CR-V gegen CX-5Mazda siegt im Test der Japan-SUV

Der Mazda CX-5 überzeugt bei Antrieb und Fahrwerk, der Honda CR-V bietet mehr Platz. Welcher der Nippon-SUV ist letztlich besser? W. Gomoll und S. Grundhoff vergleichen. von Wolfgang Gomoll und Stefan Grundhoff

Honda CR-V (links) und Mazda CX-5

Honda CR-V (links) und Mazda CX-5  |  © press-inform

Früher galten insbesondere Kombis und Vans als Familienfahrzeuge – doch mittlerweile haben urbane Geländewagen, die SUV, längst auch ihre Position in den Mehrpersonen-Haushalten gefunden. Beliebt sind dabei unter anderem die beiden japanischen Konkurrenten Honda CR-V und Mazda CX-5. Vor allem Mazda hat die SUV-Mittelklasse in Deutschland mächtig aufgemischt. Der CX-5 machte sich besonders als Diesel-Allradler einen Namen und setzt sogar die deutschen Platzhirsche Volkswagen Tiguan, Audi Q3 und Q5 sowie BMW X1 und X3 unter Druck.

Honda wiederum hat schwere Jahre hinter sich: Trends wurden verschlafen und das sportliche Markenimage über den Haufen geworfen. Wenn eines der Modelle die Wirren der letzten Jahre noch am besten überstanden hat, dann der CR-V. In seiner dritten Generation ist er sehenswerter denn je. Doch welchen der beiden Japan-SUV sollte die Familie – wenn überhaupt – nun wählen?

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Bei den Motorisierungen liegen beide Modelle auf Augenhöhe. Hüben wie drüben sind zurückhaltend brummende Commonrail-Diesel mit 2,2 Litern Hubraum verbaut. Der Mazda-Selbstzünder holt aus den vier Brennkammern 129 kW (175 PS) heraus, das maximale Drehmoment ist mit 420 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute erreicht. Der vibrationsärmere Honda-Diesel leistet 110 kW (150 PS) und bietet ein Drehmoment von bis zu 350 Nm bei 2.000 bis 2.750 Umdrehungen pro Minute.

Der Mazda ist mit einer gut schaltenden Sechsgang-Automatik nebst Start-Stopp-System zu bekommen; im Honda CR-V arbeitet optional eine betagte Fünfgang-Automatik. Mit der serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung ist man besser unterwegs.

Der CX-5 ist ein kraftvoller Spritschlucker

Überflüssige Spielerei ist im 1,6 Tonnen schweren Honda CR-V der Econ-Modus, der bei zaghafter Fahrweise grüne Blätter sprießen und die Instrumente sich bläulich färben lässt. Der Fahrprogrammschalter hat keinen Einfluss auf Lenkung oder Dämpferverstellung, sondern lähmt nur Gasannahme und Klimatisierung. Im 1,7 Tonnen schweren Mazda lässt sich der Fahrmodus gar nicht beeinflussen. So lässt der Wagen angesichts der internationalen Konkurrenz Wünsche nach Variationsmöglichkeiten bei Fahrprogrammen oder nach einer variablen Dämpferabstimmung aufkommen.

Bei den Fahrleistungen spielt der Mazda CX-5 2.2 Diesel sein Leistungsplus aus. Null auf 100 km/h schafft der Allradler in 9,3 Sekunden, das Höchsttempo liegt bei 206 km/h. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten legt der Mazda mehr Biss in den Vortrieb und zieht dem unterlegenen Honda davon. Kann der CR-V 2.2i D-TEC beim Spurt vom Stand auf Tempo 100 aufgrund seiner Handschaltung in 9,6 Sekunden noch mithalten, sieht es auf der Autobahn schlechter aus. Ab 160 km/h wird es zäh, und bei 190 km/h ist Schluss.

Unterm Strich ist der Honda deutlich laufruhiger, der Mazda dafür schlicht kraftvoller, aber kerniger. Jeder, wie er mag. Im Praxistest verbrauchte der Mazda CX-5 je 100 Kilometer 8,2 Liter Diesel – zu viel in dieser Klasse. Hier hatte der Honda, mit Frontantrieb und Handschaltung ausgestattet, überraschend knapp die Nase vorn: Der CR-V genehmigte sich 7,6 Liter.

Leserkommentare
  1. Vorneweg: Für mich käme keiner der beiden Wagen in Frage. Und ich habe weder Aktien bei Honda noch bei Mazda.

    Aaaber: Ich lese die Überschrift, Mazda siegt. Überfliege den Artikel. Und frage mich, warum der Mazda besser sein soll. Bei der Motorisierung: Beide auf Augenhöhe. Gut, der Mazda hat mehr Leistung, fährt sogar über 200 km/h (bitte schön, wer tut das mit so einem Dickschiff?), verbraucht aber fast 10% mehr als der Honda, der laufruhiger ist und sogar einen Tempomat bietet. Was ist gegen eine "antiquierte" Fünfgangautomatik zu sagen, außer dass sie "nur" 5 Gänge hat (von funktionellen Unterschieden ist im Artikel ja keine Rede)? Der Honda hat mehr Platz, hat sogar eine elektrische Heckklappe (ok, das ist Spielerei), der Mazda hingegen hat viel zu niedrige Kopfstützen (Sicherheitsrisiko!). Gut, das Navi im Mazda ist besser und kostet nur ein Viertel des im Honda, aber selbst wer 500 Euro für ein fest eingebautes Navi bezahlt, bezahlt zu viel -- mobile Navis können mehr und sind noch billiger.

    Alles in Allem: So ganz klar geworden ist mir nicht, warum der Mazda hier zum Sieger gekürt wurde.

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  • Schlagworte Test | Mazda | Honda | SUV
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