CO2-EmissionenMerkel will EU-Regelung zu CO2-Grenzen für Autos kippen

Erst vor Kurzem hatten sich EU-Unterhändler und das Europäische Parlament auf neue Abgase-Grenzwerte bei Autos geeinigt. Jetzt droht Deutschland den Beschluss zu kippen.

Deutschland will angeblich eine Einigung aus EU-Ebene zu schärferen Abgas-Höchstgrenzen für Autos im letzten Moment verhindern. Die Bundesregierung plane, bei dem Treffen der EU-Botschafter am heutigen Donnerstag in Brüssel den Beschluss von der Tagesordnung zu kippen.

Aus EU-Diplomatenkreisen hieß es, das Bundeskanzleramt soll sich deswegen an die irische Regierung gewandt haben, die noch bis Monatsende die EU-Ratspräsidentenschaft inne hat und über die Tagesordnung der EU-Treffen entscheiden darf.

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Umweltschützer befürchten, dass dann erst später im Jahr über die Obergrenzen entschieden wird – in der Zwischenzeit, so die Sorge, könnte die Bundesregierung versuchen, weitere Gegenstimmen im Ministerrat zu organisieren, darunter von Neumitglied Kroatien, das am 1. Juli der EU beitritt.

Bisher unterstützen nur die Slowakei und Tschechien die deutsche Position. Dort produzieren auch deutsche Autohersteller, in Tschechien sitzt die Volkswagen-Tochter Skoda.

Die zwischen den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament erzielte Einigung sieht vor, dass in der EU ab dem Jahr 2020 eine Abgas-Höchstgrenze von 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer für den Durchschnitt aller Neuwagen gilt.

Bisher liegt der Grenzwert bei 120 Gramm, den die Hersteller bis zum Jahr 2015 schrittweise erreichen müssen. Bis zum Jahr 2025 sollen die Abgas-Höchstgrenzen für die Autoindustrie noch weiter sinken.

Die Autohersteller können sich demnach jedoch besonders emissionsarme Wagen wie Elektrofahrzeuge auch künftig mehrfach anrechnen lassen und so den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotten statistisch senken. Darauf hatte der Verband der Automobilindustrie besonders gepocht, der die Interessen der deutschen Hersteller vertritt.

Ein zustimmendes Votum der EU-Botschafter würde den Beschluss besiegeln. Die neuen Regeln seien aus Sicht der Bundesregierung jedoch zu nachteilig für die deutschen Autobauer, sagte ein EU-Diplomat.

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Leserkommentare
  1. ES IST JA WIEDER ALTERNATIVLOS ;EIN SMART ALS STAATSKAROSSE
    GEHT JA AUCH NICHT :

    12 Leserempfehlungen
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    als Alltagswagen geht schon mal gar nicht!

    "ES IST JA WIEDER ALTERNATIVLOS ;EIN SMART ALS STAATSKAROSSE
    GEHT JA AUCH NICHT :"

    Tja, wir leben in einer Zeit, in der sich selbst grüne Ministerpräsidenten werbewirksam und selbstverständlich mit einer Luxuskarosse von Daimler durch die Gegend kutschieren lassen. In einen Smart steigen selbst die Grünen nur ein, wenn eine Delegation von Greenpeace nebst Kamerateam für eine PR-Aktion vorbeischaut.

  2. als Alltagswagen geht schon mal gar nicht!

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "LOBBYISTENALARM"
  3. Das Bild ist aber nicht schlecht. Könnte so von einem 1970'er Modell sein... (Ach so, CO2 ist nicht sichtbar;-)

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    Da sieht man eindeutig, daß da eine Plastikstoßstange über dem Auspuff ist.
    Solche Sauerein wurden da noch nicht gemacht ;)

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/au

    2 Leserempfehlungen
    • zfat99
    • 27. Juni 2013 7:48 Uhr
    5. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Die Redaktion/au

  5. Da Effizienzvorgaben erwiesenermaßen nicht für eine Senkung des Gesamtverbrauchs der Flotte sorgen, sondern lediglich für eine Verbilligung des Autofahrens, kann die Regelung getrost gekippt werden.

    Denn: Lt. Umweltbundesamt ist zwar der CO2-Ausstoß pro Personenkilometer im Individualverkehr gesunken, nur wurde das wieder durch einen höheren Verkehrsaufwand überkompensiert (http://www.umweltbundesam...) Solange wir nicht den Gesamtausstoß steuern (Emissionshandel, einheitliche CO2-Steuer etc.) erreichen wir auch keine Gesamtminderung.

    3 Leserempfehlungen
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    "Da Effizienzvorgaben erwiesenermaßen nicht für eine Senkung des Gesamtverbrauchs der Flotte sorgen, sondern lediglich für eine Verbilligung des Autofahrens, kann die Regelung getrost gekippt werden."

    Ohne solche Regelungen wäre auch der CO2-Ausstoß pro Personenkilometer nicht gesunken, und damit dann auch nicht der Gesamtausstoß. Insofern ist es Unsinn, auf schärfere CO2-Grenzwerte verzichten zu wollen.

  6. 7. Die...

    Klimakanzlerin in Aktion!

    15 Leserempfehlungen
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    "Erst der Emissionshandel, nun die CO2-Grenzwerte: wenn es um deutsche Industrieinteressen geht, ist die “Klimakanzlerin” Merkel nicht zimperlich."
    http://lostineu.eu/welcom...

    Für was leistet sich die deutsche Industrie eine eigene Regierung? Das kostet einen Haufen Geld, da muss dann auch was bei rüber kommen...

    • ajaj
    • 27. Juni 2013 8:01 Uhr

    Deutschland scheint verliebt mit dem CO2: Kohlekraftwerke, Gaskombikraftwerke, höherer Ausstoss für PKW, aber keine CO2-freie Atomkraftwerke. Es gibt zwar Solar und Wind in grosser Menge: die deutschen Konsumenten subventionieren diese Energieformen, die fast gratis exportiert werden. Eine Kompensation für die CO2-Schleuder aus Audi, Daimler, BMW, etc.?

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