Kia cee'd GTGolf GTI auf koreanisch

Kia kann's auch sportlich: Der Hersteller bringt zwei kraftvolle Versionen seines Kompaktmodells cee'd heraus. Das Fahrwerk überzeugt Walther Wuttke aber nicht ganz. von Walther Wuttke

Der fünftürige Kia cee'd GT

Der fünftürige Kia cee'd GT  |  © Hersteller

Sportlich zeigte sich Kia bisher in erster Linie im Werbeumfeld von Fußball-Bundesliga und Champions League. Die Autos der koreanischen Marke selbst waren eher grundsolide und standen für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für emotionale Elemente war da kein Raum. Das ändert sich in diesem Sommer: Kia setzt nun auch bei Ablegern des Kompaktmodells cee'd auf Sportlichkeit. Der fünftürige Kia cee'd GT reiht sich in die Gruppe der Golf-GTI-Konkurrenten ein, der dreitürige pro cee'd GT soll sportlich-kompakten Coupés wie dem VW Scirocco Kunden abjagen.

Beide Modelle sind jeweils 4,31 Meter lang; der Fünftürer ist mit 1,47 Metern vier Zentimeter höher als der Coupé. Entworfen wurden die GT-Varianten vom Designteam um Peter Schreyer in Europa. Die Daten des Antriebs können sich sehen lassen und versprechen Dynamik und Fahrspaß: Der 1,6 Liter große Benzindirekteinspritzer entwickelt dank Turboaufladung 150 kW (204 PS) und bietet ein Drehmoment von 265 Nm, das zwischen 1.750 und 4.500 Umdrehungen pro Minute anliegt.

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Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht, und aus dem Stand beschleunigt Kias Sportler in 7,7 Sekunden auf 100 km/h: beeindruckende Eigenschaften für die Topversion des Kompaktmodells. Allerdings zeigt sich im Verkehr auf der Autobahn, dass die üblichen Verdächtigen auf der linken Spur den Koreaner noch nicht ernst nehmen. Doch das ging dem Golf GTI, dem Urahn aller sportlichen Kompaktmodelle, auch nicht anders, als er 1976 auf den Markt kam.

Dem Fahrwerk fehlt der letzte Schliff

Der Kia cee'd gibt sich, wenn man will, erstaunlich zurückhaltend und lässt sich angenehm schaltfaul fahren. Selbst aus dem sechsten Gang heraus zeigt er seine Sprinteigenschaften und spurtet kraftvoll nach vorne. Dabei drückt der cee'd GT Fahrer und Beifahrer in die bestens ausgeformten Recaro-Sitze, die einen sehr guten Seitenhalt bieten.

Einmal in Fahrt zeigt sich der cee'd GT von seiner dynamischen Seite. Kurven meistert der Wagen souverän. Insgesamt 480 Runden hat Kia nach eigenen Angaben zur Abstimmung des Fahrwerks auf der Nordschleife des Nürburgrings absolviert. Das Fahrwerk ist sportlich ausgelegt – hart, aber nicht unangenehm. Dennoch fehlt der letzte Feinschliff, der dem Fahrwerk die mitunter hoppelnde Gangart austreiben würde. Zudem sind die Abrollgeräusche sehr deutlich zu hören, die akustische Belästigung passt nicht zu dem noblen Ambiente im Innenraum.

Dort kann man sich nämlich durchaus wohlfühlen. Zur angenehmen Atmosphäre tragen Materialien und Design bei. Fahrer und Passagier blicken auf ein wohlgeformtes Interieur, bei dem alles da ist, wo man es vermutet. Lediglich am Multifunktionslenkrad haben die Techniker leicht übertrieben. 14 Schalter und Regler tragen höchstens zur Ablenkung bei – hier wäre weniger mehr gewesen.

Leserkommentare
  1. Die große Zeit des VW Golf GTI war am Anfang der 80er Jahre. Damals konnte der Biedermann zeigen, dass er mit seinem Golf auch die höherwertigen Opel Ascona und Manta überholen konnte. "Erst kommen lassen, dann das Gaspedal durchtreten und in die erstaunten Gesichter schauen."
    Damals gab es allerdings auch sehr viel weniger Verkehr auf den Autobahnen.

    Wenn man heute einigermaßen schnell auf der Autobahn unterwegs sein will, ist das Überholprestige ein sehr wichtiger Sicherheitsfaktor. Also die Anwort auf die Frage: "Zieht er/sie noch rüber oder kann man die Kolonne passieren."

    Leider können sehr viele Zeitgenossen Geschwindigkeit und Gefahrenpotential nicht abschätzen. Die gehen dann alleine nach "Gefühl", also nach Typ und Größe des Fahrzeugs. "Der kann schon bremsen."
    Da hat man mit einem Kompakt- oder Kleinwagen sehr schlechte Karten. Auf Entfernung sind die Unterschiede zwischen Normalgolf und GTI sowieso nicht zu erkennen. Das schnellere Fahren mit solchen Kisten wird damit zu einem lebensgefährlichen Unterfangen. Da Fahrkönnen und Rücksichtnahme immer weiter abnehmen, wird so etwas durchaus schon bei Geschwindigkeiten von unter 130km/h gefährlich.

    Auf der anderen Seite nimmt auch die Bereitschaft immer mehr ab, die Überholspur zu räumen. Da hat der 5er-BMW-Fahrer auch viel bessere Karten, als Golf und Co.

    Fazit: Die Fahrerei mit so kleinen Kisten ist einfach gefährlich und frustrierend. Dann lieber das Geld in ein richtiges Auto stecken oder sparen.

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    ... nur zu wahr.

    Übrigens ein sehr gutes Argument für ein allgemeines Tempolimit.

    "Die große Zeit des VW Golf GTI war am Anfang der 80er Jahre. Damals konnte der Biedermann zeigen, dass er mit seinem Golf auch die höherwertigen Opel Ascona und Manta überholen konnte."
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    Na ja, ich fürchte das hätte so manche Golf GTI Fahrer gerne gehabt. Beim Manta GSI waren das aber eher Wunschträume.
    Wie dem auch sei, schade dass diese Art von KFZ-Kultur zugunsten von Plastik-Autos u.a, aus Korea verloren gegangen ist.

  2. ... nur zu wahr.

    Übrigens ein sehr gutes Argument für ein allgemeines Tempolimit.

  3. "Die große Zeit des VW Golf GTI war am Anfang der 80er Jahre. Damals konnte der Biedermann zeigen, dass er mit seinem Golf auch die höherwertigen Opel Ascona und Manta überholen konnte."
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    Na ja, ich fürchte das hätte so manche Golf GTI Fahrer gerne gehabt. Beim Manta GSI waren das aber eher Wunschträume.
    Wie dem auch sei, schade dass diese Art von KFZ-Kultur zugunsten von Plastik-Autos u.a, aus Korea verloren gegangen ist.

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  • Schlagworte Kia | Bundesliga | Golf | Peter Schreyer
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