrehungen pro Minute überschreiten. Darunter müht sich der Selbstzünder allzu sehr – das können moderne Aggregate deutlich besser."

    Ich wüsste gerne welcher Dieselmotor dieser größe und in diesem Preissegment (was Registeraufladung und ähnliches ausschließt) ein vergleichbares Drehmoment "deutlich" früher zur Verfügung stellt.

    Die Formulierung finder ich mehr als unglücklich...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Motor | Kaffee | Opel | Volkswagen | SUV | Flensburg
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