Doppelt so leistungsfähig, halb so teuer und halb so schwer: So einfach lässt sich zusammenfassen, was die Autobauer den Batterieherstellern ins Lastenheft schreiben. Genau diese drei Punkte beschreiben das Dilemma, in dem die Elektromobilität steckt. Die Energiedichte der meisten erhältlichen Akkus reicht noch nicht aus, einem Elektroauto die vom Benziner oder Diesel gewohnte Reichweite zu ermöglichen. Zudem sind die Batterien so teuer, dass ein elektrisch betriebener Kleinwagen kaum unter 20.000 Euro zu bekommen ist. Und dann wiegen die Akkus auch noch weit mehr als ein herkömmlicher Antrieb.

Was das in der Realität bedeutet, zeigt die angekündigte Elektroversion des VW Golfs. Das Golf Blue-e-motion genannte Modell wiegt laut Volkswagen 1.545 Kilogramm, das sind 205 Kilogramm mehr als ein vergleichbarer Golf Bluemotion TDI mit Dieselantrieb. Bei Verbrennungsmotoren gilt die Faustregel, dass 100 Kilogramm weniger Fahrzeuggewicht den Verbrauch um einen Liter je 100 Kilometer senken. Zwar hat niemand exakt ausgerechnet, wie sehr die elektrische Reichweite bei 100 eingesparten Kilogramm ansteigt – das Ergebnis dürfte merklich sein.

Karsten Kroos vom Technologiezulieferer ThyssenKrupp hält die Halbierung des Batteriegewichts jedoch nur für einen Teil der Entwicklung auf dem Weg zum leichteren Elektroauto. "Ist das Fahrzeug an sich leichter, kann auch die Batterie kleiner ausgelegt werden", sagt Kroos. Eine kleinere Batterie wiederum wäre ebenfalls leichter: Die Reichweite bliebe gleich, die Kosten aber sänken.

Noch fehlen die Skaleneffekte

Um das Fahrzeuggewicht zu reduzieren, könnten die Hersteller auf sogenanntes Multimaterialdesign zurückgreifen. Dabei werden Materialien ihren Eigenschaften entsprechend eingesetzt. Ein Beispiel sind Sandwichstrukturen aus Blech und Kunststoff: Das eine Material sorgt für die Stabilität, das andere für geringes Gewicht. Ein weiterer Werkstoff für die automobile Zukunft ist die immer noch teure Kohlefaser. Damit ließe sich laut Kroos das Gewicht um 150 Kilogramm im Vergleich zu Stahl oder Aluminium verringern.

Das größte Problem rund um die Batterie sind aber heute und auch in naher Zukunft noch die Kosten. Als aktueller Maßstab gilt: Ein Satz Lithium-Ionen-Batterien für ein Fahrzeug mit 100 Kilometern Reichweite kostet den Autohersteller so viel wie der Bau eines kompletten Kleinwagens mit allen nötigen Einzelteilen. Das liegt auch daran, dass solche Akkus für den Einsatz im Auto immer noch in vergleichsweise kleiner Stückzahl hergestellt werden – einfach, weil es keine Nachfrage für eine umfangreichere Produktion gibt.

Erst langsam fangen Zulieferer an, ihre Kapazitäten auszuweiten. Continental etwa hat sich mit dem südkoreanischen Unternehmen SK Innovation zusammengetan und das Gemeinschaftsunternehmen SK Continental e-motion gegründet. Es hat im Januar 2013 den Betrieb aufgenommen und entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Batterien für Autos.