Škoda SuperbEin Hauch von Luxus ohne Premium-Preis

Der Škoda Superb fährt im Schatten der Konzernkonkurrenten VW Passat und Audi A4. Dabei bietet der jetzt aufgefrischte Tscheche mehr Platz als mancher A6-Wettbewerber. von Jürgen Wolff

Škoda Superb

Škoda Superb  |  © Hersteller

Enorm viel Platz im Fond und ein Regenschirm griffbereit in der Autotür: Wer das in einem Auto sucht, der bestellt sich einen Rolls Royce – oder einen frisch überarbeiteten Škoda Superb. Allerdings ist der Tscheche aus dem Segment der oberen Mittelklasse rund 20 Mal preiswerter als der Luxusbrite. Knapp 110.000 Exemplare wurden vergangenes Jahr produziert; 14.699 davon gingen an Kunden in Deutschland. Diese Zahl ist so schlecht nicht. Zum Vergleich: Der Opel Insignia wurde im gleichen Zeitraum knapp 21.000 Mal in Deutschland zugelassen, der Ford Mondeo rund 19.000 Mal.

Inzwischen ist die aktuelle Superb-Generation sechs Jahre auf dem Markt. Darum wurde es Zeit für eine Überarbeitung. Die aufgefrischte Variante kommt Anfang Juli zu den Händlern. Am meisten hat sich unter der Karosserie getan, doch auch die Front- und Heckpartie wurden überarbeitet. Details wie jenes, dass das Škoda-Logo nun zentral auf der Spitze der Motorhaube zu finden ist, fallen allerdings zumindest beim ersten Hinsehen kaum auf. Eher stechen die neu entwickelten Frontscheinwerfer ins Auge, die es erstmals mit Bi-Xenon-Leuchtkraft, integriertem LED-Tagfahrlicht und -blinker gibt.

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Innen hat sich ebenfalls nur wenig verändert. Neben Details wie neuen Farbkombinationen kann man nun auch vom rechten Rücksitz aus den Beifahrersitz elektrisch nach vorn gleiten lassen: Die Bedienknöpfe dafür sind – besser erreichbar – von der rechten auf die linke Seite der Frontsitze gewechselt.

Viel Platz für Mitfahrer und ihr Gepäck

Im Detail verbessert hat man die Twindoor-Heckklappe, bei der wahlweise wie bei einer Stufenhecklimousine nur der Kofferraum geöffnet werden kann, oder wie bei einem Schrägheckauto die Heckklappe samt -scheibe. Jetzt gibt es für jede der beiden Öffnungsarten eine eigene Taste, und man fummelt nicht mehr an einem Umschaltknopf herum.

Geblieben ist das große Platzangebot. Der Fahrersitz lässt sich für Zwei-Meter-Riesen weiter zurückschieben als in jeder Mercedes E-Klasse – und trotzdem ist dann hinten noch reichlich Platz übrig für die Knie der Mitfahrer. Ähnlich der Kofferraum: Er fasst bei der Limousine 595 Liter, beim Kombi 633 Liter (maximal 1.865 Liter). Das schaffen nicht einmal die gerade ausgelaufene S-Klasse von Mercedes-Benz oder der BMW 5er GT. Der Škoda-Kombi übertrumpft locker Laderiesen wie den VW Passat Variant (603 Liter). Nur das T-Modell der Mercedes E-Klasse bietet mit 695 Litern mehr Laderaum.

Am stärksten hat Škoda das Motorenangebot überarbeitet. Dank Start-Stopp-Automatik und der Rückgewinnung von Bremsenergie bei allen Dieselmotoren und dem Basisbenziner mit 125 PS ist der Verbrauch laut dem Hersteller um bis zu 19 Prozent zurückgegangen. Der Käufer hat die Wahl zwischen vier Benzinern und drei Dieselaggregaten, die Leistungen liegen zwischen 125 und 260 PS.

Leserkommentare
  1. ... angesichts vollwertiger Systeme im Smartphone ein fest installiertes "Navi" ordert (bzw. an dessen "Qualitäten" herummäkelt), hat entweder irgendetwas noch nicht verstanden oder ist Press-Inform-Mitarbeiter (oder beides).

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    Fest verbaute Systeme haben Vorteile die nicht von der Hand zu weisen sind. Ich - in Ihren Augen ein Unwissender - gebe Ihnen da gern ein paar Einblicke:

    Antennenproblematik:
    Eingebaute Systeme können die Antenne schön nach draußen legen, während man mit mobilen sich im Faradayschen Käfig erstmal einen abmüht. Wenn Sie jetzt sagen "Mit meinem Smartphone funktioniert das wunderbar", dann sage ich: Glückwunsch. Denn das funktioniert nur zu Lasten des nächsten Problems: Strom. Leistung hoch und Verbrauch ebenso. Na dann stöpseln Sie Ihr Handy im Auto an. Aber nicht jeder möchte Borg-Alkoven-Feeling im Cockpit.

    Weiterhin bleibt auch die Entwicklung im Bereich Navigation nicht stehen. In Zukunft wird Navigation mehr und mehr telematisch ans Auto angebunden. Damit meine ich nicht "Zeig mir mal den nächsten McDoof auf meiner Route", sondern die Kommunikation mit Assistenz- und Managementsystemen zb unter Betrachtung von Route, Geländeprofilen oder von mir aus auch Services wie Verkehrsaufkommen. Gerade bei Elektro- und Hybridfahrzeugen leiten sich nützliche Szenarien ab.

    Navigation im Fahrzeug wird weiter existieren und wird sich weiter entwickeln.

  2. Fest verbaute Systeme haben Vorteile die nicht von der Hand zu weisen sind. Ich - in Ihren Augen ein Unwissender - gebe Ihnen da gern ein paar Einblicke:

    Antennenproblematik:
    Eingebaute Systeme können die Antenne schön nach draußen legen, während man mit mobilen sich im Faradayschen Käfig erstmal einen abmüht. Wenn Sie jetzt sagen "Mit meinem Smartphone funktioniert das wunderbar", dann sage ich: Glückwunsch. Denn das funktioniert nur zu Lasten des nächsten Problems: Strom. Leistung hoch und Verbrauch ebenso. Na dann stöpseln Sie Ihr Handy im Auto an. Aber nicht jeder möchte Borg-Alkoven-Feeling im Cockpit.

    Weiterhin bleibt auch die Entwicklung im Bereich Navigation nicht stehen. In Zukunft wird Navigation mehr und mehr telematisch ans Auto angebunden. Damit meine ich nicht "Zeig mir mal den nächsten McDoof auf meiner Route", sondern die Kommunikation mit Assistenz- und Managementsystemen zb unter Betrachtung von Route, Geländeprofilen oder von mir aus auch Services wie Verkehrsaufkommen. Gerade bei Elektro- und Hybridfahrzeugen leiten sich nützliche Szenarien ab.

    Navigation im Fahrzeug wird weiter existieren und wird sich weiter entwickeln.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wer heute noch ..."
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    ... "weiterentwickelten" Systeme, selbständig zu denken und Entscheidungen zu treffen, werden immer mehr verkümmern. Aber das ist ja wohl gewollt. Schon der alte Henry Ford wußte: "Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß sich so wenige Leute damit beschäftigen."
    Übrigens: Es geht auch ganz ohne "Navi". Eine 200.000er Straßenkarte und ein Gran Orientierungssinn (soweit noch nicht "abtrainiert" ...) führen ebenso gut ans Ziel. Und bringen mehr "Feude am Fahren" als dieser ganze ach so nützliche Verblödungsschnickschnack. Wer zum Erkennen eines Streckenprofils ein "Navi" braucht. sollte ohnehin mal so einiges überdenken ...

  3. Also die Neuwagenpreise im letzten Absatz liegen in dem Beispiel doch kaum auseinander. Wenn ich 24.000 Euro für den Superb ausgeben kann, kann ich auch einen Tausender drauflegen wenn ich lieber Opel oder VW will.

    Der Skoda wird erst dann preiswerter wenn man gebraucht kauft, weil der Preisverfall bei Skoda ein bißchen stärker ist als bei VW.

    Aber dann holt wieder OPEL auf, denn da verfällt der Preis noch schneller ;-)

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    ... kauft heute noch nach Listenpreis?

  4. ... "weiterentwickelten" Systeme, selbständig zu denken und Entscheidungen zu treffen, werden immer mehr verkümmern. Aber das ist ja wohl gewollt. Schon der alte Henry Ford wußte: "Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß sich so wenige Leute damit beschäftigen."
    Übrigens: Es geht auch ganz ohne "Navi". Eine 200.000er Straßenkarte und ein Gran Orientierungssinn (soweit noch nicht "abtrainiert" ...) führen ebenso gut ans Ziel. Und bringen mehr "Feude am Fahren" als dieser ganze ach so nützliche Verblödungsschnickschnack. Wer zum Erkennen eines Streckenprofils ein "Navi" braucht. sollte ohnehin mal so einiges überdenken ...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Schmarrn"
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    "Wer zum Erkennen eines Streckenprofils ein "Navi" braucht. sollte ohnehin mal so einiges überdenken ..."

    Vermutlich haben Sie es überlesen, aber ich erwähnte bewusst in dem Zusammenhang das Wort "Telematik".
    Ein Hybrid könnte abhängig von Steigungen zb entscheiden, wie er mit Elektroenergie einsetzt oder eben nicht.

    Verabschieden Sie sich einfach von dem Gedanken, ein Kfz in der technischen Spezifikation eines Golf 2 zu erwarten. Das wird unter Neuwagen nicht wieder auftauchen. Insofern lasse ich Ihnen auch Ihre Vorstellung, ein vorzüglicher Fahrer zu sein, der auf technischen Schnickschnack nicht angewiesen ist. Die Diskussion darüber ist allerdings überflüssig. Der technische Fortschritt geht eben weiter - ob man will oder nicht.

    Sind sie schonmal mit einem Oberklassenavi gefahren?

    Wenn nein: Sie werden feststellen, dass sie deutlich mehr Zeit haben auf die Straße zu schauen, wie wenn sie eine Karte mit sich führen müssen.

  5. ... kauft heute noch nach Listenpreis?

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  6. "Wer zum Erkennen eines Streckenprofils ein "Navi" braucht. sollte ohnehin mal so einiges überdenken ..."

    Vermutlich haben Sie es überlesen, aber ich erwähnte bewusst in dem Zusammenhang das Wort "Telematik".
    Ein Hybrid könnte abhängig von Steigungen zb entscheiden, wie er mit Elektroenergie einsetzt oder eben nicht.

    Verabschieden Sie sich einfach von dem Gedanken, ein Kfz in der technischen Spezifikation eines Golf 2 zu erwarten. Das wird unter Neuwagen nicht wieder auftauchen. Insofern lasse ich Ihnen auch Ihre Vorstellung, ein vorzüglicher Fahrer zu sein, der auf technischen Schnickschnack nicht angewiesen ist. Die Diskussion darüber ist allerdings überflüssig. Der technische Fortschritt geht eben weiter - ob man will oder nicht.

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    Wenn das Ihr Götzenbild ist, ist Ihnen leider nicht zu helfen.
    "Die Perfektion der Mittel und die Verwirrung der Ziele – das scheint unsere Zeit zu charakterisieren."
    Arthur Schopenhauer

    • hkon42
    • 22. Mai 2013 12:59 Uhr

    Der Skoda kostet zwanzigmal weniger als ein Rolls Royce? Ein Rolls kostet so ca. 200000 Euro. Das mal 2=: 4000000 Euro. Rechnet man noch den Preis des Rolls und den Preis des Skodas dazu, bleiben bei "20 Mal" weniger 200000+24000-4000000=-3776000 Euro. Ich bekomme also mehr als 3,5 Millionen Euro von Skoda, wenn ich statt eines Rolls einen Skoda kaufe. Superb! Danach kaufe ich mir auch einen Rolls, versprochen!
    (Was spricht gegen ein Zehntel? Zu uncool?)

    Eine Leserempfehlung
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    • hkon42
    • 22. Mai 2013 13:05 Uhr

    Ups, er ist zwanzigmal "preiswerter" als der Royce mit dem Regenschirm in der Tür, mein Fehler, sorry, für umsonst aufgeregt...

    • hkon42
    • 22. Mai 2013 13:05 Uhr
    8. Upsala

    Ups, er ist zwanzigmal "preiswerter" als der Royce mit dem Regenschirm in der Tür, mein Fehler, sorry, für umsonst aufgeregt...

    Antwort auf "geschenkt"

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