Auto in einer Waschanlage © press-inform

Spätestens, wenn der unglaublich witzige Nachbar schon wieder mit seinen Fingern "Wasch mich" auf die verstaubte Heckscheibe gemalt hat, wird es Zeit für eine ordentliche Autowäsche. Der Besitzer kann nun selbst Hand anlegen oder zur nächsten Waschanlage oder Waschstraße fahren. Wer sich für die zweite Variante entscheidet, ist rund zehn Euro los. Die Vorteile sind offensichtlich: Es geht schneller und erspart dem Besitzer schmutzige Hände.

Wer sich die Kosten sparen möchte, könnte auf die Idee kommen, mal eben vor der eigenen Haustür mit Hochdruckstrahler samt Bürste und Schrubber zu hantieren. An einem ruhigen Samstagvormittag dürfte doch eigentlich nichts dagegensprechen, oder?

Eines vorweg: Entgegen aller Gerüchte existiert in Deutschland keine spezielle bundeseinheitliche Regelung für das heimische Autowaschen. Ordnungswidrig ist allerdings eine unerlaubte  Fahrzeugwäsche auf unbefestigtem Grund, denn damit würden verbotenerweise Stoffe ins Grundwasser eingeleitet. Das muss nicht einmal absichtlich geschehen – das heißt, auch das Waschen mit klarem Wasser ist nicht erlaubt, weil auf diese Art Treib- und Schmierstoffreste vom Auto abgespült werden und in das Grundwasser gelangen können.

Doch auch, wenn der Untergrund hinreichend befestigt ist und garantiert wird, dass die Schmutzabwässer in die Kanalisation gelangen, kann nicht einfach drauflosgewaschen werden. Zuvor muss erst bei den zuständigen Behörden – in den meisten Fällen ist dies die Untere Wasserbehörde – um Erlaubnis gefragt werden.

Gründliche Vorwäsche hält den Lack kratzfrei

Wer sich die Bürokratie ersparen, aber dennoch selbst Hand anlegen möchte, kann mit dem verdreckten Wagen sogenannte SB-Waschboxen ansteuern. Vor allem Cabriofahrer, deren Fahrzeuge über ein Stoffdach verfügen, bevorzugen diese Art der Reinigung. Zwar halten aktuelle Stoffverdecke dem Wasserdruck und dem Trockengebläse in Waschstraßen stand, doch ist insbesondere bei älteren Cabrios von dieser Art der Wäsche abzuraten. Vorsicht außerdem bei Verdecken mit Kunststoffscheiben: Diese können von Bürsten zerkratzt und somit blind werden.

Bei der Handwäsche selbst muss nur auf wenige Dinge geachtet werden. Der Hochdruckstrahler sollte wenigstens mit 20 Zentimeter Abstand aufs Fahrzeug gerichtet werden, da der Wasserstrahl sonst dem Lack und der Felge mehr Schaden zufügt als Glanz beschert. Eine Vorwäsche mit dem Strahler ist sinnvoll, wenn anschließend von Hand mit einem Lappen weitergeputzt wird. Andernfalls wirkt der Schmutz zwischen Lack und Lappen wie Schmirgelpapier.

Das gilt auch für die Nutzung von Waschanlagen oder -straßen. Unternimmt kein Mitarbeiter die druckvolle Vorwäsche, sollte man selbst Hand anlegen oder gegen Aufpreis ein Vorwäscheprogramm wählen können. Vor allem bei der Vorwäsche per Hand darauf achten, dass dies sorgfältig geschieht – haften bleibender Dreck beschädigt während der Wäsche den Lack.