Auslandsbafög Mehr Geld, geschenkt

Wer zum Studieren ins Ausland geht, wird durch Auslandsbafög großzügig unterstützt. Joachim Budde hat die wichtigsten Informationen hier zusammengesammelt.

Ein Auslandsjahr? Kein Grund auf Bafög zu verzichten. 

Wer mindestens zwei Semester Studium hinter sich hat, sich die Leistungen im Ausland zumindest teilweise an der heimischen Uni anrechnen lassen kann und wenigstens ein halbes Jahr im Ausland studiert, hat Anrecht auf Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz . Bei einem Aufenthalt im Rahmen einer Hochschulkooperation oder einem Praktikum genügen sogar zwölf Wochen Dauer. Wer sein Studium komplett im Ausland absolviert, bekommt hingegen kein Bafög.

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Geld fließt nur, wenn der Student nachweisen kann, dass er die Landessprache ausreichend beherrscht. Das kann ein Sprachtest sein, ein zweisprachiger Schulabschluss, mindestens sechs Jahre Schulunterricht, eine Bescheinigung eines Hochschullehrers oder ein anderes anerkanntes Zeugnis.

Für die Zeit im Ausland gibt es zudem mehr Geld als für ein Studium an einer inländischen Hochschule. Grund dafür ist, dass der Gesetzgeber Auslandsstudenten einen höheren Finanzbedarf zuerkennt. Konkret steht Studenten im Ausland zusätzlich zum normalen Bedarf bis zu 4600 Euro Studiengebühren pro Jahr, Reisekosten und ein Zusatzbetrag für die Krankenversicherung zu. Außerhalb der EU kommen außerdem noch 60 bis 450 Euro als Ausgleich für die höheren Lebenskosten hinzu. Wie viel davon letztlich auf dem Konto des Studenten landet, hängt - wie im Inland - vom seinem Einkommen und dem der Eltern ab. Weil der Bedarf insgesamt aber höher ist als im Inland, können auch die Studenten im Ausland ein paar Euro vom Staat kassieren, die im Inland kein Bafög bekommen, weil ihre Eltern zu viel verdienen.

Um das zu überschlagen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Bafög-Rechner ins Netz gestellt. Er läuft allerdings nicht in allen Browsern.

Ein weiterer Vorteil der Auslandsaufschläge: Sie gelten komplett als Zuschuss, also muss der Student diesen Teil der Förderung später nicht zurückzahlen. Außerdem wird einem Studenten, der nach Deutschland zurückkehrt ein Auslandsjahr nicht auf die Förderungshöchstdauer im Inland angerechnet. All diese Regelungen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Merkblatt zusammengefasst.

Leser-Kommentare
    • E.
    • 09.02.2009 um 12:59 Uhr

    So nett sich das Auslandsbafoeg im Artikel anhoert, entspricht es leider nicht immer der Wirklichkeit. Ich selbst habe fuer mein Auslandsjahr gerade mal 20 Euro mehr als mein Inlandsbafoeg bekommen. Diese 20 Euro ergaben sich aus einer Rechnung die besagte dass ich einen Hin- und einen Rueckflug brauche, dafuer wurden 200 Euro veranschlagt und diese wurden auf 10 Monate aufgeteilt. Dass die Lebenshaltungskosten, geschweige denn die Miete in Grossbritannien viel hoeher sind als in Deutschland wurde in der Berechnung leider nicht beruecksichtigt.

    Ausserdem haben wir bemerkt dass diese Berechnungen von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter leider sehr unterschiedlich sind. Ich bekam 20 Euro mehr, einem Freund (gleicher Sachbearbeiter) wurde zuerst gesagt dass er ueberhaupt kein Auslandsbafoeg bekaeme, obwohl er vorher Inlandsbafoeg bekam (was laut dem Amt eine Garantie dafuer war auch fuer Auslandsbafoeg berechtigt zu sein).
    Andere Freunde hingegen, die einen anderen Sachbearbeiter hatten bekamen sehr viel zu ihrem Inlandssatz hinzu. Eine andere Freundin, die nicht fuer Inlandsbafoeg berechtigt war bekam fast so viel Auslandsbafoeg wie ich. (ich sollte dazu sagen, wir gingen ALLE nach Schottland in die gleiche Stadt).
    Leider scheint da sehr viel Willkuer im Spiel zu sein und ich kann niemandem raten sich auf Auslandsbafoeg zu verlassen.

  1. Klingt ja alles vernünftig, aber der Haken liegt in den Details:

    Wenn man sich bei einer ausländischen Universität bewirbt, bekommt man die Zusage vielleicht 3-4 Monate vorher, wenns gut läuft. Allerdings will das Bafög-Amt eine Immatrikulation sehen, die gibts meist in der ersten Uni-Woche. Da muss man bereits im entsprechenden Land wohnen, dorthin umgezogen sein und das kostet Geld. Geld, welches man als potentieller Bafög-Empfänger oder auch bereits Bachelor-Absolvent mit Bafög-Förderung und anstehendem Masterstudium nicht hat. Dazu kommt, dass man, wenn man endlich alles eingereicht hat, immer noch einige Monate warten muss, ehe man überhaupt die sogenannte finanzielle "Unterstützung" erhält. Wie überbrückt man diese Monate? Mit einem Kredit? Kurzfristig? Im Ausland kommen da pro Monat häufig über 750 Euro auf einen zu, plus Umzugskosten, Reisekosten, Studiengebühren (die zur Immatrikulation zu entrichten sind) etc. Da wird aus einer Wartezeit von 3-6 Monaten locker ein Schuldenberg von 3000-5000 Euro. Die Kreditzinsen darf man nicht vergessen.

    Da fragt man sich schon: Kann ich mir Auslandsbafög ohne vermögende Eltern überhaupt leisten?

    Mein Auslandsbafög landete nach (!) meinem Auslandsaufenthalt auf meinem Konto. Ich war von August bis März im Ausland, im Mai danach habe ich das Geld erhalten. Den Antrag jedoch habe ich im Juni vor meinem Aufenthalt gestellt. Ein Jahr ohne Geld, das war sehr aufregend und die Erwerbsarbeit im Ausland hat mir sicherlich zu Lebenserfahrung verholfen, aber fürs Studium wars nicht grad förderlich.

  2. sieht in der Realität leider etwas anders aus

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  • Quelle ZEIT Campus online, 01/2007
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