Krise Bankenrettung in schwerer See
US-Finanzminister Geithner will den Banken mit Hilfe privater Investoren aus der Patsche helfen, berichten Medien. Die Krise der Geldhäuser ist nicht leicht zu lösen, sagt das Börs-o-Meter

© Win McNamee/Getty Images
Wird seine Pläne zur Rettung der Banken bald konkretisieren: Timothy Geithner, hier mit Barack Obama im Hintergrund
Im vergangen Jahr gingen in den USA 24 Banken bankrott. 2009 gerieten schon neun Geldhäuser in Schieflage. Eine solche Pleitewelle gab es zuletzt in den 1980er Jahren. Kein Wunder, dass die Debatte über eine "Bad Bank" oder ähnliche Rettungsmöglichkeiten nicht endet.
Am Montag oder Dienstag will der neue US-Finanzminister Timothy Geithner darlegen, wie er die noch verbliebenen Gelder aus dem Banken-Rettungsplan nutzen will. Möglicherweise werden sie nicht reichen. Es geht um mindestens 350 Milliarden Dollar, umgerechnet 270 Milliarden Euro.
Die Börsianer scheinen nicht so recht zu wissen, was sie von den bislang vagen Hilfsplänen halten sollen. In jüngster Zeit gab es mehrere Tage, an denen der amerikanische Bankenindex um mehr als 15 Prozent nach oben schoss. An anderen Tagen verzeichnete er zweistellige Verluste.
Was ist der richtige Weg, um die Banken zu retten? In der Debatte darüber wird immer wieder auf das schwedische Beispiel verwiesen. Anfang der 1990er Jahre gründete die schwedische Regierung Institute, die mit einer "Bad Bank" vergleichbar sind. Sie sollten notleidende Papiere kaufen, um die Bilanzen der Finanzinstitute zu entlasten. Zeitweilig übernahmen sie Geldhäuser komplett, um sie umzustrukturieren und dann wieder zu verkaufen.
Die Krise in Schweden wurde viel schneller beigelegt, als man ursprünglich hoffte. Die "Bad Banks" sollten 15 Jahre Zeit haben, die übernommenen Vermögensgegenstände wieder zu verkaufen. Tatsächlich lösten sie sich aber schon nach vier Jahren wieder auf, weil sie ihre Aufgabe als erledigt ansahen.
Eine Kombination aus guten organisatorischen Regeln und einem positiven wirtschaftlichen Umfeld machte das möglich. Die Institute stellten niemanden ein, sondern arbeiteten weitgehend mit Beratern. So wurde verhindert, dass sie ein Eigenleben entwickeln konnten und sich neue Aufgaben suchen würden, sobald sie ihr eigentliches Ziel erreicht hätten.
Der wichtigste Erfolgsfaktor war aber wohl das positive Umfeld. Die Bankenkrise war auf Schweden begrenzt. Besonders schlecht ging es den Banken im Jahr 1992. Im Rest der Welt lief die Wirtschaft zu dieser Zeit sehr gut. Deutschland erlebte den Wiedervereinigungsboom, in den USA begann der längste Aufschwung der Geschichte. An den Aktienmärkten setzten die Kurse zu einem der stärksten Bullenmärkte der vergangenen Jahrzehnte an. Das alles war ein Umfeld, das in Schweden positive Effekte auslöste.
Aktuell sieht es leider anders aus. Die Bankenkrise herrscht weltweit. Die jüngsten Konjunkturdaten lassen die schärfste Rezession seit den 1930er Jahren fürchten. In den USA steigt die Arbeitslosigkeit rasant. In Deutschland fallen die Umsätze der Industrie so stark wie seit Jahren nicht. Die Auftragseingänge sinken ebenfalls, auch der Export geht zurück. Ob die Aktien schon wieder die Kraft haben, durchzustarten, ist fraglich.
Das sind vollkommen andere Voraussetzungen als in Schweden Anfang der 1990er Jahre – und schlechte Bedingungen für den Erfolg einer möglichen "Bad Bank".
Unabhängig davon bleibt die Frage, wie genau diese Institute ausgestaltet sein sollen. Ein dezentrales System, das mit einer Lockerung der Bilanzierungsvorschriften einhergeht, mag kurzfristig hilfreich sein. Letztlich legt es aber bereits die Saat für die nächste Krise, denn lasche Bilanzregeln waren eine der Ursachen der gegenwärtigen Probleme. In Deutschland wurde zuletzt darüber diskutiert, jeder Bank in Not ihre eigene "Bad Bank" zur Seite zu stellen.
In den USA will Timothy Geithner jetzt dem Wall Street Journal zufolge private Investoren suchen, die mit Hilfe der Notenbank die faulen Wertpapiere übernehmen. Auch dieser Plan birgt jedoch Fallen. Die Frage, zu welchen Kursen die Papiere gekauft werden sollen, ist bisher ungelöst. Zu niedrige Kurse bringen den Banken keine Erleichterung. Zu hohe Kurse aber belasten die Steuerzahler über Gebühr.
Bliebe noch die Möglichkeit, dass die Regierungen eine Bürgschaft geben, falls die Papiere notleidend werden. Das ließe zumindest den Großteil der Schwierigkeiten bei den Banken, ohne sie ganz im Regen stehen zu lassen.
Nichts ist ordnungspolitischer verheerender als eine Sozialisierung der Verluste, während Gewinne privatisiert werden. Es bleibt abzuwarten, welcher Weg nun eingeschlagen wird. Die kommenden Tage dürften mehr Klarheit bringen.
Conrad Mattern ist Vorstand der Conquest Investment Advisory AG und Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Auf ZEIT ONLINE beleuchtet er immer montags die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten.
- Datum 04.05.2009 - 11:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Die ZEIT läßt einen Vorstand der Conquest Investment Advisory AG zu Worte kommen, das ist so, als ob sich "Lucky" Luciano über die Geschäfte von Al Capone ausließe!
Der entscheidende Absatz:
Die "USA will [] private Investoren suchen, die mit Hilfe der Notenbank die faulen Wertpapiere übernehmen."
"Mit Hilfe der Notenbank" ist der Pferdefuß: Die seit 1913 in Privatbesitz befindliche Notenbank druckt Geld nur gegen staatliche Schuldverschreibung plus Zinsen. Deshalb lesen wir weiter:
Die Frage, zu welchen Kursen die Papiere gekauft werden sollen, ist bisher ungelöst. Zu niedrige Kurse bringen den Banken keine Erleichterung. Zu hohe Kurse aber belasten die Steuerzahler über Gebühr.
Aha. der Steuerzahler wird belastet (von der Notenbank).
Zusammenfassung: Durch von Gier verblendetes Bad Management sitzen Banken auf Papieren, die ihr Geld nicht wert sind. Nun wird ein Dummer gesucht, der trotzdem noch dafür Geld hinlegt. Private Investoren sind nicht so blöd, daher wird ein kompliziertes Etwas konstruiert, das wie Privatwirtschaft aussieht, aber in Wirklichkeit staatlich verbürgte Gewinngarantie beinhaltet -- der Berliner Bankenskandal läßt grüßen!
Meine Meinung: Solche Akteure bereichern sich in pseudolegaler Weise im Verband mit korrupten Politikern am Volksvermögen - Al Capone grüßt aus der letzten Weltwirtschaftkrise.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Daß hier wahllos Leute zu Wort kommen können, die etwas zu sagen haben, ist schon ein ziemlich unerhörter Vorgang für eine Zeitung, oder?
Und daß ausgerechnet für Berliner staatliche Transfereinkommen der Gipfel der Legalität sind ist auch bekannt.
Daß hier wahllos Leute zu Wort kommen können, die etwas zu sagen haben, ist schon ein ziemlich unerhörter Vorgang für eine Zeitung, oder?
Und daß ausgerechnet für Berliner staatliche Transfereinkommen der Gipfel der Legalität sind ist auch bekannt.
Danke, Ihre Zeilen, Berliner, sind nachdenkenswert!
Hoffentlich klickt sich der ein oder die andere mal in diesen Thread.
Daß hier wahllos Leute zu Wort kommen können, die etwas zu sagen haben, ist schon ein ziemlich unerhörter Vorgang für eine Zeitung, oder?
Und daß ausgerechnet für Berliner staatliche Transfereinkommen der Gipfel der Legalität sind ist auch bekannt.
Wie kommt Frau Merkel dazu, 800000 deutschen Geldvermögensbesitzern > 1000000 Euro eine Staatsgarnatie für ihr Geldvermögen auszusprechen.
Mein Vorschlag, diejenigen die private Schulden zu öffentlichen Schulden machen wollen sind von Herrn Sodann zu verhaften und hinter Gittern zu bringen.
Nicht nur Herr Ackermann gehört dazu.
Frau Merkel warum schützen sie die oberen 10000 und nicht die kleinen Leute.
Die Banken haben sich verspekuliert, dass Geld der Millionäre ist weg.
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