AutopflegeRichtig runter mit dem Dreck

Wer sein Auto vor der eigenen Haustür wäscht, kann bestraft werden. Besser sind SB-Waschboxen und Waschanlagen. Doch ist eine Nanoversiegelung sinnvoll? von Marcel Sommer

Auto in einer Waschanlage

Auto in einer Waschanlage  |  © press-inform

Spätestens, wenn der unglaublich witzige Nachbar schon wieder mit seinen Fingern "Wasch mich" auf die verstaubte Heckscheibe gemalt hat, wird es Zeit für eine ordentliche Autowäsche. Der Besitzer kann nun selbst Hand anlegen oder zur nächsten Waschanlage oder Waschstraße fahren. Wer sich für die zweite Variante entscheidet, ist rund zehn Euro los. Die Vorteile sind offensichtlich: Es geht schneller und erspart dem Besitzer schmutzige Hände.

Wer sich die Kosten sparen möchte, könnte auf die Idee kommen, mal eben vor der eigenen Haustür mit Hochdruckstrahler samt Bürste und Schrubber zu hantieren. An einem ruhigen Samstagvormittag dürfte doch eigentlich nichts dagegensprechen, oder?

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Eines vorweg: Entgegen aller Gerüchte existiert in Deutschland keine spezielle bundeseinheitliche Regelung für das heimische Autowaschen. Ordnungswidrig ist allerdings eine unerlaubte  Fahrzeugwäsche auf unbefestigtem Grund, denn damit würden verbotenerweise Stoffe ins Grundwasser eingeleitet. Das muss nicht einmal absichtlich geschehen – das heißt, auch das Waschen mit klarem Wasser ist nicht erlaubt, weil auf diese Art Treib- und Schmierstoffreste vom Auto abgespült werden und in das Grundwasser gelangen können.

Doch auch, wenn der Untergrund hinreichend befestigt ist und garantiert wird, dass die Schmutzabwässer in die Kanalisation gelangen, kann nicht einfach drauflosgewaschen werden. Zuvor muss erst bei den zuständigen Behörden – in den meisten Fällen ist dies die Untere Wasserbehörde – um Erlaubnis gefragt werden.

Gründliche Vorwäsche hält den Lack kratzfrei

Wer sich die Bürokratie ersparen, aber dennoch selbst Hand anlegen möchte, kann mit dem verdreckten Wagen sogenannte SB-Waschboxen ansteuern. Vor allem Cabriofahrer, deren Fahrzeuge über ein Stoffdach verfügen, bevorzugen diese Art der Reinigung. Zwar halten aktuelle Stoffverdecke dem Wasserdruck und dem Trockengebläse in Waschstraßen stand, doch ist insbesondere bei älteren Cabrios von dieser Art der Wäsche abzuraten. Vorsicht außerdem bei Verdecken mit Kunststoffscheiben: Diese können von Bürsten zerkratzt und somit blind werden.

Bei der Handwäsche selbst muss nur auf wenige Dinge geachtet werden. Der Hochdruckstrahler sollte wenigstens mit 20 Zentimeter Abstand aufs Fahrzeug gerichtet werden, da der Wasserstrahl sonst dem Lack und der Felge mehr Schaden zufügt als Glanz beschert. Eine Vorwäsche mit dem Strahler ist sinnvoll, wenn anschließend von Hand mit einem Lappen weitergeputzt wird. Andernfalls wirkt der Schmutz zwischen Lack und Lappen wie Schmirgelpapier.

Das gilt auch für die Nutzung von Waschanlagen oder -straßen. Unternimmt kein Mitarbeiter die druckvolle Vorwäsche, sollte man selbst Hand anlegen oder gegen Aufpreis ein Vorwäscheprogramm wählen können. Vor allem bei der Vorwäsche per Hand darauf achten, dass dies sorgfältig geschieht – haften bleibender Dreck beschädigt während der Wäsche den Lack.

Leserkommentare
  1. Zitat: "Einen fahrzeugerhaltenden Grund für regelmäßige Autowäschen gibt es laut Hubert Paulus übrigens nicht: "Moderne Lacke sind robust, der Schmutz greift sie nicht an." Eine Ausnahme sind Streusalzkrusten im Winter – die sollte man sofort entfernen. "Waschen Sie deshalb nur, wenn Sie Staub oder Schmutz optisch stören", sagt Paulus."

    Dann viel Spaß mit Vogeldreck und toten Insekten... Beides wirkt je nach Einwirkdauer wie Beize!
    Und witzigerweise wirkt sich Streusalz nicht auf den Lack sondern auf diverse andere Teile am Fahrzeug negativ aus...
    Scherzbolde die einem "Wasch mich" auf die Motorhaube und/oder Kofferraumdeckel schmieren sollten sich auch darauf hinweisen lassen, das sich das auch in den Lack schmirgeln kann (hatte ich auf meinem dezent verschlammten KFZ...).

    3 Leserempfehlungen
  2. warum soll so eine Karre eigentlich blitzsauber sein? Nach paar Kilometern ist der Dreck eh wieder dran.

    Seit 35 Jahren habe ich Autos, die nie eine Wäsche gesehen haben. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel und den Autos hats auch nie geschadet. Man könnte die Zeit auch für was geistvolleres nützen und das Geld zB dem Tierheim spenden.

    Aber der typische Spiesser will am Samstag eben die Karre gewaschen und den Rasen gemäht haben, ohne nachzudenken, ob das nötig oder vernünftig ist. Ein Luxusproblem.

    5 Leserempfehlungen
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    Ich für meinen Teil, wasche meine Auto gerne. Ist für mich eine Art des Abschaltens vom Alltagsstress.

    Wahrscheinlich bin ich in Ihren Augen ein so richtiger Kleingeist und Prolet, weilmir sowas Spaß macht, gell?

    • Quas
    • 29. Juni 2013 12:49 Uhr

    ihrem Leben, für das Sie ein besonderes Interesse haben? Nichts um das Sie sich mehr als notwendig kümmern?
    Wenn doch, verstehe ich ihren Unmut nicht. Das eigene Fahrzeug kann auch eine Art Hobby sein. Menschen mit Interesse für Technik mögen es, wenn das Uhrwerk gut gefettet seine Dienste tut. Sie sollten froh darüber sein, dass es solche Menschen gibt. Ohne wäre die Fahrt mit dem ÖPNV, die Reise mit dem Zug oder Flugzeug weitaus weniger angenehm.

    Nicht jeder möchte sich so stark mit Tieren beschäftigen, wie Sie das anscheinend machen. Ich lebe in erster Linie, wie eine Katze auch, zu meinem persönlichen Wohlsein. Sie macht es glücklich, wenn die Tiere glücklich sind. Mich eben wenn Tiere glücklich sind und mein Auto sauber ist. So what.

    Also wenn Ordnung, Sauberkeit und Pflege das Spießertum definieren, dann bin ich sehr gerne ein Spießer.

    Oder gehört Staubsaugen, tägliches Duschen und Haare schneiden für Sie auch zum Spießer Begriff? Viele Leute legen eben Wert auf sich und ihren Besitz und pflegen das ordentlich.

    Ganz schön dreist, die dann als Spießer zu diffamieren und eine Spende ans Tierheim als "sinnvoller" zu betrachten. Seien Sie doch nicht so intolerant und lassen jeden leben wie er will.

    PS: Im Tierheim wird bestimmt auch gekehrt und geputzt! Skandal!

    Ich fahre Youngtimer und da ist eine vernünftige Pflege nunmal auch Teil des Werterhalts. Wenn es Ihnen egal ist, daß Sie für eine Mühle mit verpilzten Motorraum und stumpfem Lack ein paar Tausender weniger beim Wiederverkauf bekommen, ist das nicht mein Problem. Eine verwahrloste Karre zeigt genauso eine Geisteshaltung, wie einer, der in verdreckten Jeans ins klassische Konzert geht. Man muß das wirklich nicht jeden Samstag zelebrieren, aber von Zeit zu Zeit ist die Wagenwäsche eben auch Teil des Wartungsprogramms, bei dem man nach Öl, Luft etc. guckt und vielleicht mal Krümel und Steinchen aus dem Innenraum entfernt. Ich fühle mich in einem innen wie außen dreckigen Auto einfach auch nicht wohl, wenn ich das Gefühl habe, ich kriege da nässende Krankheiten davon. Aber ich muß Ihre Autos ja auch nicht kaufen. Daher: Machen Sie es so, wie Sie es für richtig halten.

  3. Ich für meinen Teil, wasche meine Auto gerne. Ist für mich eine Art des Abschaltens vom Alltagsstress.

    Wahrscheinlich bin ich in Ihren Augen ein so richtiger Kleingeist und Prolet, weilmir sowas Spaß macht, gell?

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    Antwort auf "Luxusproblem"
  4. zu #2" Aber der typische Spiesser will am Samstag eben die Karre gewaschen und den Rasen gemäht haben, ohne nachzudenken, ob das nötig oder vernünftig ist. "...

    es kommt noch schlimmer ich bin auch noch Eigenheim Besitzer!und um Sie völlig Fassungslos zu lassen,ich putze auch mein Fahrrad,hat im bis heute auch noch nicht geschadet,und jezt Sie bitte...

    4 Leserempfehlungen
  5. 5. Regen

    " ... auch das Waschen mit klarem Wasser ist nicht erlaubt ... "

    Mein Auto wäscht der Regen, ist das auch nicht erlaubt ?

    Wo fließt denn das Regenwasser hin ?

    Wird das auch schon unterm Auto gesammelt und dann recycelt ?

    10 Leserempfehlungen
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    Die Verschmutzung des Abwassers bei Regen ist unvermeidlich.

    Die Verschmutzung durch eine Handwäsche vor der Haustüre oder gar auf einer Wiese am Bach ist vermeidbar. Die (teilweise erheblichen) Kosten dafür muss dann die Allgemeinheit übernehmen.

    • memmo
    • 29. Juni 2013 11:51 Uhr

    Zitat: "Aber der typische Spiesser will am Samstag eben die Karre gewaschen und den Rasen gemäht haben, ohne nachzudenken, ob das nötig oder vernünftig ist."

    Das hat alles seine Gründe. Sein Auto wäscht man u.a., damit man sich nicht bei jeder Berührung die Klamotten einsaut. Und, auch wenn es sie wundern wird: Wir Spiesser duschen sogar regelmäßig. Ohne nachzudenken, ob das nötig oder vernünftig ist.

    4 Leserempfehlungen
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    also ich weiss nicht - ich steig in mein Auto ein und fahre - wie wollen Sie da aussen mit den Klamotten in Berührung kommen?

    Und mit dem Duschen kann mans nu nicht vergleichen.
    Putzen Sie Ihre Bohrmaschine oder Staubsauger auch alle paar Tage? - was anderes als eine Gebrauchsmaschine ist so ein Auto nämlich auch nicht.

    • memmo
    • 29. Juni 2013 15:41 Uhr

    Wenn Sie in Ihr Auto kommen, ohne den Türgriff zu berühren und z.B. auch beim beladen mit Einkäufen nie mit der Hose berühren, dann beglückwünsche ich Sie. Ich habe es aber gerne etwas sauberer.

    Und natürlich werden auch Arbeitswerkzeuge wie Staubsauber oder Bohrmaschine nach Gebrauch gereinigt. Sowas stelle ich nicht verdreckt zurück an den Platz.

    Aber das ist wohl so eine Marotte von uns Spiessern.

    • Quas
    • 29. Juni 2013 12:49 Uhr

    ihrem Leben, für das Sie ein besonderes Interesse haben? Nichts um das Sie sich mehr als notwendig kümmern?
    Wenn doch, verstehe ich ihren Unmut nicht. Das eigene Fahrzeug kann auch eine Art Hobby sein. Menschen mit Interesse für Technik mögen es, wenn das Uhrwerk gut gefettet seine Dienste tut. Sie sollten froh darüber sein, dass es solche Menschen gibt. Ohne wäre die Fahrt mit dem ÖPNV, die Reise mit dem Zug oder Flugzeug weitaus weniger angenehm.

    Nicht jeder möchte sich so stark mit Tieren beschäftigen, wie Sie das anscheinend machen. Ich lebe in erster Linie, wie eine Katze auch, zu meinem persönlichen Wohlsein. Sie macht es glücklich, wenn die Tiere glücklich sind. Mich eben wenn Tiere glücklich sind und mein Auto sauber ist. So what.

    Antwort auf "Luxusproblem"
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    Das mit dem Tierheim war grad mal ein Beispiel! Ich hätte auch schreiben können: Sie können mit dem Geld auch gut essen gehen.

    Dass Autowäsche eine Art Hobby sein kann, seh ich an meinem Nachbarn. Der schrubbt sogar die Felgen mit der Zahnbürste.
    Schrill.
    Na schön, kann man machen - andere basteln sich den Kölner Dom aus Kieselsteinen.

  6. und etlichen schrecklichen Erfahrungen, kann ich sagen, dass SB Waschboxen das allerbeste sind, auch wenn die Bürsten dort keinen guten Ruf haben.
    Mein Lack ist nun 12 Jahre alt und sieht, abgesehen von Steinschlägen, immer noch aus wie am ersten Tag.
    Ich wasche mein Auto regelmäßig, je nachdem wie oft ich es benutze. Als Faustregel, spätestens alle 500 km.
    Wie im Artikel schon geschrieben, ist eine sehr gründliche Vorwäsche wichtig, das heißt mit Hochdruckstrahler. Dann gehe ich mit der Bürste über das gesamte Auto, spüle mit Heißwachs hinterher und dann mit klarem Wasser noch einmal. Die besagten Bürsten sind einfach zu kontrollieren, und in den 15 Jahren ist mir noch keine untergekommen, die meinen Lack irgendwie beschädigt hat. Nichtmal feinste Schlieren.
    Das was Schlieren und feine Kratzer verursacht, ist, wenn man ans Auto mit einem Schwamm, Lappen und ähnlichem geht. Abtrocknen ist gut, aber auf keinen Fall Lappen nehmen, die den Dreck nicht richtig aufnehmen (z.B. diese schrottigen Supertücher). Echtleder hinterlässt zu viel Abrieb, und hält auch nicht lange. Also am besten synthetische Tücher nehmen, die einigermaßen gute Saugfähigkeit haben, und auch Dreckpartikel gut aufnehmen und nicht verreiben.

    So musste ich noch nie das Auto polieren oder versiegeln. Und durch den Heißwachs, den viele ja auch als blödsinnig betiteln, sind sogar die Punkte an meinen Bremsscheiben immer noch ohne Rost, welche normalerweise sofort rosten (Trommel, Kühlfinnen, etc).

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