HochwasserWann das überflutete Auto noch zu retten ist

Abgesoffene Autos zählen zu den teuersten Schäden des Hochwassers in Süd- und Ostdeutschland. Der Eigentümer eines flutgeschädigten Autos kann glimpflich davonkommen. von Holger Holzer

Autos sind nur von oben wasserfest. Wurde das Fahrzeug bei Hochwasser nicht rechtzeitig weggefahren und das Nass steigt von unten hoch, wird es gefährlich für Motor, Elektronik und den Innenraum. Schäden sind dann häufig teuer – und hat der Wasserpegel sogar das Armaturenbrett erreicht, liegt in der Regel ein wirtschaftlicher Totalschaden vor. Die Kosten für den Ersatz der Airbags und andere Elektronikkomponenten übersteigen in der Regel den Wert des Fahrzeugs.

In anderen Fällen kommt der Fahrer möglicherweise glimpflich davon. Wenn das Wasser nur bis zum Stoßfänger steigt und der Innenraum trocken bleibt, ist das Schadensrisiko laut ADAC gering. Trotzdem müssen in der Werkstatt unter anderem Lenkung, Bremsen, Radlager und Antriebswellen überprüft und gegebenenfalls repariert werden.

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Schwappt das Wasser über den Türschweller in den Innenraum, wird es schon aufwendiger, da häufig Bodenbeläge und Dämmmatten gewechselt werden müssen. Je nach Fahrzeugkonzept können auch schon elektronische Bauteile betroffen sein. Zudem drohen Schäden an der Abgasanlage. Die Kosten für Reparatur und Trockenlegen steigen dann schnell auf einen fünfstelligen Betrag – nicht bei jedem Auto lohnt sich das. Darüber hinaus sind auch die gründlichsten Reinigungsmaßnahmen letztendlich nur Kosmetik, warnt der ADAC: Der Fahrer muss mit zukünftigen Funktionsstörungen am Auto rechnen.

Egal wie hoch das Wasser gestiegen ist: Der Weg zur Werkstatt sollte nicht aus eigener Kraft, sondern auf dem Hänger oder am Abschleppseil zurückgelegt werden. Wasser im Motor lässt sonst den Ölfilm reißen und kann schon nach ein paar Umdrehungen der Kurbelwelle zu einem kapitalen Motorschaden führen. Ratsam ist es auch, die Batterie abzuklemmen, um einen eventuellen Kurzschluss zu verhindern.

Vorsichtig bleiben, wenn der Pegel sinkt

Glück im Unglück hat bei einem Hochwasser, wer für sein Auto eine Kaskoversicherung abgeschlossen hat. Die Assekuranzen zahlen bei einer Teilkaskoversicherung allerdings nur, wenn das Wasser zum Auto gekommen ist, nicht umgekehrt. Wird ein abgestelltes Auto durch Hochwasser beschädigt, wird also gezahlt, für eine Fahrt durch eine überflutete Straße mit anschließendem Schaden jedoch in der Regel nicht. Als grob fahrlässiges Handeln gilt auch, wenn man trotz Hochwasser-Warnungen sein Auto nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat. Dann kann sich die Versicherung weigern, zu zahlen.

Nicht durch die Teilkasko gedeckt sind laut ADAC sogenannte Wasserschlagschäden, bei denen der Motor durch Eindringen von Wasser Schaden nimmt. Dieses Unheil wird als Unfall gewertet, und dann hilft nur eine Vollkaskoversicherung weiter. Damit die Versicherung den Schaden zügig regulieren kann, sind Fotos von der Unglücksstelle und dem Fahrzeug hilfreich.

Wichtig: Auch wenn der Wasserstand sinkt, sollten Autofahrer weiter Vorsicht walten lassen und Wasserlöcher und überflutete Stellen besser nicht durchfahren. Selbst bei geringer Geschwindigkeit und niedrigem Wasserstand kann durch Bugwellen Wasser in den Ansaugtrakt des Motors gelangen und ihn zerstören. Echte Geländewagen mit höher gelegter Ansaugöffnung sind eine Ausnahme – SUV hingegen holen sich den Sauerstoff wie normale Pkw knapp über der Straßenoberfläche. Und saugen damit im Zweifel unter der Wasseroberfläche.

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Leserkommentare
  1. und rumsülzen. Aaaaaalso, wer nicht gerade verreist ist und das Auto hat absaufen lassen, ist vom Schicksal privilegiert, sich keinen Kopp um so profane
    Blechschnitzel zu machen.
    Versicherungstechnisch blöd wird es immer, wenn der persönliche, ideelle Wert
    deutlich höher ist, als der wirtschaftliche, was z.B. bei ehemals schönen Neuwagen mit jetzt hoher Laufleistung der Fall sein kann.
    Und wenn in der persönlichen Kasse eher Ebbe ist, muß man besonders darauf achten, daß der Wagen vor der Flut auf die Höhen expediert wird,
    sofern man irgendwo eine halbwegs sichere Stellfläche findet, wo nicht prinzipiell alles verbooten ist. Verboote können das Auto dann doch zum Boot machen...Hchr,hchr...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte ADAC | Hochwasser | Auto | Elektronik | Versicherung
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