© Jakob Börner
Was hält die Gesellschaft noch zusammen, wie verändert sie sich in den verschiedenen Teilbereichen unter dem Einfluss von Globalisierung, Individualisierung und Wertepluralismus? Das sind die Fragen, die mich – neben der harten Politik – seit Langem beschäftigen. Daneben befasse ich mich mit Europapolitik, einem Thema, das in jüngster Zeit durch die Euro- und die Flüchtlingskrise wieder große Bedeutung bekommen hat. Als Autor habe ich zudem zwei Bücher über Korruption und Skandale verfasst.

Das treibt mich an

Als politischer Journalist möchte ich zur gesellschaftlichen Debatte beitragen. Dazu gehört in erster Linie Aufklärung – über politische und wirtschaftliche Verhältnisse, genauso aber auch die meinungsstarke Kommentierung. Und im Onlinejournalismus die Auseinandersetzung mit den Usern, selbst wenn sie bedenkliche Ansichten vertreten.

Da komme ich her

Nach dem Studium der Volkswirtschaft, Soziologie und Politikwissenschaft habe ich zunächst bei einer Nachrichtenagentur gearbeitet, dann als Politik-Chef bei der Wochenzeitung "Die Woche". Lange Print-Mann, bin ich seit 10 Jahren bei ZEIT ONLINE begeisteter Onlinejournalist – mit den vielen Möglichkeiten, die eine Zeitung nicht bietet.

Dieses Ereignis hat mich journalistisch geprägt

Die deutsche Wiedervereinigung, die ich 1989/90 journalistisch intensiv begleitet habe, auch bei vielen Reisen durch die untergehende DDR. Außerdem die Osterweiterung der EU 2004, die bei mir ein starkes Interesse an der Entwicklung Europas geweckt hat.

Diesem Thema widme ich die meiste Zeit

Neben der Flüchtlingsentwicklung zur Zeit der Krise Europas, die ja nicht nur durch die Tendenz zur Renationalisierung in Ost und West getrieben wird, sondern auch durch den starken Legitimationsverlust bei den Bürgern, die vielfach überhaupt kein Vertrauen mehr in etablierte Politiker haben. Wie lässt sich dem begegnen?

Mit diesem Menschen hatte ich als Journalist einen unvergesslichen Moment

Mit Joscka Fischer. Kurz vor der Wahl 1998 sagte er mir in einem Interview: "Ich will nicht Außenminister werden, vergessen Sie's!", obwohl jeder wusste, dass er das Amt anstrebte. So offenkundig angelogen wurden ich selten von einem Politiker.

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