Folgt der Nachfolger so gar nicht dem Vorbild seines Vorgängers, darf man fragen, was letzterer grundlegend falsch gemacht hat. Bei der Mercedes-Benz A-Klasse, die von 1997 bis 2012 gebaut wurde, lautet die Antwort: eigentlich wenig. Nach einem wackeligen Start mit dem Elchtest hatte die A-Klasse nicht überdurchschnittlich viele Mängel, finden die TÜV-Prüfer.

Dass die A-Klasse nun nicht mehr einem Hochdach-Kompaktwagen ihren Namen leiht, sondern einem sportlich gezeichneten, relativ flachen Auto, liegt nicht am alten Modell, sondern an einer kleinen Verjüngungskur der Marke. Die Gene der alten Marke leben aber in der B-Klasse oder dem neuen SUV GLA weiter. Und natürlich in den vielen Gebrauchten, die es auf dem Markt noch gibt.

Die alte A-Klasse nahm Ende der neunziger Jahre einen aktuellen Trend vorweg: den des Hochsitzens. Bequem einsteigen, viel Übersicht haben und trotzdem ein wendiges Auto fahren – was heutzutage auf diverse Mini-SUV zutrifft, bietet die alte A-Klasse schon seit mehr als 15 Jahren. Die Sitzposition ist ungewöhnlich weit oben, weil ein Teil des Antriebs unter dem Fußboden liegt.

Frühe Motorprobleme sollten gelöst sein

Allerdings bekam die A-Klasse schnell das Etikett "Rentner-Auto" aufgeklebt, damit kann sie nicht gegen die aktuellen Trendwagen konkurrieren. Dafür bietet sie ordentlich Platz und eine sehr variable Rückbank. Von der ersten Generation (1997-2004) gibt es ab 2001 eine Langversion, deren Radstand um 17 Zentimeter länger ist. Das Modell ab 2004 gibt es auch als Dreitürer, das Coupé genannt wurde.

In der ersten Generation hatte der kleine Mercedes allerlei Probleme mit dem Antrieb. Wegen zu viel Hitze platzten Motoren; Steuerketten und Keilriemen rissen. Diese Reparaturen müssten bei heute angebotenen Gebrauchtwagen allerdings längst erledigt sein. Von 2004 an hatten die Benzin- und Dieselmotoren eine Leistung zwischen 60 kW (82 PS) und 142 kW (193 PS). Die A-Klasse ist für den Stadtverkehr ausgelegt, daher reicht ein mittlerer Benziner. Das Fahrwerk ist hinreichend komfortabel, aber nicht unbedingt bequem auf langen Strecken.

Berühmt geworden ist die erste A-Klasse vor allem wegen des sogenannten Elchtests. Bei dem Fahrmanöver wird ohne zu Bremsen das Ausweichen vor einem plötzlich auftretenden Hindernis simuliert, etwa einem auf die Straße tretenden Elch. Die Fahrstabilität des Autos sollte so gut sein, dass es dabei weder ausbricht noch seitlich umkippt. Genau das gelang der A-Klasse nicht: Im Oktober 1997 kippte ein Exemplar bei einem Test auf die Seite.