DienstfahrradMit dem Firmenvelo ins Büro

Als Dienstfahrzeug wird das Fahrrad kaum genutzt. Dabei ist es dem Dienstwagen inzwischen auch steuerlich gleichgestellt. Adele Moser erklärt, was zu beachten ist. von Adele Moser

Ein Angestellter auf einem Dienstfahrrad

Ein Angestellter auf einem Dienstfahrrad  |  © pd-f.de

Einige große Unternehmen wie Bayer, Telekom oder DHL bieten ihren Angestellten schon eine ganze Fahrradflotte als Alternative zum Dienstauto an. Trotzdem wird das Thema Dienstfahrrad bislang eher stiefmütterlich behandelt. Der Hauptgrund dafür ist wohl ein finanzieller: Lange Zeit konnten Mitarbeiter Diensträder theoretisch nicht in ihrer Freizeit nutzen, erst zum Jahresende 2012 wurde das Dienstfahrrad dem Dienstwagen steuerlich gleichgestellt.

Seither gilt auch für das Firmenvelo die Ein-Prozent-Regelung, mit der man die Räder ebenso privat nutzen kann. Wir erklären, was genau sich hinter dieser Regelung verbirgt, für wen sich ein Dienstrad lohnt und was es dabei zu beachten gibt.

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Lohnt sich ein Dienstfahrrad für mich?

Vor jeder Anschaffung steht die Frage: Wer bezahlt es? Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich die Kosten teilen, sie können es aber natürlich auch jeweils allein finanzieren. Übernimmt der Angestellte Kosten, wird ein Teil seines Bruttogehalts für die monatliche Ratenzahlung oder die Leasinggebühr abgezweigt. Damit wandelt der Arbeitnehmer einen kleinen Teil seines Entgelts in eine Sachleistung um und spart Steuern und Sozialabgaben.

Das Portal Pressedienst Fahrrad empfiehlt das besonders denen, die ohnehin mit einem Rad geliebäugelt haben, denn ihnen spendiert der Staat gewissermaßen einen Teil des Kaufpreises. Am größten ist das Ersparnis für den Angestellten natürlich, wenn der Arbeitgeber die Anschaffungskosten übernimmt.

Welche Vorteile hat mein Arbeitgeber von der Anschaffung eines Dienstrads?

Wie der Dienstwagen ist auch das Dienstfahrrad eine Form der Gehaltsumwandlung beziehungsweise der Mitarbeitermotivation. Der Arbeitgeber fördert damit die Mobilität des Mitarbeiters. Auch vom positiv besetzten Image des Fahrrades können Unternehmen in ihrer Außenwirkung profitieren.

Welches Rad soll es sein?

Für die richtige Wahl sind der persönliche Fahrstil und die Topografie der Strecke maßgeblich. Gerade bei Diensträdern mit hoher Laufleistung sollte die Entscheidung also nicht allein dem Buchhalter überlassen werden. Am besten handeln das der Arbeitgeber und der Angestellte gemeinsam aus. In der Regel hat der Chef das letzte Wort, üblicherweise gibt er jedoch nur einen Preisrahmen vor, in dessen Grenze sich der Angestellte sein Modell aussuchen kann.

Darf ich das Rad privat nutzen?

Die Neuregelung zum Dienstrad legt fest: Der Angestellte versteuert ein Prozent des Kaufpreises zu seinem Bruttogehalt, wenn er das firmeneigene Fahrrad auch privat nutzen will.

Leserkommentare
  1. Es wurde höchste Zeit, das die gestztlichen Rahmenbedingungen für das Fahrrad endlich dem Dienstpkw gleichgestellt wurden.

    Das Fahrrad mit und ohne Akku ist gerade im innerstädtischen Bereich dem Auto schon heute überlegen, in den Stoßzeiten allemal. Da ist man mit dem Rad allemal schneller als mit dem Auto hinzu kommt das Parkproblem.

    Was fehlt ist die zugehörige Infrastruktur die bisher fast ausschließlich auf Autos ausgelegt war. Zeit das sich da was bewegt und alle Zweiradfahrer/Radfahrer und auch Fußgänger im Strassenverkehr endlich wieder gleichberechtigt wahrgenommen werden.

    Die Zeiten wo der Halbe Bürgersteig per Pinselstrich dem Fußgänger einfach weggenommen und zum "Radweg" deklariert wurde muss aufhören. Fahräder gehören auf die Fahrbahn, auf einen deutlich gekennzeichneten Radweg.

    9 Leserempfehlungen
  2. sind ebenso wichtig, um die Akzeptanz des Fahrrades als Dienstfahrzeug bzw. alternative Fortbewegung zu erhöhen.

    Da gibt es in Deutschland leider noch sehr viel Spielraum um diese Rahmenbedingungen für (dienstliche) Radfahrer endlich zu verbessern.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Lieber Duschen"
  3. "Mitarbeiter Diensträder theoretisch nicht in ihrer Freizeit nutzen" - hat aber nie jemand kontrolliert - insofern ist die Leasing Lösung juristisch sauber, aber auch komplizierter.
    Und ehrlich gesagt, kann man für 600 Euro ein gutes Rad bekommen - dafür lohnt der Aufwand kaum

  4. 5. [...]

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlicheren Kommentarstil. Danke, die Redaktion/jk

    • Kauri
    • 10. Juni 2013 18:43 Uhr

    Duschen und sichere Fahrradunterbringung eingerichtet?

    Antwort auf "Lieber Duschen"
  5. Auf den ersten Blick wirkt die Idee eines Firmenrades statt Firmenwagens sympatisch auf den zweiten erweist sie sich für eine große Mehrheit als ein wirtschaflicher Abstieg.

    Einige Beispiele:
    Nicht jeder kann bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit und jede Strecke mit dem Rad fahren und die Leute die unter 5 km zur Arbeit haben sind auch nicht die Regel.
    Es mag ja auch hip sein bei gutem Wetter Sportlichkeit zu demonstrieren aber durchnässt und ausgekühlt im Meeting oder beim Kunden aufzukreuzen wirkt dann doch vielleicht etwas uncool.

    Firmenwagen dürfen in der Regel auch privat genutzt werden.
    Diese sind nicht nur für die Fahrt zum nahgelegenen Kunden da oder für die Fahrt zum örtlichen Büro sondern sie werden z.B. auch als Familenauto und zum Einkauf benutzt.
    Bei uns gibt es etliche Kollegen die kommen wenigstens im Sommer mit ihrem Rad während der Partner den Firmenwagen für Kinder und Einkäufe benutzt oder man macht das gleich selbst, morgens Kinder in die Schule, abends noch den Einkauf.

    Fazit: Ein Firmenrad ersetzt nicht den Wagen generell, der müsste und würde dann immer noch privat angeschafft werden.
    Und wie hier schon erwähnt wurde, ein Rad kann sich jeder dazukaufen, ein Auto dagegen ist da schon was anderes.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Fazit: Ein Firmenrad ersetzt nicht den Wagen generell, der müsste und würde dann immer noch privat angeschafft werden."

    Darum gehts doch auch gar nicht. Es geht einfach darum, dass Mitarbeiter motiviert werden sollen, mehr Wege mit dem Rad zurückzulegen.

    Es ist nicht allen Arbeitnehmern möglich, ihren Arbeitsweg mit dem Rad zurückzulegen? Was ist das denn für ein Argument? Ich bin mir sicher, dass weitaus mehr AN, als es heute tun, mit dem Rad fahren könnten. Und diese sollte man dazu motivieren, es einfach mal zu versuchen. Ich finde ja diese Dienstradregelung eher etwas lächerlich - typisch deutsch, muss alles haarklein geregelt sein, ob man einen anderen Sattel anbauen darf oder was. Wichtiger ist doch die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur wie bereits angesprochen: überdachte Parkplätze und Duschen.

    Wetter ist zumindest bei kurzen bis mittleren Strecken kein Argument. Der liebe Gott schenkte uns atmungsaktive Regenkleidung und die O*liebtasche. Auf dem Weg zum Kunden sollte man sich so oder so nicht abhetzen, auch nicht im Auto, kommt immer schlecht an, wenn man abgehetzt ist.

    • rt
    • 12. Juni 2013 6:06 Uhr

    mit oder ohne Wohnanhänger haben Sie noch vergessen!
    Insgesamt schon eine tolle Subventionierung ...
    Da kann das Dienstfahrrad sicherlich für die meisten nicht als adäquate Alternative angesehen werden.
    Um so mehr Anerkennung gebührt denen, die die Wahl haben, und sich dennoch für die preiswertere Alternative entscheiden - vorausgesetzt natürlich, man wird damit dem vom AG angedachten Einsatzzweck gerecht.

  6. Der Firmenwagen ist meist Gehaltsbestandteil, sein Entfall wäre in vielen Fällen eine Gehaltskürzung die entsprechende Forderungen nach sich ziehen würde.

    Was die Abschaffung der Firmenwagen für unsere Autoindustrie bedeuten würde ist noch mal eine ganz andere Frage. Wieviele Arbeitsplätze gerieten da wohl unter Druck?
    (Ja Deutschland hat da eine eigene Position, aber mit der fährt es auch ganz gut wenn man sich die Nachbarländer mal so ansieht.)

    Deshalb, das Angebot eines Firmenrades als Nischenangebot für Einzelfälle macht sicher Sinn aber die Wagen durch Räder komplett zu ersetzen oder zumindest in großem Stil ist aus vielen Gesichtspunkten heraus unrealistisch bzw. würde zu großen wirtschaftlichen Nachteilen für fast alle Beteiligten führen und das sind nicht nur die Fahrer.

    Bei uns gibt es die Möglichkeit alternativ zum KFZ ein Jobticket zu bekommen
    Das deckt für ca. 50km im Umkreis den gesamten Bus und Bahnverkehr ab.
    Bei weiterer Entfernung zum Arbeitsplatz gibts alternativ eine Bahncard, sogar 1.Klasse.

    Die Leute die das freiwillig nutzen kann man an einer Hand abzählen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    10 bis 15 km pro Weg, teilweise auch deutlich weniger.

    Ihre Argumentation ist doch sehr konstruiert und engstirnig nach dem Motto am besten so gut wie Alles lassen wie es ist....Fahrrad als Nische, Önvp sowieso...

    Längst nicht alle Beschäftigten/Angestellten haben berufliche Meetings, insbesondere bei denen Sie täglich hin und her fahren müssen. Viele fahren einfach zur Arbeit, arbeiten dort ca. 8 Std. und fahren dann wieder zurück.
    Da zieht Ihre Argumentation so gar nicht.

    Und niemand hat davon gesprochen, alle Firmenpkw abzuschaffen, es geht zunächst um die steuerliche Gleichstellung von PKW und Fahrrad die nun endlich vollzogen wurde.

    Auch geht es um die Verbesserung von Rahmenbedingungen für innovative Mobilität wie einen bessere Verknüpfung der Möglichkeiten z.B. ÖNVP / Rad und letztlich auch Auto, wo das nötig ist.

    Seit Jahrzehnten haben wir eine reiin autolastige Verkehrs- und letztlich auch Firmenpoitik, die uns zunehmend Megastaus zu Rushhourzeiten und insbesondere sehr oft verstopfte und zugeparkte Innenstädte beschert haben.

    Das ist keine wirklich Lösung und deshalb ist Veränderung in diesem Bereich sehr wichtig.
    Wenn die Rahmenbedingungen stiimmen, werden nämlich viel mehr Menschen freiwillig auf innovative Mobilitätskonnzepte umsteigen

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