Ein Auslandsjahr? Kein Grund auf Bafög zu verzichten. 

Wer mindestens zwei Semester Studium hinter sich hat, sich die Leistungen im Ausland zumindest teilweise an der heimischen Uni anrechnen lassen kann und wenigstens ein halbes Jahr im Ausland studiert, hat Anrecht auf Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz . Bei einem Aufenthalt im Rahmen einer Hochschulkooperation oder einem Praktikum genügen sogar zwölf Wochen Dauer. Wer sein Studium komplett im Ausland absolviert, bekommt hingegen kein Bafög.

Geld fließt nur, wenn der Student nachweisen kann, dass er die Landessprache ausreichend beherrscht. Das kann ein Sprachtest sein, ein zweisprachiger Schulabschluss, mindestens sechs Jahre Schulunterricht, eine Bescheinigung eines Hochschullehrers oder ein anderes anerkanntes Zeugnis.

Für die Zeit im Ausland gibt es zudem mehr Geld als für ein Studium an einer inländischen Hochschule. Grund dafür ist, dass der Gesetzgeber Auslandsstudenten einen höheren Finanzbedarf zuerkennt. Konkret steht Studenten im Ausland zusätzlich zum normalen Bedarf bis zu 4600 Euro Studiengebühren pro Jahr, Reisekosten und ein Zusatzbetrag für die Krankenversicherung zu. Außerhalb der EU kommen außerdem noch 60 bis 450 Euro als Ausgleich für die höheren Lebenskosten hinzu. Wie viel davon letztlich auf dem Konto des Studenten landet, hängt - wie im Inland - vom seinem Einkommen und dem der Eltern ab. Weil der Bedarf insgesamt aber höher ist als im Inland, können auch die Studenten im Ausland ein paar Euro vom Staat kassieren, die im Inland kein Bafög bekommen, weil ihre Eltern zu viel verdienen.

Um das zu überschlagen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Bafög-Rechner ins Netz gestellt. Er läuft allerdings nicht in allen Browsern.

Ein weiterer Vorteil der Auslandsaufschläge: Sie gelten komplett als Zuschuss, also muss der Student diesen Teil der Förderung später nicht zurückzahlen. Außerdem wird einem Studenten, der nach Deutschland zurückkehrt ein Auslandsjahr nicht auf die Förderungshöchstdauer im Inland angerechnet. All diese Regelungen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Merkblatt zusammengefasst.