Der fünftürige Kia cee'd GT © Hersteller

Sportlich zeigte sich Kia bisher in erster Linie im Werbeumfeld von Fußball-Bundesliga und Champions League. Die Autos der koreanischen Marke selbst waren eher grundsolide und standen für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für emotionale Elemente war da kein Raum. Das ändert sich in diesem Sommer: Kia setzt nun auch bei Ablegern des Kompaktmodells cee'd auf Sportlichkeit. Der fünftürige Kia cee'd GT reiht sich in die Gruppe der Golf-GTI-Konkurrenten ein, der dreitürige pro cee'd GT soll sportlich-kompakten Coupés wie dem VW Scirocco Kunden abjagen.

Beide Modelle sind jeweils 4,31 Meter lang; der Fünftürer ist mit 1,47 Metern vier Zentimeter höher als der Coupé. Entworfen wurden die GT-Varianten vom Designteam um Peter Schreyer in Europa. Die Daten des Antriebs können sich sehen lassen und versprechen Dynamik und Fahrspaß: Der 1,6 Liter große Benzindirekteinspritzer entwickelt dank Turboaufladung 150 kW (204 PS) und bietet ein Drehmoment von 265 Nm, das zwischen 1.750 und 4.500 Umdrehungen pro Minute anliegt.

Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht, und aus dem Stand beschleunigt Kias Sportler in 7,7 Sekunden auf 100 km/h: beeindruckende Eigenschaften für die Topversion des Kompaktmodells. Allerdings zeigt sich im Verkehr auf der Autobahn, dass die üblichen Verdächtigen auf der linken Spur den Koreaner noch nicht ernst nehmen. Doch das ging dem Golf GTI, dem Urahn aller sportlichen Kompaktmodelle, auch nicht anders, als er 1976 auf den Markt kam.

Dem Fahrwerk fehlt der letzte Schliff

Der Kia cee'd gibt sich, wenn man will, erstaunlich zurückhaltend und lässt sich angenehm schaltfaul fahren. Selbst aus dem sechsten Gang heraus zeigt er seine Sprinteigenschaften und spurtet kraftvoll nach vorne. Dabei drückt der cee'd GT Fahrer und Beifahrer in die bestens ausgeformten Recaro-Sitze, die einen sehr guten Seitenhalt bieten.

Einmal in Fahrt zeigt sich der cee'd GT von seiner dynamischen Seite. Kurven meistert der Wagen souverän. Insgesamt 480 Runden hat Kia nach eigenen Angaben zur Abstimmung des Fahrwerks auf der Nordschleife des Nürburgrings absolviert. Das Fahrwerk ist sportlich ausgelegt – hart, aber nicht unangenehm. Dennoch fehlt der letzte Feinschliff, der dem Fahrwerk die mitunter hoppelnde Gangart austreiben würde. Zudem sind die Abrollgeräusche sehr deutlich zu hören, die akustische Belästigung passt nicht zu dem noblen Ambiente im Innenraum.

Dort kann man sich nämlich durchaus wohlfühlen. Zur angenehmen Atmosphäre tragen Materialien und Design bei. Fahrer und Passagier blicken auf ein wohlgeformtes Interieur, bei dem alles da ist, wo man es vermutet. Lediglich am Multifunktionslenkrad haben die Techniker leicht übertrieben. 14 Schalter und Regler tragen höchstens zur Ablenkung bei – hier wäre weniger mehr gewesen.