Automobilindustrie Weniger Schrott

Dank immer besseren Sicherheitssystemen sinkt die Zahl der Personenschäden.

Endlich mal eine positive Nachricht von der PS-Front. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kann verkünden, dass die volkswirtschaftlichen Kosten durch Verkehrsunfälle sinken: Wurden im Jahr 2003 noch Schäden von 32,2 Milliarden Euro verursacht, so waren es 2004 nur noch 30,9 Milliarden Euro, wie die von der Bundesanstalt für Straßenwesen jetzt akribisch ausgewerteten Daten ergeben. Und »die Tendenz setzt sich nach den bisher vorliegenden Daten fort«, sagt VDA-Sprecher Eckehart Rotter.

Das gilt auch für den erfreulichsten Teil der Statistik: Erstmals lagen die Personenschäden (15,2 Milliarden Euro) unter den Sachschäden (15,7 Milliarden Euro). Die deutschen Autohersteller rechnen sich diesen positiven Trend zu einem guten Teil als Verdienst an. Dann anders als bei mancher Umwelttechnologie wie Rußfilter oder Hybridantrieb gelten Mercedes, Audi, VW und Co. bei der Sicherheitstechnik weltweit als Schrittmacher.

So waren etwa im Jahr 2005 schon 72 Prozent aller hierzulande verkauften Neuwagen mit dem Schleuderverhinderer ESP ausgestattet. Nur bei ihren Kleinwagen glauben sich noch manche Hersteller diese lebensrettende Technik sparen zu können.

 
Leser-Kommentare
    • wowman
    • 31.08.2006 um 11:08 Uhr

    Keine Frage, die aktive und passive Sicherheit der Fahrzeuge hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

    Wenn jetzt der Seat Leon einen Punkt im EuroNCAP-Test abgezogen bekommt, weil man auf das akustische Signal bei nicht angelegtem Gurt verzichten will, misst man diesem Feature eine viel zu große Bedeutung zu.
    Deshalb vier anstatt fünf Sterne zu vergeben, heisst, dieses simple Warnsignal hat nach Auffassung der Prüforganisation einen Anteil von zwanzig Prozent am Sicherheitskonzept des Gesamtfahrzeugs.

    Derlei Gebaren seitens der Prüfanstalt schwächt meiner Ansicht nach die Aussagekraft der Bewertung erheblich.
    Dem mündigen Bürger (das ist jener, der sich auch ohne Warnsignal anschnallt) bleibt somit nichts anderes übrig, als die Sternewertung für jedes in Frage kommende Fahrzeug besonders kritisch zu prüfen.
    Die ehedem sehr klar erscheinende Sterneskala verliert dadurch ihre Aussagekraft.

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  • Quelle DIE ZEIT 24.08.2006 Nr.35
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