Ausland Wege ins Ausland
Wie kommt man auch ohne Erasmus ins Ausland? Was ist mit dem Bafög? Und lässt das Bachelorstudium dafür überhaupt Zeit?
(1) Was sind die passenden Programme?
Egal, wohin die Reise geht – der erste Weg an der heimischen Uni führt ins Akademische Auslandsamt . Dort sitzen die Spezialisten für das Studium im Ausland. Sie entscheiden zwar nicht über alle Programme an der Uni, haben aber meist einen guten Überblick darüber, welche Wege von der eigenen Hochschule ins Ausland führen. Außerdem gibt es in jedem Fachbereich Lehrende, die den Austausch und die internationalen Kontakte betreuen.
Das bekannteste Auslandsprogramm ist Erasmus , sozusagen die Autobahn nach Europa: Es bietet deutschen Studenten Studienplätze an einer europäischen Partneruni – komplett durchorganisiert. Doch es lohnt sich, auch rechts und links dieses Weges zu schauen. So bieten lokale Stiftungen oder Alumnivereine oft Stipendien abseits der bundesweit bekannten Programme an. Viele Hochschulen haben über Jahre direkte Kontakte zu Partnerunis aufgebaut. Die Universität Bonn beispielsweise unterhält mehrere Direktaustauschprogramme mit Hochschulen in Australien, Kanada, den USA und mehreren Ländern Asiens – insgesamt sind es zwölf Ziele.
Eine andere Möglichkeit sind Studiengänge, in denen die Studenten Doppelabschlüsse erhalten. Die TU Karlsruhe bietet als eine der wenigen Hochschulen in Deutschland auch für Ingenieurstudenten Doppeldiplome und kooperiert mit Universitäten in Frankreich, Lateinamerika, Asien und den USA. Wer nach dem Vordiplom dort einsteigt und erfolgreich abschließt, kann sowohl in Deutschland wie dem gewählten Studienland mit dem Ingenieurtitel auftreten.
Es geht aber auch auf eigene Faust: Je selbstständiger jemand bei der Suche ist, desto besser kann er den Auslandsaufenthalt auf seine eigenen Bedürfnisse zuschneiden, desto mehr Arbeit erwartet ihn aber auch. Von der Zulassung über die Wohnungssuche bis zur Anerkennung der Studienleistungen gibt es einiges zu bedenken. Erste Informationen über das Wunschland liefert neben dem Internetauftritt des Auswärtigen Amtes die etwas unübersichtliche, aber mit Infos voll gepackte Homepage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes .
Wer ins Ausland geht, sollte vor allem nicht vergessen, dass es Auslandsbafög gibt: Studenten, die zu Hause Geld vom Staat bekommen, haben gute Chancen, dass es auch für bis zu zwei Auslandssemester gezahlt wird – und für ein Studium außerhalb der Bundesrepublik gibt es sogar mehr Geld als im Inland. Vor allem kann sich der Antrag für Studenten lohnen, die in Deutschland bisher kein Bafög bekommen haben, denn: Die Einkommensgrenze für die Eltern liegt dann höher als sonst.
Text: Joachim Budde .
(2) Wann sollten Bachelors ins Ausland gehen?
ZEIT Campus: Frau Günther, das Bachelorstudium ist stark strukturiert. Wann sollten Studenten einen Auslandsaufenthalt einschieben?
Petra Günther: Der Bachelorstudiengang ist ziemlich kurz. Darum ergibt sich das beinahe von selbst: In den ersten beiden Semestern sollte man nicht fahren, weil sich der Studierende in dieser Zeit an der Uni zurechtfinden soll. Sie heißt nicht umsonst Orientierungsphase. Und im sechsten Semester steht dann die Bachelorarbeit an. Auch dafür müssen die Studierenden Zeit einkalkulieren. Dann bleibt nur das dritte, vierte oder fünfte Semester für einen Auslandsaufenthalt.
ZEIT Campus: Wie lange dauern die Vorbereitungen?
Günther: Das ist der zweite Grund, aus dem die ersten beiden Semester wegfallen: Die Planung sollte mindestens ein Jahr vorher beginnen. Dann ist genug Zeit, sich eine Hochschule auszusuchen, die Kurse, die man belegen will, mit der Heimatuni abzusprechen und sich für ein Stipendium zu bewerben. Oder an der Sprache zu feilen– den Aufwand dafür unterschätzen viele.
ZEIT Campus: Im dritten Semester ins Ausland – dann muss man schon als Erstsemester mit den Vorbereitungen beginnen. Ist das in der Orientierungsphase nicht ein bisschen viel?
Günther: Viele Erstsemester machen sich inzwischen schon vor Studienbeginn Gedanken über ihre Auslandspläne. Das merken wir neuerdings bei den Einführungsveranstaltungen. Da tauchen Fragen nach den Partnerunis auf – das hat es vorher kaum gegeben. Die Planung für ein Auslandssemester ist ja kein 24-Stunden-Job, und es ist ein Zeichen für besonderes Engagement.
ZEIT Campus: Und wenn es nun nicht ins Bachelorstudium passt – was bleibt als Alternative?
Günther: Für manche bietet ein Auslandsaufenthalt sich erst nach dem Bachelor an. Wer auf einen Masterstudiengang warten muss, kann die Zeit für ein Auslandspraktikum nutzen. Die andere Möglichkeit: Man wechselt nach dem Bachelor die Uni und geht für den Master komplett ins Ausland. Viele Hochschulen werden aber in Zukunft Auslandsprogramme für Masterstudierende ausarbeiten, damit sie ihre hoch motivierten Bachelorabsolventen auch für den Master an sich binden. Auslandsprogramme werden für die Universitäten zunehmend zum weichen Standortfaktor.
Petra Günther, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes an der Universität Duisburg-Essen .
Interview: Joachim Budde .
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- Datum 30.07.2007 - 04:01 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus, 01/2007
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seit geraumer Zeit lese ich immer wieder Artikel wie diesen. Schade, dass man sich einfach nicht die Mühe macht, mal wirklich zu recherchieren, welche Möglichkeiten es gibt, um ins Ausland zu gelangen. "Auf eigene Faust" ist ein immer häufiger gewählter Weg von Auslandsstudenten, denn man kann sich seine Uni im Ausland aussuchen und mit ein bisschen Planung kann man die erworbenen Leistungen im Rahmen eines Auslandssemesters oder Auslandsjahres auch anrechnen lassen. Wer z.B. "Studieren im Ausland" in google eingibt, sieht sofort, dass es einige Organisationen gibt, wie z.B. College-Contact.com, mit dessen Hilfe ich auch ins Ausland gelangt bin. Diese Organisationen sind "Gold wert", denn sie agieren im Namen der Unis im Ausland von Deutschland aus und helfen absolut kostenlos mit Beratung und Bewerbung an einer Vielzahl attraktiver Unis im Ausland. Hinzu hilft die Organisation beim Antrag von Auslandsbafög (hat bei mir auch geklappt) und viele indivuelle Anliegen wurden mit der Hochschule im Ausland von vornherein abgeklärt, sodass es zu keinen unangenehmen Überraschungen vor Ort kam. Rundherum ein perfekter Auslandsaufenthalt mit sehr sympatischer, kompetenter und vor allem kostenloser Hilfe durch die Organisation. Auch wenn sich dieser Beitrag fast eine regelrechte Werbung für Agenturen wie College-Contact.com ist, liegt es mir doch am Herzen, dass viele andere wie ich auf Organisationen wie diese stoßen, denn sie helfen ungemein und ebnen einen den Weg ins Ausland. Schade, dass Artikel wie diese nicht erkennen, dass es diese Organisationen (bzw. Repräsentanzen ausländischer Hochschulen) schon lange gibt und es vielen Interessenten helfen würde, wenn diese Möglichkeit der Eigenorganisation mal aufgezeigt würde. Erstaunlich eigenlich, wenn diese Organisationen so präsent sind im Internet aber seriöse bzw. überregionale große Zeitungen wie diese scheinbar einen Bogen um eine Erwähnung machen - der Nutzer und Suchende sollte doch im Vordergrund stehen, oder? Hier der Link zum Tipp: http://www.college-contac...
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