Beichte Keine Ahnung, wie sich das anfühlt

Jonas ist Single, obwohl er nie Single geworden ist. Er ist 24 und hatte noch nie eine Freundin. Vielen geht es ähnlich, doch kaum einer redet darüber. Wie es ist, wenn die ersten Freunde heiraten und man selbst noch immer allein ist. Ein Erfahrungsbericht.

Neulich rief mich Jens an. »Ich brauch mal deinen Rat«, flüsterte er in den Hörer. Ich schwieg kurz. Dann gab ich ihm das Startsignal. »Ja, was gibt’s?« Jens legte los. Er hatte Krach mit seiner Freundin: Sie wollte ein sechsmonatiges Praktikum in Kanada machen, er wollte einfach nur mit ihr zusammen sein. Hier, jetzt, heute. Beziehungskonflikte. Sie sagte, ihre Karriere sei ihm egal. Er sagte, sie denke nicht an die gemeinsame Zukunft. Ich hörte zu, geduldig, fasziniert von dem erregten Tonfall, in den sich Jens hineinsteigerte. Als er fertig war, fragte ich ihn mit ruhiger Stimme: »Warum erzählst du das ausgerechnet mir?« Jens stockte. Jetzt hörte er mir zu: Ich habe keine Ahnung, wie sich Beziehungskrach anfühlt. Ich weiß nicht, was es heißt, mit jemandem sein Leben zu teilen. Ich bin 24 Jahre alt und hatte noch nie eine Freundin.

Es ist ein geräuschloses Phänomen. Kaum ein Mann spricht wirklich offen darüber, wenn er mit 23, 24 oder 25 Jahren noch keine Beziehung gehabt hat. Niemand rechnet sich selbst gerne zu der Gruppe von Singles, die eigentlich nie Singles geworden sind – weil sie es schon immer waren. Doch fast jeder kennt einen solchen Fall. Wir leben in einem Land, in dem das Thema Liebe beinahe im Zweiminutentakt auftaucht. Gleichzeitig leben in unserer Mitte unzählige Menschen, für die das Thema Beziehung ein verborgener Wissensschatz ist. Sex spielt da höchstens eine untergeordnete Rolle. Ich hatte noch nie Sex, aber Triebabfuhr an sich ist heute auch kein großes Problem. Einsamkeit dagegen schon.

All das ist meine eigene Erfahrung. Wie die meisten Männer, die mit Mitte zwanzig noch ohne Frau sind, habe ich irgendwann im Teenager-Alter den Anschluss verpasst. Genau in der Zeit, in der die meisten Jungs Kontakt zum anderen Geschlecht aufnahmen. Es ist verdammt schwer, einen solchen Rückstand aufzuholen, wenn er erst mal da ist. Ich habe Erfolg im Studium und im Nebenjob, viele Freunde und sonst auch eine Menge Spaß. Vielleicht bin ich ein wenig unsportlich, unattraktiv fühle ich mich deswegen nicht. Trotzdem: Zuerst ging mir die Lockerheit verloren. Dann das Selbstvertrauen.

Mit der Zeit versäumte ich es, das ganz grundlegende Know-how zu sammeln. Wie spricht man eine Frau eigentlich an? Was muss man machen, um sie für sich zu gewinnen? Frauenerfahrene Männer nennen es den »Killer-Instinkt« – im entscheidenden Moment die richtigen Worte, Gesten, Blicke parat zu haben. Und genau das fehlt uns unerfahrenen Männern völlig. Für viele ist das Erobern ein Spiel. Mir scheint es wie eine Fremdsprache, die ich nie gelernt habe. Es kann sogar passieren, dass ich merke, wie mir eine Frau Avancen macht. Ich kann nur nicht angemessen darauf reagieren. Es ist so, als ob ich plötzlich Albanisch reden sollte. Es klappt einfach nicht. Keine Chance.

Ich war einige Male wirklich verliebt. Aber: Von meinen Angebeteten habe ich durchweg nur Körbe bekommen. Von der Schulhofschönheit in der achten Klasse. Von dem Mädchen aus der Abi-Lerngruppe. Von der Bekannten meines besten Freundes. Von der Partygrazie aus dem Uni-Club, und so weiter. Wer schon ein gutes halbes Dutzend deftige Enttäuschungen erlebt hat, der verfügt über ein feines Gespür dafür, wenn es schon wieder schief zu gehen droht. Es ist hart, aber die eigenen Gefühle scheinen irgendwann von den Frauen immer als Problem behandelt zu werden. Ich habe angefangen, mich davor zu schützen.

Zum Beispiel bei Lisa. Ich traf sie im ersten Semester bei einer Fachschaftsparty. Sie war mir sofort aufgefallen: ein bedingungslos positiver Mensch, lieb, hilfsbereit, verständnisvoll. An jenem Abend diskutierte sie mit einem besonders rechthaberischen Kommilitonen über Politik. Er hatte von Anfang an verloren. Lisa sah ihn mit ihren großen, braunen Augen an, suchte nach einem Kompromiss. Während ihre Stimme vorsichtig nach Worten tastete, fingen ihre Wangen vor Anstrengung an, rot zu leuchten. Am Ende musste er zustimmen. Ich saß daneben. Im Grunde war ich sofort verliebt. Doch irgendetwas hat mich von Anfang an zweifeln lassen, dass sie sich für mich interessieren könnte. Ich hab es trotzdem versucht. Hab mich mit ihr verabredet, ein paar nette Stunden verbracht. Lisa blieb dennoch ein wenig auf Distanz, redete nur über unsinnige Themen wie Klausuren oder den nächsten Einkauf. Im ersten Moment war ich ziemlich frustriert. Eigentlich war sie alles, was ich in diesen Wochen wollte.

So liebte ich sie fortan heimlich. Wenn ich sie sah, bekam ich noch immer weiche Knie. Ich verabredete mich ab und zu mit ihr. Manchmal kochte sie für mich, manchmal gingen wir aus. Und natürlich traute ich mich nicht, ihr etwas zu sagen. Es wäre auch völlig sinnlos gewesen. Bei unseren Treffen spürte ich den Zauber des Unausgesprochenen: eine seltsame Mischung aus Traurigkeit und tiefer Liebe. Bis zum siebten Semester.

Vor einem Jahr ist sie dann weggezogen, wollte ihre Magisterarbeit in einer anderen Stadt schreiben. Seitdem habe ich sie nie wieder gesehen. Ich habe gehört, dass sie bald heiraten will.

Es gibt viele Männer da draußen , die ein Problem damit haben, Frauen anzusprechen. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir empfindsam sind, viel Respekt vor den Gefühlen anderer haben, und noch mehr als das: Angst vor den eigenen Gefühlen. Wer tiefe Empfindungen entwickelt, dem fällt es schwer, sich für die immergleichen Jagd- und Balzspielchen locker zu machen. Sie scheinen der schieren Übermacht der eigenen Gefühle unangemessen. Zu banal.

Vielleicht ist es ja auch nur die blanke Feststellung, dass die Welt um uns herum nach und nach zur Perfektion zu reifen scheint. Noch nie war es für halbbegabte Stadtrandschönheiten so einfach, Superstar zu werden. Es ist eine Frage der Inszenierung, des Sich-selbst-Darstellens. Wer damit nicht klarkommt, hat ein Problem. Nicht nur, dass unser Leben dadurch langweiliger geworden ist. Die Wahrheit ist doch: Zur gleichen Zeit haben es jene Leute am schwersten, die eben nicht an Selbstüberschätzung leiden.

Es hat sicherlich etwas damit zu tun, dass es einen Unterschied zwischen geistiger und körperlicher Reife gibt. Während die Hormone schon bei 14-Jährigen verrückt spielen, ist der Umgang mit äußersten Gefühlswallungen ein langer Lernprozess. Manchmal denke ich: Wirklich erwachsen ist man erst, wenn man sich in solchen Situationen unter Kontrolle halten kann. Wenn man beim Anblick einer wunderbaren Frau keine weichen Knie bekommt und nicht anfängt, Unsinn zu labern. Das kann dauern. Wer damit als Mann nicht zurechtkommt, muss zusehen, wie die Risikofreudigeren zum Zug kommen, Traum um Traum, Frau für Frau. Irgendwann war ich Mitte zwanzig und stellte verängstigt fest, dass die ersten Abi-Kollegen heirateten. Die erste Runde ist vorbei.

Auch bei uns Männern tickt die Uhr. Das wollen freilich nur die wenigsten wahrhaben. Es kann jeden treffen, wie ein Unfall, auch solche Männer, die im Leben sonst erfolgreich sind. Es hängt oft nur davon ab, ob man früh eine tiefe Enttäuschung erlebt hat. Vielleicht ist es ein Stück des Erwachsenwerdens oder auch ein Stück gelebte Desillusionierung. Wie ein langsames Aufwachen, das einen über die Jahre begleitet. Die ideale Beziehung, ein Traum. Nach einiger Zeit stellt man fest, dass die Welt manchmal nicht für das Träumen ausgelegt ist. Das ist der Haken daran. Es kann zu spät sein, ohne dass man es überhaupt gemerkt hätte.

Neulich habe ich wieder eine tolle Frau kennen gelernt. Sie war lustig, intelligent und wunderschön. Ihre Augen leuchteten ständig, und sie konnte so hinreißend lieb lachen, dass alle anderen mitlachen mussten. Ich redete ein wenig mit ihr und schaffte es gerade noch, nach ihrem Namen zu fragen, dann war sie auch schon weg. Ein paar Tage später habe ich sie zufällig in der Stadt getroffen. An ihrer Seite klebte einer von diesen großen, blonden Spaßvogeltypen, die locker sind und ständig Witze machen können. Ich beneide diese Männer. Wir stiegen in dieselbe Straßenbahn, und sie lud mich ein, doch mit in einen Club zu kommen. Von da an nutzte ich jede Minute, in denen der Spaßvogel nicht zu seinen schlecht getarnten Fummelattacken ansetzte. »Woher kommst du?« – »Was studierst du?« Meine Fragen kamen hölzern, aus meinem Mund quollen nur Langweilersätze. Nichts, was einen besonderen Moment hätte schaffen können.

Als wir auf der Party ankamen, ging der große Blonde gleich in die Offensive. Er zappelte wie ein Duracell-Hase auf der Tanzfläche, sie zappelte zurück. Dabei schauten sich die beiden tief in die Augen. Ich sah mir das Elend aus sicherer Distanz von einem Sessel aus an und trank in einer halben Stunde drei Flaschen Bier leer. Schließlich hatte ich genug und wollte gehen. Der Spaßvogel war gerade auf der Toilette. Meine Traumfrau stand da, ausnahmsweise allein, sie hatte ein leeres Longdrinkglas in der Hand. »Du willst schon gehen?«, fragte sie mich mit glasigen Augen und einer Spur alkoholisch-dramatischer Enttäuschung in der Stimme. Ich bat sie um ihre E-Mail-Adresse und bekam sie auch. Dann nahm sie mich in den Arm. Sie drückte mich fest an sich, ich vergrub meine Nase in ihrer Schulter. Sie roch so unheimlich schön nach Mädchen. Ich habe diese Sekunden wie wahnsinnig aufgesogen und genossen. Schließlich löste sie die Umarmung und ging zurück zu ihrem Begleiter, der schon unruhig auf sie wartete. Dabei schenkte sie mir noch ein Lächeln.

Am nächsten Tag schrieb ich ihr. Dass es schön war, sie getroffen zu haben. Dass ich mich freuen würde, sie noch einmal zu sehen. Jetzt, zehn Stunden später, hat sie mir geantwortet. Sie habe schon vollkommen vergessen, jemandem gestern Abend ihre Adresse gegeben zu haben. Viele Grüße noch. Ich klappe meinen Laptop zu und bin wieder allein. Vielleicht gehe ich jetzt raus und laufe ein wenig ziellos durch die Gegend. Genau das ist meine Geschichte.

*Name von der Redaktion geändert

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist falsch, wenn man sagt, das dies einen nicht beschäftigt. natürlich ist man oberflächlich cool und sagt das es schon wird. doch nach einer zeit versteht man die welt nicht mehr. wieso er und nicht ich. wie soll ich sie ansprechen, hat sie mich angeschaut, oder doch den typen hinter mir? bin ich hässlich? was mache ich falsch und die frage die auch im artikel stand, was soll ich überhaupt sagen? es kommt doch eigentlich immer nur auf das richtige gesprechsthema an.
    Und dann kommen von ihnen antworten wie du bist nett, aber lass uns nur freunde bleiben. wie soll man da jemanden kennen lernen.
    man hofft das man nicht single auf lebenszeit bleibt und denkt an das sprichtwort von oma. "auf jeden topf passt ein deckel".

    und doch irgendwie findet ich mich einsam wieder. ich bin 20 und hab das selbe problem. ich versuche neben der uni soviel wie möglich zu unternehmen, doch was bringt es ausser geld auszugeben und nimanden kennen zulernen? im artikel findet Jjeder sich wieder, drei bier in einer halben stunde als frust und am ende der kommentar du gehst schon? -- hallo? war ich überhaupt für dich da? hast du mich überhaupt gesehen? --

    es entstehen immer probleme wenn du kein aufreizer ist.
    ich probiers weiter und denk an omas sprichwort.

  2. Selten einen so zutreffenden und doch humorvollen Artikel zu dem Thema gelesen!
    Das mit den 3 Frust-Bieren in einer halben Stunde kommt mir bekannt vor ;-) Und auch bei der Beschreibung mit dem Duracell-Hasen musste ich echt schmunzeln, da ich das schon x-mal selbst erlebt habe: Man steht auf eine Frau und ehe man sich versieht, fährt sie auf irgendeinen Trottel ab, der in der Disko oder sonstwo den Affen gibt. Und man denkt nur "Hey, Mädchen, checkst du nicht, dass das bei dem Typen nur Fassade ist?".

    Alleine dieses Sich-Anbiedern, das Sich-zur-Schau-Stellen-Müssen widert mich sowas von an, dass ich oftmals schon gar keine Lust mehr auf irgendwelche Flirt-Spielchen habe. Oberflächlichkeit und irgendwas vorzuspielen um sich interessant zu machen zählt in unserer Zeit leider sooo dermaßen viel (in der Liebe wie im Job), und die Mädels (bzw. Leute allgemein) fallen sooo gerne auf solche Schaumschläger rein, dass mir jedesmal schlecht wird.

    Noch schlimmer ist es wenn man den Duracell-Hasen auch noch vom Sehen kennt und weiß, dass der absolut nix auf die Reihe kriegt oder sonstwie zu bieten hat. Also eigentlich ein Volltrottel ist (in meinen Augen), vom Grips her nicht der hellste (freundlich ausgedrückt), schlechte Schulbildung usw. Und die Angebetete fährt auf so nen Typen ab und man selbst steht daneben und denkt sich "Oh Mann, warum gerade DIESER Typ? Warum gibt sich diese Frau mit nem Kerl ab der Niveau-mäßig locker zwei Stufen unter ihr steht?". Bei sowas könnte man(n) echt verzweifeln...

    Oftmals hasse ich mich selbst für solche Gedanken, da ich mich eigentlich nicht gerne über andere Menschen stelle, aber in manchen Fällen kann ich nicht anders. Da denke ich mir "Hey Mann, ich sehe nicht übel aus, bin sportlich+durchtrainiert, habe studiert (ja, ich bin schon fertig *g*) und habe (für die Frauen die sowas interessiert, würde mit sowas aber NIE vor jemandem prahlen) nen gutbezahlten Job, bin überdurchschnittlich intelligent und auch sonst ein netter Kerl. SO WHAT - was mache ich verdammt nochmal falsch???
    Wieso findet jeder 0815-Typ da draußen seine Traumfrau, ich aber nie???

    Keine Ahnung wieso, aber meine Prinzessin habe ich bisher noch nicht gefunden :-((
    Trotzdem verzweifle ich nicht daran und sage mir "irgendwann wird´s schon klappen" - das allerdings schon seit etlichen Jahren *schluck*.

  3. Hallo mein lieber,

    wenn Du einigermaßen attraktiv aussehen würdest hätten sich bestimmt einige, mehr oder weniger ehrenwerte, Frauen gefunden die Dich in die Geheimnisse der Frauen eingeweiht hätten. Nun ich glaube zu diesem relativ kleinen Kreis von Männern gehörst Du nicht.

    Wenn Du einigermaßen reich währst hätten sich vermutlich weniger ehrenwerte Frauen gefunden die Dich in die Geheimnisse der Frauen eingeweiht hätten und jetzt wärst Du vermutlich etwas ärmer. Nun ich glaube zu diesem schon etwas größeren Kreis von Männern gehörst Du auch nicht.

    Wenn Du witzig und raffiniert wärst hättest Du vermutlich nicht all zu viele Frauen aber gelegentlich würdest Du eine klar machen. Nun ich glaube zu diesem schon relativ großen Kreis von Männern gehörst Du ebenfalls nicht.

    Es liegt also nicht an Dir das Du keine abkriegst sondern an den Frauen denn denen reichen die oben genannten Männer vollkommen aus. Frauen werden also nie zu Deinem Glück beitragen daher rate ich Dir suche Dein Glück in einem Hobby, Arbeit, Reisen, gutem Essen oder Sport. Sollte jedoch je eine Frau in Dein Leben treten dann mach Ihr erst ein mal klar dass Du nicht zu den oben genannten Gruppen von Männern gehörst sonst machst Du Dich tief unglücklich wenn sie das heraus bekommt, und sie wird es herausfinden wenn sie es auch anfangs gar nicht war haben will.

    Die Schwachmate von Reporter die Dir versucht einzureden Du könntest etwas ändern ist entweder grenzenlos naiv oder ein Idealist eines steht jedoch fest er gehört nicht zu unserer Gruppe von Männern sondern zu einer von den oben genannten. Wenn es eine Sie ist wette ich Ihr Freund kommt aus einer der oben genannten Gruppen und der Rest ist reine sozialromantik.

    schöne Grüße
    MJC

  4. Ich bin 27 und habe mich vor 6 Wochen von meiner ersten Freundin getrennt, mit der ich 2 Jahre zusammen war. @cabrow: Ich würde mich an deiner Stelle nicht so abschreiben. Das habe ich vor meiner ersten Beziehung und nach meiner traurigen Erfahrung auch gemacht, das löste bei mir starke Depressionen aus. Außerdem ist es nicht alles, nur eine Freundin zu haben, es geht ja um eine gemeinsame Zukunft. Natürlich musst du den Mut haben mal einen neuen unbekannten Schritt zu machen. Ein Tipp: Sei einfach ehrlich!

  5. Ich hatte auch keine Freundin, bis ich 24 Jahre alt war. Damals hielt ich es nicht für möglich, irgendwann mal eine Frau zu erobern. Jetzt bin ich 26 und habe 2 Beziehungen hinter mir, die beide aus meiner Initiative entstanden sind. Aber ob ich deswegen glücklicher bin, wage ich zu bezweifeln. Manche Probleme sind verschwunden, andere dazugekommen, von denen ich nichts geahnt habe. Das mit dem Sex zum Beispiel. Manchmal klappt es und manchmal nicht, keine Spur vom Automatismus, der einem überall vorgegaukelt wird. In welchem Alter man seine erste Beziehung hat, hängt von so vielen Faktoren ab, dass es müßig ist, allzuviel darüber nachzudenken. Nur nicht unter Druck setzen lassen und auf die Mädels zugehen, dann klappt es früher oder später. Das gleiche gilt für's andere Geschlecht, ich kenne einige Frauen in meinem Alter, die noch keinen Freund hatten. Vielleicht sollte man sich da irgendwie zusammentun...

    • cabrow
    • 29.10.2006 um 20:41 Uhr

    In dem Artikel ist von einem Rückstand die Rede den man aufholen muss, auch wenn ich das etwas anders sehe, muss ich mich doch fragen wie man ihn denn wieder aufholt und naja was oder wer einem dabei hilft denn alleine scheint es irgendwie nicht zu gehen. Ich bin 20 und naja fühle mich ähnlich wie im Artikel beschrieben. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, habe ich erstmal lange darüber nachgedacht und dann lange mit vielen Menschen drüber diskutiert, leider ohne wirklich greifbare Ergebnisse. Anscheinend kann einem weder der beste Freund (mit Beziehung) noch sonst irgendwer sagen was an einem "falsch" ist. Ich hab mich inzwischen damit abgefunden, dass es so ist und denke einfach wenn ich als Single sterben sollte, was ja hoffentlich noch lange hin ist, dann hat die Welt eben wen verpasst macht ja auch nichts...

    • asul
    • 21.05.2007 um 19:31 Uhr

    Hi, bin 47, m, verdiene Gehalt im unteren Mittelfeld so kanpp an der Hartzgrenze und bin ..., na was schon? Ja, genau! Single. Was sonst?

    Ich hatte in meinem Leben noch nie eine Beziehung mit einer Frau. Als Nichtakademiker ist das relativ schwierig. Kam mit Frauen nie zurecht. Trauere auch nicht darüber. Trauere nur über meine nicht geborenen Kinder, die ich mir gewünscht hätte, da Kinder immer mein Traum waren. Es ist noch nicht ganz zu spät, aber man merkt schon, dass das Licht des Traumes langsam zu verlöschen beginnt.

    Aber was soll's. Etliche derer, die das Glück hatten, zu heiraten und Kinder zu bekommen, und die mich immer bemitleidet hatten, weil ich keine Freundin finden konnte, sind inzwischen in Teufels Küche und beneiden mich heute um meine Glückseligkeit.

    So ist das. Es gibt Reiche, die glücklich und solche, die unglücklich verheiratet sind. Auch unter den Armen gibt es solcherlei: Glückliche und Unglückliche. Ich kenne ein Ehepaar, bei dem der Mann ein Humpelbein hat, die Frau eine Hasenscharte. Beide sind - sagen wir - ordentlich verheiratet und haben zwei süße Buben. Ist das nicht komisch?

    Zwei, von denen jeder denken müsste, sie fänden niemals einen Partner, haben sich gefunden und nette, drollige Jungens bekommen.

    Es gibt kein Rezept. Es ist und bleibt ein Geheimnis, die Sache mit dem Heiraten.

  6. In den Artikel vermutest Du eine frühe tiefe Enttäuschung als mögliche Ursache- kann sicher sein. Hab aber auch ohne ein ähnliches Gefühl, dass ich mir einfach schwer tue, wo andere locker flirten. Damals den Artikel zu lesen, tat mir echt gut (und macht irgendwie Hoffnung). Fand die Theorie mit dem "Rückstand" ganz interessant. Vielleicht kam dieser Lebensbereich bei mir einfach später und ich "übe" noch;) Kann ja auch ganz spannend sein, so gesehen. Und damals in der Pubertät war genug sonstiges los, da hätte ich mich für einen zusätzlichen Stress echt bedankt. Sicher kriege ich vieles immer noch nicht mit, füher habe ich aber einen 2.Blick nie wahrgenommen...

    @ uni4711: genau die umgekehrte Verwunderung gibts bei Frauen auch- wie denn wirklich einige Vorurteile über Männer und optische Reize/Teenie-Mädchenverhalten zutreffen können!

    @ LupoAlpha: finde Dein Urteil echt zu hart- auch wenn sicherlich ein Körnchen Wahrheit darinsteckt. Hast Du bei der Gegenübertragung für Frauen einen Ersatz für den "Reichtum"-Faktor? Die Spielchen nicht mitmachen/ zu direkt?

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  • Quelle ZEIT Campus, 01/ 2006
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