Irak
Der Papierkrieg
Der britische Student Willem Marx machte ein Praktikum im Irak und manipulierte einen Sommer lang irakische Zeitungen in Bagdad – im Auftrag der Amerikaner. Ein etwas anderer Praktikumsbericht.
Im vergangenen Frühjahr, während meines letzten Semesters in Oxford, bekam ich einen Brief von meiner Cousine. Sie plante ein Sommerpraktikum im Irak und fragte, ob ich mich nicht auch bewerben wollte. Die Firma hieß Iraqex, und auf der Website war zu lesen, dass der Tätigkeitsschwerpunkt in der »Aufbereitung und Auswertung« von Nachrichten liege. Iraqex suchte Praktikanten, die in Bagdad mit den lokalen Medien zusammenarbeiten und Beiträge lancieren würden. Das klang fast zu gut, um wahr zu sein.
Seit ich als Teenager John Simpsons Autobiografie Strange Places, Questionable People gelesen hatte, wollte ich Journalist werden, vorzugsweise Auslandskorrespondent. Auf der Schule hatte ich bei der Schülerzeitung mitgearbeitet, es bis zum Chefredakteur gebracht und in Oxford für eine Studentenzeitung geschrieben. Als der Brief meiner Cousine eintraf, hatte ich schon beschlossen, ab Herbst Journalistik zu studieren, aber vorher wollte ich unbedingt Erfahrungen à la John Simpson sammeln. Tatsächlich hatte Simpson jahrelang in London bei der BBC gearbeitet, bevor er ins Ausland ging. Ich dagegen würde unmittelbar nach dem College diese Chance bekommen.
Wenige Tage später schickte ich meine Bewerbung los und wartete gespannt (die Eltern meiner Cousine hatten inzwischen beschlossen, dass sie nicht in den Irak gehen sollte, und Iraqex hieß mittlerweile Lincoln Group). Schließlich meldete sich ein Mitarbeiter der Firma. Er war selbst gerade mit dem Studium fertig und fragte zum Schluss unseres Gesprächs, ob ich auch »bei Granatwerferfeuer in der Nähe« konzentriert arbeiten könnte. Über meine Qualifikationen hatte ich wahrheitsgemäß Auskunft gegeben: Ich war schon im Nahen Osten gewesen, als ich dort vor einigen Jahren Urlaub in Ägypten und Syrien machte. Außerdem war ich mit Freunden per Fahrrad von Genf nach Damaskus gefahren. Und auf der Uni hatte ich unter Zeitdruck Cicero und Polybios übersetzt. Was das Granatfeuer angehe, gab ich zu, sei ich mir aber nicht so sicher. Mein Gesprächspartner schien zufrieden.
Einen Monat später, im Juni, bekam ich die Zusage. Meine neuen Arbeitgeber beorderten mich nach Washington. Die Zentrale von Lincoln Group befand sich in der K Street über einem indischen Gemüseladen. Auf einem kleinen Schild in der Eingangshalle stand: Besuche bei Lincoln Group (Iraqex), 10. Stock, nur nach Voranmeldung. Im zehnten Stock waren Handwerker gerade dabei, in einem Zimmer Kabel zu legen, in einem anderen Zimmer saßen Männer im Anzug bei einer Besprechung. Die Personalchefin, die selbst erst kurz zuvor dort angefangen hatte, meinte, dass es in letzter Zeit etwas chaotisch zuginge.
Während ich in einem kleinen Wartezimmer meine Papiere ausfüllte, tauchte Paige Craig auf, der Gründer der Lincoln Group. Er gab mir die Hand und murmelte so etwas wie »Willkommen an Bord«.
Doch bevor ich meine Tätigkeit aufnehmen konnte, war noch eine Formalität zu erledigen. Ich musste nach Fort Belvoir, Virginia, fahren, um mir meine common access card zu besorgen, eine Art Passierschein für sämtliche Einrichtungen der US-Armee weltweit. Die Angestellten dort sprachen voller Anerkennung von den tapferen Männern und Frauen, die von hier aus in den Irak gingen. Eine redselige Krankenschwester, Mitarbeiterin der Halliburton-Tochter Kellogg, Brown & Root (KBR), notierte die üblichen Daten und nahm mir Blut ab. Doch als ich sie fragte, warum sie Röntgenaufnahmen meiner Zähne brauchte, verstummte sie plötzlich. »Das ist für unsere Akten«, sagte sie schließlich, warf mir einen raschen Blick zu und wandte sich ab. Langes Schweigen folgte, dann begriff ich. Als zerfetzte, bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche würde man mich nur aufgrund meines Gebisses identifizieren können.
Erst in diesem Moment wurde mir klar, dass ich mein Leben riskieren würde für Männer, denen ich gerade erst begegnet war, und für ein Unternehmen, über das ich so gut wie nichts wusste. Mein Gehalt sollte kümmerliche tausend Dollar im Monat betragen, am Ende des Sommers würde ich mit leeren Taschen dastehen. Eigentlich sollte ich noch acht Tage militärisches Training absolvieren, aber die Firma war nur zu gern bereit, meinem Wunsch zu entsprechen und mich sofort nach Bagdad zu schicken. »Für uns macht das finanziell Sinn«, erklärte man mir. »So haben wir mehr von dir.«
Am 7. Juli, nachdem ich in Amman eine knappe Woche auf mein Gepäck gewartet hatte, landete ich in Bagdad. An der Gepäckausgabe riefen die Männer wie Reiseführer nach KBR-Mitarbeitern, die sich an einem bestimmten Ort einfinden sollten, andere hielten Schilder mit den Namen diverser Sicherheitsfirmen hoch, bullige tätowierte Männer bildeten Gruppen. Auf mich wartete niemand. Die Empfangshalle leerte sich. Am Ausgang bemerkte ich einen Mann und eine Frau, die betont desinteressiert herumstanden. Ich fragte sie, ob sie gekommen wären, um Willem Marx abzuholen. So war es. Wir gaben uns die Hand, und dann begleiteten sie mich wortlos hinaus zu einer ramponierten Limousine.
Wir fuhren zum Camp Victory, dem Hauptquartier der US-Truppen in Bagdad. Auf dem kurzen Weg zu dem weitläufigen Komplex auf einem der vielen Areale, die früher einmal Saddam Hussein gehört hatten, sah ich meinen ersten zerbombten Palast. Die Kuppel war eingestürzt, freigelegte Träger ragten in den Himmel. Ich fragte meine Kollegen, worin ihre Arbeit bestünde und was sie vorher gemacht hätten. Gina, blass und Ende 20, und Ryan, vermutlich nicht viel älter als ich, waren zuvor bei der Armee im Irak gewesen. Ihre Antworten waren so knapp, dass ich nicht weiter nachhakte.
Im Camp Victory musste ich mir erst einmal eine Hülle mit Anhänger für meine ID-Card besorgen. Im Supermarkt der Basis stand ich hinter ein paar Soldaten, die selbst dort ihr Gewehr dabeihatten. Dann wurde ich in einem staubigen Container abgesetzt, wo ich den ganzen Tag herumhockte und auf einem riesigen Flachbildschirm Lara Croft und andere Actionfilme schaute.
Noch vor Tagesanbruch wurde ich geweckt, und in einer Art Greyhound-Bus mit Panzerung und Sicherheitsglas ging es zu der Villa, in der ich den Sommer über wohnen würde. Die Straße in die Grüne Zone von Bagdad, wo sich die Villa der Lincoln Group befand, ist bekannt als »Highway of Death«, wegen der vielen Konvois, auf die dort Bombenanschläge verübt wurden. Und so fuhren wir auf dieser gefährlichen Straße in völliger Dunkelheit, eskortiert von vier Humvee-Geländewagen und überwacht von Helikoptern mit Nachtsichtgeräten.
Eines der vier Schlafzimmer in der Villa sollte ich mir mit einem Iraker namens Ahmed teilen. Ahmed, der die American University in Washington besucht hatte, war immer perfekt rasiert und trug makellos gebügelte Hemden. Weil meist eine seiner Bagdader Freundinnen die Nacht mit ihm verbrachte, suchte ich mir schon bald ein anderes Zimmer. Mein neuer Zimmergefährte Steve, ehemaliger Student der amerikanischen Brown University, hatte sich für ein ganzes Jahr bei der Lincoln Group verpflichtet und führte sich entsprechend auf. Abends trank er meistens Bier und schlief bis in den Nachmittag hinein.
Da ich nur zwei Monate im Irak verbringen würde, meldete ich mich nach mehreren untätig verbrachten Tagen bei Craig und seinem Kollegen Bailey in Washington. Ich wollte wissen, mit welchen Projekten ich anfangen sollte, wer mein Vorgesetzter wäre, was ich tun könnte. Am nächsten Tag schickte mir Paige Craig eine schroffe Antwort. Sie hätten keine Zeit für meine Problemchen, Jim Sutton, der Irak-Repräsentant von Lincoln Group, werde mir Anweisungen geben. Ich hatte den Mann in meiner ersten Woche erst einmal gesehen.
Doch meine Ungeduld schien zu wirken. Bald setzte sich ein gewisser Jon mit mir in Verbindung, der früher in Chicago politische Kampagnen organisiert hatte und jetzt in der Abteilung »Information Operations« arbeitete. Wir trafen uns zum Mittagessen im kürzlich ausgebombten und wieder aufgebauten Green Zone Café, einem klimatisierten Zelt mit Plastikstühlen und einem Fernseher, auf dem libanesische Musikvideos liefen. Jon erklärte mir, dass er mehrere Wochen Heimaturlaub machen würde und ich seine Vertretung übernehmen sollte. Rasch skizzierte er, worin meine Aufgaben bestanden. Ein Team der US-Armee im Al-Faw-Palast, einer weiteren ehemaligen Residenz Saddam Husseins, würde mir Artikel schicken, die es aus Meldungen von Nachrichtenagenturen und eigenen Berichten zusammenstellte. Meine Aufgabe wäre es, diejenigen auszuwählen, bei denen man am ehesten glauben konnte, dass sie von Irakern geschrieben seien. Diese Artikel würde ich dann an unsere irakischen Mitarbeiter weitergeben, die diese wiederum ins Arabische übersetzen und bei lokalen Zeitungen unterbringen würden. Da die Militärs nicht selbst in Erscheinung treten könnten, hätte man die Lincoln Group engagiert, die mit weit weniger Einschränkungen agieren könnte. Die Lincoln Group, sagte Jon, verdiene mit diesem Vertrag jährlich fünf Millionen Dollar.
Ich fragte ihn, ob die Zeitungen wüssten, dass die Lincoln Group oder das US-Militär hinter diesen Artikeln stünden. Ja und nein, antwortete er. Die irakischen Mitarbeiter träten als freie Journalisten auf, gäben den Redakteuren aber Geld, damit diese die Artikel abdruckten – und einen Teil dieser Summe lasse sich die Lincoln Group von der Armee zurückerstatten. »Es ist alles ganz einfach«, sagte Jon. »Du musst nur zusehen, dass die Militärs zufrieden sind.«
Trotz einiger Bedenken kehrte ich zur Villa zurück. Ich stand am Beginn meiner Karriere. Ich würde im Irak meinen journalistischen Beitrag leisten und an den politischen Prozessen beteiligt sein. Die Erfahrung, die ich in Bagdad sammelte, würden mir anderswo, in anderen Krisenherden der Welt, nützlich sein. Vielleicht konnte ich sogar die Arbeitsweise der Firma beeinflussen und durch meine Tätigkeit womöglich zu einer Verbesserung der Lage im Irak beitragen.

Am 14. Juli begann meine Arbeit. Ich wachte frühmorgens auf, rasierte mich, machte Kaffee, setzte mich auf das große rote Sofa im Wohnzimmer, das zugleich als Arbeitszimmer diente, und wartete auf Mails der Armee. Stundenlang checkte ich die BBC-Website nach Informationen aus dem Irak, machte wieder Kaffee und schrieb Mails nach Hause, in denen ich erzählte, dass allmählich mein Arbeitsalltag begänne. Am Nachmittag kam schließlich eine Mail von Oberleutnant Christopher Denatale, die in Kopie an eine große Zahl amerikanischer Militärangehöriger ging.
Sorgfältig las ich die beigefügten Artikel. Im ersten ging es um eine Rede des damaligen Premierministers Ibrahim Al-Jaafari, in der er verkündete, dass die ausländischen Truppen bald durch irakische Einheiten ersetzt würden. Ein beigefügtes Foto zeigte Al-Jaafari an einem Rednerpult, und der Artikel endete mit den Worten: »Die Ausführungen von Premierminister Al-Jaafari, in Verbindung mit den wiederholten Erfolgen der ISF [irakische Sicherheitskräfte], machen große Hoffnungen auf eine friedliche und fortschrittliche Entwicklung im Irak.« Im zweiten Artikel, ebenfalls über die Erfolge der ISF, zeichneten die amerikanischen Militärs ein noch positiveres Bild von der Entwicklung im Land. »Während die Terroristen nichts als Leid und Angst bringen, bieten die ISF die Aussicht auf eine bessere Zukunft im Irak. Keinem ausländischen Al-Qaida-Söldner würde es einfallen, irakischen Kindern Geschenke zu machen. Doch die irakische Armee kämpft für eine noble Sache… In Zusammenarbeit mit der irakischen Bevölkerung wird sie der Nation Frieden und Wohlstand bringen.« Auch die übrigen Artikel waren alles andere als Musterbeispiele eines objektiven Journalismus, aber Jon hatte gesagt, ich sollte mir die Geschichten weniger als Nachrichten vorstellen, eher als Botschaft, die die Iraker hören wollten. Ich vermutete, das waren sie.
Pro Woche sollte ich mindestens fünf Artikel unterbringen, musste also überlegen, welche infrage kämen. Nach einigem Nachdenken entschied ich mich für einen Artikel über Aufständische, die innerirakische Gewalt provozieren. Die Sprache erschien mir kraftvoll, geradezu ciceronisch, vor allem in der grandiosen Einleitung: »Große Triumphe und große Tragödien können dem Schicksal eines Volkes entscheidende Impulse geben.« Und ich stimmte dem Autor zu, dass Gewalt nicht mit Gewalt beantwortet werden sollte. Die ausgewählten Artikel sollte ich an einen gewissen Muhammad weiterleiten, der sich um die Übersetzung ins Arabische kümmern würde. Außerdem musste ich dem Mann sagen, wo er das übersetzte Stück anbieten sollte. Jon hatte mir eine Liste irakischer Zeitungen dagelassen, inklusive Angaben über den jeweiligen Geldbetrag, den sie für den Abdruck forderten. Allerdings kannte ich mich mit den irakischen Medien nicht aus, der Unterschied beispielsweise zwischen Al-Sabah(Der Morgen) und der Zeitung mit dem ähnlichen Namen Al-Sabah Al-Jadid(Der neue Morgen) war mir nicht klar. Jon sah darin kein Problem, er hatte schließlich auch ohne Landeskenntnisse angefangen. Jedenfalls schärfte er mir ein, unter keinen Umständen die Militärs um Hilfe zu bitten. Die beiden zuständigen Offiziere, Major Scott Rosen und Major John Muirhead, würden unbedingt versuchen, mich auszuquetschen, um herauszufinden, wie Lincoln Group die Artikel platzierte. Ich sollte möglichst vage bleiben und auf diese Weise das Renommee der Firma steigern. Nur die veröffentlichten Artikel sollte ich den Militärs schicken. Das Militär, versicherte Jon, liebe Statistiken.
Von den genannten Zeitungen wählte ich Al-Mutamar aus, weil sie mit 50 Dollar pro Artikel eine der billigsten Publikationen war und wir dieses Blatt schon eine ganze Weile nicht mehr verwendet hatten. Später am Tag kam Steve mit einem Bericht, den er auf Jons Geheiß zusammenstellen sollte. Der Artikel, geschrieben aus der Perspektive eines frustrierten Irakers, verurteilte einen Angriff von Aufständischen, bei dem 23 Kinder den Tod gefunden hatten. Steves Informationen stammten direkt aus dem Internet, er hatte nichts persönlich recherchiert, aber sein Kommentar erschien mir ganz brauchbar. Ich mailte auch dieses Stück an Muhammad mit der Bitte, es bei der Zeitung Al-Sabah unterzubringen; dieses Blatt hatte ich ausgewählt, weil es mit 1500 Dollar pro veröffentlichtem Artikel das teuerste war. Steves Kommentar, fand ich, hatte das Beste verdient.
Am nächsten Tag kam Muhammads Antwort. Angehängt waren zwei Word-Dateien, die beiden Artikel auf Englisch und offenbar in der arabischen Fassung, die ich, wie von Jon empfohlen, auf meinen Laptop kopierte. Zwei Tage später schickte mir Muhammad Scans der Artikel, die in den irakischen Zeitungen erschienen waren. Bei dem Gedanken, dass Steve nun in einer der führenden irakischen Zeitungen veröffentlicht hatte, mussten wir lachen, auch wenn uns bei dem Inhalt nicht danach zumute war.
Die Majore Rosen und Muirhead, denen ich die gescannten Artikel mailte, dankten mir für meine Arbeit. Ich saß auf dem Sofa, lehnte mich zurück, voller Stolz über den ersten Schritt, den ich erfolgreich hinter mich gebracht hatte. Ich bildete mir ein, vernünftige journalistische Entscheidungen getroffen zu haben.
In den nächsten Wochen schickten mir meine Kontaktleute im Al-Faw-Palast täglich fünf Berichte, und ich gewann bald ein klareres Bild von der Rolle, die Lincoln Group im Verhältnis zwischen der US-Armee und unseren irakischen Mitarbeitern spielte, die unsere einzige Verbindung zu den lokalen Medien waren. Lincoln Group hatte ursprünglich einen Vertrag mit dem PR-Büro der Armee geschlossen, das Reporter mit Informationen über Verluste oder Aufbauprojekte versorgt. Paige Craig konnte die Armee dann aber überzeugen, dass seine Firma für den verdeckten Bereich Information Operations weitaus geeigneter sei. Ich selbst versuchte noch immer zu verstehen, was hier passierte. Aber ich merkte, dass ich als derjenige, der darüber entschied, wo welche Artikel platziert wurden, eine gewisse Macht ausübte. Auch wenn diese Macht nicht gerade berauschend war, war es doch entschieden mehr als alles, was ich während meines Studiums erlebt hatte.
Ende Juli fand Jim Sutton, dass ich Muhammad und seinen Leuten einen Kontrollbesuch abstatten sollte. Er holte mich in einem schwarzen BMW ab, und wir passierten Straßensperren aus Beton und Stacheldraht an der Ausfahrt der Grünen Zone. Ein Hinweisschild forderte Fahrer und Insassen auf: »Verriegeln und laden!« Jim gab mir seine Pistole, eine 9Millimeter-Glock, die ich versteckt auf dem Schoß halten sollte. Dann fuhren wir weiter, hinein in den Teil von Bagdad, den jeder Amerikaner, dem ich begegnet war, nur als Rote Zone bezeichnete. Ich selbst, knapp eins neunzig und blond, hatte kaum eine Chance, in dieser Umgebung nicht aufzufallen, und auch mit meinem gestreiften Polohemd und der Ray Ban war ich nicht gerade unscheinbar.
Wir fuhren eine schmale Straße am Tigris entlang, vorbei an Straßenständen. Jim bremste, winkte ein paar Kindern vor einem Laden zu, die den Gruß erwiderten. Ohne Vorwarnung jagte ein anderes Fahrzeug von hinten heran und kam mit quietschenden Bremsen direkt vor uns zum Stehen. Jim sprang aus dem BMW, und mein Blick flog von ihm zu dem Wagen vor uns, aus dem ein paar bullige Männer stiegen. Einer lief an Jim vorbei zu unserem Wagen, und ehe ich reagieren konnte, saß er neben mir auf dem Fahrersitz. Er stellte sich in gebrochenem Englisch als Sicherheitsmann der Lincoln Group vor. Jim stieg derweil mit zwei bewaffneten Männern in den anderen Wagen, während bei uns ein Mann mit einer AK-47 hinter mir auf der Rückbank Platz nahm.
Ich war 22, und da saß ich nun, mit einer geladenen Pistole in der Hand, und wurde von zwei wildfremden Männern durch die Straßen Bagdads gefahren. Vielleicht war dies der wahre Irak. Vielleicht fühlte es sich so an, wenn man John Simpson war.
Zu dieser Zeit gewann ich allmählich Anerkennung für meine Arbeit. Jim Sutton gefielen mein unkomplizierter Umgang mit den Irakern und meine Bemühungen um Grundkenntnisse im Arabischen. Ihm gefiel auch, dass ich in unerwarteten Situationen einen kühlen Kopf bewahrte. Selbst Gina, die nach meiner Ankunft so abweisend gewesen war, verhielt sich nicht mehr so kühl. Als sie hörte, dass ich mein Leben in Bagdad für gerade mal tausend Dollar im Monat riskierte, verglichen mit ihren 70000 im Jahr, tat ich ihr fast leid.
Jim Sutton rief mich eines Nachmittags zu sich, um mit mir über den »nächsten Schritt« zu sprechen. Im Einklang mit den langfristigen Zielen der Lincoln Group wollten er und die festen Mitarbeiter einen größeren militärischen Auftrag ausführen. »Western Mission« sollte eine deutlich erweiterte Version unserer derzeitigen Aktivitäten sein. Eine groß angelegte Medienkampagne, wie Jim sagte, die bislang größte Aktion dieser Art. Allein im August und September würden wir 16 verschiedene Pro-Regierungs-Spots bei irakischen TV-Sendern unterbringen. Es würde 20 Radiosendungen geben, für die wir von der US-Armee jeweils 20000 Dollar erhalten würden. Wir würden 80 halbseitige Farbanzeigen und 32 Kommentare platzieren, für die wir rund 400000 Dollar in Rechnung stellen könnten. Wir würden Bagdad mit 140000 Postern überziehen und damit noch einmal 400000 Dollar verdienen, und wir würden für jeweils 2500 Dollar neun Nachrichten-Websites einrichten und für 580000 Dollar fünf DVDs produzieren. Die Einnahmen der Lincoln Group in diesen beiden Monaten: 19 Millionen Dollar.
Ahmed und ich wurden beauftragt, Kameramänner und Reporter anzuheuern, kooperationsbereite TV-Sender anzusprechen und Kommentatoren aufzutreiben. Sobald »Western Mission« genehmigt wäre, würde unser Team am 1. August die Arbeit aufnehmen. Und schließlich sollte ich Muhammad nun zehn Berichte pro Woche liefern, um den Militärs im Al-Faw-Palast zu beweisen, dass ihr Geld gut investiert war.
Es war nicht schwer, irakische Reporter zu finden, die bereit waren, für etwas Extrageld amerikafreundliche Kommentare zu schreiben. Etwas ganz anderes war es, Leute zu finden, die bereit waren, in die gefährliche Provinz Anbar zu fahren, aus der wir künftig auch »berichten« wollten. Reporter, Kameramänner und Tontechniker, mit denen wir sprachen – alle sagten das Gleiche: In Ramadi und Falludscha würden sie nur arbeiten, wenn sie bei den US-Truppen »eingebettet« wären. Da sie aber zumindest scheinbar unabhängig berichten sollten, kam diese Option nicht infrage.
Von Gina kam dann der Vorschlag, ein Team der Lincoln Group permanent auf einem US-Stützpunkt bei Ramadi oder Falludscha zu stationieren, das von dort aus Bilder und Tonaufnahmen übermitteln würde. Das Material würde in Bagdad von Irakern in die erforderliche Form gebracht und anschließend zu einem TV-Sender geschafft und sofort ausgestrahlt.
Um diese Option zu prüfen, besuchten Ahmed und ich mehrere Produktionsfirmen. Wir fanden eine Firma, die bereit war, einen unserer TV-Spots für 10000 Dollar zu produzieren. Und der kaufmännische Leiter beim nationalen Sender Al-Iraqia, dessen Gebäude sich im alten jüdischen Viertel von Bagdad befinden, erklärte, dass er den Spot während der Abendnachrichten für nur 2000 Dollar senden könnte. Produktion und Sendung würden also nur 12000 Dollar kosten. Der Betrag, den die Lincoln Group von der US-Armee für Produktion und Platzierung der Spots erhalten würde, war bereits vereinbart: knapp über eine Million Dollar.
Anschließend wurden Ahmed und ich dem Nachrichtendirektor von Al-Iraqia vorgestellt. Als wir allein waren, begann Ahmed zu erklären, dass wir Mitarbeiter einer jungen unabhängigen Nachrichtenagentur wären, die aus der Provinz Anbar berichten wollte. Ich konnte seinem Arabisch nur mit Mühe folgen, bekam aber mit, wie Ahmed von seiner Arbeit bei ABC erzählte. Dann erklärte er, ich wäre ein ehemaliger BBC-Reporter, was eine glatte Lüge war. Ich sagte nichts, und Ahmed schlug vor, dass AlIraqia das Bildmaterial unserer irakischen Reporter senden sollte. Normalerweise würde man dafür Honorar verlangen, sagte Ahmed, aber als Neulinge im Geschäft wollten wir uns erst einmal einen Namen machen und wären unter bestimmten Umständen sogar bereit, dafür zu bezahlen, dass unser Material gesendet würde. Der Nachrichtendirektor nickte wiederholt und schüttelte uns schließlich energisch die Hand. Er schien geradezu erregt von unserem Vorschlag.
Bei allem, was ich tat, um die Western Mission voranzubringen, begann ich die täglichen Berichte der Militärs zu vernachlässigen. Zwar brachte ich jede Woche mehr als zehn Artikel unter, worüber die statistikbegeisterten Militärs außer sich vor Freude waren, aber ich las nicht mehr alle, und ich bin mir sicher, dass ich auch solche an Muhammad weitergab, die ich früher zurückgehalten hätte. Jede Woche musste ich eine detaillierte Liste aller veröffentlichten Artikel übermitteln, aber erst Anfang August warf ich einen genaueren Blick auf die Zahlen der vorangegangenen drei Wochen. Dabei fiel mir auf, dass die Beträge, die einige Zeitungen verlangt hatten, dramatisch in die Höhe geschossen waren. Für Artikel in Al-Dustur (Die Verfassung) hatten wir anfangs 84, dann 423, dann 1345 und schließlich 2156 Dollar bezahlt. Die Zeitung Al-Adala (Gerechtigkeit) verlangte von uns Anfang Juli 82 Dollar, am Monatsende war der Preis bereits auf 1088 Dollar gestiegen. Mir fiel auch auf, dass Artikel in Zeitungen veröffentlicht worden waren, die nicht auf meiner Liste standen. Al-Sabah Al-Jadid hatte innerhalb von zehn Tagen zwischen Ende Juli und Anfang August etwa 12000 Dollar erhalten, obwohl ich Muhammad nie beauftragt hatte, dort etwas unterzubringen.
Ich fuhr über den Highway of Death zum Camp Victory, um darüber mit Jim Sutton zu sprechen. Jim sagte, es sei an mir, das Ganze aufzuklären und den Dieb oder die Diebe ausfindig zu machen. Vielleicht war es Muhammad, einer seiner Mitarbeiter oder auch das ganze Büro. Ich sagte Jim, dass ich unsere irakischen Mitarbeiter in meiner Naivität vermutlich falsch eingeschätzt, ihr überschwängliches »Ja, Mr. Willem« und »Sofort, Mr. Willem« für wahre Treue gehalten hatte. Sie hatten meine Unkenntnis ausgenutzt: Weil ich nicht genau wusste, wie sie die vom Militär gelieferten Berichte unterbrachten und wer ihre Gesprächspartner bei den verschiedenen Zeitungen waren, konnten sie die Preise zu ihrem eigenen Vorteil in die Höhe treiben. Am nächsten Tag war noch eine wichtige Angelegenheit im Zusammenhang mit Western Mission zu erledigen, aber gleich danach, sagte Jim Sutton, sollte ich mich in die Innenstadt aufmachen und der Sache auf den Grund gehen.
Mit »Western Mission« ging es, nach einer anfänglichen Verzögerung, jetzt tatsächlich los. Die Lincoln Group hatte wie üblich mehr versprochen, als sie liefern konnte, weshalb wir, um Sendezeit kaufen zu können, einen ungewöhnlich hohen Vorschuss von der Armee brauchten. Als ich am nächsten Tag mit Gina und Jim zur Villa in der Grünen Zone fuhr, lagen drei Millionen Dollar in unserem Kofferraum, dreißig Bündel mit jeweils 100000 Dollar. Die Fahrt verlief unspektakulär, und die drei Millionen wanderten in den Safe in meinem Zimmer.
Einige Stunden später fuhr ich in die Stadt, um mit Muhammad und seinen Mitarbeitern zu sprechen. Jim, der behauptet hatte, er sei ein ehemaliger FBI-Agent, hatte mir einige Ratschläge gegeben. So sollte der Verhörte stets in der Mitte des Raums sitzen, denn ohne eine Wand in der Nähe, erklärte Jim, würde dieser sich unsicher fühlen und die Nerven verlieren. Ich selbst sollte ruhig, aber bestimmt auftreten und verschiedene Szenarien durchspielen, indem ich meine Beschuldigungen jedes Mal auf andere Weise vorbrächte. Jim zufolge würde ich dann in der Lage sein, aus den Leugnungen die Schuld herauszuhören. Um Muhammads Leute zusätzlich zu verunsichern, sollten während der Befragung noch zwei Sunniten anwesend sein, ehemalige Mitarbeiter von Saddam Husseins berüchtigtem Geheimdienst Mukhabarat. Und ich hatte einen Iraker namens Hamza gebeten mitzukommen, hauptsächlich als mein persönlicher Bodyguard und Dolmetscher. Hamza arbeitete für eine andere amerikanische Firma, ebenfalls auf dem Gelände unserer Villa ansässig, und war dafür zuständig, uns mit Softdrinks zu versorgen. Ich bot ihm hundert Dollar für seine Hilfe.
Wir quetschten uns alle in Muhammads enges Büro voller protziger Aschenbecher und tiefer Ledersessel, und ich begann, Muhammad zu befragen. Ich saß an seinem Schreibtisch, links neben mir Hamza, mit Baseballkappe und Oakley-Sonnenbrille. Die Sunniten saßen auf einem Sofa an der Wand, Muhammad blieb neben dem Stuhl in der Mitte stehen. Auch er war überrascht über die Unregelmäßigkeiten, und sein Verdacht fiel auf zwei Christen im Büro, Faruk und Majid – diejenigen, die die übersetzten Artikel zu den Zeitungen schafften. Faruk, meinte er, sei unser Mann. Auch mir erschien Faruk gerissen.
Also riefen wir Faruk herein und baten ihn, auf dem leeren Stuhl in der Mitte Platz zu nehmen. Er beteuerte schon seine Unschuld, bevor er sich gesetzt hatte, das Gesicht hochrot, die Lippen unter dem buschigen Schnurrbart bebten vor Empörung. Während ich versuchte, Hamza zu folgen, der wie ein Schnellfeuergewehr übersetzte, lenkte mich die geladene Pistole ab, die ich mir zuvor in den Hosenbund gesteckt hatte und die mir jetzt in die Leiste stach. Wir waren im Allgemeinen bewaffnet, wenn wir uns außerhalb der Grünen Zone bewegten, und diesmal musste ich in Betracht ziehen, dass die irakischen Mitarbeiter sich von ihrem jungen britischen Ankläger vielleicht provoziert fühlen würden. Ich rutschte hin und her, um den Schmerz zu lindern, konnte die Waffe aber bald nicht mehr ertragen. Ich zog sie aus meiner Hose und legte sie auf die polierte Oberfläche von Muhammads Tisch. Faruk starrte auf die Waffe, dann zu mir und dann wieder auf die Waffe, und zu spät wurde mir klar, wie bedrohlich meine Aktion wirken musste. Leider konnte ich mich jetzt nicht einfach entschuldigen und die Pistole wieder einstecken – das wäre als Zeichen von Schwäche angesehen worden. Faruk geriet in Panik und flehte verzweifelt, ich möge seine Existenzgrundlage bedenken, das Wohl seiner jungen Familie.
Neben Adrenalin und Angst stieg nun auch eine tiefe Abscheu in mir hoch. Ich war eine dieser Filmfiguren geworden, die ich kategorisch verachtete. Ich hasste Waffen und Gewalt, war gegen die Anwesenheit der Amerikaner im Irak und sympathisierte mit fast allen Irakern, denen ich im Sommer begegnet war. Der Pistolenlauf zeigte direkt auf Faruk, um Himmels willen! John Simpson mag solche Verhöre vielleicht miterlebt haben, selbst durchgeführt hat er sie bestimmt nie. Und all das tat ich, um ein paar tausend entwendete Dollar einer Firma wiederzufinden, die an dem amerikanischen Krieg im Irak Millionen verdienen würde.
Es war ein sehr langer und anstrengender Tag gewesen, ich war erschöpft und mehr als nur ein bisschen erschüttert. Das Geld aus dem Safe in meinem Zimmer war zu einer Bank im Stadtzentrum geschafft worden. In meinem Posteingang fand ich eine Nachricht von meinen Eltern, die wissen wollten, wann ich den Irak endlich verlassen würde; hoffentlich bald, fügten sie hinzu. Lincoln Group hatte mir einen neuen Vertrag zugeschickt. Sie boten mir 70000 Dollar, wenn ich weitere zehn Monate für sie in Bagdad arbeitete. Doch ich hatte genug. Ich war, wie ich mir eingestehen musste, das genaue Gegenteil eines Journalisten geworden. Und wenn ich damit weitermachte, irakische Reporter mit dem Geld der US-Armee zu bestechen, würde ich sicher selber nie als Reporter arbeiten können.
In derselben Nacht rief ich Christian Bailey und Paige Craig in Washington an und teilte ihnen mit, dass ich nach Hause wollte. Am 20. August stieg ich ein Flugzeug, und mein Praktikum in Bagdad war vorbei.
Wie ging es weiter?
»Ich habe diesen Artikel drei Monate nach meinem Irak-Aufenthalt in New York geschrieben, wo ich mein Studium fortsetzte. Zu dieser Zeit machte die Lincoln Group Schlagzeilen. Landesweit berichteten Zeitungen und Fernsehsender über die Firma und ihre unmoralischen und wahrscheinlich illegalen Operationen. Ich selbst habe nur noch einmal von der Lincoln Group gehört, als die Dokumentare von ›Harper’s Magazine‹ die Fakten überprüften: Der Vizepräsident, der in meiner Geschichte als Engländer Christian Bailey auftaucht, rief mich an und drohte mit juristischen Konsequenzen, wenn ich bei meiner Version bleiben würde. Aber ich stehe zu der Geschichte und tue es heute noch. Die Lincoln Group bekommt immer noch lukrative Aufträge vom US-Militär im Irak. Doch seit die Demokraten die Mehrheit im US-Kongress haben, geraten diese und ähnliche Firmen nun stärker ins Blickfeld.«
Willem Marx, 24, hat mittlerweile sein Journalistikstudium beendet und arbeitet als Reporter und Producer für den Nachrichtensender ABC News in New York.
Aus dem Englischen von Matthias Fienbork.
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Nachdruck aus der September-Ausgabe mit besonderer Genehmigung
- Datum 3.11.2009 - 14:48 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle ZEIT Campus, 03/2007
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vor der Courage, diese Geschichte oeffentlich zu machen! Der Vergleich zu einem anderen jungen Mann draengt sich auf, der 2003 auf eigene Faust in den Irak ging, nicht, um sich in das Getriebe der Nachrichtenmanipulation einbinden zu lassen, sondern im Gegenteil um moeglichst viele Satellitenschuesseln installieren zu helfen, die den Irakern wirkliche Informationen zugaenglich machen wuerden. Nick Berg wurde nach einiger Zeit vom US-Militaer verhaftet, seine Eltern erstatteten zu Hause in den USA Anzeige gegen die US-Regierung. Daraufhin wurde Berg in Baghdad freigelassen und in einem Hotel eingecheckt, wenige Tage spaeter befand er sich in der Gewalt einer Gruppe von Irakern und wurde ermordet, ein Video seiner Enthauptung kursierte im Internet. Im Zusammenhang mit diesem Video tauchte erstmals der Name "Al Sarkawi" auf.
muss man sein, um auch nur ansatzweise glauben zu dürfen, dass im Irak eine unabhängige Medienwelt existiert?!?
Da kämpfen nur Mafiabanden jedweder Art (kriminelle, religiöse, meist Beides fff) gegen Alle, wie soll da ausgerechnet die Medienwelt unabhängig sein?
Was an diesem Artikel stört, ist nicht der Bericht selbst (der ist wohl authentisch), sondern die Einseitigkeit der Vorstellung.
Die USA sind auch nur eine Partei in diesem zerrissenen Lande, sie haben dort Viel investiert und kämpfen auf allen Gebieten darum, diese Investition zu sichern, warum auch nicht? Nur ganz Naive glauben, dass ein Staat wie die USA aus reinem Altruismus handelt.
(Wahrscheinlich die gleichen Naivlinge, die glauben, Deutschland würde in Afghanistan von edlen Motiven bewegt sein)
Immerhin haben die USA dem Volk des Iraks vor 4 Jahren ein faires (relativ) Angebot gemacht: Demokratie und dann weltoffener Handel. Das war auch ziemlich naiv, OK. Dass das irakische Volk nicht demokratiefähig ist, wird hoffentlich Jede/r inzwischen gemerkt haben. Wenn überhaupt eine Weltmacht dort Erfolg haben könnte, ist das China mit dessen rigorosen und menschenverachtenden Methoden.
Komischerweise kriegt China weltweit Respekt für dessen Regierungsstil, die USA wird angeprangert.
Naja, die Öffentlichkeit ist nun Mal naiv in der Mehrzahl, hier wie da und überall.
Da kommt ein Bericht wie dieser in genau die richtigen weit offenen Schubladen: USA = böse, alles Andere = gut, da fühlt man sich doch gleich richtig wohl, gelle?
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