Beleuchtung : Ramsauer will Akku-Licht am Fahrrad zulassen

Wenn ein Fahrradfahrer ohne Dynamo-Lampe erwischt wird, kostet das 15 Euro. Der Verkehrsminister will diese Regelung ändern und auch akkubetriebene Lichter zulassen.

Verkehrsminister Peter Ramsauer will das Verbot von Akkulichtern auf Fahrrädern kippen. Wer bislang von der Polizei mit einem batteriebetriebenen Anstecklicht am Rad erwischt wird, muss bis zu 15 Euro Bußgeld zahlen. Die geplante Neuregelung lasse "Millionen von Radlern auf rechtssicherem Boden fahren, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen", sagte Ramsauer der Saarbrücker Zeitung.

Über die Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung soll der Bundesrat am kommenden Freitag abstimmen. Laut Empfehlung des Verkehrsausschusses sollen künftig "für den Betrieb der aktiven lichttechnischen Einrichtungen auch wiederaufladbare Energiespeicher" verwendet werden dürfen. Dabei muss über eine Anzeige "dem Fahrer die Kapazität sinnfällig angezeigt werden". Seit den siebziger Jahren sind Lichtmaschinen, also Dynamos, Pflicht.

"Viele Radler sind bereits heute mit Akku-Beleuchtung unterwegs – im Grunde rechtswidrig, obwohl die Beleuchtung oft heller als alte Dynamo-Lichter und vor allem auch im Stehen sichtbar ist." Nun solle die Rechtslage dem Stand der Technik angepasst werden, sagte Ramsauer.

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Kommentare

83 Kommentare Seite 1 von 14 Kommentieren

Die CDU ist immer schuld(?)

Zitat: "Wie schon erwähnt: Vor der Bundestagswahl möchte man natürlich als der vernüftige und realitätsnahe Minister darstehen.
Dass man diese Regelung schon vor 8 Jahren hätte ändern können, ist der CDU/CSU wohl nicht bekannt."

Helfen Sie mir mal, wer war denn vor 8 Jahren Verkehrsminister? Richtig, Wolfgang Tiefensee (SPD). Davor von 2002-2005 Manfred Stolpe (SPD) und wiederum davor Kurt Bodewig (SPD), Reinhard Klimmt (SPD) und Franz Müntefering (SPD). Von 1998 bis 2009 hätte das SPD-geführte Verkehrsministerium unter immerhin 5 Ministern die antiquierte Regelung also aufheben können.

Immer noch verkehrt

Zitat: " Nichtsdestotrotz
hatte die aktuelle Regierung zwei Legislaturperioden Zeit, um sich um dieses wichtige Thema zu kümmern. "

Na eben ja nicht, nur eine. Bis 2009 war Tiefensee Verkehrsminister, lesen Sie doch nochmal nach.

Mir ist im Übrigen wirklich ein Rätsel, wie man die Akkufunzeln zu einem parteipolitischen Thema hochstilisieren kann und sich dann noch nicht mal der Fakten vergewissert. Tatsache ist doch, dass die staatliche Bürokratie generell so ihre Probleme hat, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Obwohl, es kommt drauf an: Bei der Abhörtechnik ist man stets vorne mit dabei, in Sachen Fahrradbeleuchtung hängt man noch in den 80ern. In dem Sinne schöne Grüße

Korinthenk*r

Meine Güte, dann hatte Herr Ramsauer eben vier Jahre Zeit. Das ist mir sowas von schnuppe. Und jede andere Regierung hätte das auch längst umsetzen können. Nur dass Herr Ramsauer, der sich bislang gegenüber Radfahrern eher - im besten Sinne - distanziert hielt, jetzt plötzlich im Wahlkampf so eine Nebelschote ablässt, können Sie doch auch nicht bestreiten.

*kopfschüttel*

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hätte nie gedacht, dass Akkulampen nicht ausreichen sollen. Licht ist doch Licht - was soll denn sowas? Wird dann höchste Zeit für eine Regeländerung.

Da zeigt sich mal der Vorteil vom Landleben. Seit 20 Jahren fahre ich gänzlich ohne Lampen am Rad (reiner Tages-Schönwetterfahrer - wozu dann) und hier kümmert sich keiner drum.