Hochschulpolitik Wilhelm Masters Wanderjahre

Mit Bachelor und Master sollten Studenten viel leichter ins Ausland wechseln können. Doch es wurde schwerer. Wie es trotzdem gelingen kann

Eigentlich sollen sie die großen Gewinner sein, die Studenten: Durch die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge sollten sie einfacher an eine Uni im Ausland wechseln können, ihre Leistungen sollten sie besser angerechnet bekommen, und vor allem sollen sie das Studium viel schneller schaffen. Viele Studenten allerdings klagen, dass ihnen in der straffen Bachelorstruktur gar keine Zeit mehr bleibt für einen Auslandsaufenthalt. Tatsächlich ist es in vielen Studiengängen schwieriger geworden, für ein oder zwei Semester ins Ausland zu wechseln.

Die Statistik zeigt das Problem deutlich: In den meisten Bachelorstudiengängen gehen viel weniger Studenten ins Ausland als bei den früheren Diplom- und Magisterprogrammen, wie eine neue Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) zeigt. »Dass die angehenden Bachelors so wenig mobil sind, liegt auch an der neuen Studienstruktur, da die Programme auf einen kurzen und kompakten Umfang ausgelegt sind«, sagt Christoph Heine, der die Untersuchung geleitet hat.

Fast alle Studiengänge, die in den vergangenen Jahren auf Bachelor und Master umgestellt worden sind, geben den Studenten drei Jahre Zeit für den Weg zum Bachelortitel. Bis dahin müssen alle Seminare, Vorlesungen, Inhaltsmodule und Prüfungen abgearbeitet sein. Damit die kurze Zeit dafür ausreicht, sind die Programme stark verschult – es bleibt wenig Luft für einen Abstecher ins Ausland.

Von einem »Zielkonflikt« sprechen die Hochschulforscher deshalb, wenn es um die europaweiten Studienreformen geht. Ausgerechnet die beiden Paradeprojekte des sogenannten Bologna-Prozesses drohen zu kollidieren: Die neue Bachelor- und Masterstruktur gehört zu den wichtigsten Projekten der europäischen Bildungsminister, sie wollen damit vergleichbare Abschlüsse schaffen. Als zweites großes Ziel sollen viel mehr Studenten ein Auslandssemester nehmen – doch genau das, zeigen die Zahlen, erfüllt sich bei den Bachelors bislang nicht.

Zwar gehen gleichzeitig immer mehr Masterstudenten an eine fremde Hochschule, aber das ist nur ein schwacher Trost. Denn künftig sollen die meisten Studenten nach dem Bachelor in den Beruf einsteigen. Von der steigenden Mobilität in den Masterprogrammen profitieren diese Absolventen nicht.

Die Personalchefs von großen Unternehmen wollen dennoch Mut machen, trotz dieser Hindernisse über die Landesgrenzen zu gehen. »Der schnellste Abschluss hilft wenig, wenn der Bewerber noch nie im Ausland gewesen ist«, sagt Sabine Nix aus der Personalabteilung des Energieversorgers RWE. Für viele Posten im Unternehmen sei Auslandserfahrung eine wichtige Voraussetzung.

Ihr Kollege Frank Stefan Becker, Bachelor-Experte bei Siemens, rät den Studenten zur Gelassenheit. »Ein schnelles Studium ist gut, aber die Geschwindigkeit ist nicht alles«, sagt er. Wer nach dem Bachelortitel von der Uni abgehe, habe die Zeit ohnehin auf seiner Seite. »Ob jemand nach seinem Bachelor 22 ist oder 24, das ist nicht entscheidend«, sagt Becker. Ein gut durchdachter Auslandsaufenthalt sei daher eine gute Investition. Die Personalabteilungen schauten auf ein zielstrebiges Studium – »und das Ziel ist eben nicht nur das Blatt Papier mit dem Zeugnis, sondern auch eine gewisse Erfahrung und ein weiter Horizont«. Das bedeutet eben auch, lieber ein oder zwei Urlaubssemester einzulegen, um ins Ausland zu gehen, anstatt sich zu sehr auf die geforderte Studienzeit zu fixieren.

Einige Universitäten erleichtern ihren Studenten den Weg ins Ausland durch ein sogenanntes Mobilitätsfenster im Bachelorprogramm. Dabei ist genau geregelt, wann sie ins Ausland gehen können. Eine durchdachte Struktur mit eng vernetzten Partneruniversitäten stellt sicher, dass die Studenten im Ausland ein vergleichbares Programm geboten bekommen wie an ihrer Heimathochschule. Danach können sie ohne inhaltliche Lücken zu Hause weiterstudieren.

Das Zauberwort für so ein stringentes Auslandsstudium lautet »Learning Agreement«. Darin ist geregelt, welche Leistungen von der fremden Universität sich ein Student zu Hause anrechnen lassen kann. Beispiel Erasmus: Wer über dieses Stipendienprogramm ins Ausland geht, hat von vornherein die Gewähr, dass die meisten Scheine später bei der Rückkehr nach Deutschland auch wirklich anerkannt werden.

Viele Studenten allerdings rutschen in die Falle des European Credit Transfer Systems (ECTS): Diese Kreditpunkte, die ein Student für seine Leistungen sammelt, sollen sicherstellen, dass die Abschlüsse vergleichbar sind – doch sie werden nicht in allen Fällen automatisch anerkannt. »Die ECTS- Punkte sagen etwas über den Studienaufwand aus, der für einen bestimmten Schein notwendig war«, sagt Peter Wex, Bildungsrechtler von der Freien Universität Berlin. »Für die Anrechnung kommt es aber darauf an, ob die jeweilige Veranstaltung in das Profil des heimatlichen Studiengangs passt.«

Im Klartext: Wenn eine Universität für das Pädagogikstudium ein Seminar zur Erwachsenenbildung vorschreibt, muss man auch im Ausland eine Veranstaltung zur Erwachsenenbildung belegen. Ein Seminar zur frühkindlichen Erziehung, das genauso viele Punkte bringt, reicht nicht aus.

»Viele Studenten gehen auf eigene Faust ins Ausland und sind nachher davon überrascht, dass die Scheine nicht automatisch anerkannt werden«, sagt Peter Wex. Er rät zu einer intensiven Vorbereitung des Auslandsstudiums: Man solle vor dem Semester mit dem Studiendekan absprechen, welche Fächer an der ausländischen Universität zum Lehrplan passen, und sich das schriftlich bestätigen lassen. So könne man spätere Enttäuschungen verhindern.

Das letzte Wort aber hat der Professor – wenn er sich weigert, ausländische Seminare anzuerkennen, hat der Student im Zweifelsfall das Nachsehen. Meistens jedoch bereite die Absprache keine größeren Probleme, glaubt Wex. Nahtlos weiterzustudieren gehe mit dem Bachelor sogar besser als in der alten Struktur.

Als Alternative zum klassischen Auslandsstudium zeichnet sich ein zweiter Weg ab: Wer erst nach dem Bachelorabschluss von zu Hause aufbricht und ein Praktikum irgendwo auf der Welt macht, spart sich die Mühen mit der Anerkennung von Seminaren – und trifft bei deutschen Personalchefs auf offene Türen. »Für uns ist wichtig, dass die Bewerber sprachlich fit sind, dass sie mit anderen Menschen umgehen können und dass sie kulturelles Fingerspitzengefühl haben«, sagt Sabine Nix von RWE.

Ob ein Absolvent diese Erfahrungen an einer Universität sammele oder in einer ausländischen Firma, spiele keine Rolle. Wenn ein Bewerber mit Bachelortitel eine Auslandsstation in seinem Lebenslauf habe, sagt Sabine Nix, könne er häufig sogar auf zusätzliche Pluspunkte bei seiner Bewerbung zählen: »Es ist nicht leicht, aus dem engen Studiengerüst ins Ausland zu gehen. Wer das trotzdem schafft, sagt damit viel über sich und sein Organisationstalent aus.«

Der Bologna-Prozess

In Bologna, der Stadt mit der ältesten Universität Europas, beschlossen die europäischen Bildungsminister 1999 den sogenannten Bologna-Prozess. Der Kern: Bis spätestens 2010 sollen Diplom und Magister auf die europaweit einheitlichen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt sein. Im Wintersemester 2007 sollen in Deutschland zwei Drittel aller Studiengänge nach dem neuen Modus laufen. Nach anfänglichem Widerstand besonders unter Ingenieuren werden die neuen Abschlüsse in Wirtschaft und Wissenschaft immer stärker akzeptiert.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Statistik zeigt das Problem deutlich: In den meisten Bachelorstudiengängen gehen viel weniger Studenten ins Ausland als bei den früheren Diplom- und Magisterprogrammen[...]

    Zwar gehen gleichzeitig immer mehr Masterstudenten an eine fremde Hochschule, aber das ist nur ein schwacher Trost.

    Leider zeigt die Statistik das Problem keineswegs deutlich -sie wird und næmlich vorenthalten.
    Einen Artikel zu verfassen, der einen Trend beschreibt, mit Statistik argumentiert und nicht eine Zahl enthælt ist schon imposant.

    Dass von denen, die zu Diplomzeiten noch im 6. Semester ins Ausland gingen, sich jetzt mehr in der Masterphase als in der Bachelorphase aufmachen, sollte doch nicht wirklich ueberraschen.
    Fuer alle weiteren Analysen hætte ich gerne erstmal mehr Fakten.

    • lef
    • 02.10.2007 um 11:18 Uhr

    Gerade erzählt ein Herr Hartung hier
    http://www.zeit.de/2007/3...,
    dass Auslandstudium sinnlos bis behindernd ist,
    jetzt wird hier die mangelnde Bereitschaft dazu beklagt.

    Meine eigene Erfahrung Cognitive Science):
    Das (Zwangs-) Auslandsemester (im 5.) hat eigentlich nichts genutzt - war nur ziemlich teuer. Gleiche Vorlesungen und Seminare wären am deutschen Studienort sinnvoller und kontinuierlicher gewesen.
    Von anderen Mitstudenten weiß ich, dass die in dieser Zeit ihre Bachelorarbeit verfasst haben - Leistung wurde dort eh nicht erwartet - als Quereinsteiger für ein Semester war Kontinuität ja weder gefordert noch möglich.

    Sehr viel mehr (bzw. weniger) zum Thema wussten die Profs dort übrigens auch nicht zu erzählen.

    Nur touristisch war es recht interessant, ein paar Monate mit Familienanschluss (Studenten-WG) eine andere Stadt zu erleben.

    Praktikum als Bachelor im Ausland ist sicherlich gewinnbringender (wenn es spezifische Angebote gäbe).
    Oder: Komplettes Masterstudium im Ausland, wenn dort eine andere Zielrichtung, als in D. verfolgt wird.

    • WIHE
    • 02.10.2007 um 14:13 Uhr

    konnte sich bislang überall auf der Welt sehen lassen.
    Man schaue nur auf die Publikationen vieler US-amerikanischer Arbeitskreise, da wimmelt es nur so von deutschen Namen.

    Dass der promovierte Master Chemiker es künftig besser hat, muss sich zeigen. Ich kann es kaum glauben. Denn irgend etwas muss am deutschen Diplomchemiker gewesen sein, was ihn so attraktiv machte. Vielleicht war es der Unterschied zum gewöhnlichen US-Master.

    • brux
    • 03.10.2007 um 9:08 Uhr

    Es wäre interessant zu erfahren, wie dieses europäische System in Europa (!) funktioniert. Dass es in Deutschland nicht sehr gut läuft mag ja an rein deutschen Gründen liegen. Meine eigene Erfahrung mit der Anerkennung von Studienleistungen ausserhalb der eigenen Uni deutet darauf hin, dass viele unserer Professoren kleingeistig ihr Fach betreiben und weniger am Studienerfolg ihrer Studenten interessiert sind.

    • jayse
    • 08.10.2007 um 18:51 Uhr

    "»Der schnellste Abschluss hilft wenig, wenn der Bewerber noch nie im Ausland gewesen ist«, sagt Sabine Nix aus der Personalabteilung des Energieversorgers RWE". Und dieser Frau pflichte ich hundertprozentig bei. Wer heute die Chance nicht nutzt ins Ausland zu gehen ist meiner Meinung nach selbst Schuld. Noch nie war es so einfach und billig. Wer wirklich ins Ausland gehen will muss sich einfach nur erkundigen und gut planen, und zwar von Anfang an. Wer glaubt, die Uni regele das schon, tja, schlecht gedacht. Wer im 5. Bachelor-Semester mitbekommt er sollte noch ein Auslandsemester einlegen.... naja, etwas spaet oder?? Es gibt doch soviele Moeglichkeiten:
    1. Hochschule aussuchen die diese sogenannten bilateralen Abkommen mit anderen Hochschulen im Ausland pflegen.Mein Tip: Europauniversitaet Frankfurt (Oder)
    2. Sich fruehzeitig kuemmern, zu den Infoveranstaltungen gehen und schon im 1. Semester wissen wie der Studienplan fuer die darauffolgenden aussieht (positiv beim neuen verschulten System.
    3. Sich fruehzeitig um Stipendien (DAAD usw.) kuemmern oder eben ueber Erasmus gehen. Teurer kann es dadurch nicht werden ausser man wohnt in Deutschland noch bei Mama und Papa.
    4. Es muss nicht immer USA und Australien sein. Mein Tip: Mexiko oder Lateinamerika fuer die mit Spanischkenntnissen oder Osteuropa fuer Englisch. Das zaehlt uebrigens auch mehr bei den Personalern. USA macht heute ja jeder.
    5. Sich vorher erkundigen ob die Kurse, die man im Ausland belegen will anerkennt werden. Normalerweise gibt es dafuer einen Ansprechpartner an der Uni (normalerweise ein Professor). Wenn der seine Unterschrift (Aufheben!!!) gibt,dann geht auch alles glatt. Zu jedem einzelnen Prof laufen ist nicht ratsam (nur wenns nicht anders geht)
    6. wenn man was allein organisiert das Internationale Buero miteinbeziehen und statt einem Jahr 2 Jahre vorher anfangen zu planen.
    7. Urlaubssemester nehmen!!! Dann geht auch keine Studienzeit weg und man macht Kurse und Zeit sogar noch gut. (Dank meinem Urlaubssemester und den 4 mitgebrachten Scheinen aus Mexiko hab ich sogar noch vor der Regelstudienzeit meinen Bachelor beendet).
    8. Praktikum nach dem Bachelor und vor dem Master ist eh angebracht!! Warum das nicht ins Ausland verlegen. Wenn man dann eingeschrieben bleibt in der Uni und ein Urlaubssemester einfach dranhaengt hat man sogar noch Bafoeg-Recht und muss keine Steuern zahlen, sowie Verguenstigungen als Student im Ausland. 6 Monate Auslandspraktikum ist kein Zeitverlust wenn man mit 22 den Bachelor in der Tasche hat!! So hat man auch Zeit sich nochmal klar zu werden bei wem man denn nun arbeiten moechte und muss sich nicht mit Bewerbungsstress waehrend der Pruefungszeit rumschlagen!!
    9. Selbst wenn das Bildungsniveau im Ausland geringer ist als das in Deutschland - Ein Auslandsaufenthalt als Zeitvergeudung abzutun ist Schwachsinn und derjenige, der das behauptet hat diesen Aufenthalt einfach null genutzt und die Chancen nicht erkannt (Zaehlen Selbststaendigkeit, Toleranz, Kulturbewusstsein, Anpassungsvermoegen, Sprachkenntnisse denn gar nix???)
    10. Grosse, Teure, Internationale Staedte meiden!! Es gibt genug gute Unis in der Provinz und man lernt viel mehr ueber Land und Leute. An grossen Unis ist es mit der Sprache verbessern oft auch weniger weit her - Zuviele Auslaender die alles gemeinsam machen. Man sollte auch mal was wagen!!! Nach Paris, London und NYC kann man fuer billig Geld immer fliegen!! Nach Cuernavaca, Mexiko, Poznan, Polen; Lund, Schweden kommt man aber bestimmt nicht so schnell nochmal!!

    Wer also denkt ein Auslandsemester "kann ich nicht", "will ich nicht", "keine Zeit".... Alles Ausreden!!! Die Rahmenbedingungen sind jedenfalls gut!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • tzeuch
    • 10.10.2007 um 9:16 Uhr

    Klar. Wenn man vor Studienbeginn so gut informiert ist, wie Sie, dann lässt sich alles vorausschauend planen. Nur leider sind das deutlich mehr als 50% der Studenten nicht. Ist man erstmal an einer Uni mit schlechter Organisation von Auslandsaufenthalten, aber ansonsten guter Lehre, dann hat man eventuell ein Problem, wenn in´s Ausland gehen soll. Belastbare Informationen hierzu aus erster Hand sind vor Studienbeginn oft schwer einzuholen.
    Sie sind nicht der Adressat des Artikels, um diese Kataegorie Studenten musste man sich noch nie und wird sich auch nie Sorgen machen !
    Ansonsten kann ich Lund, aber auch polnische Unis wie Breslau oder Posen sehr empfehlen. Osteuropa wird zu Unrecht vernachlässigt !

    • tzeuch
    • 10.10.2007 um 9:16 Uhr

    Klar. Wenn man vor Studienbeginn so gut informiert ist, wie Sie, dann lässt sich alles vorausschauend planen. Nur leider sind das deutlich mehr als 50% der Studenten nicht. Ist man erstmal an einer Uni mit schlechter Organisation von Auslandsaufenthalten, aber ansonsten guter Lehre, dann hat man eventuell ein Problem, wenn in´s Ausland gehen soll. Belastbare Informationen hierzu aus erster Hand sind vor Studienbeginn oft schwer einzuholen.
    Sie sind nicht der Adressat des Artikels, um diese Kataegorie Studenten musste man sich noch nie und wird sich auch nie Sorgen machen !
    Ansonsten kann ich Lund, aber auch polnische Unis wie Breslau oder Posen sehr empfehlen. Osteuropa wird zu Unrecht vernachlässigt !

    • tzeuch
    • 10.10.2007 um 9:16 Uhr

    Klar. Wenn man vor Studienbeginn so gut informiert ist, wie Sie, dann lässt sich alles vorausschauend planen. Nur leider sind das deutlich mehr als 50% der Studenten nicht. Ist man erstmal an einer Uni mit schlechter Organisation von Auslandsaufenthalten, aber ansonsten guter Lehre, dann hat man eventuell ein Problem, wenn in´s Ausland gehen soll. Belastbare Informationen hierzu aus erster Hand sind vor Studienbeginn oft schwer einzuholen.
    Sie sind nicht der Adressat des Artikels, um diese Kataegorie Studenten musste man sich noch nie und wird sich auch nie Sorgen machen !
    Ansonsten kann ich Lund, aber auch polnische Unis wie Breslau oder Posen sehr empfehlen. Osteuropa wird zu Unrecht vernachlässigt !

    Antwort auf "Selbst Schuld..."
    • andrku
    • 10.10.2007 um 13:41 Uhr

    Ich kann meinem Vorredner "tzeuch" nur zustimmen. Von den meisten Organisationen, die beim Planen von Auslandssemstern helfen, habe ich erst während des Studiums gehört. Heute geht das sicher, dank Internet, wesentlich einfacher.

    Gegangen bin ich trotzdem nicht. An der TU wo ich studierte, war das Studium auch damals schon recht verschult. Viele Kurse wurden z.B. nur in einem Semster pro Jahr angeboten, fehlte man da, dann mußte man ein Jahr warten und eine spätere Überschneidung mit einem anderen wichtigen Kurs riskieren.

    Auch wäre es schlecht mit meinem Nebenjob vereinbar gewesen und jemand hätte mein Wohnheimzimmer weiter zahlen müssen und die exorbitanten Flugkosten...

    Auch habe ich viele Beziehungen an Auslandssemestern scheitern sehen, das ist mir kein f*ck -Job wert, dafür hasse ich "allein sein" viel zu sehr.

    Aber es geht offensichtlich auch, nach wie vor, ohne Auslandssemester, zumindest in manchen Berufen.

    An den Berufsakademien geht das übrigens alles unkomplizierter, da kann man in der Praktikumsphase ins Ausland und den AG-ern, denen das wirklich wichtig ist, die zahlen die Reise und die laufenden Kosten. Erstaunlich wie zurückhaltend die AG da plötzlich sind...

    MfG
    AKu

  2. Hallo zusammen.

    @ Aku et al.: Wie ich es Deinem Beitrag und einigen anderen hier entnehme, wolltest Du eigentlich gar nicht ins Ausland. Das ist ja auch völlig ok, muß ja nicht jeder ins Ausland!! Aber die Gründe, die Du anführst, finde ich nicht schlüssig. Dann flieg halt nicht, bleib halt in der Nachbarschaft (Polen, Tschechien, Dänemark, Schweiz, Frankreich, etc.). Dann kannst Du auch Deine Freundin/Freund mal zu Besuch kommen lassen. Ein paar Monate haltet ihr´s schon aus - Dein/e Partner/in wird Dir diese Lebenserfahrung doch wohl gönnen und Dich dabei unterstützen? Ausserdem kann sie bei Dir dann günstig Urlaub machen. Tja, und ein paar Kurse können sich immer mal überschneiden... auch wenn Du zuhause studierst und durch eine Prüfung rasselst - that´s life!

    Klar, dann überschneiden sich eben ein paar Kurse, dann muss man sich danach eben ein anderes Zimmer suchen, und dann muss man auch scharf kalkulieren - für all´ das gibt es Lösungen, man muss aber wirklich wollen und hart dafür arbeiten.

    Was meiner Erfahrung nach zu einem erfolgreichen Auslandsaufenthalt gehört sind Entschlossenheit, Mut, Offenheit, Engagement, Fleiß und Durchhaltevermögen. Und genau das sind die Eigenschaften, die die Unternehmen suchen - egal ob Du in Rijeka oder Sydney warst!

    @ Jayse: Deswegen pflichte ich Deinem Artikel nicht nur bei, sondern bedanke mich für die wertvollen Tips, die jeder in der Praxis umsetzen kann. Es war wirklich noch nie so einfach und günstig wie heute, sich selbst ein Auslandssemester zu organisieren (nicht organisieren zu lassen!). Das heisst aber noch lange nicht, daß es leicht ist! Es ist nur leichter als bisher!

    Die Mentalität, das Studium inklusive Karriere auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, nur weil man Abitur gemacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Woraus ergibt sich der Anspruch, daß die Uni sich um mein Auslandsstudium kümmern soll? Studenten sollen doch mal "Führungskräfte" werden - schreien aber anscheinend in jungen Jahren immer mehr danach, daß man sie bei der Hand nimmt und durch´s Leben führt. Passt für mich nicht zusammen.

    nix für Ungut!
    ngobiyane

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  • Quelle ZEIT Campus, 05/2007
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