Die Türverkleidung enthält Holzfaseranteile, die Heckablage Zellulose: Für die Komponenten des Autoinnenraums setzen Automobilhersteller inzwischen immer öfter nachwachsende Rohstoffe ein, etwa auch Wolle, Naturkautschuk und Kokosfasern. Naturmaterialien sind gut für ein grünes Image der Marke, sie lassen sich aber auch leichter entsorgen.

Das ist für Hersteller ein entscheidender Punkt. Eine EU-Richtlinie zwingt sie zur Rücknahme und für den Halter zur kostenlosen Entsorgung ausrangierter Autos, und für neu zugelassene Autos gilt künftig eine Recyclingquote von 85 Prozent und eine Verwertungsquote von 95 Prozent. Mit Recycling ist dabei die Wiederaufbereitung der Abfallmaterialien gemeint, damit sie ein zweites Mal zum Einsatz kommen können; Verwertung heißt, dass man die Abfallmaterialien zumindest noch zu anderen Werkstoffen verarbeiten können muss.

Darum haben Designer und Ingenieure heute schon in der Frühphase der Fahrzeugentwicklung das Ende des Fahrzeugs im Blick. Design for Recycling heißt die neue Herangehensweise, bei der Materialien und Komponenten so ausgewählt und gestaltet werden, dass sie am Ende des Autolebens bei Demontage und Recycling möglichst unkompliziert zu handhaben sind.

Eine der wichtigsten Herausforderungen ist es, die Vielfalt der eingesetzten Kunststoffe einzudämmen. Bevor das Thema Recycling auf die Agenda der Branche kam, wurden zum Beispiel Armaturenbretter aus bis zu 20 verschiedenen Kunststoffen hergestellt. Ein solcher Mix lässt sich kaum wieder aufbereiten. Peugeot zeigte dann bei seinem Modell 607, dass man den größten Teil der Instrumententafel auch aus einem einzigen Kunststoff produzieren  kann, damit das Material am Ende des Autolebens in den Werkstoffkreislauf zurückgeführt wird.

Rücknahme vor 20 Jahren geregelt

Das Konzept der Zweitverwertung ist so neu nicht. BMW zum Beispiel hat schon in den 1960er Jahren ein Hochwert-Recycling-Werk errichtet, in dem Motoren, Elektronikkomponenten, Lichtmaschinen und andere Bauteile für den Einsatz in Gebrauchtautos aufbereitet werden. Damals sind allerdings Kostenvorteile die Triebfeder fürs Sammeln und Wiederverwerten von Bauteilen und Komponenten, die aus teuren Primärmaterialien hergestellt sind. Um wachsende Müll- und Altreifenberge, um Halden mit rostigem Metall, Batterien, Altöl, Glas und Kunststoffen schert sich die auf Konsum getrimmte Gesellschaft bis in die 1990er Jahre nicht.

Des Automobils entledigen sich die Bundesbürger jahrzehntelang so, wie sie es auch mit Dosen, Joghurtbechern und Verpackungen tun – das Gros landet auf der Halde, manches wird verbrannt. Rund 2,6 Millionen Fahrzeuge landen Jahr für Jahr auf den Autofriedhöfen der Republik.

Doch in den frühen 1990er Jahren erreicht die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann, allmählich auch die große Regierungspartei. Klaus Töpfer (CDU), damals Bundesumweltminister, will das Wachstum der Autoschrottberge mit einer drastischen Verordnung stoppen. Recycling-Kreisläufe sollen geschaffen werden, zunächst einmal für die Hälfte des anfallenden Altautomülls.